Ungewollt Schwanger

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  • Hallo ihr lieben dort draußen..

    habe mich heute erst neu hier registriert, weil ich dringend Rat suche und nicht weiß was ich tun soll.. bitte verurteilt mich nicht.

    Ich bin 22 Jahre alt und habe vor einer Woche erfahren, dass ich schwanger bin. Nun bin ich in der 7. Woche. Vor 2 Wochen war ich beim F-Arzt und hätte mir sobald die Periode gekommen wäre, eine K-Spirale einsetzen lassen und damit wäre ich die nächsten 5 Jahre sicher gewesen. Ich habe etwas mit einem ca 10 Jahre älteren Arbeitskollegen am laufen, doch ist es nichts festes und nichts mit einer Zukunft. Als ich von der Schwangerschaft erfuhr, war ich komplett am Ende, konnte mit niemanden darüber reden, schoss mich 3 Tage mit Alkohol und Drogen aus dem Leben. Mache im Moment ein FSJ und arbeite nebenbei, habe eine 7 Tage Woche mit Doppel und dreifach Schichten. Habe vor kurzem alle meine Möbel etc verkauft, weil ich die nächsten Jahre verreisen wollte. Wegen des ganzen Arbeitens habe ich meinen Freundeskreis sehr vernachlässigt. Meine Eltern sind beide tot. Familie habe ich keine. Eine Ausbildung ebenfalls nicht. Ich habe Angst alleine da zu stehen und wieder abzustürzen, habe Angst in einem Leben festzusitzen, welches ich gar nicht möchte. Es ist einfach gar nicht , null der richtige ZeitPunkt, aber ich habe ebenfalls Angst davor abzutreiben, weil ich schon keine Tiere töte aus eigenem Glauben, aber mein Baby ? - habt ihr irgendeinen Ratschlag für mich? Ich wäre euch so dankbar!

  • Sternenhimmel

    Hat den Titel des Themas von „Schwangerschaft“ zu „Ungewollt Schwanger“ geändert.
  • Hallo Sternenhimmel,


    das ist eine ziemlich harte Angelegenheit, die du da auf den Tisch bringst und die ungewollte Schwangerschaft ist auch ein streitbares Thema, bei dem es regelmäßig zum Zerwürfnis in diversen Diskussionsrunden kommt. Dennoch möchte ich dir einmal meine subjektive Meinung darlegen, die ich argumentativ begründen kann. Meines Erachtens solltest du Verantwortung übernehmen und das Kind austragen und das in jedem möglichem Szenario! Rein wissenschaftlich gesehen, gibt es nämlich gewisse Einteilungen, die klar definieren ab wann etwas lebt und ab wann nicht. Ich will dich jetzt nicht mit sowas langweilen, aber einer dieser Ansatzpunkte ist die Zellteilung. Die ist beim ungeborenen Kind gegeben. Daher werden dir renommierte Forscher auf diesem Gebiet auch jene Antwort geben. Soviel zur moralischen Grenze, die ich zwischen Leben und Tod ziehe.


    Aber es gibt noch mehr Punkte, über die du nachdenken solltest. Grundsätzlich bist du nämlich mit deinen 22 Jahren zwar jung, aber dennoch für dich verantwortlich. Das bedeutet, du und deine Bettgeschichte, ihr habt bewusst die Entscheidung zum ungeschütztem Sex gefällt. Ihr wisst was passiert, das ist also keine Ausrede. Daher wäre es nur vernünftig die Konsequenzen daraus vernünftig anzugehen. Euer Kind kann nämlich nichts dafür und wenn du dich in die Lage versetzen würdest und einmal darüber nachdenkst wie du dich fühlen würdest, würden deine Erzeuger so einen Gedankengang hegen, dann stärkt das nur noch mehr den Weg den du gehen solltest.


    Weiterhin solltest du beachten, dass ein Kind keines Weges nur Nachteile bietet. Natürlich ist es anstrengend, natürlich übernimmst du da eine große Verantwortung und natürlich ist es einfacher einfach eine Abtreibung durchzuführen. Aber frage dich einmal wie weit dich das bringt? Ich denke, man hat in einer Schwangerschaft und in der Folge als Mutter, aber auch als Vater großes Potential sein Leben in den Griff zu bekommen. Da ist dann nämlich plötzlich ein Grund da warum man die Dinge tut, die vor einem liegen. Ein Kind kann mit der richtigen Betrachtung ein enormer Gewinn sein. Außerdem gibt es doch nichts Schöneres als festzustellen, so etwas Schönes erschaffen zu haben.


    Ebenso solltest du auch verinnerlichen, dass ein Kind keines Falles das Ende deines beruflichen und gesellschaftlichen Werdegangs bedeutet. Auch mit einem Kind ist es möglich ein angenehmes Leben zu führen und Freude und Sinn zu entwickeln. Gerade deswegen doch. Also verabschiede dich bitte von dem Irrglauben, dass mit einem Kind in deiner Situation alles vorbei wäre und du damit den lebenslangen schwarzen Peter gezogen hast. Das ist nämlich absoluter Quatsch.


    Wichtig wäre auch über die nächsten Schritte nachzudenken. Klar ist, dass du den Vater darüber in Kenntnis setzten musst. Ihr beiden müsst über dieses ernste Thema sprechen und eine vernünftige Entscheidung fällen. Jetzt weiß ich natürlich nicht wie vernünftig diese Person ist und wie er auf diese Nachricht reagiert. Dennoch muss es getan werden. Im Besten Falle hast du einen starken Verbündeten, im schlechtesten Fall machst du es alleine, aber auch das ist nicht schlimm. Entscheidend ist der Ansatz in deinem Kopf, das Ziel was du fokussierst.


    Abschließend möchte ich dir ans Herz legen den Konsum von Alkohol und anderer Drogen einzustellen! Erstens ist es nicht gut für das Kind, weil gesundheitsschädlich und zweitens löst das deine Probleme auch nicht. Klar ist aber auch, dass du keinen Rückhalt hinter dir stehen hast. Familienangehörige wären da natürlich eine große Hilfe, die es für dich natürlich einfacher machen würden in dieser schweren Lage. Allerdings heißt das nicht, dass es keine anderen Hilfequellen gebe. Diese kommen aber nicht zu dir, diese musst du erschließen. Das wäre auch mein abschließender Rat an dich. Setz dich in Verbindung und such dir Hilfe und Beratung bei Einrichtungen und Behörden. Hier mal ein kleiner Ansatz.


    https://schwanger-und-viele-fragen.de/de/


    https://www.diakonie.de/wissen…rschaftskonfliktberatung/


    Ich hoffe ich konnte dir in dieser ernsten Lage einen hilfreichen Rat erteilen. Bitte gib nicht auf! Ich Wünsche dir viel Erfolg und nur das Beste.

  • Hallo


    Grundsätzlich schließe ich mich Derran an.

    Ich bringe es nur kürzer auf den Punkt!


    Ein Schwangerschaftsabbruch ist rechtswidrig, aber bis zur 12. Woche straffrei.

    Das bedeutet, man darf dich dafür nicht loben, aber eben auch nicht verurteilen.


    Allerdings musst Du Dich beraten lassen. (Beratungsschein)

    Das hat auch einen guten Grund. Damit soll auch sicher gestellt werden, dass Du den, für Dich richtigen Weg wählst.


    Also geh es an! Vertraue auf die Beratung!!

    Das sind Profis. Die wissen von was Sie reden. Dort wirst Du den für Dich richtigen Weg auch finden.


    LG

  • Hallo Derran und hallo McSam

    Vielen Dank für eure beiden Rückmeldungen auf meinen Beitrag.

    Mit dem Vater des Kindes habe ich gesprochen, er würde mich unterstützen. Dennoch weiß ich eben, dass das mit ihm und mir keine Zukunft haben wird und bin einfach ziemlich mit der Situation überfordert. Am Montag war ich bei einem Beratungsgespräch in Bonn und habe mich dort einfach überhaupt nicht aufgehoben gefühlt. Die Frau erzählte mir, dass ich in einem Frauenhaus leben und mein Kind zur Welt bekommen könnte oder dass ich das Kind auch zur Adoption freigeben kann. Schätze, dass ich nächste Woche zu ProFamilia gehen werde, um mich nochmal beraten zu lassen. Habe am Donnerstag einen Termin zur Abortung in einer Klinik. Werde auch nochmal zu einem Frauenarzt gehen. Weiß wirklich nicht, was ich tun soll. Klar, kann ein Kind einen zur Vernunft bringen, aber was ist wenn nicht? Ich traue mir selbst nicht, weil ich vieles einfach noch nicht verarbeitet habe.

  • Die Frage ist, ob du das verarbeiten kannst ein Kind abzutreiben. Wie gesagt ich sehe es als Tötung an, die nicht rechtswidrig in unserem Staat ist, wie Sam das so schön definierte. Das bedeutet aber nicht, dass es moralisch richtig ist. Es bedeutet nur, dass du dafür nicht vom Staat bestraft werden kannst. Allerdings hegst du ja jenen Gedanken auch in deinem ersten Post, der durchaus als sinnvoll zu betrachten ist. Weiterhin möchte ich darauf hinweisen, dass deine Haltung gegen Tiere dann irgendwie auch ziemlich lächerlich wäre. Dein eigenes Kind könntest du demnach töten, aber Tiere nicht? Entschuldige wenn ich das so hart sage, aber mit so einem Zwiespalt entfernst du dich von jeglicher Moral und Sinnhaftigkeit und hinterlässt bei mir nur ein Kopfschütteln. Außerdem weiß ich ja nicht, ob das in deiner Psyche zum Konsens führt. Ehrlich gesagt denke ich eher, dass das dein Leben nur schlimmer macht, weil du dir dann permanent Vorwürfe machst und daran erinnert wirst, wenn du Kinder siehst oder mit ihnen zu tun hast. Es würde zweifelsohne auch deine gesamte Zukunftsplanung beeinflussen. Vielleicht möchtest du ja später doch mal gewollt Mutter werden.


    Desweiteren ist es auch eine Möglichkeit das Kind auszutragen und es dann zur Adoption frei zu geben, solltest du überfordert sein. Vielleicht ist das auch nicht der beste Weg. aber du hast dann wenigstens nicht die Last ein Menschenleben beendet zu haben auf den Schultern und du hast dich der Herausforderung gestellt. Übrigens ist es als positiv zu bewerten, dass der Mann mit dem du das Kind gezeugt hast, seine Hilfe anbietet. Das ist schon mal was und darauf kann man aufbauen. Übernehmt Verantwortung für euer Handeln!


    Versuch doch einfach mal für alle Beteiligten, also dir, dem Kerl und dem Kind, den bestmöglichsten Weg herauszufinden und darzulegen. Schreib es auf einen Zettel, mal es hin. Dann weißt du auch was zu machen ist, aber es bedeutet auch, dass du Verantwortung übernehmen musst und dein Ego zurücktreten muss. So hart das klingt, der Weg den ich dir beschreibe ist der Einzige bei dem du dann noch in den Spiegel schauen kannst.

  • Hallo,


    Also unser Beratungssystem ist schon recht gut. Aber kein System ist perfekt.

    Um dem Berater eine Richtung zu geben, sollst Du schon erzählen, was Du möchtest.


    Ich wundere mich nicht darüber, dass Dir die Beraterin die Möglichkeiten "Frauenhaus" und "Adoption" gezeigt hat.

    Aus dem was Du schreibst, lese auch ich, dass Du eigentlich gar nicht abtreiben möchtest.


    Wichtig ist, was Du möchtest. Und Du wirst in unserem Land auch nicht allein gelassen.


    Übrigens, ich war in einer ähnlichen Situation wie Du. (eben als Freund der Schwangeren)


    Wenn es Dir hilft, erzähle ich Dir wie es bei mir war.


    Übrigens, Derran, Abtreibung ist tatsächlich rechtswidrig, steht so im Gesetzt. Aber es gibt keine Strafe.

  • Hallo Sternenhimmel,


    Ich möchte mich auch zu deinem Beitrag melden und Dir meine Geschichte erzählen.


    Als erstes möchte ich sagen, dass ich dich weder kritisieren oder verurteilen möchte.


    Deine Situation kommt mir in einigen Dingen sehr bekannt vor.


    Ich bin mittlerweile 37 Jahre alt und habe eine wunschöne Tochter von 6 Jahren.


    Zu uns nur kurz, ich war gerade 30 geworden und eigentlich nur auf der Karriereleiter am klettern, weshalb es für mich die Option Familie gar nicht gab. Sie erst 19 Jahre, jobbte nebenan im Supermarkt in dem wir uns kennenlernten.


    Ich hatte damals (also vor 7 Jahren) eine Affaire. Wir waren beide Single zu dieser Zeit und es war eigentlich nur der Sex der uns anzog, damals.


    Wir machten uns keine wirklichen Gedanken darüber als wir miteinander schliefen. Wir wollten ja nur Spaß und unsere EX Partner ein wenig vergessen.


    Eines morgens klingelte Sie Sturm bei mir und bat mich um ein Gespräch, sie war völlig aufgelöst. Sie erzählte mir sie seie schwanger, in der 6 Woche. Für mich brach eine Welt zusammen, weil es so gar nicht in meinen “Masterplan” passte. Ein Kind, mit einer Frau die ich gar nicht wirklich kannte, von Gefühlen oder Liebe kaum zu schweigen. Für mich war im ersten Moment klar, NEIN!

    Ich will dieses Kind nicht. Sie war ja selber noch jung, ohne Abschluss und irgendwas.

    So stellte ich mir meine und sie sich Ihre Zukunft nicht vor.

    Ich war erschüttert und verzweifelt betrank mich tagelang und ging nicht zur Arbeit.


    Wir trafen nach einigen Tagen den Entschluss, wir treiben ab, obwohl es gegen meine und Ihre moralischen Ansichten war. Aber ein Kind mit ihr und allgemein, niemals.


    Dann kam der Tag der Abtreibung und ich fragte mich auf einmal ist das richtig was wir hier machen, es ist ja lebendig und wird von uns beiden getötet. Sind wir Egoisten? Ich konnte es damals nicht beantworten.

    Wir haben die Abtreibung vollzogen.

    Danach jedoch ging es uns schlechter als zuvor! Machten uns gegenseitig Vorwürfe und beendeten einige Tage danach die Affaire.

    Wir beide haben nur noch daran gedacht an das Kind, welches wir nicht bekamen. Dieses Gefühl verfolgt mich bis heute und ich werde es wohl nie loswerden.


    Einige Wochen danach trafen wir uns nochmal und trösteten uns, wir sprachen miteinander und stellten leider zu spät fest welchen schrecklichen Entschluss wir gefällt haben. Für uns und das Kind.


    Sie nahm nach der Abtreibung die Pille und unsere Affaire begann von vorne.

    6 Monate später stand sie wieder weinend völlig aufgelöst vor mir und sagte ich bin schwanger.

    Ich könnte nicht glauben. Wie ist das passiert. Wir haben doch alles getan, damit es nicht nochmal passiert.

    Aber es passierte.

    Ich hatte keine Gefühle für Sie, bis dahin.


    Nach einigen Gesprächen kam dann eine weitere Abtreibung nicht in Frage, da uns die 1. Schon so stark zugesetzt hat.


    9 Monate später wurde unsere kleine geboren.

    Es war und ist der schönste Tag in meinem Leben.

    Du lernst Gefühle kennen, die lassen sich nicht mit Worten beschreiben.

    Mit dem Kind und dem Zusammenhalt zu ihr lernte ich auch Sie lieben und schätzen, was ich niemals für möglich gehalten habe.



    Mittlerweile sind wir glücklich zusammen, aber wir trauern noch immer um unser 1. Kind welches wir abgetrieben haben, aus Angst vor dem was kommt.


    in dieser Zeit habe ich gelernt, alles passiert aus einem gewissen Grund, auch wen wir den zu dem Zeitpunkt absolut nicht nachvollziehen können.


    Ich möchte dir nicht sagen wie du dich verhalten sollst, ich will dir nur sagen, egal wie unmöglich du es hälst, es kann wunderschön sein.


    Ich wünsche dir nur das beste für dich und hoffe du triffst die richtige Entscheidung.


    Gerne stehe ich dir bei weiteren Fragen zur Verfügung.


    Liebe Grüße Alex

  • Vielen Dank für deine Geschichte Alex.


    Im Moment fällt es mir schwer klar zu denken. Mein Kopf tut vom weinen weh und ich fühle mich alleine auf dieser Welt, meine Freunde fühlen sich nicht wie Freunde an, die hören nicht mal richtig zu und in letzter Zeit verbrachte ich viel Zeit bei dem Mann, um nicht ganz alleine zu sein, obwohl ich merke, dass ich eigentlich gar nicht bei ihm sein wollte. Fühle mich einfach überall fehl am Platz und in ein paar Stunden, muss ich wohl die Entscheidung getroffen haben mein eigenes Kind zu töten oder es trotz allem großzuziehen, alleine. Ich habe einfach Angst vor jedem der Wege und würde am liebsten einfach verschwinden