JETZT kostenlos registrieren!
oder einen Account erstellen.

Passwort vergessen?

kummer-board.de - Dein Forum für Probleme im Leben
Werde Teil des Forums und beteilige Dich am Geschehen!
Jetzt kostenlos registrieren


RSS-Feed Forum-Map



Krankheiten & Behinderungen Krank oder behindert sein hat sich niemand ausgesucht. Es kann Jeden treffen... Hier findest du deinen Platz um dich auszutauschen, dich mitzuteilen. Rede mit uns, wir hören dir gerne zu...

Thema geschlossen Themen-Optionen
#1
Alt 04.06.2016, 22:27
   
MessiasDerStille
Benutzer
Mutismus - oder doch nur "schüchtern"?

Ich sage gleich, ich habe keine Diagnose, deshalb frage ich danach. Ich habe mich die letzte Zeit öfters (eigentlich im Rahmen meiner Arbeit) mit Verhaltensstörungen beschäftigt und bin auch auf das Thema "Mutismus" gestoßen. Der Begriff hat mir vorher nichts gesagt, aber die Beschreibung dazu ließ mich doch etwas stutzen.

Ich zähle mal einige Punkte auf, die auf Mutismus zutreffen:
- plötzliches Schweigen in bestimmten Situationen (Ohnmacht)
- trotzdem keine Sprachstörungen
- stark unterschiedliches Verhalten zwischen vertautem / nicht vertrautem Umfeld
- plötzliches Erstarren, wenn die Person in eine bestimmte Situation gerät

Bei mir ist das so: Ich hatte noch nie ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern und kann mich an mehr negative als positive Gefühle erinnern. Meistens war es so, dass ich schon häufig von meiner Mutter verbessert wurde oder auch in solchen Situationen, sie holt mich vom Kindergarten ab, wir begegnen jemandem, er fragt mich nach meinem Namen und ich sage nichts (hierbei weiß ich nicht, ob es ein Erstarren war, aber jedenfalls schon eine Art Ohnmacht, ich konnte es einfach nicht). Meine Mutter: "Na? Du kannst doch wohl antworten, du weißt doch, wie du heißt". Das hat es dann nicht gerade besser gemacht. Dabei war mir jedenfalls auch irgendwie damals schon klar, dass über mich geurteilt wird, vor allem, wenn meine Mutter anschließend noch beschämt drüber gelacht oder Kommentare dazu abgelassen hat. Im Kindergarten selbst war es dann so, dass ich nie Freunde hatte, und wenn ich mal mit jemandem gespielt habe, auch nur wenig oder nichts gesagt habe (da muss ich aber auch sagen, dass ich außerhalb vom Kindergarten, neben meinen Geschwistern, nie Kontakt zu anderen Kindern hatte) und mit den Erzieherinnen auch nichts geredet habe, wenn ich nicht gefragt wurde oder was sagen musste. Wenn ich z.B. aufs Klo musste hab, ich das so lange aufgeschoben, bis es nicht mehr ging, und dann bin ich ewig um die Erzieherin herumgeschlichen, bis sie mich überhaupt bemerkt hat, und habe dann ganz leise meinen Satz gesagt. Einfach rein zu gehen habe ich mich nie getraut, obwohl das andere auch gemacht haben. Ein mal bin ich sogar wieder raus, weil ne Erzieherin kam und gesagt hat wir sollen gehen und ich nicht die Klappe auf bekommen habe, es ihr zu sagen. Ich bin auch nie zu Erziehern, wenn mich jemand geärgert hat. Einmal hat mir ein junge ins Gesicht geschlagen, dass mein Glas aus der Brille raus gegangen ist, und ich habe es hingenommen, ohne ein Wort zu ihm oder der Erzieherin zu sagen, das war so "sag es doch, wenn dich andere ärgern, die hilft dir" - "nein, wie blöd das ist, lass es einfach, tu so, als wäre nichts, zu viel Aufmerksamkeit".
In der Grundschule war es jedenfalls ähnlich. Ich habe mich zwar gemeldet, aber ich habe nie mit anderen gesprochen, weil ich wieder nicht wusste was und dann immer dachte, die haben alle ihre Freunde, was wollen die mit dir. Obwohl ich da auch (normalerweise) immer geantwortet habe. Ich wollte auch nie vom Wochenende erzählen, weil ich mir dachte, wen schert, was du gemacht hast? Die anderen findens eh nur blöd. Meine Lehrerin mochte ich eigentlich, aber ich habe nur mit ihr geredet, sogar ziemlich viel, wenn ich mit ihr alleine war. Sobald jemand dazu kam oder ich das Gefühl hatte, dass jemand mithören kann (z.B., wenn sie zu mir an den Tisch kam, wo andere dabei saßen), habe ich sofort aufgehört zu reden. Sie hat sogar mal nen Schulpsychologen wegen mir im Unterricht gehabt. Es war wohl nicht nur deshalb, aber auch. Sie hat echt versucht, mir zu helfen, aber irgendwie war sie selbst überfordert und hat einige Male überreagiert, wenn ich nichts oder nicht genug gesagt habe, was dann wieder bewirkt hat, dass ich still war und mich nicht mal mehr verteidigt habe, als ich dann Strafarbeiten bekommen habe oder in eine andere Klasse geschickt wurde.
In der Mittelstufe war es dann besser, was Freunde anging. Deshalb wurde auch, glaube ich, meine Offenheit da etwas besser. Trotzdem habe ich nie Gespräche angefangen oder sowas. Auch beim Heimlaufen nach der Schule bin ich meistens nur mit gelaufen und habe wenig gesagt. Und irgendwann hat sich das wieder gegeben und ich bin wieder alleine gelaufen. Was mir da so extrem aufgefallen ist, es gab viele blöde Weiber, die gelästert haben und ich habe nie was gesagt, im Unterricht kaum und unter Freunden so plaudern eigentlich nie und in Gruppenarbeiten, wo man seine eigene Meinung oder Ideen einbringen sollte wirklich nie, bis heute nicht, aber wenn sich jemand mit mir angelegt hat, also mich wirklich direkt angegriffen hat, habe ich mich immer verteidigt und demjenigen meine Meinung dazu gesagt (also Schülern).
In der Oberstufe war es dann so, ich dachte, ich könnte alle bösen Geister zurücklassen und neu anfangen, aber leider waren mehr als fünfzehn von fünfundzwanzig Leuten aus meiner alten Schule. Und damit wurde es nicht besser, sondern schlechter. Ich habe mich die ersten zwei bis drei Wochen noch am Unterricht beteiligt, und dann nicht mehr. Da waren Leute, die ich noch nie gesehen hatte, die so viel geurteilt und Gerüchte verbreitet haben, die ich teilweise mochte, aber wusste, dass sie alle anscheinend schon irgendwas über mich gehört haben, und egal, ob ich mit ihnen rede und es gut liefe, trotzdem andere es mitbekommen und wieder darüber urteilen und mich schlecht machen würden. Und die paar wenigen Male, die ich mich anfangs gemeldet habe, wurden entweder mit "du hast dich ja auch mal gemeldet" oder mit "da muss dringend mehr kommen" kommentiert. Und es war einfach immer dieses Werten, dieses nicht einfach tun können, was man will, und es wird hingenommen. Es war dann auch so, dass mich niemand in Gruppenarbeiten haben wollte und ich mich nicht getraut habe, einfach zu fragen, was wollen die schon mit mir? Und wenn ich mich dazu überwunden habe, hieß es meistens "Unsre Gruppe is schon voll" oder "Nee, wir sind schon zu viele" oder ein mal, ich hatte eine aus der Gruppe gefragt, weil alle anderen Gruppen größer waren und sie hatte schon ja gesagt (hat mich viel Überwindung gekostet) und habe dann ne Minute später von den anderen gesagt bekommen, ich solle alle fragen als Gruppe und nicht eine. Daraufhin hab ich erst mal geheult. Man kann einfach nichts richtig machen.
Inzwischen, ich bin jetzt in der Ausbildung, habe mit fast allen noch nie oder sehr wenig geredet (sind schon fast zwei Jahre jetzt), ist es wieder so, mit den Leuten, mit denen ich jetzt schon länger etwas mehr zu tun habe, kann ich reden. Sobald jemand dazu kommt, bin ich stumm. Auch, wenn wir in der Pause draußen stehen, wenn mich nicht jemand direkt anspricht, sage ich nichts. Immer der Gedanke, "was hast du schon zu sagen?" Obwohl ich mir schon sehr lange denke, scheiß drauf! Andere labern auch nur Kacke und machen sich nichts draus. Ich finde mich ja auch in Ordnung. Und ich bin ja auch nicht dumm, aber die Gedanken sind immer stärker als meine Kraft, es einfach zu tun. Ich melde mich im Unterricht inzwischen wieder. Es kostet mich meistens viel Überwindung und manchmal warte ich einige Fragen lang ab, weil ich denke, es könnte ja falsch sein, jetzt noch nicht, die nächste vielleicht, oh, wäre richtig gewesen, naja, vielleicht nächstes mal. Aber mein Arm wandert einfach nicht nach oben. Meistens dann eher so spontan, wenn die Gedanken keine Chance haben so schnell zu reagieren.
Ich habe auch das Problem, das ich bis heute nicht ans Telefon gehe, wenn jemand von meiner Familie zu Hause ist oder jemand von ihnen anrufen könnte. Wenn ich weiß, dass es definitiv für mich ist (z.B. an meinem Handy) und niemand da ist, der es mitbekommt, dann gehe ich ran. Genauso ist es, wenn ich z.B. mit meinem Vater einkaufen bin und er meint, ich könne doch mal fragen, wo sich das und das befindet, dann mach ichs nicht. Dann merke ich, wie mein Herz rast und sich irgendwie alles anspannt und ich versuche dann nach Ausreden zu finden, einfach weil es so eine Situation ist, wo ich irgendwie auf der Probe stehe und man erwartet, dass ich etwas tue und richtig tue. Wenn ich aber von mir aus sage, hey, ich frag mal nach, ist das kein Problem.
Und noch was anderes: Was mir auch schon als Kind aufgefallen ist (und anderen aus meiner Klasse z.B. auch), ist dass ich zu Hause ganz anders war als in der Schule. Zu Hause war ich immer laut, wild, habe quer durch den ganzen Garten gebrüllt und bin immer rum gerannt. In der Schule war ich ruhig bis ganz still, hatte keine Freunde, hab in den Pausen alleine rumgestanden und mich nicht mal getraut, Spielsachen auszuprobieren. Zu Hause habe ich oft gesagt bekommen, ich soll nicht so laut sein, das stört die Leute, ich soll mich nicht dreckig machen und ich darf dies nicht und das nicht, weil alles zu gefährlich ist. Aber nicht in dem Sinne von zu viel Vorsicht, sondern, die Sprüche meiner Mutter "Das macht man nicht", "Das sagt man nicht", "Da gucken ja die Leute".

Keine Ahnung, ob man auf diese Weise eine Diagnose stellen kann (oder eine Einschätzung). Ich kann mich halt an früher nicht so genau erinnern. Komisch finde ich nur, dass ich während meiner Arbeit im Kindergarten auch drei Mädchen (also zwischen 3 und 6 Jahren) hatte, bei denen da sehr auffällige Verhaltensmuster waren, aber angeblich ist Mutismus sehr selten. Oder doch nur so selten diagnostiziert?

MessiasDerStille ist offline
   
#2
Alt 26.06.2016, 10:52
   
BienchenSG809
Erfahrener Benutzer
AW: Mutismus - oder doch nur "schüchtern"?

Hallo MessiasDerStille,

ich habe mich mit diesem Thema selber noch nicht auseinandergesetzt. Ich, an deiner Stelle würde diesbezüglich mal mit dem Hausarzt deines Vertauens sprechen bzw zu einen Facharzt gehen und nachfragen, ob diese "Krankheit" bei dir vorliegt oder nicht. Eine Einschätzung ist in diesem Fall sehr schwierig, da es viele Faktoren gibt, die man bei solch einer Diagnose einbeziehen muss. Ich habe dir hierzu mal einen interessante Seite rausgesucht, wo du nochmal selber nachschauen kannst, ob das alles auf dich zutrifft: http://www.aphs.ch/d/angststoerungen...st+Mutismus%3F.

LG
Sarah
__________________
Je schwerer uns etwas fällt, desto größer ist die Freude, wenn es uns gelingt.

BienchenSG809 ist offline
   
#3
Themenstarter Alt 26.06.2016, 11:47
   
MessiasDerStille
Benutzer
AW: Mutismus - oder doch nur "schüchtern"?

Danke für deinen Tipp!

Ich habe mir die Seite angesehen. Ich glaube, überwiegend steht da das, was ich auch in meinem Buch gelesen habe. Es gibt Dinge, die dafür sprechen, aber auch welche, die nicht ganz passen oder die ich nicht sicher beantworten kann. Was ich definitiv weiß, ist dass ich zu Hause gut und flüssig sprechen konnte, aber im nicht vertrauten Umfeld selbst nach Jahren nicht mit Klassenkameraden etc. geredet habe. Vielleicht, wenn wir alleine waren (ich glaube, ich hab mich sogar immer gefreut, wenn mich da mal jemand wahrgenommen hat). Was auf der Seite auch beschrieben ist, ist dieses Verstummen, wenn jemand anderes dazu kommt. Ich glaube, dass ich heute damit besser umgehen kann, aber früher war ich immer sofort still, nur, wenn ich gesehen habe, dass jemand in der Nähe ist, ob er mich hören konnte oder nicht, aber irgendwie einfach dieses Beobachtbare, dass ich überhaupt irgendwas tue. Dazu kam natürlich auch, dass mir bewusst war, wie andere über mich denken und mich viele komisch fanden und deshalb auch ein eigentlicher Fortschritt (ich rede) als negativ gedeutet wird (ach, die kann ja doch reden, sonst kriegt se die Klappe auch nicht auf).

Ich kann mich dran erinnern, wie auch heute noch, dass meine Mutter mich oft verbessert hat oder, wenn ich Wörter falsch ausgesprochen oder mich einfach versprochen habe, darüber gelacht wurde (von beiden Eltern) und das, was ich eigentlich sagen wollte, dann egal war, weil man sich lieber weiter darüber lustig gemacht hat. Ich durfte auch nie ich selbst sein, weil meine Mutter zu allem meinte, man würde auffallen und dann steht sie ja mit so einem Kind schlecht da. Sie wollte immer die Dinge an mir fördern, die sie gerne gehabt hätte, aber nicht die, die mir wichtig waren. Eigentlich durfte ich nie ich selbst sein. Ich kann mich auch dran erinnern, dass meine Schwester oft gelogen hat, was Streit anging, und meine Meinung egal war und ich deshalb meistens Ärger bekommen habe.

Inzwischen habe ich mich auch von meinen Eltern weiter zurückgezogen. Teilweise, weil man mit ihren sowieso nicht reden kann und ich einfach keine Lust mehr auf blöde Antworten habe (meine Mutter wirft mir auch das vor, dass ich ihnen ja nie was erzählen wollte, aber selbst meine Wand gibt da mehr Rückmeldung als sie, die mich nicht mal anschaut beim Sprechen, weil ihr Kreuzworträtsel oder der Hund wichtiger sind), aber zum Teil auch, wenn ich irgendwelche Fragen habe, kann ich nicht mit ihnen drüber reden, weil meistens dieselbe Bloßstellung kommt wie früher.

In manchen anderen Situationen hat es sich aber auch gebessert. Vielleicht weil es mehr Leute gibt, zu denen ich Vertrauen aufbauen konnte. Oder weil ich mir lange genug eingeredet habe, dass es total wurscht ist, was ich sage oder tue, weil fast jeder heutzutage ein schräger Vogel ist. Eigentlich denke ich das ja auch schon immer. Aber irgendwas blockiert mich. Ich glaube, außer, dass ich nicht einfach ganz locker Leute ansprechen kann, wirklich blockieren tue ich nur noch, wenn ich bloßgestellt werde oder das Gefühl davon habe oder wenn mich jemand zu etwas zwingen will. Dann kanns passieren, dass ich eher anfange zu heulen, als mich überwinden zu können.

Achso, ja, was auch in dem Text steht ist, dass es sehr wenige Diagnosen gibt, aber dass es auch wenige Leute gibt, die darauf spezialisiert sind und deswegen viele vielleicht nicht erkannt werden, vor allem, weil "stille" Menschen weniger Stress machen als aggressive oder wilde und man es deshalb schnell als "schüchtern" abtut und sie leichter übersieht. Was ja dann bedeutet, dass es vielleicht sehr viel mehr davon gibt, als man denkt. Es gibt ja erstaunlicher Weise auch sehr viel mehr unsicher gebundene Menschen als sicher gebundene (also an die Eltern). Eltern verzapfen schon immer viel Scheiße und seit Kinder von TV und Handy großgezogen werden, wird es nicht besser.

MessiasDerStille ist offline
   
#4
Alt 03.07.2016, 08:27
   
BienchenSG809
Erfahrener Benutzer
AW: Mutismus - oder doch nur "schüchtern"?

HalloMessiasDerStille,

da gebe ich dir Recht, dass Eltern ihre Kinder sehr prägen und vieles schlechtes mit auf dem Weg geben können, wenn sie das Kind falsche erziehen. Trotz all dem bin ich der Meinung, dass man ab einen betimmten Alter, wie bspw dein Alter bestimmen und selber wählen kann, welchen weg man gehen möchte. Ich selber wurde durch mein Elternhaus schlecht geprägt, dennoch habe ich mir gesagt, dass es nun mein eigenes Leben ist und ich jetzt selber entscheide, wie ich es leben möchte. Ich habe auf Grund dessen auch viele Verhaltensweisen, die nicht unbedingt normal oder angenehm für mich sind. Ich bin seit Jahren in therapeutischer Behandlung und arbeite an mir, weil ich diese Verhaltensmuster auch nicht mein ganzes Leben lang mit mir tragen möchte. Klar, das ist nicht das, was man sich wünscht (also eine Therapie machen zu müssen und sich selber aus eigener Kraft nochmal "persönlich umorientieren" zu müssen), aber wenn man es möchte, dann trägt es Früchte und man kann ohne große Einschränkungen "fast" wie alle anderen Menschen leben (die nicht "krank" sind). Ich selber durfte diese wunderschöne Erfahrung machen und kann mit großen Stolz auf mich selber sagen, dass ich fast vollkommen "genesen" bin . Ich denke, dass deine Verhaltensweise auch therapierbar wären. Ob dieses "Krankheitsbild" nun zutrifft oder nicht, ist denke mal bei einer Therapie nicht so bedeutend, denn es gibt immer Überschneidungen mit anderen "Krankheitsbildern" oder es kommt zu einem Krankheitsbild noch etwas dazu. Dh, diese Verhaltensweisen werden einzeln bearbeitet und nicht im ganzen gesehen. Vielleicht ist eine Therapie eine gute Alternatiive für dich. Alleine kann man soetwas denke ich nicht verarbeiten und bearbeiten. Dazu benötigt man professionelle Hilfe. Denk mal drüber nach .

Liebe Grüße
Sarah
__________________
Je schwerer uns etwas fällt, desto größer ist die Freude, wenn es uns gelingt.

Geändert von BienchenSG809 (03.07.2016 um 08:30 Uhr)

BienchenSG809 ist offline
   
#5
Themenstarter Alt 03.07.2016, 11:34
   
MessiasDerStille
Benutzer
AW: Mutismus - oder doch nur "schüchtern"?

Danke für deine Antwort

Ja, ich weiß, was du meinst. Ich bin auch der Meinung, dass sich mein Verhalten schon verändert bzw. gebessert hat. Ich denke schon von daher, dass man sich auf irgendeine Weise selbst therapieren kann, nur vielleicht nicht komplett. Ich meine, ich wusste ja eigentlich schon immer, was ich will und habe meiner Mutter ja auch immer auf ihre komischen Verbote (das macht man nicht, das sagt man nicht, da gucken ja alle) dumme Antworten gegeben, dass es mir egal ist und dass ich nicht "man" bin und dass ich mache, was ich will. Oder auch, dass sie mir nicht allen Mist wie nem kleinen Kind erklären muss, sondern dass ich meinen eigenen Weg finde. Von daher wusste ich ja, wie ich sein will und auch, dass ich selbst entscheiden kann. Aber trotzdem, wenn man immer wieder kritisiert wird und eingeredet bekommt, dass alles falsch ist, ist irgendwann einfach eine Blockade da, die sich nicht so einfach überwinden lässt.
Und genau das ist es ja. Alle kennen mich als "still", "brav", meistens als die, die nie was böses tun würde oder schwänzen würde. Niemand denkt, dass man überhaupt mit mir Spaß haben kann. Oder überhaupt weiß niemand was mit mir anzufangen. Und es ist so, als wäre mein eigentliches Ich irgendwo in mir drin versteckt. Wenn mich Leute näher kennen (oder ich in kleinem Umfeld manchmal für ne Sekunde die Schranken aufmachen kann), wundern sich immer alle, woher auf einmal dieses ganz andere, teilweise wirklich vorlaute Verhalten von mir kommt.
Naja, jedenfalls, so viele schräge Vögel, wie es im Moment gibt, und ich meine, die haben trotzdem ihre Freunde, dann denk ich mir einfach das, was ich immer eigentlich gedacht habe: Ich bin, wie ich bin. Wenn andere das können, dann muss ich mich auch nicht verstecken oder schämen. Ein bisschen hat es geholfen. Und wohl auch, dass in meinem Umfeld im Moment ein paar Leute sind, die mich angenommen haben, wie ich bin. Ich denke trotzdem, dass man eben immer diese Grundunsicherheit spürt. Und dabei weiß ich auch nicht, ob das ein Therapeut weg bekommt. Ich kenne ein paar Leute, die in so einer Therapie waren, angeblich früher auch total still und unsicher. Und ich finde, wenn man mit ihnen redet, reden sie zwar oder sind offen wie ein selbstsicherer Mensch, aber die Art, wie sie etwas sagen, klingt eher "eingeredet", also weg therapiert, als dass es wirklich von innen kommt. So als würden sie es selbst nicht glauben, dass sie sich nicht schämen müssen. Und so will ich nicht werden. Aber liegt vielleicht auch am einzelnen Therapeuten.
Ich habe von ein paar Jahren schon mal bei verschiedenen Therapeuten angerufen und niemand hatte Zeit, sofern überhaupt jemand ran ging. Vielleicht hätte ich mich einfach auf die Warteliste setzen lassen sollen. Bei mir schwankt das immer so zwischen ich-brauch-Hilfe und ich-schaff-das-auch-alleine. Das Problem ist halt, dass ich mich schon sehr viel Überwindung kostet, überhaupt irgendwen anzurufen. Wobei Therapeuten komische Menschen wahrscheinlich gewohnt sind. Aber irgendwie immer, wenn ich dann da noch abgelehnt werde, fühle ich mich auch nicht grade besser. Vor allem nicht, wenn ich mich erst dazu überwinden musste, da anzurufen. Letztes Mal, vielleicht so vor 2 Jahren, da war ich bei meinem Arzt und hab gehofft, dass er da nicht einfach was schieben kann und er hat mir dann gesagt, ich könne einfach mal zu der Ärztin gehen, die mit in dem Haus ist. Ich hab dann erst mal ne halbe Stunde noch unten im Flur gestanden, bis ich mich dazu aufgerafft hatte, da rein zu gehen. Und dann war die Abteilung schon geschlossen. Ich hab dann von keine Ahnung wem, war jedenfalls kein Arzt, ein Kärtchen bekommen und wollte am nächsten Tag anrufen. Hab ich nie gemacht.

MessiasDerStille ist offline
   
Thema geschlossen

Themen-Optionen

Forumregeln
Es ist dir erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Wie komme ich aus einer "emotionalen Abhängigkeit" von Büchern raus? HB007 Seelische & Psychische Probleme 2 08.10.2015 11:01
"Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen..."i Snatchy Andere Probleme / Erlebnisse im Alltag 14 14.06.2015 19:05
Finde keinen Anschluss / Problem mit "Freunden" Raynex Freunde, Bekannte und Verwandte 2 23.10.2012 20:54
Meine "Familie" akzeptiert mich einfach nicht Unregistriert Freunde, Bekannte und Verwandte 14 07.10.2011 19:21
Hilflosigkeit in Sachen "LIEBE".. :(Ey meine lieben Forumsmitglieder.. Bin zufällig ~skip~ Liebeskummer, Beziehung & Partnerschaft 2 11.06.2011 20:44

Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 20:28 Uhr.
Seite wurde in 0,08 Sekunden mit 15 Queries generiert.
Die hier aufgeführten Warenzeichen und Markennamen sind Eigentum des jeweiligen Herstellers.
Partner: Schule macht krank | Täglich FreeSMS | Dating Chat
forenlist.de Deine moderierte Forenliste www.commvote.de
Listinus Toplisten Listinus Toplisten