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#1
Alt 18.11.2016, 21:56
   
Unregistriert
Gast
Angst, Sorge und Stress - emotionaler Balast, aber kein Gesprächspartner

Hallo liebes Forum,

das ist mein erster Beitrag in einem Forum. Ich habe es aufgesucht, weil ich nicht weiß, mit wem ich meine Gedanken teilen kann. Ich habe einen intakten Freundeskreis, eine feste Partnerschaft und eine große Familie, die sich meistens gut versteht und unterstützt, die aber eine schwierige Gesprächskultur hat in schwierigen Situationen.

In meinem Freundeskreis weiß ich nicht wen ich damit belasten kann. Ich würde es meinem Partner erzählen, aber ich glaube, dass er es nicht hören will, weil er nicht weiß wie er mir helfen soll. In Teilen erzähle ich es und merke da schon, es ist ihm zu viel. Er sagt dann immer, dass er nicht weiß, was er dazu sagen soll, oder er dreht sich einfach um, schnaubt und geht (klassisches harmloses Beispiel: eine kurze Anspielung auf gerne-2-3kg abnehmen-wollen) oder er schweigt. Ich könnte es meiner Schwester erzählen, aber sie ist auch betroffen und irgendwie wird mir das zu nah. Im Moment jedenfalls. Ich glaube es fällt mir leichter, es einfach mal in ein anonymes Forum zu schreiben und mir Antworten durchzulesen. Möglicherweise kommen auch keine, das wäre auch in Ordnung.

Zu meinem Problem bzw. meine seelische Situation (ich bemühe mich, ein bisschen Systematik in den Text zu kriegen)
Ich merke seit ein paar Wochen, dass ich mich am Rande meiner emotional-seelischen Belastungsgrenze aufhalte. Ich suche grundsätzlich Harmonie im Kontakt mit anderen Menschen, man könnte sagen, dass ich nicht besonders gut mit Konflikten umgehen kann. Dazu bin ich sehr sensibel. Das äußert sich zum Beispiel darin, dass mir die persönliche Situation von anderen Menschen und Tieren sehr nahe gehen. Ich kann mich nicht gut abgrenzen, dabei wäre das vermutlich dringend notwendig.

Bei der Arbeit führt das dazu, dass mir Kritik sehr nahe geht. Ich kann schlecht nein sagen. In den letzten Jahren hat mir v. a. mein Freund da sehr geholfen. Er ist eher das Gegenteil und hat mir den Rücken gestärkt. Im Moment ist eine Phase in meiner Berufstätigkeit, in der ich einen neuen Aufgabenbereich übernommen habe. Ich bin ab Januar kein Trainee mehr, sondern habe eigene Themenbereiche. Die Kollegin, die ihn vorher bearbeitet hat, ist ein schwieriger Typ. Mit ihr haben 90% der Belegschaft Probleme, da sie eine zentrale Schnittstelle bearbeitet, zu der alle Kontakt haben und der Teamwork erfordert, sie sich aber jeder Teamarbeit völlig verweigert und sich abschottet – die Unternehmenskommunikation. Als sich herausstellte, dass der Bereich von ihr zu mir – dem Newbee, für den sie in der Traineezeit ausbildend mitverantwortlich war – wandern wird (initiiert von der Geschäftsführung), bin ich zwischen die Fronten geraten, obwohl ich sozusagen nur die Schachfigur war, die eingesetzt wurde. Sie redet nicht mehr mit mir (Grüßen geht noch) und mir graut es davor im nächsten Jahr eng mit ihr in Abstimmung zu stehen. Das wird passieren und ich habe noch keinen Weg gefunden, mit diesem Verhalten umzugehen. Ich bleibe freundlich, wie es meine Art ist. Die Erwartung, bald im Kreuzfeuer zu stehen, von ihr blockiert zu werden und in einer absolut anstrengenden Schnittstelle ihr Verhalten aushalten zu müssen, stresst mich bereits jetzt emotional. Vielleicht mache ich eine Fortbildung zum Thema Konflikte, in der Hoffnung auf Hilfestellungen.

Zum Glück sind die anderen Kollegen nett und ich habe zu den allermeisten ein sehr gutes Verhältnis. Dennoch – die kommende Verantwortung und der Druck, der auf meinen Schultern lasten wird, belasten mich.

Der Rat „nimm es dir nicht zu Herzen“ „Du leistest sehr gute Arbeit und das klappt schon“ beruhigt mich leider nicht wirklich. Ich kann die Situation und die Herausforderungen nicht abschätzen, auch wenn es mir grundsätzlich Spaß macht. Insgesamt ist Stress hier wohl das Schlüsselwort.

Am Montag war ich bei einer neuen Frauenärztin, zu der ich wohl nie wieder gehen werde. Sie war fachlich gut, denke ich, jedoch nicht besonders einfühlsam, was letztlich dazu geführt hat, dass ich irgendwann weinend vor ihr saß. Grund: Sie erfragte die Krankheitsgeschichte meiner Familie, nachdem sie mich ziemlich harsch belehrt hatte dies und jenes nicht zu tun, und kam natürlich irgendwann zu den beiden Krebserkrankungen meiner Mutter. Brustkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Den Brustkrebs hatte sie vor ca. 4 Jahren. Es war schon damals nicht leicht, aber es ging vorbei, die Familie atmete auf. Dann kam im Mai – wie alle Hiobsbotschaften in meinem Leben – die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs übers Telefon. Das hat mich ordentlich geschockt. Mit so etwas rechnet ja niemand. Darauf folgte die übliche Krebslitanei, die alle Angehörigen und selbstverständlich die Patienten stark belasten: Warten auf Befunde, kann operiert werden?, die OP, Der Verlauf, Wie geht es weiter? Die Chemotherapie und danach natürlich wieder Nachuntersuchungen. Und immer die Angst, es könnte nicht gut gehen. Die Angst vor Tod. Die Angst selbst zu erkranken. Dazu kommt, dass die Gesprächskultur in meiner Familie nicht besonders ausgeprägt ist. Ich habe eine seit Jahren ausgeprägte Abneigung gegen private Telefonate (wegen der Hiobsbotschaften, die ich erwarte. Das ist natürlich in 99% aller Fälle Quatsch.). Dazu geht mir alles sehr nah. Und ich kann mit niemandem darüber reden. Mein Partner steht mir zu Seite, aber er redet nicht mir darüber. Genauso wenig wie ein Freund/Freundin – da habe ich auch Hemmungen zu weinen. Und ohne Weinen kriege ich das nicht erzählt. Alles in allem, ist es ziemlich krampfig und anstrengend in mir drin.

Die Angst, jemand könnte krank werden oder ich könnte krank werden, belastet mich wahnsinnig. Im Moment habe ich vergrößerte Lymphknoten im Hals. Das ist wahrscheinlich nur eine Erkältung gepaart mit diesem Stress, aber ich habe es seit mehreren Wochen. Ich war auch schon beim Arzt, der fand es auch komisch und lässt nun ein großes Blutbild machen. Vermutlich bin ich einfach ein riesiger Hypochonder, getrieben von meiner Angst. Nur wie soll ich damit umgehen? Ich wünschte, ich könnte gelassener damit umgehen. Verstärkt wurde das alles noch durch den plötzlichen Tod des Mannes meiner Cousine, der die ganze Familie sehr mitgenommen hat.

Man liest es bereits: Ich kann meine Gefühlswelt und meine Ängste nicht strukturiert wiedergeben. Ich hoffe, ihr kommt trotzdem einigermaßen durch.

Wenn ich es kurz zusammenfassen müsste, würde ich meine größten Stresstreiber im Moment als Angst vor Verlust, Angst vor einer schlimmen Krankheit, Stress durch emotionale Konflikte mit anderen ohne einen Lösungsweg zu sehen und Stress aus allem zusammen, weil ich nicht weiß, wie ich loslassen und entspannen kann. Ich wünsche mir, den Stress loszulassen und einen Weg zu finden, stärker zu werden, nicht mehr so abhängig von meiner Harmoniesucht zu sein, zuversichtlich der Gesundheit gegenüber zu stehen, mir nicht so viele Sorgen zu machen und ich wünsche mir auch, dass ich mit meinem Partner darüber reden kann und dass er auch mit mir über diese schwierigen Themen reden kann.

Ich danke Euch dafür, dass Ihr das hier gelesen habt.

Liebe Grüße und alles Gute für Euch und Eure Lieben

   
#2
Alt 21.11.2016, 12:22
   
Patrick
AW: Angst, Sorge und Stress - emotionaler Balast, aber kein Gesprächspartner

Hallo Gast,

zuerst möchte ich dich hier im Forum herzlich begrüßen.
Ja, so wie sich dein Text liest hast Du einige Baustellen in deinem Leben.
Die kleinste davon, so nehme ich an wird deine neue Aufgabe sein.
Wie deinen Zeilen zu entnehmen ist, konntest Du Vorgehensweise dieser Dame eine ganze Zeit studieren und genau dies ist dein Vorteil.
Sehe es wie ein Schachspiel, Du kannst immer einen Zug schneller sein als deine "Kollegin".
Vor was fürchtest Du dich??
Gehe positiv an diese deine neue Herausforderung, gehe diesen Weg so, das Du dich jederzeit wiederfinden kannst, nur dann wirst Du auch die nötige Zeit finden in den passenden Situationen auch die Ruhe zu nehmen, ohne das Du dir Druck aufbauen musst.

Deine andere Baustelle in deinem Leben ist die Basis einer Freundschaft, einer Partnerschaft zu finden!
Ein Partner sollte auch ansprechbar für weniger schöne Themen sein, er sollte wissen das allein schon das zuhören eine positive
Signalwirkung vermitteln kann.
Was verstehst Du / Er unter einer Partnerschaft?
Was verstehst Du / was verstehen deine "Freunde" unter einer Freundschaft?
Zu deinem Beispiel 2 bis 3 Kilo abnehmen, würde ich dir gerne den Vorschlag unterbreiten, in ein Fitnesscenter zu gehen, viele bieten auch gleichzeitig eine Ernährungsberatung mit an. Unter deren Anleitung man sogar Spaß und Lust auf eine Fortsetzung entwickeln kann.
Was spricht dagegen?
Deine Wohlfühlthemen erfüllen noch einen anderen Effekt, dieses kann auch zu einer Selbstsicherheit werden.
Ein gesundes Selbstvertrauen mindert viele Ängste.
Du wirst sehen, dieses Thema anzugehen lohnt sich für dich auf jeder Ebene.

Deine emotionale Seite betreffend einem "Krankheitsbild" ist ein etwas anderes Thema.
Hier bleibt dir "nur" an regelmäßige Untersuchungen teil zu nehmen und versuchen den "Stress" nicht an dich ran zu lassen.
Versuche unnötige Diskussionen aus dem Wege zu gehen und habe Vertrauen in dich, in deine Person.

Gerne stehe ich dir für weiteren Gedankenaustausch zu Verfügung.


Liebe Grüße - Patrick


Das andere Teil deiner Geschichte
__________________
Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

Patrick ist offline
   
#3
Alt 20.03.2017, 11:17
   
Anna
Neuer Benutzer
AW: Angst, Sorge und Stress - emotionaler Balast, aber kein Gesprächspartner

Hi,

also herzlich wilkommen hier (obwohl ich auch ganz neu bin, aber ich finde es schön, wenn man sich austauschen kann bei Problemen).

Also zu deiner doofen Kollegin: ja das kann sehr nerven. Menschen, die nicht teamfähig sind machen das ganze Arbeitsklima kaputt und ich bin da auch so, dass mich das immer sehr beschäftigt.
Aber ich sehe das als Stärke, nicht Schwäche. Die anderen sollten sich eher ein Stück davon abschneiden, dass du so harmoniebedürftig bist. Mitmenschen wie du halten die Welt zusammen. Also kritisier dich nicht dafür; Sensibilität ist ein großer Vorteil.
Und das ist grade das, was meinstens teamunfähigen Menschen fehlt. Sie stellen sich über andere und bestehen auf Autorität.
Aber: lass sie wütend sein! Lass sie arrogant sein, lass sie überall anecken. Das ist völlig ok und wird nicht negativ auf dich zurückfallen! Deine Chefs stehen ja hinter der Entscheidung der Übergabe und deine Kollegen haben ja sowieso Probleme mit ihr. Also kannst du eigentlich nicht viel falsch machen.
Und wenn sie ausfallend werden sollte oder einfach nur unangenehm: sprich sie direkt drauf an. Frag sie einfach: "Warum sind sie denn jetzt so unfreundlich?". Dann ist sie in Zugzwang und muss sich erstmal was einfallen lassen.

Und zu deinen Ängsten: natürlich sind die viel zu groß, das hat du ja auch selbst schon gemerkt.
Allerdings kann ich es natürlich auch verstehen, wenn du schon ein paar mal Schlucken musstest bei dem Krebs deiner Mutter. Das ist nicht leicht und kann auch leider nicht leicht sein.
aber natürlich bedeutet das nicht, dass du auch krank bist. Solche Gedanken sollten auch in deinem Kopf nicht dominieren.
Mein Freund ist auch so und es hilft dann eben doch immer ganz gut, wenn ich ihm regelmäßig sage, dass alles ok ist. Kein Mensch ist perfekt und wir haben alle unsere kleinen Macken, wo wir mal mehr Aufmerksamkeit brauchen als normal.
Ich kenne deinen Freund (Mann?) nicht, aber wenn du sagt er hat meistens keine Antwort, dann weiß er wohl einfach nicht, was er machen soll. Daher mein Tipp: auch wenn es erstmal komisch ist, er braucht ein Kochrezept, was er dir sagen soll bei solchen Sachen. Also sag es ihm! Erklär ihm, was du dann schön fändest von ihm zu hören und gib ihm am besten gleich ein ausführliches Beispiel. Er wird wahrscheinlich sogar dankbar sein für die Gebrauchsanweisung und es dann auch ehrlich und auf seine Art machen.

Ansonsten würde ich gerne mal fragen, ob du religiös bist. Musst du natürlich nicht beantworten, aber daraus ergeben sich manchmal auch hilfreiche Dinge...

Und noch ganz allgemein: akzeptier dich ruhig so, wie du bist! Sensibilität ist kein Nachteil, sondern eine großartige Fähigkeit!

Anna ist offline
   
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