Freund ist Soldat - Auslandseinsatz

Egal ob Du Liebeskummer, Beziehungsprobleme, Sorgen oder Probleme mit Freunden oder dem Beruf hast, hier bist Du genau richtig. Die Registrierung und Nutzung ist selbstverständlich kostenlos. Doch eines solltest Du vorher noch wissen, wir geben hier nur Tipps aus eigenen Erfahrungen und sind keine Fachleute!
  • Ja, ich wusste, dass er Soldat ist. Ich habe mich darauf eingelassen, verdrängt was für wahnsinnige Sorgen ich mir gemacht habe, als er nur kurz für wenige Tage im Auslandseinsatz war. Zu dem Zeitpunkt waren wir noch nicht zusammen, ich habe auf Grund dieser Erfahrung direkt danach bzw. noch währenddessen meine über zweijährige Beziehung aufgegeben.

    Es hat sich gelohnt, definitiv, ich bin seit 2 Monaten sehr glücklich mit ihm. Obwohl er mit seinen 25 Jahren 8 Jahre älter ist als ich, harmonieren wir. Er zeigt Empathie, ist aufmerksam und akzeptiert jede einzelne meiner Grenzen. Es ist schön zu sehen, wie er seinen "Dienstmodus" ablegt wenn er bei mir ist und einfach so ist wie er ist, auch mal nähe- und schutzbedürftig.


    Je mehr Vertrauen besteht desto schwieriger fällt es mir mit dem Gedanken zu leben, dass er bald für bis zu 7 Monate weg ist. Viel genaueres steht noch gar nicht fest. Ich bin es gewohnt, dass ich ihn eigentlich nur am Wochenende sehen kann, vielleicht auch mal einige Wochen lang gar nicht. Aber in dem Wissen, dass dieser Einsatz einer der gefährlichsten der Bundeswehr ist und dann auch noch diese Dauer ...


    Mit der Zeit habe ich es wieder verdrängt, habe emotional etwas Abstand genommen. Heute meinte er, er hätte mir was mitgebracht: ein Buch zur Einsatzvorbereitung. Außerdem hat er angefangen von den Familienbetreuungszentren zu reden, dass er mich da anmeldet als seine Angehörige, falls ich emotionale Unterstützung bräuchte.

    Jedenfalls hat es mich irgendwie etwas durcheinander gebracht. Ich bin aufgewühlt. Auf ein mal ist alles wieder so real. Bisher konnte ich das vor mir her schieben. Ich hatte und habe so viel zu tun, dass sich das eigentlich schnell verdrängen lässt. Jetzt nicht mehr. "Ach, solange noch keine Infoheftchen, Belehrungen, ... kommen, brauchst du dir noch keine Gedanken darüber machen." Tja, die erste gedankliche Schutzmauer ist gefallen. Ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Was ist, wenn mehrere Monate absolute räumliche Trennung zu viel sind? Keine täglichen "Guten Morgen" und "Gute Nacht" Nachrichten mehr, keine spontanen Anrufe mehr, kein Besprechen von Problemen, keine einzige Umarmung, obwohl letztere so unglaublich gut tun und mich wieder aufbauen. Nicht mal mehr die kalten Füße, die sich sonst unter der Bettdecke immer an den meinen wärmen oder der bettelnde Blick bei der Aufforderung ihm den Rücken zu kraulen.


    Dazu kommen auch seine Sorgen, wie ich das Zuhause überstehe. Er meinte, wenn ich mich doch gegen die Beziehung entscheiden sollte, dass ich es ihm dann erst nach dem Einsatz sagen soll. Vollkommen verständlich, im Einsatz geht es nicht nur um sein Leben sondern auch um das seiner Kameraden. Dennoch ist das Ganze für mich ziemlich negativ konnotiert. Die Aussage, dass er es verstehen könne, macht es irgendwie nicht besser. Ich weiß, dass er sich auch im Einsatz Sorgen um mich machen wird, wie es mir geht, ... Deshalb will ich ihn eigentlich gar nicht noch zusätzlich mit meinen Sorgen belasten.


    Vermutlich muss ich einfach nur ins kalte Wasser geschmissen werden. Bisher habe ich noch immer alles allein geschafft, eigentlich sollte ich auch das schaffen. Trotzdem scheint es nahezu unüberwindbar. Ich habe Angst davor, dass er als ein anderer Mensch zurückkommt. Ich weiß, wie sehr ihm die anderen Erlebnisse psychisch zugesetzt haben. Ich sehe es jede Nacht wieder. Sei es an der "zuletzt online um ..."-Anzeige bei WhatsApp oder weil ich im Schlaf getreten werde, während er irgendwelche Erlebnisse aus der Arbeit vor sich hin murmelt. Es wird durch den Einsatz nicht besser werden.





    Liebe Forenmitlieder,


    ich habe einfach mal alles runter geschrieben, was mir durch den Kopf gegangen ist.

    Falls ihr einen Rat habt, ich würde mich sehr freuen.


    Liebe Grüße


    warrior

  • Hallo warrior,


    herzlich Willkommen hier im Forum.


    Liebe leben und erleben zu dürfen, ist leider nicht immer einfach, kann aber schön, aufregend, lebenswert sein.

    Er ist Soldat und er wird seine Pflichten erfüllen.

    Das ist laut deiner Beschreibung er, deine Liebe!


    Eine Beziehung, eine bzw. diese Liebe beenden?

    Wie soll das denn gehen?

    Solltest Du glauben, echte und wahre Gefühlen kann z. B: wie durch einen Schalter an -und oder ab- stellen, ich denke das weist Du genau, wird nicht funktionieren?

    Gedanken, egal welcher Art vor sich herschieben, geht auch nicht!

    Du / Ihr solltet anfangen über anliegende Entscheidungen zu sprechen.


    Was bedeutet für dich diese Beziehung?


    Gerne stehe ich dir für weitere Zeilen zu Verfügung.



    Liebe Grüße - Patrick



    .

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

  • Hallo Patrick,


    erst ein mal möchte ich mich für deine Antwort bedanken.


    Dass es keinen Schalter gibt um Gefühle zu aktivieren oder deaktivieren, das ist klar. Ich sehe aber, wie ihn seine Arbeit belastet (s. Eingangspost, seine Alpträume). Es war seltsam, wir haben uns kennengelernt und wir beide haben uns noch nie so verstanden gefühlt. Innerhalb von einer Woche hat er mit mir über ein Erlebnis während eines der anderen Auslandseinsätze geredet, worüber er noch nie geredet hat. Sowas und das beidseitige Gefühl einander zu kennen, kannte ich bzw. kannten wir bis dahin gar nicht. Dann kam der besagte kurze Einsatz aus dem er zurück kam wie ein anderer Mensch. Diese Veränderung war noch "okay". Es war nicht einfach damit klar zu kommen, aber es geht. Nur, als was für ein Mensch kommt er zurück (falls er überhaupt zurück kommt), wenn er monatelang weg war? Es ist vor allem die Veränderung, die mir Sorgen bereitet.


    Wie schon gesagt möchte ich ihn nur ungern mit meinen Sorgen belasten, denn Sorgen haben im Einsatz nichts zu suchen. Eine Sekunde abgelenkt zu sein, kann nicht nur sein Leben, sondern auch das von vielen anderen bedeuten. Ich fürchte, das muss ich ohne ihn schaffen.


    Die - mehr oder weniger - gute Nachricht ist, dass er seine berufliche Karriere von mir abhängig machen will. An sich bedeutet es mir viel, dass ich ihm so wichtig bin, dass er eventuell nach dem Einsatz einen anderen Werdegang einschlagen möchte, um sicher zu gehen, dass ich mit seiner Arbeit klar komme. Aber es ist sinnlos. Er überlegt eine Position zu ergreifen, durch die er alle 3 Monate im Einsatz wäre. Für mich ist das aus jetziger Sicht ein absolutes No-Go, versuchen würde ich es, falls er das wirklich machen möchte, aber versprechen, dass ich dort nicht an meine Grenzen gelange, kann ich nicht. Es wäre gut möglich, dass die Beziehung dann daran scheitern würde. Allerdings werde ich ihm nicht sagen, dass er das nicht "darf" oder sonstiges. Die Entscheidung werde ich ihm nicht abnehmen, die muss er allein fällen, denn ich habe kein Recht dazu sein Leben in derartiger Hinsicht zu beeinflussen. Er lebt für seinen Job und wenn es nicht sein soll, dann soll es nicht sein. Das sagt zumindest der rationale Teil in mir, ich vermute, der hat auch Recht.


    Du hattest mich noch gefragt, was mir die Beziehung bedeutet. Ich denke, das lässt sich einfach nicht beschreiben und kann daher nur sagen, dass mir noch kein Mensch so wichtig war.


    Liebe Grüße

  • Weißt du Warrior, wenn ich deine Zeilen so lese, dann vermisse ich darin irgendwo explizit die größte und wichtigste Angst von allen, die man als Partner in so einer hausgemachten Fatalsituation zwangsweise entwickeln muss. Ich an deiner Stelle hätte keine Angst, dass er fort ist oder sich verändert. Ich an deiner Stelle hätte höllische und unendliche Sorge, dass er nie mehr lebend wieder kommt. Diese Essenz würde mir keine ruhige Minute lassen. Das klingt jetzt vielleicht hart, aber welche Funktion erfüllt er denn als Soldat? Im Grunde ist er eine Person die staatliche Befehle in militärischer, exekutiver Form ausführt und durchsetzt. Dabei wirft er sein Leben und alle anderen Bindungen, die er besitzt mit in die Waagschale. Der Tod gehört mit zu diesem Geschäft, auch wenn das Risiko in der Bundeswehr im Auslandseinsatz deutlich geringer liegt. Dennoch ist es da und der Tod von Soldaten ist einberechnet. Sein Tod ist also unter Umstand kalkuliert und in gewisser Weise in einer Wahrscheinlichkeit messbar.


    Meines Erachtens gibt es keinen sinnigen Grund als Mensch, der aus einem freien Land wie dem unseren stammt, seiner Familie, seinem Partner, seinen Freunden und allen anderen nahe stehenden Personen diese schwere Last aufzuerlegen. Die Wertigkeit der Dinge steht da in keinem annehmbaren Verhältnis. Kein Geld, keine Ehrung und keine Erfahrung daraus sind es wert dies aufs Spiel zu setzen und auch das verblendete Ego es tun zu müssen und der Drang nach vermeidlicher Selbstbestimmung oder dem Irrglauben etwas Gutes zu tun, versagen genau da. Wir Menschen sind alle empfindsame Wesen, theoretisch, wenn keiner eine Waffe in die Hand nimmt, keiner zum Soldaten wird, dann gäbe es keinen Krieg und damit kein Leid. Mit der Waffe in der Hand lindert man nichts, ebenso wenig wie es erstrebenswert ist in einen "Dienstmodus" umzuschalten. Das aber ist deinem Freund offensichtlich nicht wirklich bewusst und genau deswegen (entschuldige bitte die Formulierung) ist er ein Idiot.

  • Hallo warrior,


    ich verstehe deine Gedankengänge betreffend eurer Beziehung.

    Wenn ich deinen ersten Text richtig gelesen habe, war dein Freund schon mindestens einmal im Einsatz.

    So jetzt kommen wir zu einer bzw. deiner Sichtweise bzw. zu deinen Gedanken betreffend der Tätigkeit deines Freundes.

    Du bist noch sehr jung an Jahren, deine gemachten Erfahrungen betreffend Beziehungen sind noch nicht so ausgeprägt.

    Eine Beziehung sollte unter anderem gegenseitigen Respekt und gleichgeschaltete Toleranz beinhalten.

    Diesen von dir beschriebenen "Schongang" keine mentale Belastung durch Sorgen, Problemfälle und einiges mehr im Einsatz ist leider etwas Realitätsfremd.

    Wenn seine Gefühle richtig und wichtig dir gegenüber sind, ist dein , sein "Zuhause" gedanklich bei ihm immer präsent.


    In einem Punkt hast Du recht, Zukunftsentscheidungen treffen die auf Gefühle eines Partners aufgebaut sind, ist immer ein "Lottospiel".

    Du, Er und nur wenige Menschen auf dieser Welt wissen welche Situationen der Mensch "leben" darf, je nach Sichtweise auch soll, muss.

    Es ist egal welche Einstellung man verwendet, wichtig ist das jedes erleben getroffener Entscheidungen Menschen prägen und auch "weiterbilden".

    Was ist schon für ewig?

    Vieles auf dieser Welt ist eine "Momentaufnahme"! Deshalb sollte man getroffene Entscheidungen immer wieder neu überdenken und diese notfalls korrigieren.

    Also, er ist Soldat und somit nicht aus Watte.

    Er hat sich entschieden und er wird seinen Weg gehen.

    Menschen ändern sich, mit seinen gemachten Erfahrungen und das wichtig und auch richtig so.

    Du wie auch jede andere Person, sollte immer wieder überprüfen ob man sich selbst noch mit den jeweiligen Anliegen identifizieren kann.

    Also, gebe dir Luft, nehme Abstand und entscheide dich ohne Druck, wie dein Weg weiter gehen sollte.



    @ Derran


    deine Gedanken sind teilweise nachvollziehbar.

    Wenn sich jemand dafür entschieden hat, Soldat zu werden, muss und sollte er damit rechnen ein erhöhtes Risiko betreffend eines schnellen Ablebens eingegangen zu sein.

    Nur, die Wellt benötigt zur Befriedung, zum Aufpasser geistiger "Höhenflieger", Soldaten.

    Also, ist ein Teil deines Textes Wunschdenken mindesten solange die Menschheit, ihre Gier nach allem und jedes, jedem existiert, Erfüllung findet.

    Eine Frage an dich:

    Wer sind denn jetzt die "Idioten" dieser Welt, diejenige die durch ihre Dummheit, Gier morden, ganze Völker ausrotten oder diejenige, die für ihre Ideale, in Uniform, ausgestattet mit einem offiziellen Auftrag ihr Leben zur Unterbindung solcher Praktiken, ihr Leben riskieren??



    Gerne stehe ich für weiteren Gedankenaustausch zu Verfügung.



    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

    3 Mal editiert, zuletzt von Patrick ()

  • Nun Patrick,


    ich sehe du hast auch dieses naive Denken über die Bedeutung eines Soldaten. Ein Soldat ist nicht der schimmernde Held, er ist nicht, derjenige, der für seine Ideale und in Uniform mit einem offiziellen Auftrag sein Leben riskiert! Verabschiede dich von diesem Schwachsinn! Es gibt auf dem politischen Parkett kein Schwarz und Weiß. Diese Einteilung in Gut und in Böse funktioniert so einfach nicht. Staaten handeln nicht gut oder böse. Staaten agieren oder reagieren und das entweder, weil sie dazu gezwungen werden oder aber Ziele hegen, die ihnen bei Erreichen Nutzen einbringen. So funktioniert Globalpolitik!


    Grundsätzlich sollte man es also so sehen, dass eine Staatsmacht stets politische Ziele, der jeweils Herrschenden vertritt. Wenn man also unter einem Banner einer Staatsmacht eine militärische Laufbahn einschlägt, dann sollte man sich absolut bewusst werden, dass man das kleinste Zahnrad in einem extrem großen Gebilde wird und einem die Aufgabe unterliegt die politischen Ziele einer Staatsmacht umzusetzen und durchzusetzen. Gleichzeitig verliert dabei das höchste Gut, nämlich das Leben an Bedeutung.


    Das ist ein simples Bild über die Rolle eines Soldaten.

  • Hallo Derran,


    das von dir angesprochenen "naive Denken" ist wieder deine persönliche Ansicht.

    Du urteilst, ohne die Hintergründe einzelner Mitmenschen zu kennen.

    Du kennst weder die einzelnen Geschichten, noch die Erfahrungen die Menschen in ihrem Leben erleben "durften".


    Der Anlas, wieso, weshalb Soldaten, Polizisten eingesetzt wurden und auch immer wieder werden, kann Neid, Sucht, Reichtum gepaart mit Unterdrückungen und viele Gründe mehr sein.

    Die Grundlage eines Einsatzes kann nicht das "Problem" sein, sondern es sind immer der oder die Menschen

    die Entscheidungen ganz bewusst treffen, Vorteilsnahme zum eigenen Vorteil zu nutzen und dies nach dem Motto "Koste es was es wolle".


    "Schwachsinn" sind behauptende Aussagen, die eigentlich seine eigene Argumentationsschwäche, ein zulassen anderer Argumenten aufzeichnet.


    Menschenleben und hier gebe ich dir absolut recht, spielen auf der großen Bühne einzelner Staaten, der Welt, nur bedingt noch eine Rolle.


    All diesen Themen zum Trotze, hat jeder Mensch die Wahl auf das Recht seine eigenen Erfahrungen selbst machen zu dürfen um eventuell auch im nachhinein seine Meinung, sein ICH neu zu "überdenken" um diese neu zu gestallten.


    Auch auf diesem Wege lernen Teile der Menschheit, die Frage nach der eigenen Persönlichkeit zu beantworten.



    Für weitere Post stehe ich gerne zu Verfügung.



    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

  • Nein, ich urteile auf Grund von bestehenden Fakten. Übrigens, bevor wir diese Diskussion weiter führen, ich mache einen Unterschied zwischen Polizisten und Soldaten. Den solltest du bitte auch ziehen, weil diese beiden Berufe etwas vollkommen unterschiedliches sind und auch die Aufgaben sich dem entsprechend unterscheiden.


    Aber mal zurück zum Soldaten. Machen wir mal eine kleine Exkursion. bei der ich dir zeigen werde, dass man doch gut daran tut die Sache nicht so sonderlich einfach zu sehen, wie du das meinst und mir damit Unwissen und Behauptung vorzuwerfen. Es ist eher umgedreht. Ich will nicht einmal sagen, dass es Unwissen ist, sondern würde viel mehr dazu tendieren, dass die gegebenen Fakten nicht richtig zusammengebaut werden.


    Stellen wir uns mal vor du bist ein Soldat der in den Auslandseinsatz geschickt wird. Dein Hauptarbeitswerkzeug ist das Sturmgewehr G36 aus dem Hause der Firma Heckler & Koch. Es handelt sich hierbei um einen Vollautomaten als Gaslader mit dem du 5,56 × 45 mm NATO-Munition verschießen kannst. Dabei kannst du 750 Schuss pro Minute abgeben. Das G36 ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff und mit Einlagen aus rostfreiem Stahl gefertigt. Heckler & Koch ist, mit seinen Töchtern und durch seine Holding ein börsennotiertes, deutsches Rüstungsunternehmen, welches 2016 202 Mio Euro Umsatz erwirtschaftet hat. Damit gehört diese Firma zu den fünf größten Herstellern für Gewehre und Pistolen weltweit. HK beliefert 88 Staaten direkt mit Waffen. Das bis 2003 produzierte G3 ist neben der Kalaschnikow mit Stückzahlen von 70 bis 100 Millionen der größte Kassenschlager dieser Firma. Heckler & Koch ist Mitglied der National Rifle Association (NRA), die dir ja auf Grund von der Problamtik des Schusswaffenmissbrauchs in den USA ein Begriff sein sollte.


    Es handelt sich also um ein kapitalistisches Unternehmen, welches Krieg und militärische Konflikte als Motor ihres Geschäftes benötigt. Waffen und Munition werde hier also als Produkte gesehen. Bitte verinnerliche dies bevor du weiter ließt und denk bitte auch an die Problematik des Gewinnstrebens.

  • Gehen wir aber weiter ins Detail.


    Die BRD förderte bis in die 70er die Waffenverbreitung von Kleinwaffen im Kalten Krieg und das trotz Exportbeschränkungen. Desweiteren wurden für das G3 bis 1988 Ausfuhrgenehmigungen für 88 Staaten und Herstelllizenzen zum Nachbau an 16 Staaten vergeben. Für andere seiner Waffen und Weiterentwicklungen des G3 vergab H&K selbst private Herstellungslizenzen. Die Waffen MP5, HK21, HK23E, HK33, G36, G41, HK53, P7 und HK GMW werden in Großbritannien, der Türkei, Saudi-Arabien, Pakistan, Griechenland, Mexiko, Portugal, Thailand, Spanien und Italien hergestellt.


    In Oberndorf hergestellte HK-Waffen tauchten öfter in Staaten auf, für die vor 1990 ein westdeutsches oder später ein gesamtdeutsches Waffenexportverbot bestand. Von H&K legal exportierte Waffen wurden in Empfängerstaaten zum Teil für unter Menschenrechtsgesichtspunkten umstrittene Zwecke benutzt, etwa ab 1984 für Hinrichtungen in einem Hochsicherheitsgefängnis in Thailand oder 1992 zur Ermordung aufständischer Häftlinge in Brasilien. Von 1960 bis 1980 hatte H&K große Mengen des G3 an Sudan und Tschad geliefert. Zudem hatte die bundesdeutsche Firma Fritz Werner Geisenheim (heute Teil von Ferrostaal) in Khartum eine Munitionsfabrik gebaut, die bis mindestens 2007 von Pakistans POF, einem HK-Lizenzwerk, beliefert wurde. In den 1980er Jahren erhielt Sudan HK-Lizenzwaffen aus Großbritannien und Saudi-Arabien sowie 1992 aus dem Iran. Diese setzten sudanesische Milizen gegen südsudanesische Rebellen ein, worauf deren Gefechte 2003 zum Darfur-Konflikt eskalierten. 2004 rüstete Mohamed Ahmed Harun, Minister des Sudan, die Dschandschawid erneut mit G3-Gewehren aus dem Iran auf. Daraufhin erließ der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen ihn. 1992 während eines UN-Waffenembargos wurden vom Beschussamt Ulm markierte G3-Gewehre nach Jugoslawien geliefert und von serbischen Scharfschützen gegen bosnische Muslime verwendet. In 1992 entdeckte Notizen eines Offiziers des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) machten bekannt, dass die DDR jahrelang verdeckte Kontakte mit HK-Vertretern gepflegt und HK-Waffen gekauft hatte. Demnach bot das MfS H&K 1989 an, HK-Lieferungen im Wert von über 16 Millionen Mark mit Platzpatronen zu begleichen. Unter anderem besorgte das MfS auch das von der Bundeswehr abgelehnte G11 und ließ es DDR-Rüstungsfirmen vorführen. Der Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski soll 1983 legal an Österreich gelieferte HK-Waffen in die DDR importiert haben. 1988 soll er 50 MP5-Koffer für Spezialeinheiten des MfS erworben haben. Die DDR führte Waffen, Zielprojektoren, Granaten und Spezialmunition von H&K über Drittstaaten ein. H&K zufolge wurden nur 39 Werkzeugmaschinen an die DDR geliefert. 1991 wurde wegen dieser DDR-Kontakte ein Ermittlungsverfahren gegen H&K eingeleitet, die Firmenzentrale wurde erst im August 1992 durchsucht. Ein Untersuchungsausschuss des Bundestages zu DDR-Regierungskriminalität fand nach deutschen und britischen Medienberichten von 1993 und 1994 heraus, dass die damalige Staatsfirma Royal Ordnance (RO), der damalige Eigentümer von H&K, in den 1980er Jahren Lieferungen von HK-Waffen nach Sierra Leone und Kolumbien vorgetäuscht hatte. Dazu habe RO die HK-Waffen umgebaut, neu verpackt und mit gefälschten Papieren ausgestattet. Tatsächlich seien sie mit DDR-Schiffen nach Rostock an das MfS, ferner an die Contras in Nicaragua und Staaten im Mittleren Osten geliefert worden. Damit habe RO bundesdeutsche Exportverbote für diese Staaten umgangen. Ab März 2004 verkaufte H&K legal einige G36 an Mexikos Verteidigungsministerium. Ab September 2005 stuften die bundesdeutschen Behörden die Menschenrechtslage in den mexikanischen Bundesstaaten Chiapas, Chihuahua, Guerrero und Jalisco wegen Korruption und Folter als bedenklich ein und verweigerten die Genehmigung weiterer Waffenexporte dorthin. H&K verfügte über gute Verbindungen zu den deutschen Behörden und war informiert, welche mexikanischen Bundesstaaten als belieferungsfähig galten und welche nicht. H&K stellte daraufhin einen neuen Antrag, in dem nur noch als sicher eingestufte Bundesstaaten als Empfänger deklariert waren. Die Behörden genehmigten die Waffenexporte in andere Bundesstaaten Mexikos, obwohl sie selber anzweifelten, dass mit der Differenzierung eines Staates in belieferbare und nicht belieferbare Regionen eine Kontrolle möglich sei. Auch gab es völkerrechtliche Bedenken über die innerstaatliche Verwendungsbeschränkung. Damit erhielt H&K weitere deutsche Exportgenehmigungen für Mexiko, ohne dass der Bundessicherheitsrat darüber beriet. Am 19. April 2010 stellte der Friedensaktivist Jürgen Grässlin unter anderem wegen mutmaßlicher illegaler Exporte nach Mexiko, die ihm auch ein früherer H&K-Mitarbeiter bestätigt habe, eine Strafanzeige gegen H&K. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart nahm daraufhin Ermittlungen auf. Im Dezember 2010 berichtete Report Mainz, H&K habe seit 2005 G36-Gewehre an die Polizei jener vier mit Exportverboten belegten Unruheprovinzen Mexikos geliefert. Ein dortiger Polizeivertreter gab an, H&K habe dafür die zentrale Waffeneinkaufsbehörde DCAM bestochen. Auch ein Ex-Mitarbeiter der Firma erklärte schriftlich, H&K habe illegal Gewehre und Ersatzteile nach Mexiko geliefert, die staatliche Genehmigung dafür mit einer Falschaussage erreicht, den verantwortlichen Beamten der DCAM mit 25 US-Dollar für jedes verkaufte G36 und 20 US-Dollar für jede HK-Kurzwaffe bestochen und die Polizei einer Unruheprovinz an den HK-Waffen geschult. Die Staatsanwältin Claudia Krauth vermutete, H&K habe eine Spende von 2010 an die FDP Tuttlingen „im Zusammenhang mit Genehmigungen von Waffen nach Mexiko gezielt platziert“. Am 21. Dezember 2010 durchsuchten 20 Polizeibeamte deswegen die Geschäftsräume von H&K. Im Bürgerkrieg in Libyen (2011) erbeuteten Aufständische in Mohammed al-Gaddafis Residenz in Tripolis dutzende G36-Sturmgewehre aus deutscher Herstellung von 2003, aber mit unkenntlichen Waffennummern. Die Firma kündigte an, ein eigenes Expertenteam nach Libyen zu senden, um die Herkunft der Waffen zu ermitteln. H&K zufolge wurden die in Tripolis erbeuteten G36-Gewehre 2003 mit behördlicher Genehmigung an das ägyptische Verteidigungsministerium geliefert. Man wisse nicht, wie sie von dort nach Libyen gelangt seien. Im September 2011 stellte Jürgen Grässlin Strafanzeige gegen H&K wegen des Verdachts illegaler Waffenlieferungen an Libyen, H&K selbst stellte Strafanzeige gegen Unbekannt, da man keine Waffen an Libyen geliefert habe. Ab Oktober 2011 ermittelte die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen H&K wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz bei den nach Libyen gelangten HK-Waffen. Zum 1. Juli 2014 wurde das Verfahren eingestellt. Laut Staatsanwältin Claudia Krauth ließ sich kein hinreichender Tatverdacht nachweisen, da der Weg der Waffen nach Libyen nicht mehr geklärt werden könne. Von 2006 bis 2008 arbeitete HK eng mit der US-Sicherheitsfirma Blackwater Worldwide zusammen. Seit 2007 wurden Morde von Blackwatersöldnern an Zivilisten im Irak bekannt. Im August 2008 wurde bekannt, dass Truppen Georgiens G3-Gewehre im Kaukasuskrieg einsetzten, obwohl die Bundesregierung einen Exportantrag von H&K für eine Lieferung von 230 Stück G3 nach Georgien im Januar 2006 abgelehnt hatte. Die Aufklärung des illegalen Exports und gegebenenfalls Einstellung weiterer Rüstungslieferungen an Lizenzempfänger von H&K wurden im Bundestag verlangt. Importeure deutscher HK-Waffen und Hersteller lizenzierter Nachbauten haben ihre Produkte entgegen deutschen Auflagen öfter auch in Krisengebiete verkauft. So erklärte der Direktor von MKE/Türkei im Mai 1995, man verkaufe das G3 und MP5 in einige Staaten des Mittleren Ostens. Im Juli erklärte das Bundeswirtschaftsministerium dazu, man habe MKE keine Exportrechte erteilt und von deren Exporten keine Kenntnis. Die Türkei lieferte 1998 500 MP5 an Indonesien, als dieses einem britischen Waffenembargo unterlag. Der Iran und Pakistan hatten sich vertraglich verpflichtet, HK-Waffen nur für eigene nationale Kräfte herzustellen, verkauften sie dann aber in weitere Krisenstaaten. Zudem produzieren Iran und Myanmar das G3 vertragswidrig auch nach Erlöschen der Lizenz und lassen auch ungenehmigte Nachbauten der MP5 anfertigen.


    Wenn du dich jetzt bis hier hin durchgekämpft hast, dann muss ich dich enttäuschen. Dieser Auszug (den ich auf Grund der Einfachheit halber von Wikipedia für dich kopiert habe und der dort mit gängigen Quellenangaben fundiert ist) zeigt nur eine kleine Facette. Wir sind da noch nicht einmal bei weiteren Rüstungsexporten, wie beispielsweise Panzern oder Fluggeräten aus deutscher Produktion, bzw. Coproduktion oder staatlichen Großprojekten. Allerdings reicht meines Erachtens schon allein die Betrachtung von Heckler & Koch aus, um zu begreifen, dass man als Bundeswehrsoldat damit nicht gegen das Problem des Krieges arbeitet, sondern man zu einem Teil eines weit größeren und undurchschaubaren Systems wird. Ich möchte allerdings hier gerne wieder zu der Ausgangsproblematik von Warrior zurückkehren, allerdings genau diese Quintessenz der Erkenntnis heraus kristallisieren. In diesem perversen System in dem es nur um Geld geht, Leid und Tod essentieller Bestandteil ist, funktioniert die einfache Grundhaltung eines Menschen nicht mehr. Ab diesem Punkt sollte jedes vernunftbegabte Wesen kritisch hinterfragen, was es hier eigentlich tut, für wen er das tut und warum. Ich an der Stelle von Warriors Partner würde nicht den Stiefel in diesen Sumpf setzen, mich benutzen, mich missbrauchen, mich täuschen lassen oder gar dafür mein Leben riskieren.


    Die Lösung ist viel simpler, man legt es ab und geht nach Hause, um dort das wirklich Wichtige zu finden und sich darum zu kümmern! Partner, Familie, Freunde, das Leben.

  • Hallo Derran,


    deine geschriebenen Zeilen weisen Daten und Fakten auf, deren Verlauf sich "nur" um das eine dreht.

    Bei diesem geht es um Geschäfte machen.

    So ganz nach dem Motto; egal mit was, egal mit welchen Mitteln, egal auf wessen Kosten.

    Die Hauptsache ist Reichtum und Macht.

    Menschenleben spielen bei dieser Art von Geschäften, keine Rolle.

    Um sogenanntes "Zivilleben" schützen zu wollen (können????) wird der "Soldat" benötigt.

    Auch hier spielen die Folgen für den einzelnen Teilhaber keine Rolle.

    Die Polizei wird, sollte, muss genau so, wie der Soldat bei seinen Einsätzen, immer damit rechnen, sein Leben bei Einsätze gegen oder auch für "Chaoten" zu verlieren.

    Das Übel aller Dinge ist und bleibt die Sucht nach Geld und Macht, Neid auf Alles und Jeden.

    Könnte man diese Grundlage des "Bösen" eliminieren, müsste man den Menschen mit seinen Genen neu erfinden.


    Trotz all diesen unschönen Themen, bin ich immer noch der Überzeugung, das jeder Mensch ein Recht auf seine freie Entscheidung betreffend seines Lebens besitzt.

    Der Mensch sollte lernen getroffene Entscheidungen zu akzeptieren und wenn möglich, diese auch ohne Scheu, ohne "Gesichtsverlust" revidieren zu können.

    Dieser Weg ist wesentlich schwieriger zu gestallten.


    Jetzt noch ein Wort zu dem Partner von Warrior.

    Du, Ich kennen weder Ihn, seine Vorstellung, seine Überzeugung, wieso, weshalb er sich zu diesem Schritt entschlossen hat.

    Welche Erfahrungen er sammeln durfte oder auch musste, um von dieser Idee des Soldaten überzeugt zu sein.

    Man kann nur hoffen, das seine Erfahrungen, ihn so beeinflussen wird, das er selbst zum richtigen Zeitpunkt die passende Reaktion zeigt.


    Gerne stehe ich dir, leider erst wieder am Freitag der Folgewoche, zu einem weiteren Gedankenaustausch zu Verfügung.


    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

  • Hallo,


    es war jetzt erst ein mal sehr viel zu lesen. Für mich hat der Rückblick wenig mit dem zu tun, was mein Freund in seiner Arbeit tut.

    Selbstverständlich kann man jegliche Waffengeschäfte in Frage stellen, aber darum geht es nicht.

    Er als einzelne Person hat sich dafür entschlossen für andere Menschen zu kämpfen. Dass es nicht nötig wäre, wenn es Frieden gäbe, ist klar, aber das ist reines Wunschdenken. Islamisten würden sich noch stärker ausbreiten und Terror verbreiten, als es eh schon der Fall ist. Immer mehr Menschen würden fliehen. Ich habe nichts gegen hier hilfesuchende Menschen, aber irgendwann sind die Kapazitäten Deutschlands ausgeschöpft. Wir können nicht immer noch mehr Menschen helfen, das löst nicht das Problem. Es geht um die Ursachen-Bekämpfung, zu der die Bundeswehr einen großen und wichtigen Teil beiträgt.

    Dass die Bundeswehr indirekt umstrittene Waffenhändler unterstützt ist hierbei nebensächlich. Das klingt erst mal blöd, ja. Aber für jegliche anderen Waffenhändler sind ihre Waffen ebenfalls nur ein Produkt, das verkauft werden soll. Man kann aber keine Ursachen-Bekämpfung ohne Waffen betreiben, das funktioniert schlicht nicht. Irgendwo her müssen die Waffen also kommen.


    Derran : Jeden Soldaten im Prinzip als "Idiot" zu betiteln deutet für mich lediglich auf Intoleranz hin. Es ist vollkommen okay, wenn du die Bundeswehr nicht unterstützt. Das ist deine persönliche Entscheidung, du musst sie nicht gutheißen. Aber wie heißt es so schön: Leben und leben lassen, solange das eigene Leben oder das eines anderen nicht gefährdet wird. Die Bundeswehr schreitet auch nur zu Verteidigungszwecken ein und zettelt keinen neuen Krieg an.

    Dir fehlt in meinen Zeilen die Angst, dass er nie wieder nach Hause kommt? Natürlich existiert sie und ja, natürlich ist die Gefahr deutlich erhöht. Das ist ein Risiko, das dieser Beruf so an sich hat. Es macht aber keinen Sinn sich den Kopf darüber zu zerbrechen, ob der andere stirbt oder nicht. Als Daheimgebliebener geht man immer davon aus, dass der andere wieder gesund nach Hause kommt. Mal ganz abgesehen davon, dass ich sofort weiß, wenn etwas passiert sein sollte. Ja, es kann jeden Moment eine Nachricht kommen, aber so lange keine kommt, ist alles gut. Und so lange sollte man sich nicht den Kopf darüber zerbrechen, denn das macht einen kaputt.


    Ich muss jetzt mal aufhören mit dem Schreiben und stattdessen meine Kreuzchen setzen.


    Liebe Grüße

  • Nun, ich merke an ihr beiden versteht es nicht, wohl oder übel aus Gründen der Unwissenheit, die man hier unmöglich in einem Forum alle beheben könnte. Dennoch, vielleicht solltet ihr beiden wirklich versuchen euch mehr mit dem Thema auseinander zusetzen. Je mehr man das nämlich tut und je mehr man die Zusammenhänge versteht, umso weniger ergibt das alles einen Sinn.


    Da ist das Beispiel des Islamismus ein gutes Paradebeispiel. Der Islamismus und daher auch der islamistische Terrorismus hat seine Wurzel in den endlosen Interventionen der westlichen Welt. Man könnte sogar soweit gehen und sagen, dass geschichtlich die Kolonialzeit den Grundstein dafür legte. Es geht dabei wie schon erkannt nur um Macht und Profite. Das ist leider der rote Faden der sich durchzieht. Wie gesagt bildet euch damit, denn ich denke man sollte dieses Wissen zuerst haben bevor man sich darüber ein Urteil bildet.


    Wenn ihr beiden das nämlich tun würdet, dann würdet ihr sehen, dass ich grundsätzlich nichts dagegen habe, wenn ein junger Mensch beschließt Gutes zu tun. Ich finde es hoch lobenswert, wenn jemand diesen Entschluss für die Allgemeinheit findet. Lobenswert finde ich es allerdings nicht wenn er nicht darüber nachdenkt wie er das tut. Denn damit stellt sich die Sinnhaftigkeit seines Handelns in Frage und man löst das Problem nicht, man wird Teil dieses Problems. Und ja Warrior, ich bin intolerant! Intolerant gegen dieses globale, menschenverachtende System was von Politik und Wirtschaft getragen wird. Ich bin intolerant gegen Gewalt, gegen all die sinnlosen Ungerechtigkeiten, gegen all das unnötige Leid.


    Soldaten sind nicht nur Idioten, Soldaten müssen auch Idioten sein, denn ihnen wird ein wichtiger Bestandteil ihres Wesens von vorneherein genommen. Soldaten sind Menschen. Menschen sind vernunftbegabte Wesen, die in ihrer Art und Weise einen freien Willen besitzen und den Drang hegen ihre Umwelt zu erkunden und auch zu hinterfragen. Dieser Aspekt wird einem Soldaten aber abgesprochen. Ein Soldat denkt nicht mehr selbstständig und er hinterfragt nicht. Er folgt Befehlen und verliert damit einen Teil der ihn als Mensch ausmacht. Ein Mensch hat aber die unabdingbare Pflicht zu denken und zu hinterfragen! Genau deswegen ist so ein "Dienstmodus" in einem Soldatenkopf auch notwendig, genauso wie die fadenscheinigen Rechtfertigungen, die eines Soldatens Psyche benötigt, um diesen krassen Widerspruch in sich selbst ertragen zu können.


    Es ist sinnlos was dein Partner als Soldat tut. Er wird niemals so verhindern können das neue Krisen geschaffen werden, er wird die Krise so auch nicht lindern, weil es die militärische Macht nicht vermag. Militärische Präsenz sorgt nur für Gewalt oder unterdrückt. Der Aspekt der öffentlichen Sicherheit und Ordnung lässt sich viel mehr durch innere Mechanismen herstellen. Krisengebiete sind deswegen auch nur Absatzmärkte für die Rüstungsindustrie und Spielplätze für deren Produkte. Der Auftrag der Bundeswehr ist in diesem Kontext als fraglich einzustufen, weil schon das Wort "Verteidigungsarmee" eindrucksvoll zeigt wie offensichtlich sie nur ein Codewort für einen verlorenen Weltkrieg ist. Die Gefahr des Krieges, aber auch Krieg alleine schafft Nachfrage auf allen Seiten. Da gibt es keinen Unterschied zwischen Angriff und Verteidigung. Es ist vollkommen egal welche Interessen die jeweilige Partei verfolgt. Grundsätzlich gilt nur, wer die nötigen Mittel besitzt, der bekommt alles was er haben möchte. Und es gilt "Waffen erhalten den Frieden", genauso wie sie Initiative bieten. Das allein ist der Grund der Rüstung rechtfertigt. Deswegen trägt ein Bundeswehrsoldat ein G36. Das G36 ist ein Produkt. Ebenso erhält deswegen der IS auch Geländewagen von Nissan auf dem sie ihre Luftabwehr aufbocken können. Gleiches gilt für Panzer, deutscher Technologie, Leopard 2 Panzer gehen an Saudi-Arabien, weil diese zahlen können. Es ist ein immerfort währender Kreislauf in dem es nur darum geht, dass sich die Dinge wiederholen. Wenn man das erkannt hat und dabei spreche ich nicht einmal nur von der Ausgangssituation des Bundeswehrsoldaten, sondern von allen möglichen Ausgangssituationen jedes Menschen, der es vorzieht in den Krieg zu ziehen, dann kann man nur zu dem Schluss kommen, dass es das Beste ist sich der Sache zu entsagen.


    So und damit bin ich raus aus diesem Thema. Ich hoffe für dich Warrior, dass dein Partner die Wichtigkeit der Dinge erkennt und das nicht erst wenn es zu spät ist. Eure Beziehung hat nichts gewonnen, wenn er im schlimmsten Falle in einem Sarg zurück nach Deutschland kommt. Aber auch die geringeren Übel wie Verletzung, Trauma oder eine Psychose auf Grund von einschneidenden Erlebnissen, sind nicht weniger schlimm. Das sind alles unnötige Dinge, die jedem erspart bleiben sollten.

  • Mag sein, dass unsere Vorfahren die Schuld an all dem tragen, bzw. das ausgelöst haben. Aber was spielt das für eine Rolle? Der IS wird nicht aufhören, nur weil die NATO beschließt die Waffen niederzulegen. Das ist völliger Schwachsinn. Und man kann auch kein Land wieder aufbauen, das von Islamisten in Angst und Schrecken versetzt wird. Erst wenn die Islamisten zurückgedrängt wurden ist das möglich und genau darum geht es. Aber ich sehe, dass die Diskussion keinen Wert hat. Außerdem geht es wie bereits gesagt nicht darum, ob Soldaten gut sind oder nicht. Mal ganz davon abgesehen, dass du ihnen jegliche Intelligenz absprichst, was völliger Schwachsinn ist. Wie überall gibt es welche, die garantiert nicht die Hellsten sind, aber ein normaler Soldat ist durchaus in der Lage zu hinterfragen. Du verfälscht den Begriff "Dienstmodus" sinnlich komplett. Beim Dienstmodus ablegen, geht es darum, dass man nicht mehr permanent darauf konzentriert ist, wo Gefahren sein könnten, dass man das bundeswehrtypische Verhalten ablegt, heißt z.B. mit dem Vornamen vorstellen und nicht mit dem Nachnamen, dass man dabei nicht stramm steht. Ja, diese Verhaltensweisen sind eigentlich sinnlos, das wissen die Soldaten selbst auch, aber es ist einfach so üblich, genauso wie Geschäftsmänner andere Verhaltensweisen aufzeigen müssen, die eigentlich überflüssig sind.

    Aber es ist gut, dass du aus der Diskussion raus bist, denn es geht um die Tatsache, dass er Soldat ist und wie man damit umgeht als Daheimgebliebene, nicht darum, ihn seinen Berufswunsch und sein damit verbundenes Glück auszureden.

  • Hallo Derran,


    deine geschriebene Texte bezeichnen mehr das Wunschdenken, als die Realität.

    So, nur weil Du eine andere Meinung vertrittst, so ganz nach dem Motto "wünsche dir etwas und es trifft ein", benutzt Du Begriffe wie, "Ihr versteht die Realität nicht" oder "Soldaten sind alle Idioten", da Sie die Notwendigkeit sehen, unter anderem mit dem Dienst an und mit der Waffe, die "freie Welt" des Handelns, des Denkens, der Persönlichkeitsbildung und vieles mehr zu schützen.

    Du solltest lernen zu differenzieren.

    Es gibt "Soldaten" genannt auch Söldner die für einen Aggressor tätig sind. Die Gründe können vielschichtig sein.

    Dann gibt es auch Soldaten, die benötigt werden um deren Einhalt zu gebieten.

    So das auch Du deinen Hobbys, bzw. deinem Leben nachgehen darfst, unter anderem deine freie Meinung offen äußern kannst.


    Also, jeder Mensch, hat ein Recht auf seine freie Wahl, betreffend seines Lebens!


    Du kannst das eine nicht haben, wenn es dafür keinen "legalen" Schutz (Nato) gibt!





    Hallo Warrior,


    da dein Freund einer "erhöhten" Risikoberufsgruppe angehört, habt ihr nur die Chance ganz offen und ohne Rücksichtnahme auf das Verlangen, die Ziele und Wünsche des Partners und auf diese Umstände zu reagieren.

    Deine Denkweise, deine Sorgen drehen sich im Grund genommen um den gleichen Inhalt wie diesen deines Partners, nur "komischer Weise" doch konträr.

    Das Leben einer Partnerschaft ist Vergleichbar mit einer Münze.

    Es ist die gleiche Währung, (das gleiche Ziel) und doch besitzt so eine Münze zwei unterschiedliche Seiten, wie im richtigen Leben ( zwei unterschiedliche Meinungen).

    Ihr, solltet euch klar werden, das mit einer "falsche" Rücksichtnahme keinem geholfen ist.

    Themen, auch wenn diese noch so heikel sind, sollten im Vorfeld geklärt werden.

    Möglichkeiten, bei eintreffend bestimmter Situationen sollten besprochen und geregelt sein.

    Gefühltechnisch, sieht es hier wieder anders aus.

    Da steht man, notfalls auch allein in dieser Welt.

    Natürlich gibt es Menschen mit denen kann man versuchen die jeweilige Ist-Situation zu besprechen, nur das Leben im inneren seines Körpers, seine Seele, kann eine "Baustelle" werden mit der man ganz allein fertig werden darf.


    Also, noch einmal, einen Schongang für eine Person und das überlassen und fertig werden mit bestimmten Situationen dem Partner zu überlassen, hat nicht wirklich viel mit Partnerschaft auf gleicher "Augenhöhe" zu tun.




    Gerne stehe ich dir für weitere Zeilen zu Verfügung.




    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

  • Wow. - Ich hab die Disskussion nicht ganz gelesen.


    Erst einmal Derran und Patrik. - Macht eine neue Diskussion auf. - Das Ganze ist interressant.

    Gehört aber nicht in diesen Treat. Ihr habt übrigens beide Recht und Unrecht.

    Bevor Du jetzt widerspricht Derran!! Denk daran auch hier gibt es kein Schwarz und kein Weis!!!


    Zu Dir Warrior.

    In vielen Punkten kann ich Dir nichts sagen!! Es gibt vieles war schwer für Dich ist und sein wird.


    Nur in einem Punkt kann ich Dich beruhigen.

    Mach Dir keine Sorgen um sein Wohlergehen!!


    Grundsätzlich ist die Bundeswehr gut ausgebildet und gut ausgerüstet.


    Und wenn du die Statistiken mal richtig auseinander nimmst, dann wird Dir auffallen,

    dass "Feindkontakt" das letzte ist, über das du dich Sorgen musst.


    Ich war selbst Soldat im Auslandseinsatz. - Es gab auch Tote und Verletzte in meiner Zeit!!

    Die gab es zu Hause durch Unfälle!!

    Im Einsatz war sogar die Unfallgefahr geringer, da die Kammeraden aufmerksamer waren.