Meine höchstpersönliche Trennungsmisere

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  • Hallo,


    ich habe lange überlegt ob ich mein Problem überhaupt irgendwo öffentlich breit trete, weil ich nicht der Typ bin der diesen Weg des Lösungsansatzes verfolgt. Mir liegt mehr der Weg aus eigener Kraft nach klarem Überdenken der Gegebenheiten. Leider bin ich nun das erste Mal in meinem Leben an dem Punkt angelangt an dem mir dieses Gewicht meine Kraft und Anstrengung übersteigt. Ich fange am Besten von vorne an, werde aber raffen, weil ich eine sehr lange Geschichte erzählen muss.


    Als ich 17 Jahre alt war, es war das Jahr 2004, da traf ich den Entschluss in meinem Freundes- und Bekanntenkreis ein Mädchen näher kennenzulernen. Sie hieß Franziska und hegt ziemlich viele Probleme mit sich. Leider bin und war ich nie niemand der durch Äußerlichkeiten beeindrucken kann. Ich kann durch körperliche Merkmale oder Auftreten nicht bei Frauen punkten. Das liegt mir nicht, genauso wie verstellen oder schauspielern. Man merkt mir schnell so ziemlich alles an. Ebenso fällt es mir schwer überhaupt auf einer Wellenlänge mit anderen Personen zu gelangen, ob das nun bei Hobbies, Musikgeschmack oder grundsätzlichen Antworten auf die verschiedenen Ansichten des Lebens, etc. pp, betrifft . Ich habe nur meinen Verstand und meine, vielleicht naive, Art und Ansicht für mich und mein Umfeld Richtiges zu tun. Demzufolge bin ich als Mensch schon so gepolt der sogenannte "Good Guy" zu sein, was mir an sich auch nicht widerstrebt, aber dennoch irgendwie bei Beziehungsgeschichten im Wege steht. Nun ja, jedenfalls verliebte ich mich und habe über zwei Jahre gebraucht, die ursprüngliche Freundschaft zu vertiefen. Franziska trug ziemlich schwierige Probleme mit sich herum. Sie verkraftete den Tod ihres Vaters als sie 14 war nicht richtig, hatte Depressionen, jugendliche Sauf- und Partyexzesse und ihre schulischen Leistungen waren auch nicht besonders gut. Dabei war sie nicht einmal Unwillens, sondern besaß eben einfach eine gewisse Lernschwäche. Zusätzlich machten ihr noch gesundheitliche Probleme zu schaffen. Sie besaß Krampfadern, die es ihr unmöglich machten länger zu stehen. Dennoch entsprach sie rein von den Äußerlichkeiten her einem Schönheitsideal und war mit sportlich gut beschrieben. Ich hingegen fiel da eher drunter, trug aber zu der Zeit ebenso eine Menge eigener Probleme mit mir herum. Ich habe einen Zwillingsbruder und gemeinsam wuchsen wir bei unserer alleinerziehenden Mutter auf, die Alkoholikerin ist. Mehr möchte ich dazu nicht wirklich sagen, außer das diese Konstellation dazu führte das wir lernten als Team zusammenzuarbeiten. Als wir 19 Jahre alt waren zogen wir aus, teilten uns eine Wohnung als WG und kämpften zusammen.


    Da war ich 19 Jahre und im selben Alter war der Punkt erreicht als Franziska meinem Werben nach gab. Ich bekam zunächst einen Korb, weil sie eben auch erst die Äußerlichkeiten sah. Doch ich denke, weil ich trotz ihres Neins, was mich damals sehr verletzte, nichts änderte entschied sie sich um. Wir blieben Freunde und ich versuchte in ihrem Leben, welches durch Probleme gekennzeichnet war ihr ein fester Anker zu sein. Sie brach ihre Lehre ab, war finanziell total abgebrannt, mit einem Hauptschulabschluss und keinen Kenntnissen verdammt dazu ewig schlecht bezahlten Jobs hinterher zu rennen. Bei mir lief es zwar auch nicht besser, obgleich ich einen Realschulabschluss erlangte und auch eine Lehre als Großhandelskaufmann erfolgreich beendete. Dennoch reichte es nicht um übernommen oder gar fest eingestellt zu werden. Ab dem Punkt, es war Silvester von 2006 auf 2007 kamen wir uns sehr nahe. Wir waren bei Freunden und ich brachte sie, wie jedes Mal wenn ich mit ihr unterwegs war nach Hause. Dabei lag mein Zuhause immer in der anderen Richtung. Irgendwie wollte sie aber an dem Tag noch nicht Heim und so saßen wir irgendwann im Treppenhaus zur Wohnung ihrer Eltern und küssten uns irgendwann. Ich weiß nicht mehr wie lange wir genau saßen, aber als sie dann letztendlich zu ihrer Tür hinein ging, da war es 7Uhr in der Frühe, folglich waren es schon gut 4 bis 5 Stunden.


    Ab diesem Punkt verlief unser Leben trotz aller Schwierigkeiten zusammen. Wir haben uns gut getan und alles geteilt. Ich habe ihr geholfen das sie ihren Führerschein für PKW finanzieren konnte. Es dauerte zwar, aber sie zahlte jegliche Schulden zurück. Ich ermutigte sie, irgendwann kam sie auch völlig alleine von ihrer düsteren Gothic-Phase heraus und hat dann einfach ihr Zimmer von Schwarz auf hellorange malern lassen. Dunkle Kreuze, schwarze Vorhänge, der ganze Mainstreammist dieses Genres verschwand und sie entschied sich für Licht und Schmetterlinge als Deko. Ihre Ängste und ihre Faszination für den Tod schwand und sie sprach nicht mehr davon. Ich wusste ab diesem Punkt, dass sie es ist mit der ich alt werden will. Vielleicht war sie nicht die hellste Kerze auf der Torte, aber ich habe damals zwischen zwei Intelligenzarten unterschieden. Die mangelnde Intelligenz aus Fähigkeit ist etwas anderes und hat nichts mit emotionaler Intelligenz zu tun. Diese emotionale Intelligenz besaß sie aber und die liebte ich an ihr. Hier liegt rückwirkend betrachtet der Irrtum in meinem Plan zum Glück.


    Wir ließen uns lange Zeit, nahmen uns die Zeit. Dementsprechend dauerte es bis wir zusammenzogen, weil wir es als besser erachteten das jeder von uns einen Rückzugsort besaß. Nach 8 Jahren Beziehung beschlossen wir dies dann zu versuchen und es tat uns gut. Sie gab meinem Verstand eine Form, meinem Leben eine Ordnung und ich hatte Sinn. Und auch wenn wir verschieden waren und unsere Interessen weit auseinander gingen. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass wir privat einen guten Weg begehen. Beruflich lief es leider für uns beide nicht sehr gut. Es reichte nie für irgendwas länger. Mittlerweile habe ich zwei Ausbildungsberufe gelernt, etliche Maßnahmen, den Zivildienst hinter mir und kann einen Beruf auf Grund einer Hauterkrankung nicht mehr ausüben. Gerade lasse ich mich mit 31 Jahren wieder umschulen. Vorher habe ich aber auch nie den Fuß irgendwo rein bekommen. Entweder konnte ich es nicht mehr oder meine Arbeitsverhältnisse waren nur befristet oder gar über den modernen Sklavenhandel, der Zeitarbeit. Bei ihr sah es ähnlich aus. ABMs, Gelegenheitsjobs, nebenbei, das Hobby der Musik, sie war Sängerin und arbeitete mit einem Kumpel zusammen, für Festbeschallung, Auftritte etc...


    Aber das wir kein Geld besaßen, dass war uns egal, bis jetzt. Nun kommt die eigentliche Geschichte ins Rollen. Ich denke das ganze Unglück begann damit, dass ich durch meine Schwierigkeiten irgendwann meine Unabhängigkeit verlor. Aus meinem Auto wurde irgendwann unser neues Auto, weil ich es nicht mehr durch den TÜV brachte und ein neues Gebrauchtes anschaffen musste, mir aber das Geld fehlte, ich es aber brauche um zur Umschulung in den 40km entfernten Ort zu fahren. Also hielt sie mich aus. Wir teilten, wie vorher schon, obgleich wir die Finanzen für jeden immer getrennt hielten. Dann machte mir meine Gesundheit Probleme. Sie wiederum bekam Depressionen von der ewigen Mühle und den asozialen Methoden des Arbeitsamtes, die sie auf Biegen und Brechen in irgendwelche Ausbeuterarbeitsverhältnisse vermitteln wollten. Da sie ohnehin schon immer ein Problem mit Autoritäten besaß war die Folge ein absoluter Burnout und psychologische Hilfe als Lösungsansatz. Natürlich war das hart, aber ich dachte unsere Liebe übersteht das.


    Sie bekam für Anfang März 2018 eine Kur in Bad Zwesten, das liegt bei Kassel bewilligt. Mitte Februar erbte sie zudem eine größere Menge Geld von ihrer Großmutter. Und das ist die Konstellation, die mir das Genick brach. Ich brachte sie eine Woche vor meinem Geburtstag, dem 7 März persönlich zur Kur. Ich bin eine sehr große Strecke gefahren, über 300km, hin und zurück das Doppelte. Ich wünschte ihr Alles Gute, sie sollte sich erholen und ich war guter Dinge. Von Zuhause aus kümmerte ich mich um ihre Angelegenheiten, rief sie in regelmäßigen Abständen an und wir schrieben SMS. In den 5 Wochen die sie nicht da war, besuchte ich sie auch, brachte ihre Mutter mit, wir waren schön essen und ich holte sie auch ab. Mir fiel es sehr schwer so lange von ihr getrennt zu sein, aber ich wusste ich würde sie wieder sehen.

  • Der 3. April 2018 rückte näher, der Tag an dem ich sie abholte. Ich werde dieses Datum nie vergessen, weil es der schlimmste Tag meines Lebens werden sollte. Ich freute mich, doch irgendwie war unsere Begrüßung seltsam. Sie verweigerte mir den Kuss, meinte sie wäre nicht in der Stimmung. Ich dachte zunächst, dass sie vielleicht traurig wäre diesen Ort, den sie als schön befand und an dem sie so viel Spaß hatte, verlassen zu müssen. Also beschloss ich, dass ich es nicht so ernst zunehmen habe und sie vielleicht Zeit benötigte. Wir fuhren Heim, 300 lange Kilometer. Doch Daheim angekommen wurde es nicht besser. Sie schien nicht bei der Sache und spielte etwas vor. Dann als sie in den Waschkeller ging und sie ihre Sachen unbeobachtet ließ, konnte ich nicht anders und suchte. Ich fand Ausdrucke über Wohnungsangebote. Zuerst dachte ich sie seien für ihre Mutter, da sie auch mit dem Gedanken spielte den Wohnort zu wechseln. Allerdings passte zu der Theorie die Quadratmetergröße nicht. Die Wohnungen waren viel zu groß für jemanden mit Minimalrenteneinkommen. Ebenso hatten wir ja unsere Wohnung und wir bezogen zu den Zeitpunkt beide Arbeitslosengeld. Als sie wieder oben in unserer Wohnung war stellte ich sie zur Rede und dann gestand sie mir, dass sie in ihrer Kur einen anderen kennenlernte und sich unsterblich verliebte. Ich hielt es zunächst für einen schlechten Scherz, der 1. April war erst 2 Tage her, doch es war Ernst, es war Realität. Als sie mehr darüber erzählte fühlte ich mich wie auf RTL bei Verdachtsfälle. Ich habe diese Sendung immer als unrealistischen Quatsch abgelehnt, ich irrte. Es war so. Sie ist 32, lernte dort einen 42-jährigen Kerl kennen, der aus erster Ehe zwei Kinder mitbrachte. Er war reich, besaß angeblich mehrere Cafés und richtete Wohnungen ein. Er war angeblich auch wegen Burnout zur Kur und sie kamen sich in den 5 Wochen wohl sehr nahe. Sie zeigte mir SMS von ihm, in dem die letzte, schnulzige Scheiße drin stand, so richtig plump. Aber sie glaubte es. Mich traf der Schlag, ich wusste nicht was ich tun sollte. Mir stieß die Person zu der ich die engste Bindung in meinem Leben aufgebaut hatte ein Messer ins Herz. Ich bin niemand der weint, aber an diesem Tag konnte ich nicht anders und hatte den extremsten Heulkrampf den ich jemals hatte. Mich hat kein anderes Ereignis in meinen 31 Lebensjahren so sehr mitgenommen wie dies.


    Ich lief fort. Mir fiel niemand ein zu dem ich gehen konnte. Ich konnte nicht denken, alles war in Scherben, ich begriff nicht, nahm es nicht wahr. Dann fiel mir doch jemand ein, mein Bruder. Ich ging zu ihm, erklärte ihm was passiert war und dann bewahrheitete sich die Weisheit, das Blut dicker als Wasser ist. Er zögerte nicht, ich musste nicht um Hilfe bitten oder fragen. Er sagte von sich aus, dass ich zu ihm ziehen kann. An dem Tag musste er noch auf Nachtschicht, ich weiß es noch. Wir fuhren mit dem Auto zu einem Möbelgeschäft. Ich war finanziell ja abgebrannt. Er bezahlte, meinte auch ich muss nichts wiedergutmachen, ich kann bei ihm kostenfrei leben. Dann ging ich zurück zu ihr, es war mittlerweile 20 Uhr, ich war seit über 18 Stunden auf. Dann klärte ich die Bedingungen. Sie erließ mir meine Schulden bei ihr, erließ mir meine Schulden, ich nahm das Auto, den Fernseher und die Spielekonsole, sowie meine Klamotten und meine Ordner Unterlagen und packte am gleichen Tag noch alles zusammen. Am nächsten Tag führte ich einen Blitzkrieg von Umzug durch und mein Leben hatte sich binnen eines Tages komplett verändert. War ich vorher noch voller Vorfreude, blieb ich doch jetzt voller Trauer.


    Mittlerweile ist einige Zeit vergangen, aber ich kann diesen Tag nicht vergessen. Der Kerl ist mittlerweile in meine Stadt gezogen und lebt jetzt mit ihr in unserer gemeinsamen Wohnung. Es fühlt sich nicht an als ob es 4 Monate her ist. Ich mache meine Umschulung weiter, finanziell lebe ich auf die Kosten meines Bruders und das fühlt sich schlecht an. Aber er will es so. Er lässt daran keinen Zweifel, auch wenn es nicht in seinem Interesse sein kann. Ebenso habe ich viel nachgedacht. Es fällt mir schwer mich abzulenken, weil meine Gedanken schmerzhafte Kreise ziehen. Ich frage mich immer wo mein Fehler lag. Mir will es nicht in den Sinn, wie es sein kann, dass 5 Wochen über 11 Jahre ausmerzen können. Ich kann menschlich nicht verstehen wie sie alles vergessen kann was ich für sie getan habe. Stets habe ich in ihrem Interesse gehandelt, nur ihr Bestes gewollt und es half ihr auch. Aber die Dinge sind anders. Ich bin kein Alpha, kann nicht durch Schönheit und Äußerlichkeit punkten, habe kein Geld und meine Gesundheit ist auch nicht gut. Das sind oberflächliche Dinge, die wissenschaftlich begründet viel Ansatz geben das Geschehene zu erklären. Ich kann es dennoch nicht verstehen, ich war der Gute und ich habe verloren, während ein moralisch fraglicher Jäger erfolgreich war. Ich könnte nie mit einer Frau etwas anfangen, die vergeben wäre. Ich würde sagen, dass sie ihre Dinge vorher regeln soll. Ich bin auch enttäuscht, es ist ein Unterschied ob man verlassen oder ersetzt wird. Wenn jemand einem gesteht, dass er nicht mehr liebt, dann ist dies aufrichtiger als das. Sie hat nie das getan zudem ich riet, ich war der Einzige bei dem sie den Mut hatte Nein zu sagen. Ich bin mir auch sicher, dass wenn ich sie nicht zur Rede gestellt hätte, sie irgend wann klangheimlich verschwunden wäre. Ich weiß es nicht, aber es ist irrelevant, weil es nicht so passierte. Mich schmerzt der Gedanke dennoch. Wie kann es sein, dass sie so blind ist? Wie kann es sein das sie so leichtfertig alles zerstört? Ich habe immer mein Bestes gegeben, war ehrlich, auch wenn ich weiß das ich voller Fehler bin. Ich habe meine Fehler eingestanden, die Wichtigkeit der kleinen Dinge erkannt und ihre Fehler toleriert und als Dank habe ich nun alles verloren. Letztendlich befinde ich mich auch in einem Zwiespalt. Ein Teil in mir möchte sie zurück und mich macht es krank, dass dieser verdammte Penner sich so unrechtmäßig meinem Leben ermächtigt hat, von meinem Teller ißt, auf meinem Klo sitzt, das Sofa nutzt und Sex mit meiner Frau hat. Doch der andere Teil ist dagegen und empfindet nur noch Hass und Leere, denn selbst wenn sie zurückkommt, wer sagt mir das sie es nicht wieder tut? Daher begründet sich, dass es nur eine Strafe für Verrat geben kann. Aber selbst das ist nur Fiktion, weil sie nicht wieder kommt. Ich habe seit 4 Monaten nichts von ihr gehört. Sie hat mich bei WhatsApp blockiert. Es ist so als ob sie tot wäre.


    Ich hingegen sitze irgendwie in einem schwarzen Loch fest. Alle sagen mir, dass es vorbei geht, aber das stimmt nicht. In mir fühle ich wie es mich abnutzt. Ich kann nicht mehr gut schlafen. Meine Gedanken sind dumm und meine Träume käuen diese Dummheit in abstrakter Form wieder. Ich denke mir, ich muss nach vorne sehen, aber das fällt schwer wenn man abhängig, mittellos und trotz aller Bemühungen hängen bleibt. Ich habe mir auch überlegt nach vorne zu fliehen, die Sau rauszulassen, eine neue Partnerin zu finden, das Leben zu genießen. Doch dies funktioniert auch nicht. Ich gehe weg, war in Diskos, obwohl ich die Musik, die dort gespielt wird hasse, habe mich auf Datingseiten angemeldet. Mehr als ein sinnloser Vollrausch kommt dabei leider nicht raus. Alkohol wirkt auch nicht recht, er drückt nur meine Stimmung weiter. Ich habe mein Interesse an der Realität verloren, mein Antrieb irgendetwas zu wollen oder zu erreichen ist gänzlich weg. Ich leide unter eine persönlichen Sinnfindungsfrage, die ich nicht mehr zufriedenstellend beantworten kann. Dann ist da noch mein Malus, ich habe nur Hirn und bin der "Good Guy"... Dinge die neben Geld und Aussehen nicht geschätzt werden. Und noch etwas Neues ist da, unendliche Demut vor den scheinbar selbstverständlichsten Dingen im Leben.


    Danke für das Lesen. Es tat mir etwas gut das hier zu schreiben...

  • Hallo Derran,


    es war bestimmt eine gute Entscheidung, dass Du Dir hier erst einmal alles von der Seele geschrieben hast. So ergibt sich die Chance, dass Du nicht immer nur mit den ewig gleichen Gedanken um deine aktuelle Situation kreist, sondern auch andere Menschen mit unterschiedlichen Eindrücken und Sichtweisen sich "einklinken" können und Du vielleicht neue Impulse bekommst und eine neue Perspektive.


    Von einem geliebten Partner auf so eine Weise verlassen zu werden, wie Du es erlebt hast, ist natürlich immer schmerzhaft. Es ist ja erst ein paar Monate her und daher ist es verständlich, dass Du Dich immer noch als "in einem dunklen Loch sitzend" wahrnimmst. Das muss aber keineswegs so bleiben, ganz egal wie ungünstig Deine derzeitige Lage zu sein scheint. Es gibt aus JEDEM Loch einen Ausweg und wenn Du es willst, wirst Du ihn auch finden.


    Ich habe in meinem bisherigen, immerhin schon 56 Jahre alten Leben die Erfahrung gemacht, dass es rückblickend ausgerechent immer diese besonders dunklen Phasen im Leben waren, die neue Weichen gestellt und mich letztendlich positiv weitergebracht haben.


    Andere Menschen tragen immer das Potenzial in sich, uns bitter zu enttäuschen. Das ist ein Faktor, den wir nie ändern können. Daher sind wir am besten beraten, wenn wir irgendwann dahin kommen, dass unser Wohlbefinden und unser Selbstwertgefühl nicht mehr davon abhängig ist, was andere tun oder nicht tun.


    Es ist wichtig, dass Du jetzt keinen Hass gegen F. oder ihren neuen Freund entwickelst, denn wenn Hass in Dir ist, schädigt es Dich selbst am meisten. Im Übrigen ist es äußerst fragwürdig, ob diese neue Beziehung von Dauer ist. Ich bezweifle das sehr.


    Gibt es irgendein Thema, das Dich sehr interessiert? Ein Hobby? Es wäre wunderbar, wenn Du eine neue Aufgabe finden würdest, die Dich erfüllt.


    Ich will jetzt hier nicht zu viel auf einmal schreiben. Vielleicht antwortest Du ja noch einmal und wir können das "Gespräch" fortsetzen.


    Hoffentlich konnte ich Dich wenigstens schon ein kleines bisschen ermutigen.


    Liebe Grüße

    Josie

  • Hallo Josie811


    Danke erstmal für deine Antwort...

    Nun ja, ob das so eine gute Idee war, jedenfalls konnte ich gestern oder besser heute früh meine verbleibenden 4 Stunden besser schlafen, die ich von der Nacht noch übrig hatte, nachdem ich diese Textwand geschrieben habe.


    Grundsätzlich weiß mein Inneres was es zu tun hat, doch es ist schwer für mich. Natürlich ergeben sich aus Veränderungen neue Perspektiven und auch Chancen. Diese Erkenntnis hege ich selbst für mich schon einige Zeit. Doch wenn dauernd der Ansatz zur Verwirklichung zerstört wird und man neu beginnen muss, dann fragt man sich nachdem Sinn. Das ist jetzt eine allgemeine Aussage von mir auf das ganze Leben bezogen, nur meine Beziehungsaus als Schlüsselmoment. Dies ist das was mir momentan in meinem Kopf umherschwirrt. Ich frage mich ob ich überhaupt wieder neu anfangen soll, weil ich fürchte das es wieder zerstört zu bekommen. Eher denke ich an andere Konsequenzen. Ich frage mich ob meine grundgute Einstellung überhaupt so sinnvoll zum überleben ist? In Filmen ist es einfach, das Gute gewinnt, alle handeln im vernünftigsten und edelsten Interesse,der strahlende Held bekommt das würdevolle Mädchen. Doch in der Realität da hat es das Gute schwer, weil das Böse stets den einfachsten Weg darstellt und das Böse nur sich sieht, während das Gute ein Wir bedeutet. Das ist jetzt sehr philosophisch, aber ich bin ein Mensch der das Wir zwingend benötigt. Ich kann nicht alleine sein und ich kann mich alleine auch nicht an einem Erfolg, an Schönheit oder Reichtum erfreuen. Ich bin ein Mensch der unter Zwang steht dies zu teilen, damit es mich selbst glücklich macht. Deswegen brauche ich eine Partnerin an meiner Seite, die zu meiner engsten Verbündeten werden muss und dahingehend ergibt sich für mich auch die Sinnhaftigkeit. Ich weiß das diese Haltung nicht gut ist, weil man mit sich selbst zufrieden sein muss und das Teilen als Zusatz ansehen muss, damit es funktioniert. Dazu bin ich aber unfähig. Ich tue die Dinge nie für mich, sondern für andere oder allenfalls für ein Wir oder Uns. Daraus resultiert eine grandiose Einladung mich ausnutzen zu können, weil ich abhängig bin.


    Ich frage mich ob ich einfach zu nett bin. Und da sind wir auch gleich bei der Problematik des Hasses. Ich gebe dir uneingeschränkt recht, wenn du sagst, dass Hass einen selbst zerstört und daher sinnlos ist. Das Problem ist nur, dass dies leicht gesagt ist. Hass stellt ein schweres und intensives Gefühl dar, welches aus absoluter Machtlosigkeit und Enttäuschung resultiert. Für mich stellt es sich schon als unmöglich dar, nach all dem was passierte nicht zu hassen. Ich habe allen Grund dazu und bin auch der Meinung, dass ich so ziemlich den schlimmsten Weg erlebt habe eine Trennung zu kassieren. Es ist aber nicht nur das. Der Hass sammelt sich aus allen möglichen Kanälen. Meine schönen Erinnerungen aus 11 Jahren sind alle vergiftet und ich sah mich gezwungen diese ausradieren zu müssen, weil ich sonst nicht aushielt. Ich habe alle Bilder die ich finden konnte gelöscht oder weggeworfen, die mich daran erinnern. Ebenso bin ich wütend darüber mit welcher Selbstverständlichkeit meine Position nieder gemacht wurde. Ich bin entsetzt wie wenig Wert dies doch offenbar für sie hatte und wie wenig Wert ich als Mensch dadurch besitze. Weiterhin kommt der Hass auch von diesem Kerl. Ich übertreibe nicht wenn ich sage, dass solche Leute die Ursache sind, die unsere Welt zu Grunde richtet. Seine Handlungsweisen und sein Standpunkt sind soziopathisch und entwerten meines Erachtens den Status des Homo Sapiens als vernunftbegabtes Wesen. Da liegt wohl auch der Grund begraben warum in der Bibel steht, dass man nicht die Frau eines anderen begehren soll. Man kann dies nicht mit einem Begriff wie Liebe rechtfertigen. Es gibt dafür auch keine Rechtfertigung und mit Liebe hat das Ganze ohnehin herzlich wenig zu tun. Du merkst schon, der Hass ist bereits da und da liegt für mich auch die Schwierigkeit. Bildlich gesprochen beginnt diese unangenehme Situation mich vom weißen Ritter in einen roten Ritter zu verwandeln. Das ist ein Prozess den ich nicht will, ihn aber aufgezwungen bekomme. Meine größte Angst ist es, den beiden zu begegnen. Ich weiß nicht was passiert, wenn mein Herz sich gegen meinen Verstand erhebt.


    Und wenn wir von Zwang reden, dieser führt mich noch weiter. Für mich ist es auch schwer überhaupt zur Normalität überzugehen. Das Leben geht einfach weiter und die anderen Leute um dich herum erwarten im Grunde inständig das dein Schmerz nach lässt. Das trifft aber bei mir nicht zu. Ich persönlich sehe noch keinen Unterschied und ich bin mir auch nicht sicher ob es sich so überhaupt ändert. Ich komme mir aber auch dumm vor meinen Kummer wieder zu käuen. Ich kann nicht darauf bauen, dass die Leute in meinem Umfeld dies ständig hören wollen. Folglich muss ich schlucken. Vielleicht wäre eine weitere grundlegende Lebensveränderung die Lösung, aber meine Lust an meinem Leben steht mir dabei im Wege. Bitte nicht falsch verstehen, ich hege keinerlei Suizidgedanken. Der Tod ist ohnehin zeitlos, also kann ich mir auch diese Zeit nehmen und sie vollends nutzen. Ehrlich gesagt ist mir eher danach, dass ich meine Ruhe haben möchte und ich mich mit meiner Seele auseinander setzen will. Ich habe kein Interesse mehr am Alltag und wenn ich genau darüber nachdenke dann sehe ich auch keinen Sinn in Arbeit oder der schnöden Realität, die doch so viele Möglichkeiten besitzt, aber in ihrer Begrenzung eine einzige Enttäuschung birgt. Doch ich muss mich damit auseinander setzen, grundlegend deswegen, weil ich einen Lebenstandard halten muss. Irgendwie strebe ich Spiritualität an, bin aber selber von meiner Weltanschauung Agnostiker. Ich habe selbst auch ein gewisses phantasievolles Talent, welches in mir wie Chaos existiert und was bei mir nicht unbedingt eine geeignete Artikulation finden. Du merkst, mein Interesse geht in die Richtung der Kunst. Literatur, Musik, Malerei... solche Dinge, doch ist der Geist in meinem Kopf eher kreierender Natur, was dazu führt, dass ich vom eigentlichen Weg der Künste ziemlich ausbreche. Zudem muss ich auch gestehen, dass ich keinerlei Vorbildung über solche Dinge besitze. Es ist einfach in meinem Kopf.

  • Hallo Derran,


    danke für Deine sehr ausführliche Antwort, auf die ich hier eigentlich im Rahmen dieses Forums gar nicht angemessen eingehen kann. Sie wäre eigentlich eines stundenlanges Gespräches würdig, was sich aber ja hier so nicht realisieren lässt.


    Da offenbart sich parallel zu dem Menschen, der einfach aktuell durch eine schwierige Trennungssituation geht, wie sie sich auf diesem Planeten wahrscheinlich täglich in unterschiedlichen Facetten tausendfach abspielt, eine Person, die mit zutiefst philosophischen Inhalten und der Sinnsuche des Lebens als solchem beschäftigt ist.


    Ich staune über Dein Maß an nüchterner Diagnose Deines eigenen Innenlebens und die Tiefe Deiner Gedanken, was man heutzutage höchst selten antrifft.


    Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, dass sich das, was Dir mit F. passiert ist, letztlich noch als "Segen in Verkleidung" entpuppen wird. Klar, das kannst Du Dir momentan noch gar nicht vorstellen, fühlst Dich sozusagen jetzt mit leeren Händen da stehend, aber manchmal muss man erst etwas aus den Händen legen, damit sie wieder frei sind um etwas Anderes (Besseres) anzunehmen. Dieses Bild kommt mir immer in Bezug auf Dich und Deine Situation.


    Mein Eindruck ist, dass Du nichts an Deinem "Nettsein" ändern musst oder solltest. Dein Problem ist, soweit ich das sehe, eher, dass Du zu Dir selbst genauso nett sein solltest wie Du es zu anderen bist. Da Du ja offensichtlich in der Bibel bewandert bist: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Soll heißen: genau mit dem gleichen Maß wie Dich selbst.


    Es ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, dass Du eine Partnerin haben möchtest. So sind die meisten von uns von Natur aus geschaffen und es ist ganz normal, dass man erst richtig glücklich ist, wenn man Erlebtes mit jemandem teilen kann. Nur sollte man in eine Beziehung mit der tief verwurzelten Gewissheit hinein gehen, dass man selbst wertvoll und der Wertschätzung würdig ist. Ist das bei Dir der Fall? Ich meine jetzt damit nicht das rein theoretische Kopfwissen, sondern dass man sich auch tatsächlich so fühlt.


    Was den Hass betrifft, hast Du recht. Hass ist ein sehr starkes Gefühl, eine gewaltige Energie. Aber der Hass bindet Dich an die Person/en, die Du hasst, solange Du ihn nicht los wirst. Manche Menschen werden das ihr Leben lang nicht mehr los weil sie es im Grunde festhalten WOLLEN. Man ist dem aber nicht machtlos ausgeliefert. Du bekommst diesen Prozess nicht aufgezwungen, wie Du sagst. So machtlos ist der Mensch nicht. Man kann die Entscheidung treffen, Menschen zu vergeben, die einem Übles angetan haben. Ich könnte Dir jetzt hier meine eigene Lebensgeschichte erzählen und wie ich das selbst in meinem Leben umgesetzt habe, das würde aber echt hier den Rahmen sprengen. Fakt ist aber, dass ich Dir aus eigener Erfahrung versichern kann, dass es möglich und sogar einfach ist. Jemandem zu vergeben ist eine reine Willensentscheidung, anfänglich erst einmal kein Gefühl. Und jemandem zu vergeben bedeutet auch NICHT, dass man damit gutheißt oder unter den Teppich kehrt, was diese Person getan hat. Es bedeutet lediglich, dass ich sage: "ICH bin nicht der Richter darüber, was diese Person getan hat. Ich kenne nicht alle Fakten und Hintergründe, wieso und warum jemand so handelt wie er/sie handelt". Ich überlasse daher das Urteil über das Tun oder Unterlassen einer Person sowie "das Strafmaß" dem Schicksal, Gott, einer höheren Macht oder wie immer der Einzelne das für sich definiert. Wenn man das aus ehrlichem Herzen tut, erstmal wie gesagt nur als reine Willensentscheidung, zieht das Gefühl innerhalb relativ kurzer Zeit nach und man FÜHLT auch wirklich keinen Hass mehr.


    Du schreibst gegen Ende: Irgendwie strebe ich Spiritualität an....das scheint mir auch genau der Weg zu sein, auf dem Du jetzt am ehesten aus der aktuellen "Krise" heraus kommst. Nach deinen ersten beiden Posts war mir das noch nicht so deutlich geworden, aber jetzt, nach dem letzten, wird es klarer. Insofern schließt sich der Kreis..."Irgendwie weiß mein Inneres, was es zu tun hat"....stand relativ am Anfang.


    Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du eines Tages auf diese Tage zurückblicken und sagen kannst: "Das tat erstmal ganz schön weh damals, aber es war gut, dass es so gekommen ist, denn sonst hätte ich nie.......(Platzhalter für etwas gewaltig Positives).


    Liebe Grüße

    Josie


  • Danke Josie, für deine netten Worte,


    nun du hast recht. Wir überlasten den Rahmen eines Forums sehr. Dennoch denke ich das es schon in Ordnung geht. Ich genieße es mit einem Menschen, einem wahren Individuum zu kommunizieren, was sich wirklich gezielt, tief und exakt ausdrücken kann. Das dies nun nur in Textform geht ist ein Wermutstropfen, dennoch für mich nicht schlimm. Es ist auch so ergiebiger als die hauptsächlichen Durchschnittskonversationen, die ich tagtäglich erlebe. Von daher ist es ebenso selten.


    Nun ja, ob es ein Segen war, wird oder ist kann ich nicht sagen. Ich spüre aber auch sehr genau, dass du ein optimistischer Mensch bist. Da erhebt sich ein Unterschied zu mir. Ich will nicht sagen, dass ich ein Schlechtredner bin oder gar ein absoluter Pessimist, aber ich neige dazu mein Augenmerk auf das War und auf das Ist zurichten. Das macht mich zu einem Realisten, der vielleicht noch einen Hang besitzt nicht zu überschwänglich zu werden. Ich denke dieser Charakterzug an mir kommt daher, dass ich darum weiß wie zerbrechlich und fragil Glück doch ist. Ich kann gut die Dinge die geschehen werden voraussagen, dennoch kann ich mich auch fatal irren, was ja nun der Umstand meiner Registration in diesem Forum belegt. Mit diesem Wissen ging ich übrigens auch schon vor über 11 Jahren in meine Beziehung. Es war nie so, dass ich blind war, sondern ich wusste und hegte Vorsicht und Aufmerksamkeit. Vielleicht liegt da auch die Ursache warum es überhaupt solang hielt. Aber erstmal wieder zurück zu dir. Dein Text quillt über vor Hoffnung. Nun, da haben wir wohl einen weiteren Unterschied. Weißt du, ich bin auch etwas in der griechischen Mythologie bewandert. Die Geschehnisse und Texte darin enthalten viel Wahrheit und Wissen. Da ist das Schlüsselwort Hoffnung auch ein Kernthema. Sicher sagt dir die Büchse der Pandora etwas. Pandora, die auf Anweisung von Zeus von Hephaistos geschaffen wurde, war ein Teil der Strafe für die Menschheit, die sich aus dem Diebstahl des Feuers durch Prometheus ergab. Sie bekam den Auftrag die Büchse zu den Menschen zu bringen, sie ihnen zu schenken und sie zu warnen, dass sie auf gar keinen Fall geöffnet werden darf. Prometheus Bruder, Epimetheus heiratete schließlich Pandora und darauf hin öffnete sie die Büchse. Es entwichen all die Übel die darin gefangen waren und von nun an eroberte das Schlechte die Welt. Das letzte Übel was entweichen konnte war die Hoffnung. Nun kann man Hoffnung ja grundsätzlich als etwas Positives sehen. Ich und auch Gelehrte wie zum Beispiel Friedrich Nietzsche bin der Auffassung, dass die Hoffnung in Wahrheit das größte aller Übel gewesen ist, welches in der Büchse der Pandora eingesperrt war. Sein Gedanke in Textform lautet: "Zeus wollte nämlich, dass der Mensch, auch noch so sehr durch die anderen Übel gequält, doch das Leben nicht wegwerfe, sondern fortfahre, sich immer von Neuem quälen zu lassen. Dazu gibt er dem Menschen die Hoffnung: sie ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert."


    Kommen wir zum Hass zurück. Du hast ein schönes Wort gesagt... Vergebung. Dort ist wieder ein Unterschied. Ich habe über Vergebung nachgedacht und dabei stolpert man unweigerlich über den Begriff der Schuld. Schuld ist schwer zu definieren. Für mich ist es in erster Linie die persönliche Vorwerfbarkeit vorsätzlichen oder fahrlässigen Verhaltens. Ich will da gar nicht soweit ausholen. Ich denke ich bin jemand der nicht vergeben kann. Im Umkehrschluss möchte ich aber selbst ebenso keine Vergebung erhalten. Meiner Meinung nach muss jede Entscheidung die ein Mensch fällt nach bestem Wissen und Gewissen gefällt werden und es muss dabei an alle gedacht werden, nicht nur an sich selbst. Es muss eine umsichtige, moralisch einwandfreie Entscheidung werden. Das ist der harte Maßstab den an mich, aber auch an andere ansetze. Franziska, aber auch der andere Typ haben in ihrem Handeln nie darüber nachgedacht. Es ging beiden in der ganzen Sache nur um ihre eigene egoistische Ansicht. Was mit mir wird, wie ich mich fühle oder was daraus resultieren könnte, darüber haben sie nie einen Gedanken verschwendet oder es auch nur ansatzweise in Betracht gezogen. Es ist ihnen völlig gleichgültig gewesen. Dieses blinde, ichbezogene Handeln kann ich nicht tolerieren. Es ist für mich sogar ein Ausschlusskriterium mit so einer Person überhaupt in irgendeiner Weise etwas zu tun zu haben. Natürlich habe ich einen solchen Zug von ihr nicht kommen sehen, dennoch ist es auch klar. Auf der einen Seite trauere ich meinem alten Leben zurück, aber ich bin auch stur und sehe wie gesagt das Ist. Selbst wenn sie vor mir betteln würde ihr zu verzeihen und sogar wieder mit mir zusammen kommen wöllte. Ich oder besser mein Verstand, würde es nicht machen. Mein Herz wäre im Zweifel, aber ich denke es würde nach Schmerz unterliegen. Für mich ist in diesem Fall Vergebung auch unangebracht. Vergebung würde mich zum doppelten Idioten erheben, eine Bestrafung wäre für sie eher treffender. Ich weiß, dass klingt jetzt hart, aber ich kann dadurch das Motiv der Rache verstehen. Dennoch ich weiß das Rache kein geeignetes Mittel ist. Selbst wenn es mir Genugtuung geben würde, wäre es doch in erster Linie moralisch genauso fraglich. Außerdem was will ich tun? Es gibt Regeln, Normen und Gesetze. Diese werde ich sicher nicht wegen so einem Unfug verletzen. Ich würde alles nur schlimmer machen. Vielleicht also wäre das Vergessen oder Verdrängen wohl der bessere Ausweg. Mir ist es auch egal, ich will nicht richten, ich bin nicht der Richter und ich verlange auch von keinem, nicht mal einer höheren Macht, dass ein Recht angelegt wird.


    Mit Spiritualität meinte ich übrigens auch nicht, dass ich zu Gott bete. Ich bin in der Bibel zwar bewandert, bin aber wie gesagt Agnostiker, weil ich als Mensch die Existenz oder Nichtexistenz eines Gottes nicht belegen kann. Die Frage „Gibt es einen Gott?“ beantworten Agnostiker dementsprechend nicht mit „Ja“ oder „Nein“, sondern mit „Ich weiß es nicht“, „Es ist nicht geklärt“ oder „Es ist nicht beantwortbar“. Dennoch lehne ich Religionen im gewissen Sinne auch ab. Für mich sind die großen Religionen des Christentum, Judentum und des Islam Kernprobleme für sehr viel Leid auf unserer Welt. Sie sind anmaßend und für mich nicht erstrebenswert. Faszination hege ich da eher für den Buddhismus, der in sich keinen Gott benötigt und den Abwandlungsformen des Shintoismus und Taoismus und auch Hinduismus. Allerdings tendiere ich dabei auch eher zu den belegbaren Dingen, wie Meditation und der Achtsamkeitslehre, die als Ansatz den Geist eines Menschen viel weiter bringen als ein Leben in einer stupiden, kapitalistischen Industrienation, so wie wir beide das kennen.

  • Hallo Derran,


    leider habe ich heute einfach nicht mehr die Zeit bzw. die nötige mentale Fitness, um auf Deine letzte Nachricht angemessen zu antworten. Sie ist ja wie immer sehr umfangreich und auch inhaltlich in die Tiefe gehend und dem werde ich schließlich nicht mit wenigen Sätzen gerecht. Ich möchte auf die Eindrücke, die Deine Worte bei mir so auslösen, auch umfassend eingehen und das schaffe ich jetzt einfach nicht mehr. Es gibt Tage, die müssten 48 Stunden haben, damit ich alles schaffen würde, was mir eigentlich wichtig wäre. Heute war so ein Tag. Ich war mehr oder weniger nonstop wegen familiärer Verpflichtungen unterwegs und bin jetzt sehr müde.



    Trotzdem habe ich mich noch extra kurz hier eingeloggt um nachzusehen, ob Du wieder geschrieben hast und Dich wenigstens noch wissen zu lassen, dass meine Antwort baldmöglichst kommt.



    Vielleicht klinkt sich ja auch in der Zwischenzeit noch jemand anderer mit ein und steuert ein paar Gedanken bei.


    Bis bald

    Josie

  • Hallo Derran,

    Hallo Josie,


    habe deinen bzw. euer Anliegen, Gedankenaustausch im Hintergrund verfolgt.

    Möchte mich jetzt auch etwas einklinken,


    Deine "Geschichte" Derran, ist in dieser deiner Zusammenfassung einmalig.

    Genau so wie der Mensch, die handelnden Personen.

    "Einseitige Trennungen" sind immer schwer zu verstehen, zu verkraften.

    Der Schmerz, über diesen für zumindest eine Partei unverständlichen Schritt einer Trennung, ist nicht einfach zu verkraften.

    Der Weg, selbst "unbeschadet" aus dieser schweren wie auch gleichsam lehrreichen Zeit zu kommen, funktioniert nur über das aufarbeiten.

    Vier Monaten, sind für eine erarbeiten seines "Profil" keinen wesentlichen Zeitpunkt.

    Die Handlungen sowie auch das eigene handeln "fällt" jedem irgendwann einmal vor die Füße.

    So auch, deiner momentan nachtrauernde Liebe.

    Dazu möchte ich etwas später noch einige Zeilen posten.


    Von all dem, was ihr zusammen durchgemacht habt, all das was ihr geleistet habt, bleibt immer am Ende der Erfolg.

    Wahres Glück ist und war noch nie planbar.

    Das Leben einer Partnerschaft besteht zumindest aus zwei selbstständig denkende, fühlende Menschen.

    Die Gedanken seines "Partners" kann man nur erahnen, wobei dies immer an der Ehrlichkeit seines Gegenübers gemessen werden kann.


    Du schreibst von Fehlern!

    Darf ich dich fragen, wer oder was entscheidet eigentlich was "Fehler" sind?


    Alpha, Aussehen, Auto und viele andere Dinge bzw. Themen sind vordergründig und sagen über das wesentlichste des Menschen wie Charakter, Eigenschaften nur wenig aus.


    Die Erfahrung zeigt auf, das eine weitere Partnerschaft, ohne Be - und / oder Verarbeitung der gemachten Erlebnissen, nur bedingt eine Zukunft besitzt.

    "Neu" ist anders, zeigt eine Abwechslung auf, steht auch eventuell konträr zu dem erlebten.

    Nur, was ist wenn auch hier der Reiz vergeht?

    Was glaubst Du geschieht, wenn, der neue Partner ungewollt durch Gesten, Wortwahl und einige anderen Dinge, die so gern verdrängte ehemalige Partnerschaft in Erinnerung bringt?

    Wenn das Unterbewusstsein diese unbearbeitete Partnerschaft nicht den nötigen inneren Frieden erlaubt?

    Kennst Du das Buch "Die Macht des Unterbewusstsein" von ….. Murphy?

    Mann nennt so einen Vorgang auch Murphys Gesetz.


    Jeder Mensch zeichnet ab einem gewissen Alter, einer gewissen Reife, für sich selbst Verantwortung.

    Es unterliegt also jeder Person selbst, sich mit den vorhandenen Situationen zu arrangieren.


    Gerne stehe ich dir für weitere Post zu Verfügung.



    Hallo Josie,


    deine Texte, deine Gedanken zeichnen viel Erfahrung auf

    Vielen Dank für deine Hilfestellung.

    Würde mich über weiteren Gedankenaustausch freuen.




    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

  • Hallo Derran,


    so nun zu einer weiteren Post von dir.


    Das Thema Hass, kann unkontrolliert einen bösen Bumerang ergeben.

    Es gibt Stimmen und Stimmungen für die einen "kurzfristigen Hass" heilsam sein kann.

    Mittel - bis Langfristig aber macht dies absolut keinen Sinn.

    Deine Kraft solltest Du für wichtiger Themen, wie zum Beispiel für die Verarbeitung deiner Ist-Situation verwenden.

    Jede Situation erlebt zur Verarbeitung mehrere Gedanken, jeder dieser Sinne ändert sich im Laufe der "Zeit".


    Hass, kann, ist und bleibt eine böse Frucht.


    Du schreibst, Meditation ist ein Thema das für dich einen Sinn gibt.

    Dann solltest Du dich einmal mit den Themen, den Thesen der Shaolin beschäftigen.

    Diese vermitteln in ihrer Art, eine mentale Stärke, eine Willensstärke, eine Gelassenheit und im übrigen auch eine innere Ruhe, die man sich im übrigen selbst beibringen kann.


    Spiritualität, ist eine interessante Thematik.

    Diese Verantwortungsvoll ausüben zu können und auch zu dürfen, ist ein Thema, das ganz wenige Menschen können.

    Du, selbst hast "nur" die Verantwortung dir gegenüber.


    Versuche deine Erfahrungen, in positive Energie bzw. Gedanken umzusetzen.

    Dazu wünsche ich dir viel Glück.



    Für weitere Post stehe ich dir gerne zu Verfügung.



    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

  • Hallo Derran,


    so, hier bin ich wieder mit der versprochenen Antwort.


    Zunächst will ich einmal auf Deine Gegenüberstellung unserer beiden Haltungen eingehen. Du siehst mich als optimistische Person und Dich selbst eher als vielleicht etwas pessimistisch gefärbt, fühlst Dich am besten aber als „Realist“ beschrieben. Daraus folgt eigentlich implizit, dass ein Optimist aus Deiner Sicht die Dinge nicht wirklich realistisch sieht, zumindest nicht soweit es Deine Person bzw. Lebensumstände betrifft.


    Du hast offenbar bisher im Leben die Erfahrung gemacht, dass „das Glück äußerst fragil ist“ und hältst es deshalb wie ein zerbrechliches Ei in Händen, unterschwellig ständig auf der Hut, dass es um Himmels willen nicht fallen möge. Das höre ich aus Deinen bisherigen Schilderungen so etwa heraus.


    Deine Logik müsste nun eigentlich folgern: „Der Optimist hat halt in seinem Leben entweder andere, positivere Erfahrungen gemacht, und deshalb eine andere Sichtweise auf die Dinge gewonnen oder er/sie ist etwas weltfremd. Das hört sich zwar alles gut und schön an, ist aber leider nicht allzu realistisch, zumindest nicht, wenn es um MICH und MEINE Lebensumstände geht.“


    Wenn Du meine Lebensgeschichte kennen würdest, wäre diese Argumentation schnell vom Tisch, denn ich bin keineswegs vom Leben verwöhnt worden, ganz im Gegenteil (und weltfremd bin ich auch nicht). Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich in meinem Leben „ganz unten“ war, und selbst heute ist meine äußere Situation nicht in jeder Hinsicht „auf Rosen gebettet“, aber TROTZDEM oder vielleicht sogar GERADE WEIL es so war, bin ich so optimistisch. Ich habe nämlich gemerkt, dass „das Gute“ sich immer wieder durchsetzt wenn man ihm eine Chance gibt und auch durch die größte Schwärze nicht aufzuhalten ist, so wie das Gänseblümchen, das sich in der Betonwüste durch eine kleine Ritze im Gemäuer drängt. Die alten Leute haben es früher immer so formuliert: „Immer wenn Du meinst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“ Hört sich altmodisch an, aber es stimmt.


    Meine eigenen Lieblingszitate zum Thema stammen von Khalil Gibran, Hildegard von Bingen und einem unbekannten Verfasser:


    „Leid bringt die stärksten Seelen hervor. Die allerstärksten Charaktere sind mit Narben übersät.“


    „Unsere Wunden werden durch deren Heilung zu kostbaren Perlen.“


    "Das Leben besteht zu 10% daraus, was Dir passiert und zu 90% daraus, wie Du darauf reagierst."


    Ich denke, man hat zu jeder Zeit die Wahl. Ich kann selbst entscheiden, ob mich ein bestimmter Umstand X nun bitter oder besser macht. Ich glaube zum Beispiel nicht, dass es Menschen gibt, die vergeben können und andere, die es nicht können. Es mag zwar sein, dass die bisherigen Prägungen es Person A etwas schwerer machen, diese Hürde zu nehmen als Person B, die andere Prägungen mitbringt. Aber schaffen können wir es alle, da es sich nicht um eine Art „Talent“, sondern um eine simple Willensentscheidung handelt.


    Meiner Tochter habe ich, als sie noch ein Kind war, immer gesagt: „Ich-kann-nicht“ wohnt in der „Ich-will-nicht-Straße.“ Da ist etwas dran. Wenn man ganz ehrlich zu sich selbst ist und die Motive eingehend hinterfragt, lässt sich fast jedes „Ich kann nicht“ auf ein dahinter stehendes „Ich will nicht“ zurückführen. Das ist zumindest meine Erfahrung.


    Die Büchse der Pandora aus der griechischen Mythologie ist mir ein Begriff, allerdings kannte ich den Text nicht so im Detail und danke Dir daher für die Aufklärung. Meinst Du nicht, in dieser sehr negativen Bewertung der Hoffnung könnte der Schlüssel dafür liegen, dass man eine pessimistische Grundhaltung entwickelt? Die dann wiederum negative Erfahrungen heraufbeschwört? Dazu fällt mir gerade wieder eine Stelle aus der Bibel ein: „Es ist aber der Glaube eine Verwirklichung dessen, was man hofft (erwartet)….“


    Meine Oma hat ihr ganzes Leben lang die bange Erwartung gehabt, dass Einbrecher ins Haus kommen könnten, dass man sie bestiehlt oder überfällt. Sie ist zwar sehr alt geworden (102 Jahre), aber sie hat in den letzten ca. 20 Jahren ihres Lebens das Haus nicht mehr verlassen. Innerhalb dieser Zeitspanne ist sie in ihrem Haus sage und schreibe fünf Mal überfallen und bestohlen worden, jedes Mal in völlig unterschiedlicher Konstellation und von jeweils anderen Personen, die nichts miteinander zu tun hatten. Es waren also fünf individuelle, isolierte Vorfälle. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein und derselben Person so etwas innerhalb von ca. 20 Jahren fünf Mal passiert? Das war für mich ein brillantes Beispiel dafür, wie innere „Glaubenssätze“ wie ein Magnet exakt das anziehen, was wir „hoffen“ bzw. „erwarten“. Das funktioniert übrigens in beiderlei Richtung, positiv wie negativ.


    Lieber Derran, ich hoffe Du kannst es mir glauben, dass ich ehrlichen Herzens bemüht bin, Dir zu helfen. Dir neue Impulse anzubieten, die Dir vielleicht einen anderen Blickwinkel ermöglichen, als den, den Du bisher hattest. Warum sonst sollte ich an einem sonnigen Samstagnachmittag hier drinnen sitzen und lange Texte an einen Unbekannten schreiben statt draußen in der Sonne zu sein und zu stricken oder mit Mann und Tochter etwas zu unternehmen, wie ich es üblicherweise liebend gerne an solchen Tagen tue? Ich hoffe daher, dass ich es mir herausnehmen darf, Dich auf etwas aufmerksam zu machen, was mir sehr negativ aufgefallen ist. Und zwar geht es um Deine Wertung der „Schuld“ von Franziska und ihrem neuen Freund bzw. deren egoistischen Verhaltens - was Du zweifellos korrekt auf den Punkt bringst, du hast völlig Recht, es war in der Tat total egoistisch! Aber was mir so negativ auffällt, ist die Härte, mit der Du mit ihnen ins Gericht gehst OBWOHL Du laut Deiner eigenen Aussage selbst ebenso egoistisch handeln würdest wenn Franziska und/oder ihr neuer Freund jetzt beispielsweise zu Dir kämen und um Vergebung bitten würden. Jemandem, der aufrichtig um Vergebung bittet, diese zu versagen, ist nämlich Sturheit (und so hast Du es ja selbst auch genannt) und Sturheit ist hochgradig egoistisch. Damit sagt man ja implizit aus: „Es interessiert mich nicht, ob DU jetzt gerne dein Gewissen erleichtern möchtest und/oder etwas wieder gutmachen willst, hier geht es einzig und allein darum, wie ICH mich dabei fühle und ICH bin eben immer noch verletzt und würde mich dann wie einer fühlen, der als doppelter Idiot dasteht und das werte ich höher als DEIN Anliegen, mit mir wieder Frieden zu schließen.“


    Verstehe mich bitte nicht falsch. Es ist menschlich verständlich, dass Du Dich hier und heute mit einem Gedanken an so etwas wie Vergebung auf der Gefühlsebene noch nicht anfreunden kannst. Wir alle haben solche Situationen schon erlebt und wissen, wie sich das anfühlt wenn alles noch halbwegs frisch ist und man innerlich leidet. Dass das in der PRAXIS (noch) nicht klappen würde, ist gar nicht das Problem. Aber dass Du selbst in der THEORIE einen so unbarmherzigen Maßstab anlegst – sowohl an Dich selbst als auch an andere – das halte ich für nicht gesund. So kann niemand ein Leben führen, das Freude macht. Du merkst es ja auch selbst, dass es nicht so richtig rund läuft, in vielerlei Hinsicht.


    An dieser Stelle fällt mir gerade ein, dass ich Dich schon bei meinen letzten Posts fragen wollte, um was es sich eigentlich bei Deinen gesundheitlichen Herausforderungen handelt, die Du angedeutet hast. Natürlich musst Du mir das nicht sagen, wenn Du es nicht möchtest. Manchmal ist es wohl so, dass der Körper eine deutliche Sprache spricht und man auch von Krankheitssymptomen auf tiefer liegende „Knoten“ in der Psyche wertvolle Hinweise erhält. Ich habe hierzu sowohl bei mir selbst als auch im Bekanntenkreis aus den Büchern von Rüdiger Dahlke schon oft stimmige Anregungen erhalten.


    Magst Du Tiere? Falls ja, welche magst Du besonders? Das ist jetzt einfach eine reine Interesse-Frage, die mir gerade kam, weil eine unserer beiden Katzen auf meinem Schoß liegt und schnurrt, während ich Dir schreibe. Tiere können uns auch enorm gut tun.


    Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn es Dir bald besser geht, und zwar vom Fundament an aufwärts, damit es auch tragfähig ist.


    Liebe Grüße

    Josie

  • Hmm,


    nun habe ich ziemlich viel zu erklären und das ausgiebig. Ich fange einmal nach Gutdünken an, es wird also ein wenig durcheinander. Zunächst aber möchte ich deutlich machen, dass ich weiß das ich ein Mensch voller Zwiespalt bin. Es ist leicht dies zu entlarven und die Ansicht von dir Josie ist ziemlich treffend, wenn auch vielleicht unvollständig. Allerdings möchte ich darauf hindeuten, dass wir uns hier bereits in einem Wechselspiel befinden und es wohl nicht darum geht wer recht oder Unrecht hat. Die verschiedenen Ansichten sind für sich und gehören stehen gelassen. Grundsätzlich danke ich für jede Hilfe und mir tut es gut mich hier zu artikulieren. Allerdings bin ich kein Grund, dass andere Dinge vernachlässigt werden sollen. Wer etwas vor hat was ihm wichtiger ist, der soll das doch bitte auch tun. Ich bin niemandem böse und ich habe Geduld. Alles andere macht in der Anonymität des Internets auch keinen Sinn. Warum auch? Wer bin ich zu entscheiden, wie jemand seine Freizeit gestaltet? Das ist nicht meine Intension.


    Patrick sagte, Wahres Glück ist und war noch nie planbar. Nun, da habe ich eine andere Sicht der Dinge, die allerdings das Wort Glück als unzureichend in seiner Definition enttarnt. Ich denke nämlich eher, dass Glück das Ergebnis von Planung ist. Zugegeben, dieses Zitat stammt von General Patton und der ist nicht gerade für seine philosophischen Ergüsse bekannt, aber dennoch passt diese Ansicht gut zu mir. Ich bin jemand der sein ganzes Leben lang Schach spielt, der Taktiker wenn man es so will. Ich denke grundsätzlich in all meinen Handlungen mehrere Züge voraus und bin sehr umsichtig, nehme auch andere Betrachtungsweisen zu Hilfe. Jetzt kann man natürlich sagen, mach es nicht so kompliziert, weil viele Varianten sicher nie eintreten und du auch nicht an alles denken kannst, aber es ist eben eine Herangehensweise, die ich als meine Charakterzüge definiere und die natürlich Schwächen birgt, aber auch Stärken. Ich habe erkannt, das man mit so einer Methodik sehr bodenständige und vernünftige Entscheidungen treffen kann. Die Wahl des rechten Mittels in der jeweiligen Situation ist denke ich die höchste Kunst des Lebens. Angemessenheit zu finden, ich denke darauf kommt es sehr an. Nun und das bringt mich auch gleich zum Optimist. Der Begriff des Optimisten ist auch so ein Wort welches sehr ungenau definiert ist. Meines bescheidenen Erachtens verbergen sich hinter diesem Begriff nicht nur positiv eingestellte Menschen, sondern auch Traumtänzer, Naivlinge und Idioten. Es geht darum seine Lage nüchtern betrachten zu können. Das klingt jetzt vielleicht für den Moment ziemlich hart, aber ich möchte es gerne erklären. Es gibt jede Menge Leute die ihre Entscheidungen nach Gutdünken treffen und dabei der Wahrscheinlichkeit fast ihren Lauf lassen. Oft sind das solche Personen, die eine sehr schwierige Schwäche an den Tag legen, die sie ihr ganzes Leben nicht mehr abstellen können. Diese Schwäche ist die Oberflächlichkeit. Egoismus ist ein Teil von Oberflächlichkeit. Dies aber erst einmal um das Problem zu verknüpfen. Dich sehe ich nicht als solchen Menschen Josie, aber ich denke das macht die meisten der, nennen wir es mal Scheinoptimisten aus. Viele Dinge die passieren sind äußerst vorhersehbar. Natürlich ist Optimismus auch eine Sache der persönlichen Hintergründe. Grundsätzlich kann man schon feststellen, dass die wenigsten Menschen ideale Voraussetzungen besitzen. Aber es ist auch eine Einstellungssache mit wie viel oder wenig man zufrieden ist und was man vom Leben wünscht. Es gibt aber auch Dinge, die passieren müssen. Viele Schicksalsschläge sind keine Sachen die unklar sind, sondern nur hart greifen, weil man nie darüber nachgedacht hat oder den Sachverhalt verdrängte. So ist zum Beispiel völlig klar, das man als Tochter oder Sohn länger lebt als seine Eltern oder die Großeltern. Das bedeutet, dass es höchst wahrscheinlich ist, dass man seine Familie zu Grabe trägt. Ebenso ist Krebs eine Zivilisationskrankheit, die sich aus dem hohen Medizinstatus unseres Fortschrittes ergibt. Es ist also wahrscheinlich, das man daran erkranken kann, wenn man sich die prozentualen Wahrscheinlichkeiten ansieht. weiterhin sind Lebensstile vorhersehbar. Jemand der starker Raucher ist, der wird Lungenkrebs bekommen. Jemand der adipös ist wird an Typ II Diabetes leiden. Das sind Sachverhalte die keines Falles eine Überraschung darstellen. Es gibt für fast alles eine einplanbare Wahrscheinlichkeit. Ich habe mich mit diesen Dingen auseinander gesetzt und da liegt auch die Ursache dafür, dass ich so realistisch geworden bin. Aber es gibt noch einen anderen Grund der simpler ist. Eine herbe Enttäuschung ist schmerzlicher als eine wohlige Überraschung. So gesehen kann man als bodenständiger Realist schwerer enttäuscht werden und hat für seine Seele mehr Ansatzpunkte Glück zu empfinden. Soviel der Theorie nach...


    Du hast recht Josie, ich bin jemand der sein ganzes Leben hart für alles kämpfen musste und muss. Meine Voraussetzungen erachte ich nicht als ideal und auch nicht als gut. Ich hege Ängste, Zweifel und habe Fehler. So gesehen habe ich viele Narben, vielleicht bin ich eine einzige Narbe. Fehler sind meiner Ansicht nach Dinge und Sachverhalte eines Menschen betreffend die mit der gesellschaftlichen Anforderung nicht kongruent laufen und damit auf Ablehnung und Intoleranz stoßen. Dies mal als Antwort auf die Frage von Partrick was ich als Fehler definiere. Ein Kardinalsbeispiel dafür ist da meine harte Art mit anderen ins Gericht zu gehen, wie du Josie es so treffend formulierte. Nun, warum tue ich das? Wisst ihr, der Mensch ist die höchstentwickelte Lebensform auf unserem Planeten. Er hatte Milliarden Jahre Zeit sich diesen Status zu erarbeiten. Ich sehe es als eine Pflicht an, dass ein Mensch diesem Status gerecht wird. Das was uns vom Tier unterscheidet ist die Vernunft, die Fähigkeit der Empathie. Vielleicht kommt es auch hart rüber, aber ich bin auch keines Weges jemand, der Gründe für mögliche Handlungen verurteilt. Es gibt immer besondere Umstände. Entscheidungen werden aus Angst getroffen, Entscheidungen sind nicht überdacht genug, man tut Dinge weil man Schwächen hat, doch es gibt auch Dinge die so schwerwiegend sind, dass man dort den Begriff Vergebung sehr sparsam benutzen sollte. Das gilt auch besonders deswegen, weil man leider nie ganz weiß ob die Einsicht oder die Reue ernst gemeint ist. Und nun bin ich wieder bei der Problematik des Ist und des War. Wenn man eine Entscheidung trifft, dann sind diese beiden Punkte die sichersten Eckpunkte, welche das Ergebnis bestimmen. Sie geben Rückschlüsse auf den Charakter eines Menschen und geben den nötigen Stoff einen Menschen einschätzen zu können. Je mehr man solche Eckpunkte besitzt umso präziser wird die Einschätzung. Das ist so gesehen mein Handwerkszeug, aber auch das mögliche Handwerkszeug der anderen auf der Schmiede des Lebens. Wenn mir jetzt Franziska unter die Augen treten würde und um Vergebung bittet, dann weiß ich, dass sie mich seit über 11 Jahren kennt. Sie kennt alle Entscheidungen die ich in dieser Zeit getroffen habe. Sie weiß wer ich bin, sie weiß wie schwer mich das treffen kann, sie weiß das es mich zerstört, sie weiß alles. Nun und dann muss man auch sehen, dass die Wichtigkeit der Entscheidungen auch zu sehen ist. Diese Entscheidung so unsere Beziehung zu beenden ist für mich eine ultimative Entscheidung. Seht es bildlich als der Militär, der in seinem Bunker hockt und überlegt ob er den Knopf für die Atomraketen zünden soll oder nicht. Ich denke, man kann gewisse Dinge vergeben. Das obliegt einer schlüssigen Argumentation, einem ehrlichen Willen und wie gesagt dem Umfang und der Schwere. Es gibt aber auch Dinge, die man nicht vergeben kann. Für mich zählt diese Handlung von ihr leider nicht dazu. Entscheidungen sind aber auch Tests. Warum soll ich wen ernst nehmen, der an mir die Atombombe meines Lebens zündet? Warum soll ich ihm vergeben, obgleich er damit beweist, dass er mich verachtet und mir im Umkehrschluss sicher auch keine Vergebung zu Teil werden ließe? Das sind für mich Sachverhalte die sich mir aus dieser simplen Frage ergeben und damit auch klar machen, dass ich ein ziemlicher Prinzipienmensch bin. Es klingt abgedroschen, aber es geht ums Prinzip. Das hat auch nichts mit Egoismus zu tun, weil ich diese Handlung auch als Außenstehende verurteilen würde und auch da meine, dass dort Vergebung unangebracht wäre.

  • Ehrlich gesagt bin ich aber auch etwas traurig, dass du mich als egoistisch und unbarmherzig einschätzt, weil ich die Vergebungsfrage anders beantworte. Ich denke von mir, dass dies nicht stimmt. Wenn ich etwas über mich sagen müsste, dann das ich mich aufopfere. Ich bin ein sehr hilfsbereiter Mensch, aber ich bin nicht naiv, zumindest nicht in einer starken Ausprägung. Dennoch weiß ich um die Problematik des ewigen Gebens und das ich mir damit auch viele Schwierigkeiten auflade. Ich bin auch bescheiden. Mir sind Geld und materielle Güter auch ziemlich egal. Bei der Wahl einer Partnerin liegt mein Fokus auch mehr auf den inneren Werten, denn auf das Aussehen. Sei es drum, ich kann es dir nur schreiben und nicht belegen. Eigentlich gibt es nicht viel was ich fordere oder sind so Dinge wie Loyalität, Vernunft, Humanität als egoistisch oder unbarmherzig zu betrachten? Ich denke doch nicht... Viel mehr sollte es das wünschenswerte Mindestmaß darstellen.


    Du Josie hast gefragt welche Krankheit ich mit mir herumtrage. Nun, ich leide unter Psoriarsis in seiner Manifestation an Händen und Füßen. Dabei handelt es sich um eine Verhornnungsstörung, Die Haut wird dicker und verliert die Fähigkeit der Elastizität. Das sorgt dafür, dass diese einreist und sich Risse und Rhagaden bilden, die durchaus blutige Verletzungen werden können. In den Händen liegt vermehrt der Tastsinn, du kannst dir also vorstellen was für Schmerzen man da erleidet. So simple Dinge wie die Schuhe zubinden, den Aufwasch erledigen, eine Faust bilden oder gar Laufen werden so zu einer extremen Herausforderung. Behandelt wird das ganze durch kortisionhaltige Salbe in harten Fällen auch mit Medikamenten zur Einnahme. Diese Pillen sind dann allerdings so heftig, dass der Hautarzt einen an den Tag legt für die Dauer der Einnahme und sogar bis zwei Jahre nachträglich auf die Nachwuchsplanung zu verzichten, weil eben das Erbgut in den Spermienzellen in Mitleidenschaft gezogen wird. Eine Heilung ist übrigens auch nicht möglich. Man kann das Ganze nur in Schach halten. Die Ursache noch nicht hundertprozentig geklärt ist. Allerdings ist wohl klar, dass diese Krankheit psychosomatischen Ursprungs herrührt. Man sollte also Stress vermeiden und Wert auf die Hautpflege legen. Von daher ist dieses Krankheitsbild ziemlich typisch für mich. Ich habe es aber seit einiger Zeit ganz gut im Griff. Ausgelöst wurde die Krankheit bei mir als ich 2014 in der Industrie arbeitete. Ich war eine Zeit lang Maschinenbediener in einer großen Firma für CNC-Fräsenarbeiten. Wenn du dir darunter nichts vorstellen kannst, dann stell dir Motorenblöcke vor, die aus vollem Guss bearbeitet, geschliffen, verbohrt und mit Gewinden und Kanten versehen werden. Dazu wird auf den unterschiedlichen Stationen des Fließbandes das Teil, also der Grundkörper in verschiedene Apparate eingespannt und dann unter Zuhilfenahme von "grauem Wasser" also Kühlschmierstoffen von den verschiedenen Werkzeugen bearbeitet. Jetzt kannst du dir natürlich vorstellen, dass dieses Zeug nicht wirklich gesund ist und man auch so in tagtäglichem Kontakt damit kommt, weil es unvermeidbar ist. Man matscht den ganzen Tag damit herum und hat grundsätzlich die ganze Zeit nasse Hände. Aufgetreten ist aber in der Konstellation dies erst als die Firma auf Grund von, naja... sagen wir mal kapitalistischen Grundbestrebungen (mehr Stückzahlen, wenig Lohn, maximale Ausbeute) das normale 3-Schichtsystem auf ein 4-Schichtsystem in rollender Woche umgestellt hat, sprich ich also nur noch ein freies Wochenende pro Monat zugestanden bekam und sonst in anstrengender 7 Tage-Rotation zwischen Früh, Mittags- und Nachtschicht mal ein Tag und ein paar Stunden frei hatte. Jetzt kannst du dir natürlich vorstellen, dass diese Arbeitsweise den Körper extrem fordert. Einen gesunden Schlafrhythmus kann man völlig vergessen. Zu allem Überfluss wurden auch noch die geforderten Stückzahlen erhöht und die Umlaufzeiten des Bearbeitungsvorgangs optimiert. So erhöhte sich auch die Anzahl der Maschinen, die ich bedienen sollte erhöhte von 3 auf 4. Nebenher wurden dann noch die Vorgänge von den BWL-Schnöseln aus der Chefetage mit Stoppuhren zeitlich aufgenommen. Du merkst also totale Knochenmühle und menschlich unterste Kanone. Ich mag gar nicht erzählen, dass ich für diesen Rotz mit nur knapp 1.400 Euro nach Abzügen raus gegangen bin. Aber ich habe es gemacht, nicht für mich, sondern wegen dem Uns.


    Zu der Tierfrage, die habe ich mir selbst gestellt. Ich bin bei Tieren auch etwas geteilter Meinung. Grundsätzlich mag ich Tiere, aber ich möchte keinem Tier meine Art zumuten. Das klingt jetzt befremdlich, aber einen Hund kann ich mir bei einer 40 Stundenwoche, die bald noch viel länger wird nicht vorstellen. Das geht schon mal nicht, weil ich das Tier nicht artgerecht halten kann. Zudem lebe ich momentan in Abhängigkeit in der Wohngemeinschaft mit meinem Bruder. Daher kommen für mich auch andere Tiere nicht wirklich in Frage. Ob ich mir später mal, wenn ich wieder fest im Leben stehe ein Tier zulege, dass kann ich dir gar nicht so recht beantworten. Allerdings weiß ich auch, dass so ein Tier ein Mittel ist den sozialen Kontakt rudimentär herabzustufen. Du bist als Mensch dem Tier immer überlegen, es ist von dir abhängig, versteht nicht die Bedeutung und kann nicht anders. Du bist daher der Mittelpunkt seiner Existenz. Das klingt jetzt ebenso seltsam, aber ich möchte mich irgendwie nicht noch weiter introvertieren. Deswegen tendiere ich wohl auch gegen eine Katze, obwohl ich diese Tiere als sehr hübsch erachte.


    Noch was über deine Oma. Diese Geschichte befinde ich als ein ziemlich unpassendes Beispiel. Ich denke sie war wohl ein umsichtiger Mensch, der leider in seiner Auffassung recht behielt. Ich halte es nämlich für vermessen ihre Angst des Überfallenwerdens innerhalb 20 Jahren mit der Tatsache, dass es fünffach passiert, in Verbindung zu bringen. Beide Faktoren laufen zwar in einer bitterbösen Ironie zusammen, haben aber grundsätzlich keinen unmittelbaren Zusammenhang. Der Zusammenhang ergibt sich erst, wenn die Wahrscheinlichkeit des Überfallenwerdens durch äußere Gegebenheiten erhöht werden. Lebt sie in einer unsicheren Gegend, ist die Gegend oft ein Ziel von Einbrüchen, passt deine Oma als Opfer in das Profil der Täter? All solche Dinge eben, bei denen man sich dann doch eher die Frage stellen sollte, warum man die Angst nicht ernst genommen hat und keine präventiven Maßnahmen ergriffen hat. Das traurige Ergebnis zeigt ja leider, dass die Angst nicht unbegründet gewesen ist.


    So jetzt nochmal zu Patrick. Mir ist sehr bewusst, dass ich eine fehlgeschlagene Beziehung verarbeiten muss. Mir ist klar, dass ich in der neuen Beziehung auf das Problem stoßen kann an die alte Misere erinnert zu werden. Dahingehend habe ich mir schon meine Gedanken gemacht. Ich sehe es aber so, dass ich da wohl auf das Verständnis meiner neuen Partnerin bauen muss. So gesehen wäre sie dann ein Teil der Rehabilitation, weil mir sehr bewusst ist, dass mich dieses Erlebnis radikal verändern wird. Ich werde viele Dinge, die ich an Franziska anlege auch an die Neue anlegen und dementsprechend die Erfahrungen die ich erlernte neu anwenden. Mir ist klar, dass dies schon ungerecht werden kann, allerdings baue ich darauf, dass sie meine Situation versteht, genauso wie ich ihre Situation akzeptieren und respektieren werde, wie auch immer diese dann im Detail aussieht. Du siehst also, ich bin in diesem Denkprozess schon zu einem Ergebnis gekommen.


    Zum Thema, Geld, Erfolg, Aussehen. Weißt du Patrick ich gehe mit dir absolut konform, dass diese Dinge über den Charakter nicht viel aussagen. Mir wäre es sehr lieb wenn der Charakter vollends im Mittelpunkt stehen würde, weil dies das Gebiet ist auf dem ich am Meisten punkten kann und welches meines Erachtens auch das Wichtigste ist. Leider aber trifft das in der Praxis nicht so zu, was wiederum bedeutet, dass man sich mit der echten Gegebenheit auseinander setzen muss. Ich kann jetzt auf Grund des Umfangs dieses Themas nicht weit ausholen, aber es gibt jede Menge wissenschaftliche Belege dafür, dass sich die Gewichtung von Äußerlichkeit und inneren Werten leider nur in einem Verhältnis von etwa 70 zu 30 einpendeln. Ich habe mir über diese Dinge auch etliches an Wissen angeeignet. Interessanterweise habe ich auch noch wen im Freundeskreis der als Paartherapeut und Hypnotiseur arbeitet und der ein absoluter Könner auf dem Gebiet ist. Diesem habe ich übrigens auch meine Situation geschildert, weil er es zum Ersten ohnehin mitbekommen hat und zum Zweiten ich dahingehend selbst interessante Erkenntnisse über mich und meine Beziehung erfahren konnte. Mich hat diese Erfahrung schon so weit gebracht, dass die Zusammenhänge einleuchtend sind, allerdings ist da am Ende schon noch der Zweifel, der sich aus dem brutalen Fehlen von Empathie ergibt.


    Ich habe mich über die Thematik der Meditation und auch der Spiritualität durchaus auseinander gesetzt. Dabei bilden die Shaolin aber auch nur eine Facette des Ganzen. Vorwiegend zielt mein Interesse da ziemlich weit und breit in die Thematik. Besonders China, aber auch Japan interessieren mich. Übrigens bezieht sich das nicht nur auf die Spiritualität, sondern auch auf Geschichte und Philosophie. Ich besitze dazu ziemlich viel Lektüre. Unter anderem viel über die japanische Feudalzeit, Musashi Miyamotos Buch der fünf Ringe kann ich fast auswendig wiedergeben, ebenso interessiert mich das Thema der Samurai, aber auch die Zeit der streitenden Reiche in China. Allerdings fächert sich mein Interesse auch weiter. Ich bin jemand der extrem viel Wissen aufnimmt und sich auf breiter Bahn mit Geschichte und Philosophie beschäftigt, aber auch an Medizin, Psychologie, Mythologie, Kunst, Musik und Literatur interessiert ist. Ich trenne das nicht und sehe das als ein großes Ganzes.


    Nun denn, danke für eure Mühen...

  • Hallo Derran,


    nun will ich einmal versuchen, auf die wesentlichen Punkte aus Deinem letzten Post einzugehen.


    Natürlich geht es hier nicht darum, wer Recht oder Unrecht hat. Zumal es zu vielen Dingen nicht die EINE richtige Antwort gibt bzw. jeder irgendwo auf dem Weg ist und auch Irrtümern unterliegen kann.


    Was die Aussage „Wahres Glück ist und war noch nie planbar“ betrifft, neige ich auch mehr Deiner Sichtweise zu als Patricks, aber aus anderen Gründen als Du. Wobei ich hier ebenfalls das Wort Glück als unzureichend empfinde, Zufriedenheit trifft es meiner Meinung nach besser. Und ich meine, dass diese weitgehend „planbar“ ist, weil ich als Mensch immer und in jeder Situation die Wahl habe, wie ich darauf reagiere und was ich daraus mache. „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen.“ Umsichtige Entscheidungen zu treffen versuche ich zwar auch weitgehend, allerdings nicht so akribisch, dass jede Spontaneität auf der Strecke bleibt.


    Dass es unter den so genannten Optimisten auch „Traumtänzer, Naivlinge und Idioten“ gibt, ist sicherlich richtig. Und Oberflächlichkeit grassiert ja heutzutage geradezu wie eine Epidemie. Ich hasse Oberflächlichkeit und liebe Tiefgründigkeit. Ich denke, in dem Punkt sind wir zu 100% auf einer Linie. Ich finde es auch toll, dass Du Wahrscheinlichkeiten im Leben abwägst und entsprechende Entscheidungen triffst. Das ist klug und weise. In vielen Dingen halte ich das ähnlich. So praktiziere ich zum Beispiel eine bestimmte Lebensweise (speziell in punkto Ernährung und Bewegung), da es die Wahrscheinlichkeit, im Alter eine Reihe von Krankheiten zu bekommen, drastisch senkt. Solche Dinge machen Sinn und sind einfach nur vernünftig.


    Als schwieriger sehe ich das allerdings schon an, wenn es in den zwischenmenschlichen Bereich geht. Ich weiß leider aus eigener Erfahrung, wie zermürbend es ist, wenn man es mit einem Gegenüber zu tun hat, das nach dem Motto lebt „Nur nichts riskieren, alles immer mit dem Kopf abwägen, damit man nicht enttäuscht wird.“


    Nach deiner Erklärung, was dahinter steckt, dass Du mit anderen Menschen bzw. speziell mit Franziska in der aktuellen Situation so hart ins Gericht gehst, bin ich zugegebenermaßen ziemlich verblüfft, weil ich einfach so etwas Komplexes dahinter nicht vermutet hätte. Insofern war sicherlich meine Einschätzung „egoistisch und unbarmherzig“ etwas zu vorschnell, wobei ich Dich zu berücksichtigen bitte, dass ich ja schließlich bisher nur ein paar Brocken an „Eckdaten“ habe, um mir ein Bild von Dir als Persönlichkeit zu machen und mir zudem die Infos und Eindrücke fehlen, die ich sammeln könnte, wenn ich mit Dir ein persönliches Gespräch führen würde.


    Trotzdem tue ich mich nach wie vor schwer mit deiner Handhabung bzw. Wertung von „Vergebung“, sowohl generell als auch im aktuellen Fall Franziska. Kannst Du mir dazu noch ein paar Dinge beantworten, damit ich es besser verstehe?


    Du schreibst z.B., dass es immer Umstände geben kann, die das Tun eines Menschen in deinen Augen „vergebbar“ machen. Du zählst Entscheidungen auf, die aus Angst getroffen wurden, zu wenig überdacht waren, oder die erfolgen, weil der betreffende Mensch Schwächen hat. Woher weißt Du denn, ob nicht irgendetwas davon bei Franziska zutrifft? Wenn ich es richtig verstanden hatte, gab es doch zwischen euch nie eine ausführliche Aussprache über die Hintergründe, wie es zu alldem kam?


    Ich möchte an der Stelle noch einmal betonen, dass Vergebung NICHT bedeutet, über erfolgtes Fehlverhalten ein Deckmäntelchen auszubreiten und die betreffende Person wieder in die Arme zu schließen. (Letzteres kann zwar, aber muss nicht sein). Es geht ja nur darum, a) nicht selbst den Richter zu spielen und b) zum eigenen Wohl einen Schnitt zu machen, damit man nicht durch die immer noch schwelende Verletzung irgendwie auf ewig an dieser Person festklebt bzw. diese in mögliche neue Beziehungen mitschleppt….erscheint Dir das denn nicht erstrebenswert?


    Danke für deine Beantwortung meiner Frage zu deiner Krankheit. Die Symbolik der Psoriarsis scheint mir recht gut auf deine Person zu passen. Ich habe jetzt zwar nicht mehr alles 1:1 im Kopf, was Rüdiger Dahlke in seinen Büchern dazu sagt, aber soviel weiß ich noch: Da die Haut genau die äußere Grenze eines Menschen darstellt und auch DAS Kontaktorgan im Sich-Einlassen auf andere Menschen ist (gerade auch die Hände!), bildet sie auf der Körperebene ab, wo es in der Psyche hakt. Deine Haut wird dicker (bildet insofern einen stärkeren Panzer, eine stärkere Abgrenzung nach außen, zum Mitmenschen) und verliert Elastizität (man ist nicht mehr so flexibel)…da man aber hin- und her gerissen ist zwischen dem Wunsch, sich abzugrenzen, abzupanzern und dem Wunsch nach Offenheit und Nähe (was aber immer mit Verletzlichkeit einhergeht, die man aber ja tunlichst minimieren will), verfällt sie auch in das andere Extrem und reißt auf, sogar soweit dass sie blutet – die ultimative Verletzlichkeit. Das kann man natürlich als Quatsch abtun, aber ich finde, dass die symbolischen Parallelen, die Rüdiger Dahlke zwischen Krankheitssymptomen und Charakterzügen von Menschen zieht, immer so ziemlich den Nagel auf den Kopf treffen. Natürlich, wenn es um die eigene Person geht, ist es manchmal etwas schwieriger, da fast jeder zu einer gewissen „Eigenblindheit“ neigt. Aber wenn man die Menschen in seinem Umfeld abklopft, hat man so gut wie immer ein Aha-Erlebnis.


    Unter CNC-Fräsenarbeiten kann ich mir sehr gut etwas vorstellen, da mein Mann genau in dem Bereich arbeitet. Die konkrete Firma, die Du da beschreibst, scheint aber ja das Allerletzte gewesen zu sein. Meine Güte, so etwas macht mich richtig wütend. Hoffentlich findest Du bald etwas Besseres. Hast Du denn nach Abschluss Deiner Umschulung eine halbwegs vernünftige Perspektive?


    Was die Tierfrage betrifft, hatte ich eigentlich gar nicht vorschlagen wollen, dass Du Dir eines anschaffst. Ich weiß ja, dass deine Wohn- und Arbeitssituation das derzeit gar nicht zulässt. Mich hatte lediglich interessiert, welches Tier Du magst, interessant findest, als Lieblingstier bezeichnen würdest etc. Die Frage sollte mir einfach wieder eine neue Facette von Dir zeigen. Bei mir ist es neben der Katze (zu der ich übrigens kam wie „die Jungfrau zum Kinde“) in erster Linie die Giraffe, die mein Herz höher schlagen lässt….


    Was meine Oma betrifft, muss ich Dir widersprechen. Dass ihre Angst definitiv die URSACHE dafür war, dass sie fünf Mal überfallen und beraubt wurde, ist für mich nämlich unumstößlich. Und nein, sie lebte definitiv nicht in einer unsicheren Gegend, niemand sonst dort wurde ein Opfer etc. Ich bin mir meiner Sache in dem Punkt so sicher, weil das beileibe nicht das einzige Übel war, das meine Oma durch ihre feste Überzeugung und ständiges verbales Herunterbeten derselben in ihr Leben gezogen hat, vielmehr ziehen sich diese Dinge wie ein roter Faden durch ihr Dasein. Und dasselbe Phänomen habe ich auch schon mehrfach – im Positiven wie im Negativen – bei anderen Leuten erlebt, inklusive meiner eigenen Wenigkeit. Für mich steht daher fest, dass es eine Art „kosmisches Gesetz“ ist, dass wir genau das anziehen, was wir glauben. Passt übrigens zur Quantenphysik…aber das ist wieder ein anderes Thema.


    Liebe Grüße

    Josie

  • Hallo Josie,


    wieder einmal ein sehr langer und ausführlicher Beitrag von dir. Danke dafür.


    Nun, ich muss zugeben vieles was du sagst stimmt mit dem überein wie ich das sehe. Mir ist sehr bewusst, dass ich mit dem umsichtigen Handeln ein Mensch bin, der dazu tendieren könnte seine Spontanität zu verlieren. Definitiv hast du recht, dass ich durchaus Verlustangst hege, allerdings ist Angst vielleicht das falsche Wort. Es handelt ich wohl eher um Respekt ergebend aus Lebenssituation. Ich finde, dass dies nur Konsequenz darstellt. Die eigenen Verhaltensweise so anzupassen, dass man damit ein respektables Ergebnis erzielen kann, ist meines Erachtens nicht falsch oder gar nachteilig. Allerdings muss man sich auch immer der Kehrseite der Medaille annehmen. Ich habe es schon gesagt, das tue ich. Deswegen würde ich mich auch nicht als spontanen Menschen definieren, aber es ist nicht so, dass ich diese nicht besitze. Es ist nur nicht so ausgeprägt. Mir fiel persönlich auch auf, dass sich meine Spontanität in der Partnerschaft, bzw. auch der Gruppe von Personen, die ich mag und als meine Freunde sehe, erhöht.


    Nochmal zu deiner Großmutter, also ich halte leider nach wie vor nichts von deiner Ausführung in diesem speziellen Fall. Versteh mich nicht falsch, ich verstehe Murphys Law und stimme in gewissen Umständen auch zu. Die Macht des Glaubens und der Suggestion ist wissenschaftlich bewiesen. Darauf basieren medizinische Behandlungsmethoden, bspw. mit Placebo. Ebenso beweisen auch fernöstliche Bogenschützen (ich waren wieder mal die Shaolin) wie weit man mit dem Glauben niemals sein Ziel zu verfehlen kommen kann. Allerdings halte ich die Idee vom "kosmischen Plan" für unsinnig. So auch bei deiner Oma. Natürlich kann sie sich einreden, dass sie überfallen wird, aber die letztendliche Entscheidung liegt doch beim Räuber selbst. Deine Oma hat in dem Falle nur eine passive Rolle inne, während der Einbrecher aktiv wird und ihm sogar die Initiative zusteht. Und genau dort ist das Problem. Auch wenn deine Oma heult und betet, die Entscheidung den Bruch zu begehen, die liegt beim Einbrecher. Dieser wird seine Entscheidung aber nicht wegen irgendeinem kosmischen Planes fällen, sondern Einbrecher hegen andere Methoden ihre Auswahl zu treffen. Oft werden die Objekte ausgekundschaftet. Wer wohnt dort? Lebt die Person alleine? Böser Hund als Wache? Mann, Frau, Alter, Geschlecht? Ist dort was zu holen? Wie sieht das Haus von außen aus? Kann man da leicht einsteigen? Sicherheitsvorkehrungen vorhanden? Das sind alles so Fragen, die sich der Bösewicht da stellt. Von daher nehme ich stark an, dass es nicht an der Angst deiner Oma lag, sondern an positiver Beantwortung dieser Fragen durch den Täter. Nun und da kann ich dir auch gleich noch eine Überleitung geben. Du fragtest was ich nun beruflich mache und ob ich weiß was ich machen will. Momentan lasse ich mich zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit umschulen. Das ist ein weites Feld im Bereich des Sicherheitswesens. Unter anderem gehört da auch das Erstellen von Sicherheitskonzepten mit dazu. Deswegen kann ich dir da im Falle deiner Oma auch so eine fundierte Antwort geben. Ich habe auch schon durch mein Praktikum eine Option wo ich den genau hin möchte. Meine Wahl geht da zu einem Cashcenter einer Sicherheitsfirma die Geld- und Werttransporte durchführt. Entweder im Innendienst oder ich fahre bei den Geldtransporttouren mit. Es ist auch im Gespräch ob ich nicht auch in der Notrufleitstelle arbeiten kann, aber das sieht mir von den Gegebenheiten zu stressig aus. Das wird sich aber wie gesagt zeigen. Erstmal muss ich noch ein Jahr lernen und meine Abschlüsse holen, dass ich dafür qualifiziert bin.


    Beim Thema Lieblingstier scheiden sich bei mir mittlerweile die Geister. Als Kind fand ich Füchse sehr interessant, was aber auch eher daher rührt, dass ich mit 7 Jahren Sonic the Hedgehog (die Konkurrenz zu Super Mario) ganz toll fand und ich mit meinem Bruder zusammen auf der Spielekonsole die Computerspiele dazu sehr gesuchtet habe. Es war damals noch das Sega Megadrive in simpler 2D-Darstellung und da ich immer der Spieler 2 war und es damals keine Auswahl gab, hat eben mein Bruder den blauen Flitzeigel gespielt und ich eben den Helfer Tails, einen Fuchs. Irgendwann fand ich die Figur dann auch cooler. Ich meine schnell rennen ist ja nicht alles. Aber einen Fuchs spielen der zwei Schwänze hat und damit wie ein Helikopter fliegen kann. Das hat schon was!

    Als ich älter wurde mochte ich den Bären, weil er als Tier gut zu mir passt. Doch den Bären kann ich jetzt nicht mehr mögen, da er mir von Franziska vergiftet wurde. Es war ursprünglich ihre Idee dieses Tier auf mich zu übertragen, woraus auch ein Spitzname für unsere Beziehung resultierte. Es war einfach passend. Grundsätzlich faszinieren mich einige Tiere, aber ich würde mich nicht festlegen. Bspw. finde ich Flughunde niedlich, aber auch den Corgy. Allerdings hege ich auch eine gewisse Faszination für den Wolf. Mittlerweile fällt es mir schwer mich auf ein Lieblingstier festzulegen.


    Nun, nochmal zur Vergebung. Ich sehe das Ganze wie gesagt sehr schematisch. Grundsätzlich denke ich erst einmal darüber nach, ob es einen Rechtfertigungsgrund gibt. Dann gehe ich weiter und überlege welche Punkte eventuell die Schuld mindern könnten, nun und dann sehe ich als Letztes das Motiv und die Art der Handlung. Bei Franziska ist es so, dass sie für diesen schwerwiegenden Verrat an mir keine Rechtfertigung besitzt. Dabei meine ich nicht, dass es ihr verboten ist mich nicht mehr zu lieben, aber dann sollte sie doch bitte dahingehend offen spielen. Es war in unserer Beziehung nie so, dass ich blind war, ich habe sie gefragt, mit ihr interagiert, wir haben oft gesprochen. Ich habe sie nie unterdrückt, sondern sie geachtet und respektiert, und ich habe sie verteidigt, ihr vertraut. Wir waren auch immer bestrebt unsere Beziehung gleich berechtigt anzugehen. Wir haben über alles gesprochen, gemeinsam Lösungen gefunden, so wie es sein sollte. Wir waren von der Grundstruktur her sehr harmonisch, haben wirklich kaum gestritten. Ich kann mich in den 11 Jahren nur an drei Situationen erinnern an denen wir extremen Streit hatten. Eine davon war der letzte Tag, nach dem ich diese grandiose Info in seinem vollen, schrecklichen Umfang aus ihr herauskitzeln musste. Von daher weiß ich nicht wo dort der Fehler lag. Ich bin der Meinung, dass die Grundstruktur die wir hegten etwas sehr Anstrebsames für eine Beziehung bietet. So war es ja auch gedacht und ich würde dies an sich auch nie ändern. Von daher weiß ich nicht was los ist und was 5 Wochen an dieser Sache ändern. Ich habe ihr keinen Grund gegeben, aber scheinbar nahm sie meine Schwächen anders wahr. Mittlerweile denke ich, dass sie mich umwandeln wollte. Ich habe mich für sie sehr verbogen. Folglich fällt mir keine Rechtfertigung ein und auch so kann ich nicht sehen, dass es irgendetwas gibt was ihre Entscheidung in der Schuld mindert. Eher das Gegenteil ist der Fall! Wenn man nämlich ihre Motivation betrachtet, dann ist diese erst einmal grundlegend oberflächlich und extrem egoistisch. Und das ist auch 50% was für mich die Vergebung unmöglich macht. Die anderen 50% ergeben sich aus ihrer Feigheit es vor mir versteckt zu haben und es vor mir zu verbergen. Kurzum ist dies absolut vorsätzliches, extrem kaltblütiges und sehr sehr methodisches Handeln gewesen, welches sie im vollen Umfang durchzog und billigend in Kauf nahm. Deswegen Vergessen, statt Vergeben.


    Kommen wir abschließend mal zu Rüdiger Dahlke, nun ich habe es im vorhergehenden Beitrag von mir nicht erwähnt, aber hier schlägt für mich schon wieder die bittere, feine und süße Ironie zu. Solche Momente an denen mein Leben eine ungewollt Parallele zieht habe ich oft. Nun die Parallele hier ist, dass der neue Freund meiner Lebensgefährtin, mit der ich über 11 Jahre zusammen war, auch den Nachnamen Dahlke trägt. Natürlich ist dies Zufall, allerdings sollte man in seine Wahrscheinlichkeit einberechnen, dass Dahlke ein nicht unbedingt so oft vorkommender Familienname ist wie beispielsweise Müller. Allerdings halte ich auch die Interpretation von Krankheiten auf Charakterzüge für nicht so ideal. Wenn man den Gedanken oft genug im Hirn hin und her wendet, dann kann man schnell einen Zusammenhang zusammenbauen, der vermeidlich plausibel erscheint. Ich bin da allerdings eher jemand der sich an die Wissenschaft hält und gerade bei Medizin bin ich da mit diesen nicht belegbaren Interpretationen vorsichtig.

  • Hallo Derran,


    jetzt haben wir uns gerade sozusagen verpasst. Etwa zwei Minuten nachdem ich mich hier eingeloggt hatte, hast Du Dich ausgeloggt. Ich bin ja erst seit Kurzem hier in diesem Forum und weiß daher nicht genau, ob man auch so etwas wie direkt "live chatten" kann wenn beide Mitglieder gleichzeitig online sind. Ansonsten hätten wir das - deine Einwilligung vorausgesetzt - einfach mal für ein paar Minuten machen können.


    Zu deiner letzten Antwort möchte ich mich heute mal ein wenig kürzer fassen als sonst.


    Was die Sache mit meiner Oma betrifft, so sehen wir die Dinge offenbar nun einmal von zwei völlig konträren Standpunkten aus. Ich könnte jetzt natürlich wieder auf Deine Argumente eingehen und sie "widerlegen" (extra in Anführungszeichen!) bzw. meine Gegenargumente vorbringen, aber ich habe nicht den Eindruck, dass wir damit irgendetwas Sinnvolles erreichen. Ich denke, da kann man nichts anderes machen als das Ganze einfach so stehen zu lassen. Zumal es ja auch nicht wirklich wichtig ist in dem Sinne, dass es zu Deinem ursprünglichen Anliegen etwas beiträgt. Ich würde daher vorschlagen, wir lassen das Thema einfach auf sich beruhen. Einverstanden?


    Auch in Bezug auf das Thema Vergebung scheinen wir in einer Sackgasse gelandet zu sein. Aus meiner Sicht ist es die einzige wirklich GUTE Methode, das Kapitel Franziska so zu verarbeiten bzw. abzuschließen, dass es auf Deinem weiteren Lebensweg nicht zum störenden Ballast wird. Aber Du hast ja umfassend erklärt, wieso Vergebung für Dich in diesem konkreten Fall nicht in Frage kommt. Danke an dieser Stelle für die ausführliche Erklärung. Ich habe jetzt verstanden, weshalb Du für Dich zu diesem Ergebnis kommst. Ich finde es zwar schade, aber es ist Dein Leben und jeder muss Deine Entscheidung respektieren. Allerdings wüsste ich nicht, wie ich Dir dann in dem Punkt noch irgendwie weiterhelfen kann. Vor allem, da Du nun auch geschrieben hast: Vergessen statt Vergeben. Wenn Du das Ganze vergessen willst, bedeutet es doch sicher auch, dass Dein Bedarf, Dich darüber auszutauschen, mittlerweile gedeckt ist? Deute ich das richtig? Hat sich dieser Thread jetzt damit erledigt?


    Wir könnten uns natürlich noch weiter unterhalten über Tiere, Gott und die Welt und tausend andere Themen, aber das ist dann wohl nicht mehr die richtige Rubrik in diesem Forum. Dann müssten wir wohl in die "Plauderecke" wechseln....


    Vielleicht lässt Du mich einfach mal Deine Gedanken dazu wissen.


    Deine Ausführungen zu den Tieren fand ich übrigens sehr spannend. Interessanterweise hatte ich - bevor Du Deine Antwort überhaupt verfasst hattest - den Bären als "Dein" Tier vermutet - war einfach mein Bauchgefühl, dass der zu Dir passen müsste. Wie traurig, dass Du ihn jetzt für Dich als "vergiftet" empfindest. Schließlich kann der arme Bär nichts dafür.


    Danke auch für die Infos zu deiner beruflichen Perspektive. Das hört sich doch recht gut an. Ich wünsche Dir, dass Du in irgendeinem der in Frage kommenden Felder Deinen Platz findest und dort auch dauerhafte Zufriedenheit erfährst.


    Liebe Grüße

    Josie

  • Hallo Derran,


    habe lange zeit überlegt ob ich dir auf deine Post vom 02. September noch einige Zeilen posten soll.


    Deine Zeilen betreffend der Thematik "Schach" spielen.

    Du hast in einem Punkt recht, beim Schach spielen lernt man Taktik.

    Diese kann man auch auf sein eigenes Verhalten, seine eigene Gedanken auf sein ICH anwenden.

    Überall wo selbstständig denkende sowie unabhängig fühlende Menschen zu Tage treten, kann Taktik nur bedingt eventuell auch zeitlich gesehen eine kurzfristige "Erfolgsgeschichte" sein.


    Die deutsche Sprache, so sind einige viele der Meinung, hat den Vorteil, das man mit der Anwendung aller Wörtern den Glauben besitzt, alle Begriffe, jeden Gedanken, Gefühle seiner Mitmenschen ins Detail beschreiben zu können.

    Genau darin aber liegt der Irrglauben.

    Jedes Wort, jeder Satz, jede Geste lässt Freiräume menschlicher "Züge" zu.


    Positives Denken, kann viele "Charakteren" von Menschen vereinigen.

    Genau das, ist absolut gut und richtig so.

    Nur, wer als Mensch hat das Recht zu entscheiden, was Traumtänzer, Naivlinge und Idioten sind?

    Sollte die Grundlage diese sein, das bestimmte Menschen einfach nicht in die "vorgefertigte" Meinung passen?


    "Kardinalsbeispiel" ist mit anderen so hart ins Gericht gehen"


    Frage; Gehst Du selbst mit dir, mit deinen Launen, Gedanken, Gefühlen, Entscheidungen genau so hart ins Gericht?

    Setzt Du hier die gleichen Maßstäbe an ?


    Menschen sind hochentwickelte Wesen?

    Zumindest im Gegensatz zu Tieren.

    Meine Frage, ist der Mensch so hochentwickelt, das er von "Tieren" nichts lernen kann?


    Noch eine Frage an dich:

    Was bedeutet das Thema "Leben" für dich?



    Freue mich auf weitere Post von dir.




    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)