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Seelische & Psychische Probleme Nur Erfahrungsaustausch - keine professionelle Hilfe!

Thema geschlossen Themen-Optionen
#11
Themenstarter Alt 28.06.2016, 14:07
   
cats50
Benutzer
AW: Mein Problem

Es ist nicht so das ich meine Mutter geliebt habe. Na ja, irgendwie schon Liebe und Hass beides.
Die Symbiose die im frühen Kleinkindalter zwischen dem Kind und der Mutter besteht die
hat sich bei meiner Mutter und mir bis zu ihrem Tod nie aufgelöst.
Irgendwann fängt das Kind an die Welt zu entdecken, entwickelt sein Ich, wird immer
unabhängiger von der Mutter. Das gab es bei mir nicht.
Meine Schwester ist 17 Jahre älter als ich. Bin quasi als Einzelkind damals schon recht alter
Eltern aufgewachsen. Die verwöhnte, kleine Prinzessin der keine Grenzen gesetzt wurden,
die außer der Liebe der Eltern alles haben konnte.
Mir wurde jeder Stein aus dem Weg geräumt, alles mühelos auf dem Silbertablett serviert.
Bin es gewöhnt das man mir alles abnimmt, mir sagt was ich zu tun und zu denken habe.
Außer für 6 1/2 Monate 1987 habe ich immer zuhause gelebt.
Natürlich gab es diesen bequemen,rundumversorgten, jahrzehntelangen Kinderstatus nicht
umsonst. Den Preis keines Widerspruchs und keiner eigenen Meinung habe ich gerne bezahlt.
Meine Mutter hat mich früh als Verbündete gegen ihren ungeliebten Ehemann auf ihre
Seite gezogen. Ihren Männerhass hat sie ungefiltert an mich weiter gegeben.
War nie verliebt, hatte nie eine Beziehung.
In der Schule Notgemeinschaften mit anderen Außenseitern die auch keiner haben wollte.
Danach kaum noch Kontakte außerhalb der Familie und keine Freunde.
Brauchte ich ja auch nicht. Ich hatte ja meine Mutter als Versorgerin,Beschützerin,Gesellschaft.
Sie hat erwartet das ich immer klein und von ihr abhängig bleibe, zu ihr aufschaue, sie anbete
und ihre Machtposition niemals in Frage stelle. Daran habe ich mich bis zu ihrem Tod vor
9 Jahren gehalten.
Abhängig zu sein ist ganz normal für mich. Erst von meiner Mutter, dann von meiner Schwester
und Nichte in Spanien, von der Tierheimleiterin, meiner ehemaligen Thera.
Erwachsen, selbstständig,eigenverantwortlich zu leben das ist nichts Erstrebenswertes für mich,
nichts was ich haben möchte. Löst nur Angst und Überforderung aus.
Ich sehne mich danach wieder in einer symbiotischen Beziehung mit einer Mama zu leben, mit
ihr zu verschmelzen, mich von ihr abhängig zu machen. Sie ganz fest zu halten um ja nicht
wieder verlassen zu werden. Ich bin mein ganzes Leben lang abhängiges Kind, hilfsbedürftig,
Opfer gewesen und möchte auch gar nichts anderes sein.
Möchte bemuttert, getröstet und gehätschelt werden.
Die neue Thera läßt sich von mir nicht manipulieren und vereinnahmen. Von ihr werde ich ganz sicher
nicht abhängig. Sehe nur keinen echten Ansatz für die neue Therapie.
Im Grunde möchte ich doch nur mein altes, rundumversorgtes Kinderleben und die Mama zurück.
Fühle mich allein überfordert und nicht lebenstauglich. Obwohl das so nicht stimmt.

cats50 ist offline
   
#12
Alt 06.12.2016, 16:03
   
KleineFee
Gast
AW: Mein Problem

Hallo liebe cats50,

es ist jetzt schon einige Zeit her, als du zum letzten Mal hier geschrieben hast. Vielleicht liest du meine Antwort ja trotzdem noch. Es ist mir ein Anliegen, dir zu schreiben. :-)

Erst einmal finde ich es bemerkenswert, wie gut du über deine Vergangenheit reflektieren kannst. Die Gabe einer gekonnten Selbstreflexion hat nicht jeder. Du allerdings schon und das finde ich sehr wichtig und gut.

Weißt du – ich habe mir alles durchgelesen, was du schreibst und ich kann dich verstehen. Du hast bisher immer in irgendwelchen Abhängigkeitsbeziehungen gelebt – sei es die Abhängigkeit von der Mutter, der Schwester, anderen Verwandten, der Therapeutin, die Abhängigkeit von Alkohol oder von Gummibärchen. Du kennst es nicht anders – diese Abhängigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch dein ganzes Leben.
Vermutlich kannst du es dir gar nicht vorstellen, wie es überhaupt wäre, unabhängig zu sein...denn du kennst es nicht. Daher erscheint es dir wohl derzeit auch nicht als erstrebenswerter Zustand.

Aber vielleicht wäre es ja doch eine gute Sache, selbstständig und unabhängig zu werden?
Ich denke, dass dir vom Kopf her sehr wohl bewusst ist, dass sich eigentlich etwas ändern sollte. Denn du wirst vermutlich niemanden mehr finden, der sich auf eine solche Abhängigkeitsbeziehung einlässt. Und selbst wenn – wie du leider selbst schmerzlich erfahren musstest, kann diese Person im schlimmsten Falle irgendwann sterben. Und dann wärst du wieder allein. All das ist dir vom Kopf her sicherlich bewusst, denn ich halte dich für einen sehr klugen und intelligenten Menschen.
Nur im Gefühl will es noch nicht so ganz ankommen. Das Gefühl will lieber das Altbekannte wieder zurückhaben und sich auf nichts Neues, Unbekanntes einlassen.

Denke doch mal nochmals über deine Vergangenheit nach. Du meinst, dass du deiner Mutter nicht widersprechen durftest und ihre Meinung quasi aufgedrückt bekamst und somit keine eigene Meinung dir bilden konntest.
Gab es trotzdem hin und wieder Momente, in denen zumindest ein Teil von dir trotzdem gerne widersprochen hätte? Gab es manchmal Meinungsverschiedenheiten und du hast dich nicht getraut, es deiner Mutter zu sagen?
Wenn du dich auf den Weg machst, eigenständig und unabhängig zu werden, dann wäre ein ganz entscheidender Vorteil, dass du dich endlich trauen könntest, zu widersprechen und deine eigene Meinung zu vertreten – ganz egal vor wem. Du könntest dein Leben selbst gestalten, eigene Entscheidungen treffen, die auf deinen Meinungen basieren.
Du könntest endlich dich selbst finden, indem dir deine eigenen Meinungen und Wünsche überhaupt erst mal richtig bewusst werden. Die ganzen Süchte (z.B. Alkoholsucht) kommen nämlich sicherlich daher, dass du irgendetwas suchst, vllt. auch irgendeine Leere füllen möchtest. „Sucht“ kommt immer von „Suche“. Suchst du vielleicht in Wirklichkeit dich Selbst? Das Selbst, das du als Kind bzw. Heranwachsende nicht richtig entwickeln konntest?
Wenn du selbstständiger wirst, gehört dazu auch, sein Selbst zu finden oder sich zumindest auf die Suche zu begeben.
Wäre das nicht vielleicht doch etwas Erstrebenswertes?

Du meinst an verschiedenen Stellen, dass du lieber wieder das kleine Kind sein möchtest, das von der Mutter umsorgt wird. Unabhängigkeit scheint für dich nichts Erstrebenswertes zu sein.
Dennoch hast du über deine Vergangenheit und die Ursachen, weshalb du jetzt so bist, wie du bist, sehr genau reflektiert. Außerdem schreibst du: „Ich habe mir die neue Thera ganz bewußt deswegen ausgesucht weil sie Grenzen setzen, sich behaupten kann, eben nicht die Ersatzmama für mich ist die mich bemuttert und tröstet.“
Dies zeigt mir ganz deutlich, dass doch ein Teil von dir eigentlich etwas ändern und endlich selbstständig werden möchte. Ist es nicht so?

Vielleicht schreibst du hier mal wieder, wie es dir so geht oder ob sich inzwischen etwas verändert hat. Es würde mich sehr interessieren.

Liebe Grüße

   
#13
Themenstarter Alt 23.12.2016, 19:18
   
cats50
Benutzer
AW: Mein Problem

Hallo Kleine Fee,

ich war lange nicht mehr hier das stimmt. Der Elan zum schreiben ist mir irgendwie abhanden gekommen.
Selbstrefexion darin war ich schon immer gut. Ich weiß genau was ich für Probleme habe und wo die her kommen.
Das allein ändert nur leider nichts.
Geliebt werden und Geborgenheit spüren ich wollte nie etwas anderes, ich will nichts anderes.
Mit einem Ersatzobjekt die glückliche Kindheit nachholen,das dadurch die Vergangenheit nachträglich gut wird,
die bedingungslose Liebe einer Ersatzmama mich heil und ganz macht.
Diesem Traum bin ich mein Leben lang hinterher gelaufen.
Funktioniert nur in der Praxis nicht.
Niemand wird sich zu meinem Sklaven machen, für mich sein Leben aufgeben und nur für die Befriedigung meiner
Wünsche und Bedürfnisse da sein.Auch wenn ich das noch so gerne hätte.
Wieder mit einer Mama in Symbiose leben. Nicht allein sein müssen.
Das meine frustrierten frühkindlichen Bedürfnisse befriedigt werden ich am liebsten rund um die Uhr bemuttert
und getröstet werden möchte ist die einzige Kontaktebene die ich mir zu anderen Menschen vorstellen kann.
Aufmerksamkeit und Zuwendung als Einbahnstraße nur für mich das funktioniert in der Therapie, in Seminaren
aber nicht im realen Leben. Niemand ist ohne Bezahlung bereit mir immer nur zu geben.
Verlassen werden ist etwas Furchtbares. Ich muß mich anpassen, darf nicht ich sein, nicht sagen was ich
denke wenn ich will das man mich mag,das ich geduldet werde.
Dazugehören dürfen, angenommen werden, wenn schon nicht geliebt doch wenigstens gemocht werden.
Das sind leider vollkommen unerfüllbare Träume.
Verantwortung ist so erdrückend, so grausam. Bedeutet schuld sein,Strafe.
Verantwortung ist eine furchtbare Bürde.
Deshalb würde ich die Verantwortung für mein Leben lieber heute als morgen wieder los werden.
Der goldene Käfig hat auch Vorteile. Man wird gefüttert,versorgt,muß sich um nichts kümmern.
Ich kann für mich sorgen. Das muß ich. Es gibt niemanden mehr der das tut.
Es ist frustrierend,ermüdend für alles selbst den Kopf hinhalten zu müssen, alles selbst tun zu müssen
statt sich passiv zurückzulehnen und zu fordern.
Früher war die Mama schuld wenn etwas schief ging, dann hatte sie es schlecht gemacht.
Heute bleibt die Schuld an mir kleben.
Wer will schon schuld sein ?
Was ich suche ? Mama's Liebe. Ich würde auch heute noch fast 10 Jahre nach ihrem Tod meine Seele
dafür verkaufen für meine Mutter richtig und genug zu sein, das sie mich liebt und stolz auf mich ist.
Selbst wenn sie noch leben würde diese bedingungslose Liebe wie sie im Idealfall eine Mutter für ihr
Kind empfinden sollte steht mir nicht mehr zu.
Ich bin betrogen worden um das einzige was wichtig ist,was zählt Liebe und Geborgenheit.
Das Loch in meiner Seele wird nie gefüllt werden, die Sehnsucht, der Hunger bleiben so lange ich lebe.
Mich ankuscheln können, ganz fest gehalten und getröstet werden, das ich möglichst nie allein sein
muß das wünsche ich mir.
Das interessiert das Leben allerdings einen Sch... dreck.
An die Einsamkeit,die Leere und die Langeweile muß ich mich gewöhnen.

LG cats

cats50 ist offline
   
#14
Alt 30.01.2017, 01:48
   
KleineFee
Gast
AW: Mein Problem

Hallo liebe cats50,

es tut mir leid, dass ich mich erst jetzt wieder melde.

Ich muss sagen, dass dein letzter Text mich sehr berührt hat. Ich kann mir vorstellen, dass es sehr schwierig und auch schmerzhaft ist, wenn man sich so lange nach Liebe und Geborgenheit gesehnt hat, diese aber leider nicht so wirklich bekommen hat.
Du meinst, du wünschst dir ein „Ersatzobjekt“, jemanden, der immer für dich da ist, der dir immer nur gibt, dem du aber nichts zurückgeben musst. Von einem Menschen, der ein solches „Ersatzobjekt“ darstellen würde, würdest du allerdings niemals echte Wertschätzung entgegengebracht bekommen. Es würde hierbei nicht um echtes Geliebt Werden oder um echte Geborgenheit gehen, sondern lediglich um die von dir beschriebene Symbiose. Wie sollte dich jemand wirklich lieben, wie sollte dir jemand echte Geborgenheit schenken können, wenn er nur dein „Sklave“ wäre, wie du es selbst nennst?
Merkst du, worauf ich hinaus möchte?
Der Wunsch nach Liebe und Geborgenheit kann nur dann erfüllt werden, wenn du zumindest einen Teil hiervon auch zurückgeben kannst. Denkst du, du könntest auch anderen Menschen Wertschätzung und Geborgenheit entgegenbringen?
Denkst du, dass du dir selbst gegenüber etwas wie Liebe oder „sich selbst gern haben“ empfinden kannst?

Aus deinem Text geht deutlich hervor, dass du Verantwortung mit Strafe bzw. mit „Schuld sein an etwas“ verbindest. Wer Verantwortung übernimmt, kann auch zur Verantwortung gezogen werden. Das stimmt natürlich schon.
Andererseits gibt es aber auch noch andere Facetten von Verantwortung. Wer Verantwortung für sein Leben übernimmt, kann dieses eigene Leben aktiv so verändern und gestalten, wie es ihm gefällt.
Du schreibst, du wärest lieber passiv und würdest lieber einen anderen Menschen dein Leben lenken lassen. Aber wäre das nicht auch sehr viel Macht, die du der anderen Person damit geben würdest? Was, wenn die Person für dich Entscheidungen treffen würde, die dich unglücklich machen oder die du nicht für gut heißt? Was würde dann passieren?
Wäre es nicht vielleicht doch eine Überlegung wert, die innere Einstellung zu überdenken und darüber nachzudenken, ob eigene Verantwortung nicht auch etwas Gutes, Sinnvolles und sogar Befreiendes sein könnte?

Vielleicht schreibst du ja mal wieder. Es würde mich freuen. :-)

Liebe Grüße

   
#15
Themenstarter Alt 30.01.2017, 09:02
   
cats50
Benutzer
AW: Mein Problem

Wie könnte ich mich jemals selbst lieben, mich annehmen ? Undenkbar. Ich bin vollständig wertlos, nicht liebenswert.
Der wichtigste Mensch in meinem Leben, meine Mutter, meine Göttin , hat das gedacht. Sie hat sich nicht geirrt.
Sie war allmächtig, allkönnend,allwissend.
Ich würde auch heute noch, fast 10 Jahre nach ihrem Tod alles dafür geben mir ihre Liebe erarbeiten,verdienen zu können.
Dazu gehören dürfen zu meiner Familie, das sie mich liebt,annimmt,stolz auf mich ist.
Für meine Mutter war ich nicht die schöne, schlanke,erfolgreiche, in allen Belangen perfekte Tochter, für meinen Vater
nicht der Sohn und Erbe für die Firma, meine Schwester und meine Nichte wollten mich auch anders haben.
Meine ehemalige Thera war der erste Mensch in meinem Leben von dem ich mich angenommen gefühlt habe so wie ich bin.
Die nichts gefordert hat und mich mit soviel Aufmerksamkeit,Zuwendung,Trost,bemuttert werden gefüttert hat wie ich brauchte.
Um liebenswert zu werden müßte ich mich auslöschen, den Menschen cats ausradieren und mich nach den Erwartungen
und Vorgaben des Außen komplett neu erfinden. Dann hätte ich vielleicht eine Chance.
So nicht. Es wird mich außer meinen Katzen niemals jemand lieben.
Ich verdiene es nicht.
Gekaufte Zuwendung, die Vorspiegelung von Liebe und Geborgenheit,etwas anderes kann ich nicht haben.
Über meine Hilflosigkeit, meine Opferrolle kann ich für kurze Zeit Ersatzmama's an mich binden.
Ich muß das an Aufmerksamkeit und Zuwendung was sie zu geben haben so schnell wie möglich bis zur Neige
aussaugen weil egal wie sehr ich versuche sie an mich zu ketten sie mich doch verlassen werden.
Allein sein müssen, das niemand da ist der mir zuhört, mich versorgt,beschützt,verwöhnt, bespasst das ist
das schlimmste was passieren kann, der Super-GAU.
Symbiose bedeutet Sicherheit, nicht allein sein müssen. Ich kann nichts fühlen, ich will nichts fühlen.
Meine Definition von Freundschaft ist das ein Freund mir sagt was ich hören will, mir zuhört, macht was ich will.
Ich habe meine ehemalige Thera und meine ehemalige Putzfrau als Freundinnen gesehen.
Dummer, peinlicher Irrtum. Sie waren beide freundlich zu mir, haben mir zugehört, weil ich sie dafür bezalt habe.
Auch für den Trost, das bemuttert werden,die Umarmungen in den Seminaren bei I. habe ich bezahlt.
Alles nur Business, eine Dienstleistung, gekaufte Zuwendung eben.
Für mich ist Verantwortung zu 100 % identisch mit Schuld. Ich will die Verantwortung für mein Leben nicht.
Die Mama soll das machen. Sie kann alles viel besser und schneller als ich.
Wenn ich geliebt werden möchte muß ich mich bemühen perfekt zu sein, ihre Erwartungen zu erfüllen.
Fehler darf ich nicht machen. Alles nur nicht schuld sein.

cats50 ist offline
   
#16
Alt 30.01.2017, 16:43
   
KleineFee
Gast
AW: Mein Problem

Hallo cats50,

vor allem eines geht aus deinem Text ganz deutlich hervor. Das Kind in dir, das früher viel zu wenig Liebe zu fühlen bekam, braucht noch heute sehr viel Trost. Mir kommt es vor, als sei eine Art Trauer oder auch Verzweiflung in dir, weil du dich auch jetzt, fast 10 Jahre nach dem Tod deiner Mutter immer noch um ihre Wertschätzung, ihren Stolz und ihre Liebe dir gegenüber sehnst.
Du idealisierst deine Mutter fast schon extrem, wenn du schreibst, sie sei allwissend, allkönnend und allmächtig. Sicherlich fühlt sich das für dich so an. Ich gehe aber stark davon aus, dass dir rein vom Verstand her durchaus klar ist, dass deine Mutter keine Göttin war, sondern einfach ein ganz normaler Mensch, durchaus auch mit Fehlern behaftet? Sie war ein normaler Mensch, dem es wohl leider nicht ganz möglich war, dir ihre Liebe zu zeigen. Dies zeigt aber auch deutlich, dass sie eben NICHT allkönnend war. Im Großen und Ganzen hört es sich für mich auch so an, als sei die Beziehung zwischen dir und deiner Mutter eher eine ungesunde Beziehung gewesen. Deinen Worten nach zufolge scheint es sich auch um eine starke Abhängigkeitsbeziehung gehandelt zu haben bzw. immer noch zu handeln, denn du scheinst den Wert deiner eigenen Person von der Meinung deiner Mutter abhängig zu machen und meinst als Folge hieraus, wertlos zu sein.
Doch wer sagt, dass deine Mutter allein über deinen Wert bestimmen kann oder darf?
Du schreibst „Für meine Mutter war ich nicht die schöne, schlanke,erfolgreiche, in allen Belangen perfekte Tochter“. Und das stimmt vermutlich auch, denn kein einziger Mensch auf der ganzen Welt ist perfekt. „Perfekt sein“ gibt es nicht!
Könnte es vielleicht sein, dass deine Eltern Ansprüche an dich gestellt haben, die schlicht und ergreifend unrealistisch und damit auch unerreichbar, vielleicht sogar ein bisschen unfair waren?

Du meinst an anderer Stelle folgendes: „Meine ehemalige Thera war der erste Mensch in meinem Leben von dem ich mich angenommen gefühlt habe so wie ich bin.“ Zunächst einmal ist dies eine gute Sache. Jedoch hat es mich zum Nachdenken gebracht und vielleicht kann ich somit auch dich zum Nachdenken anregen. In einem deiner vorherigen Beiträge meintest du, dass du niemals die Chance hattest, dein eigenes „Ich“ zu entwickeln. Wenn die Thera dich so angenommen hat, wie du bist, dann hat sie aber doch dein „Ich“ angenommen, sehe ich das richtig? Dann gibt es dieses „Ich“ in irgendeiner Form eben doch schon. Daher meine Frage an dich: Was zeichnet dich aus? Wer bist du? Welche Meinungen vertrittst du? Welche Wünsche hattest du als Kind/Jugendliche, die du vielleicht damals nicht nennen durftest?
Vermutlich würdest du auf die Frage, was jetzt im Moment dein Wunsch ist mit „wieder mit einer Ersatzmama verschmelzen“ antworten, liege ich richtig?
Aber welche geheimen Wünsche, welche Träume waren da, als du gerade dein „Ich“ entwickeln wolltest, aber nicht konntest?

Noch ein Punkt, auf den ich gerne eingehen würde, ist folgende Aussage deinerseits: „Ich muß das an Aufmerksamkeit und Zuwendung was sie zu geben haben so schnell wie möglich bis zur Neige aussaugen weil egal wie sehr ich versuche sie an mich zu ketten sie mich doch verlassen werden.“
Du bist ein Mensch, der sehr gut über sich selbst und über Situationen reflektieren kann. Daher meine Frage an dich - weshalb denkst du, wirst du verlassen? Vermutlich, WEIL du so sehr klammerst und die Menschen quasi „aussaugst“, denkst du nicht? Die Menschen müssen sich leider auch selbst schützen und können eine solche Art der Beziehung (zumindest dauerhaft) nicht aushalten. Dies führt dann natürlich dazu, immer wieder alleine da zu stehen.
Wäre es daher nicht vielleicht doch eine Alternative, über eine andere Art der zwischenmenschlichen Beziehung/Bindung nachzudenken? Ein gegenseitiges Geben und Nehmen kann zu dauerhaften zwischenmenschlichen Beziehung führen, was im Umkehrschluss bedeuten würde, nicht mehr allein zu sein - und zwar dauerhaft. Ist es nicht genau das, was du dir wünschst?
Weshalb fällt es dir so schwer zu geben? Weshalb konntest du (zumindest bisher) nur nehmen? Und mit Geben und Nehmen meine ich keine bezahlte Zuwendung und auch kein „sich selbst für Zuwendung aufgeben“. Ich meine damit ein „füreinander da sein“. Wäre es so schrecklich, wenn auch du für andere da wärst? Wenn auch du für Freunde ein offenes Ohr hättest und nicht nur sie für dich?

Zum Schluss noch eine Frage.
Du meinst, Verantwortung wäre für dich zu 100 Prozent identisch mit „schuld sein“.
Warum denkst du so? Warst du oft an etwas schuld? Falls ja, an was?

Ich hoffe, ich habe dich mit meinem langen Text und den relativ vielen Fragen nicht zu sehr „erschlagen“. Vielleicht konnte ich dich zum Nachdenken anregen. Vielleicht konnte ich dem Kind in dir auf der einen Seite zeigen, dass ich seine Suche nach Trost sehr gut verstehen kann, auf der anderen Seite die Erwachsene in dir aber auch zum Überdenken der Situation anregen.

Ich wünsche dir liebe Grüße

   
#17
Themenstarter Alt 01.02.2017, 15:28
   
cats50
Benutzer
AW: Mein Problem

Teil 1:
Nachdem heute Morgen ein ellenlanger Text von mir ins Nirwana verschwunden ist versuche ich es jetzt in Etappen.
Ungesunde Beziehung trifft es, ja. Unsere Störungen haben wie ein Zahnrad ineinander gegriffen.
Sie die Narzisstin die sich auf meine Kosten erhöhen konnte. Ich die abhängige Persönlichkeitsstörung die bildlich
gesprochen zu ihren Füßen saß und anbetend zu ihr aufgeschaut hat.
Meinen Vater, Männer überhaupt hat sie als Feindbild aufgebaut. Er war der Störenfried, in unserer engen Symbiose
überflüssig, lästig. Er hatte kein Interesse an seinen Kindern. Eine enge Beziehung zu ihm hätte meine Mutter auch
nicht zugelassen. Sie wollte mich für sich allein.
Sie hatte keine Freunde, ich auch nicht. Für mich war sie meine Welt, ich brauchte nicht mehr.
Umgekehrt war es nicht ganz so.
Darauf das sie mir das Recht zu leben, die Daseinsberechtigung erteilt warte ich heute noch 10 Jahre nach ihrem Tod.
Meine Mutter hat eine Doppelbotschaft ausgesandt. Vorgegeben die perfekte Tochter zu wollen.
Damit von mir enttäuscht zu sein konnte sie mir ein schlechtes Gewissen machen.
Als Supertochter hätte ich ja ihre narzisstische Grandiosität bedroht, sie eventuell von ihrem Thron stoßen können.
Warum es wirklich ging war das sie einen Sündenbock gebraucht hat auf den sie ihre eigene Schwäche projizieren
und im anderen ablehnen und verachten konnte. Dafür war ich genau richtig.
Warum sie wirklich ein zweites Kind, mich, bekommen hat das sie nicht wollte wüßte ich schon gern.
Der Druck meines Vaters den Sohn und Erben für die Firma zu wollen allein war es sicher nicht.
Damit das sie bei meiner Geburt beinah gestorben wäre konnte sie dann nachher ihn unter Druck setzen.

cats50 ist offline
   
#18
Themenstarter Alt 01.02.2017, 15:40
   
cats50
Benutzer
AW: Mein Problem

Teil 2:

Im Bezug auf meine ehemalige Thera habe ich einen ganz gravierenden Denkfehler gemacht. Zu glauben das sie meine
Gefühle erwidert mich gern hat war maßlose Überschätzung meiner eigenen Wichtigkeit.
Hmm, ja. Gewisse Neigungen zum Narzissmus stecken leider auch in mir.
Helfersyndrom hat in erster Linie damit zu tun völlig im helfen wollen aufzugehen wenn überhaupt höchstens am Rande
mit der hilfsbedürftigen Person. In diesem Falle mir.
Meine Ex-Thera hat in mir etwas gesehen was ich nicht bin. Sie ist sehr naiv, blendet aus das niemand nur gut ist.
Jeder, die meisten wenigstens, haben gute Anteile aber nicht nur.
Ich habe keine Ahnung wer ich bin oder was ich will. Mehr als geliebt werden,in Geborgenheit baden, die ideale, warmherzige,
liebevolle Mama finden die mich glücklich mach habe ich nie gewollt. Will ich nicht.
Eine eigene Meinung das war nicht erwünscht. Mein Vater hat jeden Widerspruch gnadenlos niedergebrüllt.
Klar ich denke mir mein Teil aber ich spreche es nicht aus. Meinen Standpunkt vertreten, diskutieren das habe ich nie gelernt.

cats50 ist offline
   
#19
Themenstarter Alt 01.02.2017, 15:56
   
cats50
Benutzer
AW: Mein Problem

Teil 3:

Wie viele Kinder wollte ich Sängerin,Tänzerin,Tierpflegerin werden. Später war mein Traum nur noch geliebt werden.
Meine Bedürftigkeit ist so groß das ich nichts zu geben habe. Geben würde mir die paar Krümel an Aufmerksamkeit
und Zuwendung auch noch wegnehmen. Die Hoffnung das der andere dann verpflichtet ist mir entsprechend etwas
zurück zu geben erfüllt sich nämlich nicht. So bin ich erzogen worden aber das ist nicht die Realität.
Ich gebe, manipuliere um eine Zuwendungsgeberin an mich zu binden, damit ich ihr gefalle, es ihr recht mache, sie
mich weiter mit Aufmerksamkeit füttert und mich nicht verlässt.
Um meiner selbst willen bleibt niemand bei mir, mag mich niemand. Dafür muß ich etwas tun. Mit Anbetung,idealisieren,
auf den Sockel stellen, kopieren bezahlen. Alles kostet seinen Preis. Es wird einem nichts gerne und nichts umsonst gegeben.
Die Rechnung, der Zahltag kommt immer.
Ich ertrage es nicht allein sein zu müssen. Brauche ständig Aufmerksamkeit und Zuwendung um mich gut und sicher zu fühlen.
Liebe,Geborgenheit,Nähe,Wärme,Aufmerksamkeit,Zuwen dung das sind extreme Mangelgüter.
Es gibt nicht genug, man wird nicht satt, kommt immer zu kurz. Um die paar Krümel die abfallen kämpfen viele, viele andere
die genauso gierig, genauso hungrig sind wie ich und auch um jeden Preis geliebt werden wollen.
Die Schwachen, die sich nicht skrupellos nehmen was sie haben wollen, sich nicht in den Vordergrund drängen, nicht unfair kämpfen
die gehen leer aus, die bekommen gar nichts.
Deshalb muß ich mich an jede klammern die nett zu mir ist weil es vielleicht für lange Zeit die letzte Chance sein kann gefüttert
zu werden.

cats50 ist offline
   
#20
Themenstarter Alt 01.02.2017, 16:03
   
cats50
Benutzer
AW: Mein Problem

Teil 4:

Ich muß mich bemühen perfekt zu sein, darf keine Fehler machen wenn ich geliebt werden möchte.
Fehler müssen vertuscht werden wenn ich nicht abgelehnt und ausgelacht werden will.
Verantwortung, ich erkläre es dir an einem Beispiel.
Seit ich klein war sind wir eigentlich immer Sonntags essen gegangen. Irgendwann schloss der
familiengeführte Gasthof in einem Nachbardorf wo wir über viele, viele Jahre hin sind.
Das war der Anfang vom Drama. Nichts mehr mit der gewohnten Hausmannskost für meinen Vater.
Wenn meine Schwester oder ich im Erwachsenenalter Vorschläge gemacht haben wo man hin essen
gehen könnte und es hat da nicht geschmeckt war der Tag versaut und der der den Vorschlag
gemacht hatte bekam die Schuld zugeschoben und bittere Vorwürfe zu hören.
Das ist nur ein Beispiel. Verantwortung ist für mich immer identisch mit Schuld und Strafe.
Und das will ich natürlich freiwillig nicht haben.

cats50 ist offline
   
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