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Sexualität - Fragen und Probleme Sexualität birgt auch viele Fragen. Schreibt hier wenn ihr dazu Fragen, Probleme oder Ideen habt. Alles respektive der Forenregeln, vorausgesetzt.

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#1
Alt 27.05.2018, 22:59
   
Meoljjeongi
Neuer Benutzer
Ich bin Koreaner, schwul und habe homophobe Eltern

Erstmal hallo an alle.


Ich habe eigentlich gar keine konkrete Frage sondern bin einfach nur mit meiner insgesamten Situation sehr verwirrt, weil mein Leben nicht so ist, wie es sein sollte, und ich das auch so nicht will.


Ich weiß, der Text ist lange aber BITTE BITTE lest ihn bis zum Ende durch weil ich brauche echt Hilfe!!


Ich erstmal, ich bin Koreaner, zurzeit 18, bin aber hier aufgewachsen. Meine Eltern sind mit mir hergekommen als ich 4 Jahre alt war und ich bin auch sofort hier in den Kindergarten gegangen und spreche fließend und akzentfrei Deutsch (und auch Koreanisch). Eigentlich würde ich sagen, ich bin gut integriert worden und so weiter, aber meine Familie (also meine Eltern) nicht so wirklich.


Sie sprechen zwar Deutsch, aber besonders meine Mutter ist sehr unsicher und geht auch nicht so gerne raus weil sie sich in der Sprache nicht so sicher fühlt. Früher als ich klein war musste ich immer mitkommen, wenn sie einkaufen gegangen ist oder so und musste immer mit den Verkäufern sprechen, weil sie sich nicht getraut hat.


Ich wohne in Wiesbaden und dort gibt es sehr viele Koreaner. Meine Eltern haben sehr viel Wert darauf gelegt, dass ich den Bezug zu Korea nicht verliere und deshalb haben sie dafür gesorgt, dass ich immer mit vielen Koreanern zusammen bin und auch viele koreanische Freunde habe.


Viele Deutsche die ich treffe finden es nicht so gut, dass wir uns "abschotten" aber das tun wir eigentlich gar nicht so wirklich. Sie finden die Leute sollen unter Deutschen sein und das ist ja auch richtig, aber ich denke alle von uns jüngeren Leuten sind sehr gut integriert und wir gehören auch nicht zur sozialen Unterschicht, machen alle relativ gute Abschlüsse und ich kenne eigentlich niemanden, der nicht studiert.


Ich möchte und will gerne weiter Zeit mit meinen koreanischen Freunden (die auch alle bei uns in den Straßen wohnen) verbringen aber immer wenn ich es tue höre ich von meinen Deutschen Freunden in der Schule (ich mach im Jahr nach dem Sommerferien Abi) dass wir eine Parallelgesellschaft sind und sie hacken schon ziemlich auf uns rum und sind teilweise echt gemein.


Also richtig hart gemobbt werden wir jetzt nicht, aber meine zwei besten Freunde (die auch bei mir im Jahrgang sind) sind halt auch Koreaner und sie lachen halt über uns, beleidigen uns mit diesem Parallelgesellschaftsdings und beschimpfen uns unter anderem als schwul.


Nun ja das Problem ist, ich BIN schwul. Ich weiß das eigentlich schon seit ich 13 bin, aber ich habe mich noch nicht geoutet. Sagen wir's so, wenn die mit Sprüchen kommen wei alle Asiaten sind schwul/sehen schwul aus kann ich da jetzt nicht gerade widersprechen oder so. Ich sag dann einfach nichts und finde sowas auch ersthaft total kindisch, aber ich und meine Freunde sind jetzt nicht gerade die beliebtesten in unserem Jahrgang.


Das Problem ist jetzt, dass ich die ganze Zeit versucht habe, "nicht schwul" zu sein und halt einfach zu versuchen, nicht an Jungs zu denken usw. weil ich dachte, ich kann auch eine Beziehung mit einem Mädchen führen (hab ich auch einmal, aber das war einfach keine Liebe, sie war auch die Tochter von Freunden von meinen Eltern und das war eher so um meine Eltern zu überzeugen, dass ich NICHT schwul bin, weil ich Angst hatte, dass sie was ahnen) aber das funktioniert einfach nicht.


Richtig akzeptiert dass ich nichts dagegen machen kann (und aufegeben es zu versuchen) habe ich erst vor ca. einem Jahr, als ich mich das erste Mal so richtig in einen Typen verliebt habe.


Davor hatte ich schon so Crushes auf Leute aber nicht so sehr. Der Junge in den ich verliebt bin ist 16 und wohnt praktisch 2 Häuser weiter. Wir kennen uns schon seit unserer Kindheit und er geht auch bei mir auf die Schule.

Ich weiß, dass er auch schwul ist weil er hat sich geoutet auch bei seinen Eltern und eigentlich weiß es die ganze Straße, das ganze Viertel JEDER. Auch meine Eltern. Und das ist praktisch ihr Alptraum. Das mit mir das passiert, was mit ihm passiert ist und das es jeder weiß, wenn ich schwul bin.


Seine Eltern fanden das aber irgendwie oka und nicht schlimm und sie erlauben ihm auch irgendwie fast alles, also er darf sich die Klamotten kaufen die er will und Kosmetikprodukte (halt von seinem Geld) aber sie schränken ihn da nicht ein während ich genau weiß, dass meine Mutter mit nur "anständige" Klamotten und "normale" Sachen kaufen würde.
Ich wünsche mir so sehr, seine Eltern zu haben, dann wäre mein Leben viel einfacher. Jedenfalls kennen wir uns ja wiegesagt schon seit wir klein sind und wir haben uns auch oft verabredet und das war für meine Eltern auch immer okay BIS rauskam, dass er schwul ist.


Ab da war die komplette Familie abartig und ich sollte mich von ihnen fernhalten. Ich hab das natürlich nicht gemacht, weil ich auch die Freundschaft aufrechterhalten wollte und so weiter (damals war ich noch nicht in ihn verliebt/habe es verleugnet) und habe mich weiter mit ihm getroffen. Wir haben uns auch bei ihm zuhause verabredet und seine Eltern wissen, dass wir uns treffen, sagen es aber nicht weiter, weil sie meine Eltern gut kennen (wiegesagt, wir sind befreundet seit wir klein sind) und wissen, wie die drauf sind.


Irgendwann habe ich dann aber angefangen, mehr für ihn zu empfinden als Freundschaft und konnte das dann auch nicht mehr verleugnen und dann war ich so richtig verliebt und hab Tag und Nacht nur an ihn gedacht und wollte mich ständig mit ihm treffen und war so ein bisschen verrückt, also das war jedenfalls sehr komisch. Gleichzeitig habe ich mir versucht einzureden, dass er ja gar nicht so toll ist, und das ich nicht verliebt bin, aber die "Anzeichen" waren zu stark also habe ich es dann vor mir selbst zugegeben.


Irgendwann waren wir dann bei ihm zuhause und wir hatten Zeit und ich saß dann halt mit ihm auf seinem Bett und wir haben richtig lange geredet und ich hab ihm dann irgendwann gesagt, dass ich ihn mag. Er hat mich dann geküsst und dann waren wir zusammen.


Als ich an dem Abend nachhause bin war ich komplett verwirrt und habe bereut, dass ich ihn geküsst habe weil das ja "dreckig" bei zwei Männern ist und ich hätte am liebsten die Zeit zurückgedreht und nochmal besser darüber nachgedacht, bevor ich es tue.


Das hat sich dann aber in den nächsten Wochen gelegt und ich hab es akzeptiert und wir haben uns oft getroffen, ich hab auch bei ihm übernachtet und ich war eigentlich sehr glücklich weil er ist der beste Mensch den ich kenne und ich liebe ihn echt sehr. Er ist halt eigentlich viel mutiger als ich weil er sich geoutet hat und auch dazu steht während ich immer noch die ganze Zeit aufpasse, dass niemand von unserer Beziehung weiß.


Seine Eltern haben es natürlich mitgekriegt, weil ich halt ständig bei ihm zuhause bin aber sie sagen auch nichts weiter weil meine Eltern dann komplett ausrasten würden. Ich würde am liebsten bei ihnen einziehen, weil eigentlich ist das schon mehr wie meine Familie als meine richtige Familie.


Ich komme mit meiner richtigen Familie nämlich nicht mehr so gut klar. Es stört mich, dass sie so eine homophobe Einstellung haben und dass sie ständig auf meinen Schulnoten rumhacken (obwohl die eigentlich inordnung sind ich hab einen 1,9 Schnitt) und auch genrell einfach mega altmodisch sind. Wir streiten ständig und ich gehe immer erst abends nachhause und verbringe den Nachmittag bei meinem Freund wo wir auch lernen und Hausaufgaben machen und einfach die Zeit zu verbringen anstatt das ich zu meiner Familie gehe die die ganze Zeit nur mit mir streiten.


Ich hab irgendwann mal so einen Flyer bei einer Veranstaltung mitgenommen darüber, wie man am besten sein Coming out bei seinen Eltern macht. Im Nachhinein war das echt dumm weil dieser blöde Flyer ändert ja nicht das Mindset von meinen Eltern. Ich hatte den Flyer halt irgendwo in einer Schublade liegen und meine Mutter hat ihn beim Aufräumen gefunden während ich bei meinem Freund war.


Als ich nachhause kam war sie stocksauer und hat mich angeschrien und ich habe den ganzen restlichen Abend damit zugebracht, sie zu überzeugen, dass ich NICHT schwul bin und dass mir der Flyer zugesteckt wurde.
Sie hat mir dann auch irgendwann geglaubt, aber seit dem ist sie noch mehr auf der Hut und versucht ständig sicherzugehen, dass ich nicht schwul bin.


Das war in der Situation eine Notlösung, aber jetzt weiß ich halt nicht wie ich JEMALS ein Comingout bei meinen Eltern machen soll. Nochdazu müsste ich ihnen ja dann sagen, dass ich mit meinem Freund zusammen bin (der für die das absolute Negativbeispiel von Sohn ist). Sie sagen ständig Sachen über ihn sowas wie "Hoffentlich wirst du nie wie XX" "Schau dir nur an wie er rumläuft, schämen sich seine Eltern nicht" "Wir sind so froh, dass wir dich als Sohn haben und nicht IHN" etc.


Das kann ich sogar zum Teil verstehen was mich zu einer anderen Sache bringt, die mich stört. Das ist die Sache mit dem femininen Zeug. Es wird ja immer so stereotypisch gesagt, dass Schwule so viele weiblich Züge haben und sich so tussenhaft aufführen und blah blah und manche leute sind auch so und das finde ich ncith schlimm. Was mich stört ist, dass viele die Schwul sind Sachen sagen wie "aber ich stehe nur auf maskuline Männer" und leute die hetero sind sagen "Ich hab icht gegen schwule aber wenn die sich so weiblich aufführen kommt mir das Kotzen" (das hat einer in meinem Mathe GK wörtlich so gesagt)


Mein Freund ist halt bezüglich sowas manchmal realtiv down (weil er ist eigentlich ein sehr lieber sensibler Mensch) und er ist jetzt nicht gerade der maskulinste aber er ist ja auch noch jung. Außerdem mag ich das. Sowas wird auch oft abgewertet, wenn man sowas mag. Ich stehe nicht auf Mädchen, aber ich bevorzuge halt schon etwas weiblichere Männer gegenüber von diesen supermännlichen Macho typen, sowas ist zwar auch schon und gut aber halt nicht mein Stil.


Und bitte denkt jetzt nicht mein Freund sieht tagtäglich aus wie eine Dragqueen oder sowas das ist es nicht. Ich weiß jetzt nicht ob ihr Exo kennt aber ich und mein Freund sind beide Exo-Ls (also Exo fans) und er tut halt manchmal deren Makeup so nachschminken und so, ist relativ zierlich und klein von der Figur her und hat große Augen und er färbt sich auch ziemlich oft die Haare (auch manchmal in pink). Aber er sieht jetzt nicht aus wie eine Frau oder so. Nur etwa so auf dem Level von Luhan aus Exo, einfach ein wenig femininer aber jetzt nicht Dragqueen level (und ich hab auch nichts gegen drag queens ich finde das eigentlich cool wenn leute sowas machen)


Was ich damit sagen will ich eigentlich nur, dass er niemand ist, den ich meinen Eltern zeigen kann weil er halt der "typisch schwul aussehende Schwule" ist. (ich würd ja gerne ein bild einfügen, dann wüsstet ihr was ich meine, aber dann wird er vielleicht von Leuten die wir kennen erkannt und das wäre SEHR schlecht weil niemand von unserer Beziehung weiß außer seinen Eltern)


Ich weiß ganz genau dass meine Eltern mich komplett kontrollieren würden, jeden Schritt den ich tue und überprüfen mit wem ich mich treffe, wenn ich mit oute damit ich mich ja nicht mit Schwulen/Jungs treffe, was ich jetzt noch darf, da ich sie irgendwie noch im Glauben halten kann, dass ich hetero bin. Deswegen kann ich mich auch noch heimlich mit meinem Freund treffen.


Was soll ich also tun? Bitte helft mir. Ich kann nämlich eigentlich niemanden Fragen, was ich tun soll, weil dann kommen die wieder mit "eurer schwulenfeindlichen Parallelgesellschaft, wenn ihr richtig integriert wärt, wäre alles besser"


Ich will mich outen, aber ich weiß dass meine Eltern damit niemals einverstanden sein werden. Wisst ihr, wie ich es machen könnte? Ich würde ja eigentlich zu meinem Freund in die Familie ziehen, aber mit denen darf ich halt offiziell nichts zu tun haben.Außerdem kann ich nicht einfach so ausziehen, das würden meine Eltern natürlich auch nicht erlauben.


Bitte helft mir, ich brauche wirklich euren Rat, ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Meoljjeongi ist offline
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#2
Alt 03.06.2018, 08:57
   
Patrick
AW: Ich bin Koreaner, schwul und habe homophobe Eltern

Hallo Meoljjeongi,

zuerst möchte ich dich hier im Forum herzlich Willkommen heißen.

Zu deiner momentane Situation kommend, kann ich dir mit folgenden Gedanken eine eventuelle Hilfestellung geben:
Korrigiere mich bitte, sollte ich etwas falsch wiedergeben.
Deine Mutter, deine Eltern sind in einem Lande aufgewachsen in dem es strenge Ansichten, eines Leben gab oder teilweise immer noch vorhanden ist.
Du aber bist in der sogenannten "freie Welt" aufgewachsen.
Natürlich versuchen Eltern ihre Tradition unverändert an ihre Kinder weiter zu geben
Hier gehört unter anderem auch das "heile Familienbild" das Wunschbild nach irgend einer überlieferter Tradition dazu.
Hier passt deine Situation die Liebe zu Gleichgeschlechter überhaupt nicht in dieses Bild.
Du hast immer mehrere Möglichkeiten deine "Liebe" auszuleben.
Die eine wäre diese heimlich zu leben, die andere ist dies wenn man es möchte und auch kann, diese offen zu leben.

Ihr seit alle noch sehr jung an Jahren.
Da werden Dinge, Themen gerade heraus angesprochen.
Viele Menschen erkennen sich in den jeweiligen "Themen" wieder, erschrecken dann und hoffen das die anderen in diesen Sprüchen diese eine Person nicht erkennen.
Ängste, zu haben, nicht erkannt zu werden ist nicht die Erfolgsmedizin.

Deine Eltern kennen dich, sie ahnen zumindest deinen Zwiespalt in dem Du steckst.
Genau dieses Bild das Du eventuell nicht in dieses Wunschbild einer heilen Familie passt, erschreckt sie und dich gleichsam.
Deine Frage, wie Du dies deine Eltern beibringen kannst, ist nicht so einfach zu klären.
Eine Möglichkeit hast Du bereits vertan, bei dem finden dieses Flyers hättest Du die Situation mit deiner Mutter klären und / oder erklären können.
Natürlich wäre sie erst einmal einige Tage auf Abstand gegangen. Nur, sie ist genau die Person die dir bei deinem Vater eine bestimmte Hilfestellung bieten kann.
Eine Mutter steht im Normalfall, gerade wenn es hart wird, immer zu ihren Kindern.

Also, Du hast Zeit, Du kannst immer wieder dieses Thema bei deiner Mutter ansprechen.

Hoffe ich konnte dir etwas behilflich sein.

Gerne stehe ich dir zu einem weiteren Gedankenaustausch zu Verfügung.


Liebe Grüße - Patrick
__________________
Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

Patrick ist offline
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