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#1
Alt 01.07.2018, 22:13
   
Unregistriert
Gast
Wolke Ein Leben zwischen Krebs, Freiheit und Orientierungslosigkeit

Hallo!

Ich möchte mir meine Probleme einmal von der Seele geredet oder geschrieben haben, ganz anonym, deswegen
habe ich diesen Thread eröffnet.
Meinen Namen möchte ich nicht nennen. Aber zu mir: Ich bin 19 Jahre alt, weiblich und habe im März mein Abitur absolviert. Wenn ich mein Leben im Kurzen zusammenfassen müsste, würde und werde ich damit beginnen, dass sich meine Eltern sehr früh getrennt haben und ich mit einem Geschwisterteil mit meiner Mutter zu unserem Opa gezogen bin. Es war immer ein Hin und Her. Meine Mutter wollte mich bzw. uns bei sich haben und mein Vater wollte uns ebenfalls bei sich haben. Nichtsdestotrotz würde ich meine Kindheit als "erfolgreich" bezeichnen, es gab einige Dinge, die nicht schön waren, aber die nun mal passiert sind. Und das Leben muss weitergehen. Mit 10 Jahren wurde ich vom besten Freund meines Bruders missbraucht, einmalig, und des Öfteren schikaniert und verletzt. Ich habe als Kind niemandem davon erzählt, ich wollte weder, dass meine Mutter sich Sorgen macht, noch, dass mein Bruder seinen besten Freund verliert. Er ist mit diesem Kerl auch heute noch befreundet und er ist auch heute noch stets ein Teil meines Lebens. Auch damit komme ich zurecht. Erneut wurde ich im Gymnasium von einem Mitschüler missbraucht und auch heute werfen mir sehr viele Männer Blicke zu, die sind einfach nicht mehr schön. Sexualität ist für mich nichts Privates mehr, ich habe schon des Öfteren darüber nachgedacht, meinen Körper für Geld zu verkaufen.
Ansonsten verlief mein Leben recht unspektakulär, doch vor 3 Jahren wurde bei meiner Mutter Krebs festgestellt. So weit fortgeschritten, dass sie seither unter einer Querschnittslähmung leidet. Die erste Zeit war nicht schön, sie kam zu uns nach Hause und von heute auf Morgen hieß es "So, du bist jetzt die Mutter." Unschöne Geschichten, ich musste meiner Mutter beim Aus- und Anziehen helfen, ihr den Ar*** abwischen, Wäsche waschen, kochen lernen - eben all das. Und gleichzeitig musste ich zur Schule gehen. Es ist einfach nicht möglich, Leistungen in der Schule zu erbringen und zu Hause diese enorme psychische und physische Belastung zu tragen. Also hab ich mich durch meine Schulzeit beschissen und ein 1er Abi bekommen. Ich hatte Freunde in der Schule, beste Freunde, doch aufgrund des Stress zu Hause und des innerlichen Stress bin ich irgendwann explodiert, konnte meine Wut nicht mehr zurückhalten und habe diese Freunde verloren.

Long Story short: Ich habe mein Abitur und jetzt sitze ich zu Hause, muss meine Mutter pflegen, habe gleichzeitig diese Ungewissheit in mir, wie lange sie überhaupt noch zu leben hat, muss mich um den Haushalt kümmern und habe keine Freunde. Es ist nicht so, als würde ich Probleme haben, Freunde zu finden, aber es ist so, dass ich niemanden finde, mit dem ich mich auch nur ansatzweise identifizieren könnte. Es macht mich einfach so wütend, Leute in meinem Alter zu sehen, die solche Probleme nicht haben. Vor ihnen muss ich eine heile Welt spielen, oft erwähne ich die Erkrankung meiner Mutter auch nicht. Und die meisten Menschen sind einfach so dämlich. Die Menschen, mit denen ich schöne, tiefgründige Gespräche führen kann, sind entweder jenseits der 30 oder wohnen am anderen Ende Deutschlands. Ich war mal bei einer Fluglotsenprüfung und da habe ich zum ERSTEN Mal Leute kennengelernt, mit denen ich mich verstehe, mit denen ich geistig auf einem Niveau liege. Aber zu diesen Menschen habe ich kaum noch Kontakt, nach der Prüfung hat jeder sein Leben weitergelebt.
Mein Vater ist Firmenchef, ich habe einen Autoführerschein, ein nicht zu verachtendes Auto und ein Motorrad. Menschen, die mich nicht kennen, ja, selbst Menschen, die ich als Freunde bezeichnet habe, werfen mir oft vor, mir würde doch alles in den Ars** geschoben werden. Tatsächlich ist es so, dass mein Vater uns seither seine Liebe durch Geschenke ausgedrückt hat und ich dennoch zu wenig Geld habe, da ich von meinem eigenen Geld alle Haushaltseinkäufe tätigen muss. Deswegen "arbeite" ich nebenher, biete meine Unterwäsche im Internet an und veröffentliche aufreizende Bilder.
Es fühlt sich einfach alles so falsch an. Ich habe einen Freund, der mir intellektuell in keiner Weise das Wasser reichen kann, der mich unterfordert und langweilt und dennoch komme ich von diesem Menschen nicht los. Einfach aus dem Grund, dass mein Vater Häuser besitzt, die in einem so grässlichen Zustand sind und auch unser eigenes Haus, in welchem ich mit meiner Mutter lebe, echt nicht unbedingt vorherzeigbar aussieht, sodass ich mich schämen würde, sie einem anderen Mann vorzustellen. Oberflächlichkeit bestimmt nun mal das Leben der Menschen. Ich bin nicht oberflächlich, aber ich habe mir Lästereien im Freundes- und Bekanntenkreis oder in der Schule oft genug angehört, um zu wissen, was ich wem mitteile und was ich für mich behalte.

Also sitze ich hier, verkaufe gezwungenermaßen meine Unterwäsche, gehe einkaufen, wasche Wäsche, koche, putze, kümmere mich um meine Mutter, habe einen Freund, der mir tägliches Kopfzerbrechen bereitet und keine Freunde, mit denen ich etwas unternehmen kann, da ich niemandem zeigen kann, wie ich mich wirklich fühle. Ich war auch mal bei einem Psychotherapeuten, doch ich habe eine so felsenfeste Fassade, die niemals zeigen würde, was dahinter steckt. Zusätzlich ist mir mein Bruder auch keine Hilfe, da er sich zukifft und bei jeder Aufgabe direkt einen halben Anfall bekommt. Ich vermute, dass der Schmerz in ihm noch viel stärker verankert ist als in mir.
Ich weiß nicht, was ich beruflich machen soll und will, da ich mehr oder weniger zu Hause festgebunden bin und mein Vater unbedingt möchte, dass ich in seinem Unternehmen einsteige. Und zusätzlich ist mein Kopf so sehr gefüllt mit Ideen, Gedanken, Fantasien, Problemen und dem Wunsch nach Freiheit; die Tage, an denen ich nichts zu tun und Zeit zum Nachdenken habe, schmerzen sehr.

Liebe Grüße und danke für's Lesen!

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#2
Alt 06.07.2018, 04:17
   
Patrick
AW: Ein Leben zwischen Krebs, Freiheit und Orientierungslosigkeit

Hallo Gast,

herzlich Willkommen hier im Forum.
Du bist 19 Jahre alt und hast ein Recht dein Leben "frei" gestallten zu können.
Das Thema "Mutter und ihr Krankheitsbild" ist nicht ganz einfach zu lösen.
Normalerweise solltest Du einerseits für die Pflege deiner Mutter Unterstützung in Form einer Pflegekraft erhalten und anderer seits solltet Du / ihr eine finanzieller Unterstützung betreffend "Medikamenten" und den Ausgleich für deinen perönlichen Pflegedienst beantragen.
Versuche Gespräche mit der zusrändigen Krankenkasse zu führen.
Die finanzielle Thematik, solltest Du eventuell bei dem zustädigen Sozialamt besprechen. Deiner Mutter steht eine finanzielle Hilfeleistung (Existenzminimum) zu.

Menschen kann man "nur" ansehen.
Was sie denken, was sie fühlen, aus welchem Grunde heraus sie sich so geben, wie sie sich zeigen, kann mehrere Ursachen haben und kann nur von den Personen selbst beantwortet werden.
Echte Freunde zu finden ist nicht immer so einfach und schon gar nicht selbstverständlich.
Da spielen viele Faktoren eine Rolle um "Gefühle" einer wahren Freundschaft leben und erleben zu dürfen.
Genau so verhält es sich auch mit deinem Freund!
Was bindet dich an ihn?
Wie sind deine realen Gefühle in dieser "Beziehung"?
Was spricht dein Herz?


Über weitere Post würde ich mich freuen.



Liebe Grüße - Patrick
__________________
Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

Patrick ist gerade online
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