Alles Spitze... aber irgendwie doch nicht...

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  • Hey und Danke schonmal für eure Mithilfe!


    Um mein "Problem" genauer zu beschreiben gibt es erstmal eine kleine Vorgeschichte.


    Ich bin Mitte zwanzig, habe eine Ausbildung gemacht, danach Fachabitur und dann ein Studium. Ich würde jetzt mal behaupten das ich nicht unbedingt schlecht aussehe und relativ sportlich bin. (SOll NICHT EINGEBILDET ERSCHEINEN).


    Allgemein gesagt, war es schon immer mein Ziel im Leben einen guten Job, einen nette Freundin und dann eben Eigentum zu besitzen (sprich Haus/Wohnung. Ich bin jetzt seit knapp einem halben Jahr fertig mit meinem Studium und wurde direkt von einem Unternehmen abgeworben, bei welchem ich nun arbeite. Um die Arbeit anzutreten war ein Umzug nötig (ca. 400 km).


    Generell ist mein Standpunkt zurzeit folgendermaßen:

    Ich habe eine Arbeit die mir wirklich Spaß macht und auch sehr spannend seien kann. Die Kollegen sind super und ich habe einen wirklich tollen Chef. Derzeit habe ich auch eine Freundin mit der es wirklich gut läuft. Ich verdiene gutes Geld und kann davon auch gut Leben.


    ABER...…..


    Auch wenn das alles eigentlich fast Perfekt klingt geht es mir einfach nicht so gut... Meine Freundin wohnt in der alten Heimat... Ich kann aber dennoch sagen das wir uns mindestens 2 Wochenenden im Monat sehen und es trotz Entfernung eigentlich gut läuft. Irgendwie habe ich aber ständig das Gefühl, dass diese ganzen "tollen" Umstände mir nichts bringen.


    Mein Alltag besteht meistens nur darin aufzustehen, zu arbeiten, Zuhause kochen/essen/putzen/schlafen. Besser gesagt, ich freu mich wirklich arbeiten zu gehen und wenn ich Zuhause bin weis ich nichts mit mir anzufangen. Dann beginnt wie das vllt einige kennen, das GRÜBELN. Ich denke oft über alles nach und wie es anders seien könnte. Plötzlich fühlt man sich irgendwie schlecht, ist oft Krank, fühlt sich unsportlich (Dick bzw. zu wenig Trainiert) u.s.w.

    Ich habe bzw hatte immer viele Hobbys und daher gab es früher kaum so Momente in denen ich nichts zu tun hatte. Ich geh gern Radfahren, Schwimmen, Zocken, Gitarre spielen, Klavier spielen, Singen, Fußball, Football, Tennis...


    Ich habe den neuen Job eigentlich so als Neu Anfang gesehen. Also endlich dieses ständige Ausbildungs-/Schul-/Studium leben hinter sich lassen und "Erwachsen" sein. Also sprich ernsthafte Ziele im Leben, im Job vorankommen, sein eigenes Leben aufbauen und daran arbeiten.


    Naja zeitlich ist es eigentlich kein Problem eines meiner Hobbys nachzugehen. Und JA ich habe auch schonmal gearbeitet und wusste wie das ist. Aber dennoch bin ich der Zeit einfach Glücklicher gewesen. Ich finde kaum Motivation etwas zu tun. Es stört mich dass ich Rauche, ich wäre gern fitter, immer erkältet und so zeug. War auch schon beim Arzt aber der meinte nch einigen Tests das die physischen Leiden eher anderer Natur sind als der körperlichen Gesundheit. ("Wer sich krank fühlt, ist auch öfters Krank).


    Ich glaube es hat einfach viel damit zu tun, dass ich umgezogen bin. Dieser "Neuanfang" lieferte mir einfach nicht dass was ich mir erhofft hatte. Ich habe einfach den Schritt gemacht so weit von Freunden und Familie wegzuziehen und mir erhofft dass dort eben das Glück wartet XD. Meine Freunde können das nicht so nachvollziehen weil sie sagen dass ich ja auch das Glück gefunden habe.


    Ich bin mir einfach unsicher... Bei mir ging das ganze schon gegen ende der Studienzeit los. Ich hab mir oft Gedanken gemacht überalles und ja das ganze wurde trotz eines Spitzenstarts ins Berufsleben nicht unbedingt besser. Ich finde manchmal durch die Entfernung und so wurde es eher schlechter.


    Zusätzlich sehe ich hier auf Lebenszeit keine Zukunft. Das hat auch damit zu tun das ich finanziell hier einige Defizite sehe. Ich verdiene wirklich nicht schlecht, aber die Gegend, wie man es ja kennt, ist auch dementsprechend teuer. Das ist z.B ein Punkt der mir auch zu schaffen macht, da ich wie anfangs erwähnt meine Lebensziele nicht für umsetzbar halt (in dieser Region).


    Alles in allem Fühle ich mich einfach oft demotiviert, unzufrieden, gestresst, müde, antriebslos... Daher neige ich eben auch dazu dinge im privaten Leben vor mir herzuschieben... Anstatt sich einfach mal im Fitnessstudio anzumelden, und was für die Fitness zu tun, wird z.B. einfach alles aufgeschoben und dennoch keine anderen Dinge in angriff genommen.


    Ich spiele derzeit mit dem Gedanken das Unternehmen zu wechseln und etwas näher an meine alte Heimat zu ziehen (nicht zu den Eltern XD ). Einfach vllt. nur 100km entfernt.

    Allerdings weis ich auch nicht ob es das dann einfacher macht. Deswegen freue ich mich über eure Antworten. Vielleicht seht ihr ja ein tieferes Problem in dem ganzen oder so.


    MFG

    VIK

  • !!!Nachtrag!!!

    Zusätzlich habe ich öfters Probleme beim einschlafen, bin sehr leicht reizbar und öfters unkonzentriert. Ich habe wirklich oft das Gefühl das ich ein komplett anderer Mensch geworden bin in dem letzten Jahr... Früher war ich immer der erste der bei irgendwelchen Sachen dabei war, heute reicht eine Kleinigkeit aus damit mir Sachen "zu viel" werden. (z.B. wollte Mittags wandern, morgens regnete es, also war das wandern für mich gelaufen, abends war ich dann schlecht gelaunt weil ich nichts gemacht habe) . Das stört mich einfach enorm. WIe gesagt, ich war so eig nie, aber nach und nach kam das aufeinmal...

  • Hallo,


    Zunächst einmal, scheint mir Dein Problem recht vielschichtig und komplex zu sein, so dass eine erschöpfende Antwort schwer ist.


    Punkt 1:

    Neuer Lebensabschnitt. Mit dem Ende deines Studiums hat ein völlig neuer Lebensabschnitt begonnen.

    Ich weiß es aus eigener Erfahrung!

    Das Leben wird ernster und langweiliger. Gewöhn Dich daran, dass Du dicker wirst.

    Ich kann es heute noch nicht fassen, dass mein Waschbrettbauch weg ist.

    Außerdem hatte die Zeit Schule, Ausbildung und Studium einen ganz besonderen Charme.

    Dieser ist jetzt auch weg.

    Aber dein neues Leben hat auch Vorteile. Du musst Dich einfach daran gewöhnen.


    Punkt 2:

    Räumliche Trennung. Es scheint, die räumliche Trennung von Familie, Freunden und Partnerin ist für Dich sehr schwer. - Es gibt nun einmal Menschen, für die ist so etwas schön, andere haben sehr damit zu kämpfen.

    Das ist einfach Deine Entscheidung zu welcher Gruppe Du zählst.

    Vielleicht sind das nur Anfangsprobleme, vielleicht kannst Du so etwas tatsächlich nicht. Das musst Du selbst wissen.


    Punkt 3:

    Arbeite nicht so verkrampft an deinen Zielen. Versteh mich nicht falsch. Ziele zu haben ist toll.

    Mir scheint aber, dass Du da zu verbissen daran arbeitest.

    Das stresst Dich nur.


    bis dann

  • ich glaube auch, dass es ein extrem vielschichtiges Problem ist. Du solltest einen Psychologen aufsuchen, wenn du es nicht schon längst getan hast.


    Sich zu sehr unter Druck zu setzen wird dir nicht helfen, sondern dich niederdrücken. Ich würde daher bei deinen Bedürfnissen anfangen und überlegen: Was kann ich tun, damit es mir gut geht? In einer perfekten Welt : Wann wäre ich glücklich?


    Ist es die räumliche Nähe zu Freunden und Familie: Die Antwort ist: zieh dorthin. Nimm dort einen Job an.


    Auch etwas neues auszuprobieren ist oft eine gute Idee.

    Klein anfangen, langsam.


    Vertrauen. Es wird schon alles gut. Aber es ist auch wichtig zu erkennen: Dass es nichts zu erreichen gibt im leben. Irgendwann ist es vorbei und niemanden wird interessiert haben, ob du glücklich warst, nur du selbst.

  • Hallo,


    ich denke du leidest unter einem Sinnfindungsproblem, was aus einem Ungleichgewicht deiner investierten Kraft und Zeit resultiert. Arbeit, Beruf und Erfolg, dass sind nämlich alles Dinge, die in den wenigsten Fällen vom Herzen kommen. Es ist ein Mittel zum Zweck, weil man ja irgendwie seine Brötchen verdienen muss. Ich will das jetzt nicht zu weit führen, aber der Antrieb im Job ist oftmals nicht der Wunsch des Individuums, sondern eher der Zwang der Gesellschaft.


    Weiterhin kann ich ebenso verstehen, dass man bei der Ausübung eines Berufes seine Kapazitäten anders setzt. Arbeiten kostet Kraft und ich kann es aus eigener Erfahrung nachvollziehen, dass man in dieser tagtäglichen Anstrengung die Motivation und Lust für die Gestaltung seiner Freizeit verliert, weil man einfach körperlich, aber auch mental erschöpft ist. Das ist ein gängiges Problem und leider eine Folge unserer kapitalistischen Ellenbogengesellschaft. Meines Erachtens ist der Mensch nicht dafür geschaffen zu Arbeiten, aber das ist auch eine höchst philosophische Betrachtung meinerseits.


    Ich kann dir leider bei dieser Sache auch keine 100% Besserung beratschlagen, weil ich, wie viele andere auch, ebenso in der Krux der Abwägung stecken, wie viel Arbeit zu Zeit zu Freizeit denn für die eigenen Befindlichkeiten angemessen wäre und in wie weit man sich damit arrangieren kann. Der Punkt ist aber, dass dein Geist immer unnachgiebig nach Selbstverwirklichung schreit. Folglich solltest du vielleicht einmal darüber nachdenken, welche Dinge dich persönlich interessieren und ob sie nur von deinem Herzen kommen. Es geht darum was du willst, nicht was andere dir aufzwingen oder was du als Notwendigkeit ansiehst. Es geht um die einfache Frage wie du deinen Geist kultivieren willst und genau darauf musst du eine Antwort finden. Was das für dich persönlich bedeutet, dass musst du aber für dich entscheiden. Es ist dein Leben und deine Freiheit, die Feinabstimmung deiner verfügbaren Lebenszeit selbst einzuteilen.