Mutter sieht es nicht ein Auszuziehen.

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  • Hallo,


    folgendes Problem liegt mir auf dem Herzen und versuche es möglichst kurz zuhalten.


    Vor längerer Zeit haben sich meine Eltern scheiden lassen. Meine Mutter hat das Haus, das meinem Vater gehört, verlassen und ich bin Ihr gefolgt. Wir beide sind dann zusammen in ein Einfamilienhaus zur Miete gezogen. Die Miete war moderat und bezahlbar. Jeder von uns hat seinen eignen Bereich. Küche und Bad bzw. Wohnzimmer wurden und werden gemeinsam genutzt. Meine Mutter und ich haben eigentlich ein gutes Verhältnis.


    Dann hatte ich nach Jahren die Möglichkeit, das Haus günstig zu kaufen. Die Gelegenheit habe ich auch genutzt. Ich habe damals auch mit meiner Mutter darüber gesprochen und gesagt, ich würde das Haus so umbauen das zwei Wohnungen entstehen und sie kann dann ins Erdgeschoss ziehen. Im Nachhinein ein Fehler. Nun hat sich meine Lebenssituation so geändert, das ich gutes Geld verdiene und auch die Möglichkeit habe das Haus nach meinen wünschen umzubauen. Aufgrund der Planung und der Bauweise des Hauses, musste ich nun feststellen das es gar nicht möglich zwei Wohnungen in diesem Haus unterzubringen. Und wenn, wäre es nur ein 20m² Zimmer wo Küche usw. untergebracht werden müsste.


    Außerdem habe ich andere Pläne und mache mir natürlich auch Gedanken über die Zukunft zwecks Freundin usw. Es ist nicht gerade sehr angenehm, wenn man eine Freundin hat und die Mutter nebenan im Zimmer oder untendrunter wohnt.


    Nun habe ich meiner Mutter klar gemacht, das sie sich in naher Zukunft wohl nach einer eigenen Wohnung umsehen müsse. Meine Mutter hingegen sucht nun immer ausreden warum dies ja nicht gehen würde und das ich ja gesagt habe, das ich ihr eine Wohnung im Haus zur Verfügung stelle. Unter anderem sind die Ausreden, sie wisse ja nicht wohin, sie könne das ja nicht bezahlen usw. Man muss dazu sagen, sie zahlt mir hier eine kleine Miete inkl. NK. Die zusätzlichen Nebenkosten werden durch zwei geteilt. Natürlich ist die Miete usw. so günstiger als woanders.


    Ich möchte nicht länger warten und endlich mein eigenes Leben führen bevor es komplett zu spät ist. Bloß nun habe ich die Befürchtung das meine Mutter nie ausziehen und zur Klette wird.


    Aber gleichzeitig habe ich natürlich ein schlechtes gewissen ihr gegenüber das ich sie sozusagen rauswerfen will.


    In dieser Hinsicht bin ich gerade Ratlos wie ich diese Problem nun lösen kann.


    Danke für die Antworten im voraus. Wenn es Unstimmigkeiten gibt bin ich gerne bereit diese zu beantworten :)

  • Hallo hmm, schwere Sache... und es fehlen ein paar wichtige Informationen.

    Meines Erachtens solltest du dringend aufpassen, dass du das Finanzielle, aber auch das Ego nicht über die Familie setzt. Grundsätzlich ist es so, dass deine Mutter dein Blut ist. Diese Bindung ist höher und stärker als beispielsweise die zu einer Partnerin, ebenso muss ich auch nicht sagen, dass man nicht nur an sich denken sollte. Von daher rate ich da ab sich im Schlechten zu trennen.


    Zu deinem Problem, hast du schon einmal darüber nachgedacht es anders herum anzugehen? Warum machst du es nicht so, dass du deine Mutter zur Miete im Haus belässt und zusammen mit deiner Freundin eine gemeinsame Existenz in einem anderen Domizil aufbaut. Ihr müsst ja nix kaufen, zur Miete oder es reicht vielleicht sogar eine Eigentumswohnung. Fakt ist nämlich, dass du für eine eigene Familie die räumliche Trennung von deiner Mutter brauchst. Das muss sie einsehen und akzeptieren. Da du nichts über den Gemütszustand deiner Mutter oder ihrem Charakter gesagt hast, kann ich hier nicht ansetzen. Das solltest du vielleicht näher erläutern.


    Nebenbei sei noch bemerkt, dass es auf Grund der Logik des Alters so werden wird, dass deine Mutter vor dir diese Welt verlässt. Da du kein Alter angegeben hast, gebe ich das ebenso zu Bedenken. Wenn nichts außergewöhnliches passiert, dann wirst du am Ende das Haus ohne deine Mutter haben. Das ist eine sichere Konsequenz.

  • Hallo,


    auch wenn du ihr eigentlich zugesagt hast, dass du vor hast zwei Wohnungen daraus zu machen, sie muss einsehen, dass das eben nicht möglich ist und, dass du dein eigenes Leben führst und dort vielleicht sogar deine Familie gründen willst.

    Wie hat sie sich das vorgestellt? Dass die Miete trotz den Umbaukosten für sie minimalst bleibt?

    Ja, Familie ist wichtig, aber man schuldet seinen Eltern nicht jeden Gefallen. Deine Mutter ist ebenso ein erwachsener Mensch wie du und sollte eigentlich für sich selbst sorgen können. In Deutschland muss niemand verhungern. Mag sein, dass es schwieriger wird. Du könntest sie immer noch finanziell etwas unterstützen, aber das ist nicht deine Pflicht. Wie schon gesagt: Sie ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich.

    In einer Familie sollte zwar ein gewisser Zusammenhalt da sein, aber irgendwann ist die Grenze erreicht.

    Das Haus deiner Mutter zu überlassen und selbst zur Miete irgendwo anders hinziehen ist m.M.n. keine gute Idee. Es ist dein Haus, du willst dort wohnen. Und wenn deine Mutter auf Grund des unmöglich durchführbaren Umbaus dort doch keine eigene Wohnung haben kann, dann ist das einfach so. Da gibt es nicht viel zu diskutieren und das sollte sie auch einsehen. Du hast sie immerhin bisher auch indirekt finanziell unterstützt, indem sie eine so geringe Miete zahlen musste.


    Liebe Grüße

  • Hallo,


    danke für die Antworten.


    Zunächst zum finanziellen. Dies habe ich lediglich erwähnt, da ich zum Ausdruck bringen wollte das ich nun die Möglichkeit habe das Haus nach meinen Vorstellungen umzubauen. Das habe ich wohl etwas falsch kommuniziert :)


    Es ist außerdem für mich keine Lösung, meiner Mutter das Haus zu überlassen und mir dann ein neues zu bauen/zu kaufen oder zu mieten.


    1. Was soll meine Mutter, die bereits 65 ist, mit einem Haus das ca. 120m² Wohnfläche plus Nutzfläche und Grundstück hat? Sie könnte dieses Haus gar nicht halten und es wäre auch zu groß. Gesundheitlich ist sie ebenfalls nicht in der Lage. Die Familienplanung ist hier ja bereits abgeschlossen ;)

    2. Müsste dann die Miete erhöht werden. Außerdem würden dann die Nebenkosten in einigen teilen höher ausfallen, da sie ja nun zurzeit geteilt werden. Dann wäre nur ausziehen eine Lösung.

    3. Habe ich das Haus günstig gekauft und es ist bald abgezahlt. Ich habe auch ehrlicherweise keine Lust dazu, 30 Jahre für ein Haus zu zahlen und erst mit Renteneintritt ist das Haus abgezahlt. Dann stecke ist das Geld lieber in die Renovieren als es der Bank zu geben :)


    Die Sache wird dadurch erschwert, da meine Mutter nach meiner Geburt Schwangerschaftsdepressionen erlitten hatte und keiner der Ärzte hat es für wahr genommen bzw. gemerkt. Dadurch sind im laufe der Jahre Angstzustände entstanden. Dies ist womöglich ein weiter Grund warum sie sich weigert. Es ist dann keiner mehr da der sofort vor Ort ist, sollte es wieder zur Angstattacke kommt. Allerdings habe ich dies schon Jahre lang mitgemacht, das ich zunehmend aggressiv darauf reagiere. Und auch deswegen ist eine räumliche Trennung wichtig, damit das Verhältnis nicht komplett zerstört wird. Allerdings, ist es nicht mehr so schlimm wir früher.


    Ich wäre im übrigen so, das ich meiner Mutter noch nicht mal Miete abnehmen würde. Sondern nur die Nebenkosten. Aber sie möchte es so, damit es später nicht heißt das sie in meinem Haus umsonst gewohnt hat. So heißt es denn, wenn Sie mal wieder sauer ist.


    Mein Bruder, der bereits Familie, Haus usw. hat, kümmert es natürlich nicht bzw. er hält sich daraus. Wirkliche Unterstützung habe ich durch ihn auch nicht. Nur seine Frau stimmt mir zu. Weil sie es eigentlich genauso sieht wie ich. Aber wie das so ist, hält auch sie sich raus.


    Ich bin übrigens 30. Was die Sache auch nicht einfacher macht. Aber ich habe schon so viel erlebt, das ich bereits ein Buch schreiben könnte :)

  • Hallo Nordic_Hamster,


    dein Anliegen allein bzw. mit Freundin etwas eigenes zu haben, ist eine absolute legale Geschichte.

    Nur, das Thema Mutter kannst Du jetzt, nach dem es dir finanziell etwas besser geht, nicht einfach mit einer

    Art "Abschiebung" erledigen!

    Ich würde mir überlegen einen Umbau, eventuell verbunden mit einem Anbau erarbeiten zu lassen,

    den Du im übrigen zu einem späteren Zeitpunkt in deine Wohnung integrieren könntest.

    Es ist alles möglich, incl. einen separaten Eingang.

    Es gibt bestimmt einen Grundriss von diesem Haus, suche Architekten, Fertighaushersteller auf.

    Lasse dir erklären was möglich wäre?

    Du hast alle Zeit, eine passende Lösung zu finden.


    Gerne stehe ich dir für weiteren Gedankenaustausch zu Verfügung.



    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

  • Hallo,


    ich möchte noch einmal darauf hinweisen, das meine Entscheidung nicht auf das finanzielle zurückzuführen ist. Und meine Mutter "abzuschieben" fällt mir natürlich nicht leicht. Aber es ist nun mal so, das man sich irgendwann abnabelt und das normalerweise früher als erst mit 30. Sein eigenes Leben führen zu wollen ist ja nichts verwerfliches.


    Ein Anbau kommt ebenfalls nicht in Frage. Das Grundstück hat inkl. Haus gerade mal 400m². Aufgrund von Grenzabständen etc. wäre das auch nicht mehr möglich. Ich bin außerdem der Meinung, das ich lieber Geld in die Renovierung stecke als noch irgendetwas teuer anzubauen. Ich muss dazu schreiben, dass ich das Haus günstig gekauft und es nächstes Jahr bereits komplett abgezahlt habe. Ich bin darüber ganz froh, das ich nicht bis zu meiner Rente mein Haus abbezahlen muss und erst dann das Vergnügen habe "zu leben" weil der Abtrag für das Haus weg fällt. Ebenso ist das Haus lastenfrei. Das soll, sofern möglich, auch so bleiben.


    Zu der Frage, wie meine Mutter ist, komme ich nun und muss dann etwas ausholen.


    Ich hatte keinen einfachen Start ins Leben, bereits seit meiner Geburt hat meine Mutter unentdeckte Depressionen gehabt. Dieser Zustand hat sich im laufe der Jahre verschlimmert. Am Ende entstand eine Angststörung die es Ihr nicht möglich macht alleine aus dem Haus zu gehen. Es hat sich nun schon etwas gebessert. Es war vor der Scheidung so, das mein Vater da war, bezüglich des Autos zwecks einkaufen etc. Dies hat sich dann schlagartig geändert als ich den Führerschein hatte. Meine Mutter möchte natürlich nur das beste für ihre Kinder, hat aber auch mit Verlustängsten zu tun. Sie hat sich abhängig von anderen gemacht und da ich nur noch dabei also von mir. Es ist immer jemand da, wenn wieder irgendwelche Anfälle von Panik auftauchen. Sie steigert sich in einige Dinge rein. Auch was Krankheiten angeht. Wenn Sie mal zum Arzt muss und keiner da ist der sie fährt, fällt auch schon mal der Satz: "Wofür habe ich denn Kinder". Da ich nur noch in der Nähe bin, fällt es natürlich auf mich zurück. Mit dem Fahrrad ist der Arzt übrigens nur ca. 5 Minuten entfernt. Es gibt immer Ausreden was alles nicht geht weil....Sie versucht das gleiche bei mir, was sie damals bei meinem Vater versucht hat. Hier war es so, das Sie ebenfalls in dem Haus von meinem Vater wohnen bleiben wollte und Wohnzimmer etc. geteilt wird. Man könne sich ja absprechen wenn Besuch kommt. Sie hat in Ihrer Kindheit viel zurückstecken müssen und konnte sich auch nicht viel leisten. Da ist es natürlich klar, das man nun so viel Geld wie möglich behalten will.


    Sie sagte auch einmal zu mir, was MIR lieber ist. Das sie mir das Geld gibt, also Miete, oder einen fremden? - Das wäre denn der Part, schlechtes gewissen einreden.


    Ich könnte nun noch viel weiter ausholen und hoffe das spiegelt ungefähr das Wesen meiner Mutter wider. Kurzgeschrieben: Wir verstehen uns gut, man könnte aber denken wir sind ein alte Ehepaar (Ödipus-Effekt). Sie möchte das beste für Ihre Kinder, aber scheut die Veränderungen und das alleine sein. Dies gehört aber zum Leben dazu und weg bin ich auch nicht. Allein ist sie also nicht.


    Sry. für die Rechtschreibfehler, aber das war nun so viel, das ich es nicht noch einmal durchlese :D. Sollte etwas unklar sein stelle ich es gerne klar.