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  • Also ich wollte mich einmal vollkommen auslassen, über alles, was in meinem Kopf so vorgeht.
    Ich möchte mich aber erst vorstellen: Meine Freunde nennen mich Tom, ich bin 17 Jahre alt und Asiate.
    Ich lebe mit einer Neuropathie, die mir mein Leben schon recht gut aus den Fugen geworfen hat. Es begann alles vor ungefähr 7 Jahren, als ich noch in der Grundschule war, 4. Klasse. Ich habe mir beim Fußball spielen das Schienbein gebrochen und durchlief die ganze Prozedur mit dem Gips, Gipsabnahme, etc. Einige Tage nach der Gipsabnahme kam mein damaliger bester Freund zu Besuch und dank meiner kindlichen Naivität dachte ich, dass man nach der Gipsabnahme gleich danach wieder laufen kann/darf. Falsch gedacht. Mein Fuß wurde dick und hat angefangen sich im Laufe der Monate zu verformen. Die Ärztin bei der ich mich 1 Jahr lang behandeln lassen habe, hat aber niemals herausbekommen, dass mein Fuß gebrochen war. Als meine Familie und ich dann aber stutzig wurden, sind wir zur Charite gegangen. Dort hat sich herausgestellt, dass ich ein ganzes Jahr lang mit einem gebrochenem Fuß herumgelaufen bin und dadurch ein Großteil des Mittelfußknochens abgestorben war. Diagnose: Entweder OP oder es könnte schlimme Folgen geben.
    Meine erste OP war sehr schmerzvoll für mich, aber noch lange nicht so schmerzhaft wie es für andere wäre, "dank" meiner Neuropathie, die mich den Schmerz nicht so stark wie anderen empfinden lässt.
    Bis dato habe ich schon 9 OP's hinter mir, drei an meinem linken Fuß/Hüfte (von dem ich gerade geschrieben habe), zwei an meinem linken Knie und vier an meinem rechten Fuß/Hüfte. Die letzte OP ist jetzt auch schon zwei Jahre her.
    Eines meiner größten Probleme ist, dass ich keinen Sport mehr machen darf. Noch ist nicht sicher, ob es nur vorübergehend ist oder sogar für immer, aber das spielt nichts zur Sache, denn ich musste meine größte Leidenschaft, den Sport, aufgeben. Bis heute habe ich noch Probleme mit meinen Füßen, oder meinem Knie, ab und zu auch mit meiner Hüfte. Meine Füßen tun manchmal einfach so sehr stark weh und meine Hüfte tut auch sehr stark weh, da ich schief stehe und damit mein Rücken nicht mehr gerade ist. Zudem kommt noch hinzu, dass ich vor einem Jahr an einer Depression litt, da ich mir Vorwürfe gemacht habe, dass ich der Grund dafür bin, dass meine Eltern so hart arbeiten müssen, damit ich ein besseres Leben habe, weil meins zu dem Zeitpunkt ja nicht grad das Beste war, dass ich der Grund bin, wieso sie sich andauernd streiten und immer einen grimmigen oder traurigen Blick haben. Ich hatte zu der Zeit sehr oft Selbstmordgedanken. Es gibt aber zwei Dinge, die mich davon abgehalten haben diese Gedanken in die Tat umzusetzen, einmal meine beste Freundin, die für mich wie eine Schwester ist und meine Familie, da ich genau wusste, dass wenn ich jetzt Selbstmord begehe, dann werden nicht nur sie traurig sein, sondern alle, die mich kannten und mit mir befreundet waren. Aber noch heute keimt in mir manchmal dieses Gefühl auf und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
    Ich stehe momentan einfach unter zu viel Stress, um einen klaren Kopf zu fassen und alles zu klären, damit dieses Gefühl verschwindet, aber deswegen schreibe ich hier ins Forum. Ich möchte nämlich nicht meine beste Freundin oder meine Familie hiermit belasten und da mein Abitur bald ansteht, ich Wohnungen verwalten muss, für meine Eltern, und nebenbei auch noch gesundheitliche Probleme habe, finde ich meistens keine Zeit um so einen Text zu schreiben. Außer heute.
    Im Vergleich zu anderen Kindern oder Personen auf dieser Welt erscheint mein Problem nicht so groß, aber deswegen belaste ich meine liebsten Personen nicht damit. Mein Problem erscheint für mich momentan einfach nur grausam für mich, da ich dadurch schon im jungen Alter (so jung zwar auch nicht, aber für eine normale Person schon) mit viel Schmerz konfrontiert wurde und meine Nächte meistens damit verbrachte im Bett zu liegen und eine Packung Taschentücher nach der anderen zu verbrauchen, da ich die ganze Zeit geweint habe. Ich wusste einfach nicht mehr wohin mit meinem Leben und auch noch heute passiert mir das ab und zu, dass ich einfach abends mich ausheule, da ich mich nie aussprechen kann, bzw. will.


    Deswegen schreib ich wie schon vorher erwähnt in dieses Forum und hoffe, dass ich hier Ansprechpartner finde.



    Grüße,


    Tom

  • Hallo Tom,


    es ist schön das Du dich mit deiner Geschichte, mit den gemachten Erfahrungen in deinen jungen Jahren hier an uns wendest.


    Zuerst einmal sind Gedanken des Selbstmordes keine Lösung, es ist einfach nur ein weglaufen eine Art von Flucht um sich nicht mit den bevorstehenden Aufgaben zu befassen.
    Die Gesundheit ist das teuerste und mit das Wichtigste das eine Person besitzt.
    Gerade aus diesem Grunde solltest Du deine Gedankenwelt NEU ordnen so zusagen eine NEUE Prio-Liste erstellen.
    Überlege einmal welches Thema absolut das wichtigste in deinem Leben ist!
    Alles andere solltest Du hinten anstellen.
    Klar, ist es schön, egal aus welchen Gründen auch immer den Eltern behilflich sein zu können, zu wollen oder zu dürfen. Nur zum einen lasse dich nicht von den Launen deiner Eltern haftbar machen bzw. für die mommentan herrschende Stimmung zum Verantwortlichen abstempeln. Deine Eltern sollten in der Lage sein, mit ihren Gedanken, mit ihren Gefühlen, mit ihrem Handeln selbst Verantwortung zu übernehmen.
    Nur Streß ist kein Ratgeber um klare Gedanken zu fassen.
    Mit dieser Art der Betäubung schiebst Du die Lösung einfach nur vor dir her.
    Die Folgen sind größer eventuell Schmerzhafter und nur oder auch gar nicht mehr reperabel.
    Du schreibst: Du betreibst gerne Sport, musstest diesen aber aufgeben.
    Könntest Du dir vorstellen auch in kleinen Schritten a dein Ziel zukommen?
    Was möchtest Du?
    Was ist dein größter Wunsch?


    Freue mich auf deine Antworten und stehe dir auch gerne weiterhin zu Verfügung.



    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

  • Vielen Dank für die Antwort!


    Ich habe nicht mit so einer schnellen Antwort gerechnet und deswegen tut es mir sehr leid, dass ich jetzt erst antworte.
    Ich werde eine Prio-Liste erstellen und mal schauen, was dabei herauskommt. Vielen Dank für den Vorschlag!
    Und ja, ich könnte es mir vorstellen, aber momentan kann ich dies jedoch noch nicht in die Tat umsetzen, aber hoffentlich bald.
    Ich danke (dir?), dass du mir zugehört hast und mir Rat gegeben hast, obwohl ich ja eine komplett fremde Person für dich bin.
    Ich werde mir merken, was du mir geschrieben und werde dir wahrscheinlich noch Jahre für die Worte danken.



    Vielen Dank.



    Grüße,


    Tom

  • Hallo Tom,


    kein Problem.
    Ich hoffe ich konnte dir etwas behilflich sein.
    Für weitere Fragen, Posts stehe ich dir sehr gerne zu Verfügung.


    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)