Trennung nach 12 Jahren, dann von Neuem nicht loskommen

Egal ob Du Liebeskummer, Beziehungsprobleme, Sorgen oder Probleme mit Freunden oder dem Beruf hast, hier bist Du genau richtig. Die Registrierung und Nutzung ist selbstverständlich kostenlos. Doch eines solltest Du vorher noch wissen, wir geben hier nur Tipps aus eigenen Erfahrungen und sind keine Fachleute!
  • Hallo liebe Gemeinde,


    ich suche Hilfe und mal Leute zum reden, die vllt Ähnliches durchgemacht haben.

    Letztes Jahr im September habe ich mich von meinen langjährigen Freund getrennt. Ich konnte die Unterschiede zwischen uns nicht mehr ertragen.

    Ich habe lange an der Beziehung festgehalten, weil ich immer dachte, es geht doch noch.

    Dann habe ich jemanden kennengelernt, der mir sehr ähnlich ist und alleine die Tatsache, dass solche Leute rumlaufen, hat mich dann dazu bewogen, die Trennung entgültig zu vollziehen.

    Ich war ziemlich down deswegen und habe lange gebraucht um aus der Depression raus zu kommen.

    Teilweise habe ich tagelang tatenlos im Bett gelegen und hatte absolut keine Lust mehr auf das Leben.

    Dann habe ich mich mit dem Menschen, der mit sehr ähnlich ist, nach und nach immer weiter angenähert. Wir haben viel über unsere Beziehungsprobleme geredet und festgestellt, dass die absolut gleich sind. Wir hatten eine sehr gute Freundschaft. Ich wollte ihm immer helfen, seine Beziehung zu retten. Aus einer guten Freundschaft wurde dann aber etwas sexuelles. Nur steckt er aber noch in einer festen Beziehung. Die hängt zwar am seidenen Faden, aber er will und kann sie nicht loslassen. Und das will ich auch nicht verhindern. Nur macht mich diese Lage einfach unendlich traurig und irgendwie hoffnungslos, weil ich mein Herz nicht von ihm weg bekomme. Ich versuche, einen anderen Partner zu finden, aber die interessieren mich alle nicht.

    Wie kommt man da raus?


    Danke Euch!

  • Anna

    Hat den Titel des Themas von „Trennung nach 12 Jahren, dann von Neuem ausgenutzt worden“ zu „Trennung nach 12 Jahren, dann von Neuem nicht loskommen“ geändert.
  • Hallo,


    tja... wie kommst du da raus?

    Grundsätzlich wird dir die Zeit diese Frage abnehmen, es kommt eher darauf an was du daraus machst. Meines Erachtens kann ich dazu mit den Details die du gegeben hast nicht viel sagen, allerdings gibt es einen grundlegenden Fakt den du genannt hast, der für dich richtungsweisend sein sollte und das auch ohne dein Zutun sein wird.


    Dieser Fakt ist die Tatsache, dass sich deine neue Liebe zwischen zwei Frauen entschieden hat. Die Wahl fiel nicht auf dich. Das allein genügt schon sämtliche Hoffnungen in diese Richtung zu begraben, weil grundsätzlich daran nichts mehr besser werden kann. Die zweite Geige ist eine Position in die man nicht gelangen sollte und die man unter keinem Umstand akzeptieren sollte. Deine Liebelei mit ihm kann ich nicht genau deuten, allerdings liegt nahe, dass er wohl Dinge, die ihm in der anderen Beziehung fehlten kompensierte. Die elementaren Dinge wie Zuspruch und Verständnis für die Situation sind offensichtlich. Der Mensch sucht den Konsens, daher ist es wichtig sich mit Leuten zu umgeben, die Übereinstimmung hegen. Natürlich kommt noch die sexuelle Komponente dazu. Dein Text dazu ist nicht facettenreich genug dazu etwas Genaues zu sagen, allerdings ist auch sexuelles Abenteuer ein Grund, der aus dem Wunsch der Bestätigung heraus wächst.


    Ich kann dir nur empfehlen auch an dir selbst zu arbeiten. Dein Text impliziert mir, dass du das Prinzip Liebe und Partnerschaft nicht so recht verinnerlicht hast. Grundsätzlich ist eine Beziehung sehr pragmatisch zu sehen. Jeder der beiden Partner legt dazu nur Positives in die Waagschale. Keiner beginnt damit jemanden wegen seinen Nachteilen zu lieben. Daher sollte man auch tunlichst an sich selbst arbeiten und dafür sorgen, dass die Vorteile, die Nachteile überwiegen. Sei es drum. Es geht in der Frage darum, dass man sich wohl fühlen sollte und genau dieser Grundgedanken hilft dir. Du verliebst dich oder besser du willst dich verlieben, damit du dich besser fühlst. Das will jeder und das ist auch völlig okay. Beginne nicht damit Nachteile, die dich brechen und dir schmerzen in Kauf zu nehmen. Das erzeugt Abhängigkeit und Abhängigkeit ist kein Grund mit jemandem zusammen zu sein. Der Grund damit man zusammen ist liegt darin begründet, dass beide etwas Positives dem jeweiligen anderen geben, quasi eine Win-Win-Situation. Nach diesem Denken solltest du deine Entscheidung ausrichten. Tust du das wirst du schnell fest stellen, dass ein Nachtrauern und Festhalten daran sinnlos geworden ist.

  • Hi Derran,


    danke für deine Nachricht. Tja, leicht gesagt, schwer getan. Ja, er hat sich entschieden. Und ich will keine Beziehung mehr mit ihm eingehen. aber trotzdem quält mich das. Ich suche nach irgendeiner Hilfe um das zu verkraften.

    Es schmerzt. und fühlt sich nach Degradierung an.

    Außerdem sind wir durch ehrenamtliches Engagement auch noch stark aneinander gebunden. Wir haben viel zusammen gemacht. Ich weiss nicht, wie ich das loswerden kann.


    Oder anders: damit aufzuhören würde ein echt großes Opfer bedeuten


    "Dein Text impliziert mir, dass du das Prinzip Liebe und Partnerschaft nicht so recht verinnerlicht hast. "


    Das ist ziemlich hart. Darf ich fragen, woher du das nimmst, bzw. wo du das rausliest?

  • Nun, ich gebe zu es klingt hart mit dem Prinzip Liebe und Partnerschaft, was ich da geschrieben habe, allerdings sollte ich dazu erwähnen, dass ich selbst diese Sache auch so gesehen habe und auch erst diese Erleuchtung bekam, als mich jemand darauf hin wies. Also sieh es bitte nicht als Vorwurf, sondern als ein Denkanstoß für eine grundlegende Angelegenheit, die im Grunde alle intuitiv tun, allerdings nie so wirklich intensiv darüber nachdenken. Der Punkt ist nämlich, dass genau das Wissen über die Zusammenhänge die Lösung für dieses angeblich große Opfer darstellt, welches du da nämlich beschreibst. Wenn du nämlich warum verstehst, dann ist die Sache einfacher zu akzeptieren.


    Herauslesen tue ich das an der Grundformulierung deines Textes und dem Grund warum du hier bist. Du hast etwas von Depressionen geschrieben und deine Worte klingen in dem Kontext nicht sonderlich positiv. Du bewertest dich und fühlst dich auf Grund der Entscheidung des Kerls weniger wert. Das impliziert ein geringeres Selbstbewusstsein und hat auch zur Folge, dass du auf der sinnbildlichen Waage, die ich in meinem vorhergehenden Post beschrieben habe, mehr Abstriche beim Gesamten des Partners zulässt. Du merkst also, es ist eine zusammenhängende Kette von logischen Schritten. Eins führt ins andere. Folglich ist die Antwort leicht. Würdest du intuitiv die Frage für dich so sehen, wie es nach meiner Ausführung sinnvoll wäre, dann wärest du nicht in der Situation hier anonym im Internet einen Rat zu suchen. So und ich denke, da bringen wir dich jetzt hin. Es gibt nämlich noch ein paar Punkte, über die du mal nachdenken solltest.


    Frag dich zum Beispiel mal, warum dieser Kerl das Recht haben soll so mit dir umzugehen? Natürlich weißt du die Antwort schon. Er hat dieses Recht nicht! Das hat keiner, unter gar keinem Umstand! Es ist nicht in Ordnung! Und das er überhaupt in die Situation kommt auf einer Seite einen Scherbenhaufen zu hinterlassen, unterstreicht wie sehr da die Sache schief läuft und aus seinen Händen gleitet. Weiterhin besitzt er als Teil einer Partnerschaft eine Pflicht, die übrigens jeder Mensch in einer Partnerschaft zu erfüllen hat. Diese Pflicht ist die Aufrichtigkeit. Er ist verpflichtet die Dinge zu regeln. Liebt er seine Freundin nicht mehr, dann ist er verpflichtet ihr das mitzuteilen. Kann er es nicht mehr, gibt es diverse Gründe dafür, egal welche, dann sind beide zur Kommunikation verpflichtet. Sie müssen für sich eine Lösung finden und die Sache in einen Konsens bringen, alles andere ist ungerecht gegenüber dem Partner. Er hätte sich also nicht auf dich einlassen sollen, sofern er die Dinge nicht für sich und seine Freundin in geregelten Bahnen gesehen hätte. Genau das ist das Problem. Eine Trennung muss nicht im Schlechten von Statten gehen, aber wenn man nicht fair zu einander ist und sich keine Gedanken macht und keine Verantwortung übernimmt, sowie die Lage nicht begreift, dann passiert so ein Desaster wie das hier beschriebene und du bist als beteiligte Dritte in diesem Blödsinn mit drin. Das macht die Angelegenheit so kompliziert und auch unmöglich sie sauber zu regeln.


    Nun und jetzt noch ein Punkt über den du mal nachdenken solltest. Weißt du eigentlich woher die Weisheit kommt, dass man sich auf vergebene Menschen nicht einlassen sollte? Da ist nämlich vom Szenario etwas dran. Wenn man das schnelle unkomplizierte Abenteuer sucht, dann mag das noch gehen, aber bei Gefühlen hat man ein arges Problem. So und nun kommen wir mal zu deiner Situation. Streng genommen hattest du eine 50/50 Chance. Jetzt mal rein ohne Wertung, sagen wir einfach eine Wahrscheinlichkeit, ja oder nein. In deinem Falle hat er nein gesagt. Das Ergebnis aus der Entscheidung erlebst du ja nun am eigenen Leib. Da muss ich nicht mehr viel zu sagen. Denken wir also lieber mal darüber nach was wäre wenn er denn ja gesagt hätte und sich für dich entschieden hätte? Ich gebe dir Brief und Siegel, dass die Situation dann auch keine bessere wäre. Deine neue Beziehung wäre dann nämlich schon von Beginn an faul und auf einem unsoliden Fundament. Das Problem ist nämlich das was er dir mit seinem Tun zeigt. Wenn er sich nämlich so unsauber von einer anderen trennt und du das mitbekommst, dann ist der logische Schluss, dass du verinnerlichst, dass er dazu im Stande ist. Das löst bei dir dann sofort Ängste aus, denn was der anderen passieren kann, das kann auch dir an ihrer Stelle geschehen. Das er die Unmoral besitzt solche Entscheidungen zu treffen hat er ja mit einem Kardinalsbeweis als Tatsächlichkeit, quasi als Fakt geschaffen. Du würdest also Verlustangst entwickeln, ihn vielleicht klammern, eifersüchtig werden. Eure Beziehung wäre von vorneherein vergiftet, ihr würdet euch von Anfang an misstrauen und das ist leider eine Spirale, die nichts mehr mit Liebe und Partnerschaft zu tun hat. Es wäre nicht gut gegangen, weil der Ansatz völlig falsch ist.


    Von daher gibt es keinen Grund da traurig zu sein. Außerdem gibt es mehr Optionen als diesen einen Menschen. Denk drüber nach, arbeite vielleicht auch an deiner Einstellung und verinnerliche, dass es da keinen positiven, sinnvollen Weg für dich gab. Das ist das Wichtigste. Stelle für dich fest, dass du nur noch Dinge tust, die dir gut tun und fertig. Alles andere ist nicht zielführend, weder für dich noch für andere.

  • Hi Derran,


    danke für die lange Antwort. Das ist alles richtig. Ich muss zugeben, dass ich diese Gedanken alle sogar vor dem Fremdgehen selbst hatte. :(

    Ursprünglich habe ich das abgelehnt und ihm gesagt, dass er erst seine Situation klären muss. Die Beziehung, die er führt, ist ebenfalls aus einem Verhältnis entstanden. Er war zu dem Zeitpunkt sogar verheiratet. Seine derzeitige Freundin hat genau die Probleme, die du beschreibst. Sie klammert und ist hochgradig eifersüchtig. Sie leidet sehr darunter und verkraftet es nicht, dass er zum Beispiel seine Kinder priorisiert.


    Ich vermute fast, dass er ein ziemlich narzisstischer Mensch ist. Und ich habe mich dann letztendlich doch von meinen Trieben und dem inneren Wunsch von ihm geliebt zu werden leiten lassen.


    Meine vorige Beziehung war davon geprägt, dass ich diejenige war, die angeblich zu dominant ihm gegenüber war. Mein Ex ist leider ein ziemlich passiver Mensch, der sich auch gerne mal aus der Verantwortumg gezogen hat.

    Vielleicht habe ich nach der Trennung die Nähe zu dem Neuen gesucht, weil ich dazu eine Gegenmedizin gebraucht habe. Jemanden, der widerspricht.

    Und auf der anderen Seite wollte ich mich um jemanden kümmern. Und da hat dieser scheinbar selbstbewusste aber dennoch bedürftige Narzisst wohl mitten ins Schwarze getroffen.


    Was ich nicht verstehe, aber da bin ich vllt echt naiv, ist, warum es mich zu jemandem hinzieht, der mir schadet. Ich war nie so eine Person, die sich aufopfern wollte. Und eigentlich sage ich mir immer, vertrau deinen Instinkten. Das hat bislang gut funktioniert und ich habe in meiner vorigen Beziehung viel zu lange nicht drauf gehört.

    Die Instinkte sagen mir auch tatsächlich widersprüchliche Dinge bei dem Neuen. Einerseits total, dass er der Richtige ist. Wie noch kein anderer zuvor. Ist doch völlig bekloppt, oder? Alles in mir drin sagt ja. Aber eine laute Stimme in mir sagt auch STOPP! Nicht unter diesen Umständen! Oder sowas wie "geht nicht".

    Es ist echt merkwürdig. Ich wünsche mir die Nähe, will sie aber auch gar nicht zu 100%, wenn sie wirklich eintritt. In der Phase, wo er sich mir sehr angenähert hat, da hatte ich ein eher ungutes Gefühl. Nämlich, dass ich eigentlich nicht zu ihm passe, zumindest nicht, wenn er im Kopf so unsortiert ist.

    Was machen meine Instinkte denn? Wollen die gar keine echte Beziehung? Fallen die auf seinen Narzissmus rein? Bin ich selbstzerstörerisch geworden?

    Wie kann das in sich so zerrissen sein?


    Danke nochmal für die Zeit und den guten Rat! Es tut gut, sich darüber auszutauschen und hilft schon echt weiter. :)

  • Hallo noch mal,


    nun, dass was du nun noch geschrieben hast über ihn unterstreicht nur noch mehr, dass du von diesem Mann die Finger lassen solltest. Er ist offenbar nicht in der Lage die Dinge sauber und wohlwollend für alle abzuschließen. Ich würde ihn auch nicht als Narzist bezeichnen, dazu kenne ich ihn zu wenig, allerdings fällt mir bei deinen Erläuterungen auf, dass er wohl sehr auf seinen Standpunkt bedacht ist und nicht in der Lage scheint sich in andere hinein zu versetzen. Vielleicht ist ihm das sogar vollkommen egal. Das kann ich nicht genau sagen, offensichtlich jedoch sind massive zwischenmenschliche Defizite.


    So und nun kommen wir mal zu dem Widerspruch den du beschrieben hast. Du hast im Grunde schon selber die Antwort gegeben. Das Zauberwort heißt Instinkt. Es ist nämlich so, dass du als Frau ein instinktives Auswahlverfahren und Kriterienmuster an den Tag legst, welches dich in seiner simplen Art und Weise sicher erst einmal erschrecken wird. Männer haben ebenso ein solches Muster. Das wird im Volksmund auch Beuteschema genannt. Es ist in der evolutionären Entwicklung des Menschen verankert. Ganz dumm gesagt sucht jede Frau erstmal grundsätzlich einen Mann der in die Kategorie des sogenannten Alphas fällt. Das macht sich zunächst erst einmal an ganz oberflächlichen Dingen, besonders beim Aussehen bemerkbar. Größe, Muskulatur, körperliche Fitness, Symmetrie, alle Dinge die wir als schön definieren. Weiterhin bilden solche Merkmale auch der Geruch, eine tiefe Stimme, aber auch Körperhaltung, Vitalität, die Hände, Augen, Blick, wie zum Beispiel der Blick gebrochen wird, Mimik, Gestik. Das alles sind schon einmal Grundfacetten, die du unterbewusst auswählst. Rein evolutionär hat das den Hintergrund, dass das weibliche Wesen einen starken Beschützer benötigte. Es geht dabei um die Erhaltung der Art, der Versorgung des Nachwuchses und der eigenen Person. Auch wenn unsere Welt weiter weg von Instinkten zu sein scheint, so ist genau diese Einfachheit immer noch in uns verwurzelt und das sehr tief. So und nun bilden wir das mal auf dich um. Ich kann dir nämlich sagen warum du deinen Exfreund nicht mehr attraktiv findest, bzw. das Gefühl hast ihn nicht mehr zu lieben und den anderen attraktiv befindest. Der Punkt ist nämlich, dass die Haltung deines Exfreundes nicht mit der des Alphas über einkommt. Passivität ist ein Verhalten, dass mit dem des Alphas nicht über ein kommt. Wenn du schon sagst du seist die Dominantere in der Beziehung, dann ist hier schon einmal ein tiefer Widerspruch anzuzeigen. Allerdings zieht sich jene Sache noch viel weiter. Logisch lassen sich von der Passivität her andere Charakterzüge ableiten. Ich gehe davon aus, dass dein Ex-Freund große Probleme mit dem Selbstbewusstsein hegt, seine Körperhaltung geduckt ist, er offenbar dann auch nicht mit den typischen Merkmalen eines Alphas glänzen kann. Ich meine auch, selbst wenn ich mich jetzt ein bisschen weit aus dem Fenster lehne, dass eure Beziehung keine Liebe auf den ersten Blick gewesen war. Männer mit solchen Merkmalen finden nämlich oftmals den Konsens in einer Beziehung zu einer Frau nur, weil es ihr schlechter geht oder eine Extremsituation eingetreten ist. Vielleicht solltest du das mal in die Geschehnisse mit einbeziehen und für dich mal nachträglich überprüfen.


    Kommen wir aber zum anderen Extrem. Der Kerl, der sich nun für seine Ex entschieden hat, der hat offenbar mehr Züge eines Alphas als dein Ex-Freund. Das merkt man schon allein daran wie dieser Mensch seine Entscheidungen fällt. Ich sage nicht, dass sie gut sind, der springende Punkt ist aber hierbei, dass er die Entscheidungen bewusst fällt, auch wenn diese nicht sehr nachhaltig sind. Entscheidungsfreudigkeit ist eine Alphafacette, denn Entscheidungen werden von Anführern getragen. Anführer sind stets Alphas. Desweiteren gehe ich auch davon aus, dass dieser Mann körperlich vielleicht auch attraktiver auf dich wirkte. Das ist zwar auch ins Blaue geraten, liegt aber nahe. Beachte hierbei auch, dass ebenso Dinge wie eine plötzliche Krankheit bei einem Mann dafür sorgen, dass die Einstufung Richtung Alpha abgestuft wird. Das klingt hart ist aber ebenso ein harter Malus der sich auswirkt, erst recht wenn du das Plus und Minus auf der sinnbildlichen Waage, die ich dir erklärte, mit einbeziehst. Keiner verliebt sich in jemanden, weil er krank wird.


    Nun und an dem Punkt gibt es noch etwas zu beachten. Es ist nicht nur so, dass der Mensch instinktiv die Auswahl an potentiellen Partnern kategorisiert. Im gleichen Atemzug bewertet er auch sich selbst. Ein Mensch welcher nicht dem Schönheitsideal entspricht wird sich also selbst niedriger bewerten und bei der Auswahl seines Partners mehr Abstriche zu lassen. Jene Abstriche sind aber nicht nur auf die eigene Auffassung der Schönheit zurück zuführen, auch andere Faktoren sorgen dafür, dass die Messlatte sinkt. Ist man zum Beispiel krank, hat man Depressionen, psychische Erkrankungen, aber auch solche Dinge wie beruflicher Erfolg spielen eine Rolle. Der berufliche Erfolg ist übrigens auch eine Facette eines Alphas. Macht und Einfluss wirken ebenso förderlich. Diesen Gedankengang solltest du ebenfalls mal an dir anlegen und einmal darüber nachdenken.

  • Hi Derran,


    du kannst das schon sehr gut beurteilen. Respekt :)


    Ja, klar ist "der neue" ein Alpha-Männchen im Gegensatz zum "alten". Mein "Fehler" war damals, dass ich meinen Ex trotzdem auf menschlicher Ebene sehr sympathisch fand. Ich hatte mich nicht gleich verliebt, nein. Aber ich habe mir innerlich gesagt, dass er ein sehr lieber Mensch ist, der zuverlässig ist und der viele gemeinsame Interessen mit mir hat. Es hat auch allgemein im Lebensstil recht gut gepasst. Am Anfang fand ich die Beziehung an sich dann sehr schön. Ich hatte jemanden, mit dem ich die Welt erleben konnte und ich habe zwar viele Unterschiede wahrgenommen und auch gesehen, dass er unter viel zu leiden hat, was aus seiner Kindheit kam. Ich will das hier nicht so ausbreiten, aber er hat auch viele durch lange Einsamkeit antrainierte "Macken". Und die habe ich damals schon gesehen. Das hat mich zwar innerlich schockiert, aber ich wollte ihn deswegen dann nicht verlassen. Ich habe mir damals, wahrscheinlich in Selbstüberschätzung, gesagt, dass ich Kraft genug habe für zwei und ich das durchziehen werde. Ich wollte ihm Vertrauen zeigen (er hat das in seinem Elternhaus nicht vorgelebt bekommen) und zusammen mit ihm eine starke Einheit bilden. Doch ich habe erwartet, dass er sich von Grund auf ändert dazu. Ich dachte, wenn ich ihm zeige, dass man zusammenhalten kann und ihm die "offene" Welt zeige, dass er dann aktiver, selbstbewusster und stärker wird. Aber es lief anders. Die Beziehung zwischen uns ist dann einseitig geworden mit der Zeit und er wurde noch passiver. Weil ich ja auch alles gemacht habe. Ich habe immer den Ton angegeben und er war quasi das Kind. Und ja, klar. Das war dann unattraktiv. Es macht auch einfach für mich keinen Sinn, wenn einer sich nicht auf Augenhöhe sieht. Ich habe versucht ihm das Gegenteil zu zeigen, dass er auch auf Augenhöhe sein kann, wenn er denn will, aber das kam nicht aus seinem Inneren.

    Mit dem "Neuen" kann ich mich schon völlig anders unterhalten. Er ist viel offener und kommunikativer. Und ja. er ist Anführer. Ich glaube aber auch, dass ich auch selbst so sein will, also alpha, und es noch nicht bin. Ich habe den "Neuen" auch als Vorbild genommen. Ich hatte auch beruflich Schwierigkeiten und einen eher langweiligen Job. Und die Zusammenarbeit mit dem "Neuen" (wir kennen uns aus einer ehrenamtlichen Tätigkeit) hat mir ungeheuer viel Spaß gemacht. Da ging es um was und es war jeden Tag spannend. Und es hatte viel mit Menschen zu tun, was mich sehr fasziniert.

    Tja, nur ist der neue aber nicht nur alpha. Er bricht ein, wenn er kritisiert wird und bekommt depressive Schübe. Er bezeichnet sich dann als schlechten Menschen und macht selbstzerstörerische Sachen. Er braucht (ohne dass ich das noch sein will) eine Stütze. Jemanden, der ihn dann wieder zurück holt. Jemanden, der ihm die ganze Bestätigung gibt, die er so heißhungrig sucht. Und dreimal darfst du raten, wer das nun ein gutes Jahr lang für ihn gemacht hat. Er beobachtet mich nach und bei Auftritten auch immer und fragt wie ich es fand und so weiter. Um seine Bestätigung zu erhalten. Ich glaube mittlerweile, dass er gar keine Beziehung sucht, bzw. suchen kann. Er sucht einen Ausgleich und eine Stütze für sein angekratztes Ego und seine verletzte Seele (er wurde oft verlassen in Beziehungen). Wenn er Probleme hat, ruf er mich an, um zu reden. Wir reden mindestens eine Stunde pro Tag, eher mehr. Oftmals natürlich über seine Probleme, aber er kann erstaunlicherweise auch bei meinen lange zuhören und sich damit beschäftigen. Nach dem letzten Mal, wo wir miteinander geschlafen haben, das war vor einer Woche, habe ich ihm gesagt, dass ich das alles nicht mehr will und aufhören werde. Er hat dann gesagt, dass er mich braucht und darum gebeten, dass ich ihm verzeihe und so weiter. Dennoch ist es die nackte Wahrheit, dass er sich für die andere entscheiden hat, dass er egoistisch handelt und dass er wohl nicht gut ist für mich.