Egal ob Du Liebeskummer, Beziehungsprobleme, Sorgen oder Probleme mit Freunden oder dem Beruf hast, hier bist Du genau richtig. Die Registrierung und Nutzung ist selbstverständlich kostenlos. Doch eines solltest Du vorher noch wissen, wir geben hier nur Tipps aus eigenen Erfahrungen und sind keine Fachleute!
  • Liebe Foris,


    ich bin männlich und 54 Jahre alt. Letztens hat mir meine Mutter (85) mitgeteilt, dass sie sich nicht gut fühlt und glaubt, dass sie bald sterben wird. Vom Alter her wäre das nicht ungewöhnlich, trotzdem weiß ich nicht, wie es dann weiter gehen soll. Diese Ankündigung hat bei mir einen Trauerprozess ausgelöst, den ich jetzt nicht mehr stoppen kann. Sie ist immer eine wichtige Bezugsperson von mir gewesen. Ich habe die Befürchtung, dann noch einsamer zu sein.


    Was sagt ihr dazu? Wie ist eure Erfahrung mit dem Verlust der Eltern?

  • hallo rocky!

    wenn ein mensch der einem nahe steht wie es in deinem fall bei deiner mama war so eine Ankündigung macht ist es für angehörige oft sehr schwer damit umzugehn.

    deine mama ist ein wichtiger teil in deinem leben zu der du eine sehr enge beziehung hast-

    der gedanke an einen verlust ist sehr schmerzlich-

    aber wie wir alle wissen kommt eines tages der Zeitpunkt loszulassen...

    deine Reaktion ist absolut nachvollziehbar..

    bezüglich des trauerprozesses kann ich dir nur sagen dass du jederzeit die Möglichkeit hast dir hilfe zu holen.

    seis mit freunden denen du dich anvertrauen möchtest aber auch seelsorger oder Beratungsstellen können hier sehr hilfreich sein.

    versuche so viel zeit als möglich mit ihr zu verbringen..

    denn das ist sowohl ihr als auch für dich sehr wichtig und das kann dir keiner nehmen.

    aus eigener Erfahrung kann ich sagen dass der verust eines Elternteils sehr schwierig ist .

    oftmals spüren menschen schon lange vorher dass es mit ihnen zu ende geht und regeln noch viele dinge.

    für uns war es wichtig dass wir die Möglichkeit hatten uns zu verabschieden und nach dem Tod die Unterstützung innerhalb unsrer Familie als auch von freunden bekommen haben.

    dafür bin ich sehr dankbar.

    ich wünsche dir alles gute und wenn du das Bedürfnis hast herzukommen und darüber zu schreiben so kannst du das jederzeit tun.

    lg elli

  • Nun,


    ich hoffe einfach mal, dass du bereit bist für ein knallhartes Argument. Die Menschheit oder generell die Gesellschaft unterliegt einem Irrglauben, der aus Verdrängung resultiert. Keiner denkt darüber nach was ist wenn man stirbt. Wir alle tun so als wären wir unsterblich und es würde sich nichts ändern. Dieses Denken ist äußerst naiv und sorgt auch regelmäßig dafür, dass reihenweise Leute mit dem Verlust ihrer Angehörigen nicht klar kommen. Dann heißt es immer, das Schicksal, das böse Schicksal ist so ungerecht. Nein, nicht wirklich, es liegt an der Denkweise und genau dieses Probleme sehe ich auch bei dir Rocky.


    Denk mal genau darüber nach. Rein von der Logik der Sterblichkeit ist es völlig normal, dass die Kinder ihre Eltern überleben werden. In einer Idealfamilie kannst du also ab dem Punkt ab dem du denken kannst mindestens damit rechnen, dass du 4 Großeltern und 2 Elternteile zu Grabe tragen wirst und das allein deswegen, weil sie nun mal älter als du sind. Das hat nichts mit Schicksal zu tun, sondern dies bedingt der Lauf der Zeit und der Dinge. Alles ist in Bewegung und es verändert sich ständig. Beständigkeit ist eine Illusion und genau das solltest du begreifen. Ob nun der Eisladen an der Ecke zu macht, ein Haus in deiner Straße abgerissen wird, jemand weg zieht oder eben stirbt oder jemand neu geboren wird, all das ist die logische Folge.


    Verinnerliche das und bereite dich mit dem Kopf darauf vor. Das Zauberwort heißt mentale Bewältigung und Einkalkulieren der baldigen eintretenden Dinge. Deine Mutter hat ein stolzes Alter. 85 Jahre muss man erstmal werden. Unabhängig davon, dass sie sich vielleicht gerade krank fühlt, es ist genau das was sie dir sagen will. Sie will dir keine Angst machen, dass du alleine bist. Sie will dir helfen, weil du dich vorbereiten musst. Du musst dich mit dem Gedanken abfinden, dass du und alle Menschen um dich herum sterblich sind und du musst akzeptieren damit umzugehen. Diese Akzeptanz dem Tode gegenüber ist unvermeidlich. Du kannst nichts dagegen tun, sämtliche Nichtakzeptanz führt nur zu psychischen Problemen, wobei die Folge die Gleiche ist. Die Zeit gewinnt und damit Siegt der Tod in Form des Laufes der Dinge.


    Meine Mutter hat mit ihrer Mutter den gleichen Fehler begangen. Meine Großmutter ist mittlerweile 25 Jahre tot, starb als ich 7 Jahre war im Alter von 65 Jahren, weil sie die Narkose zur Operation an einem gebrochenen Hüftgelenk nicht überstand. Das ist tragisch und Trauer ist nur menschlich. Allerdings trauert meine Mutter heute noch 25 Jahre schon der Sache hinterher. Dabei entwickelte sie nur hinderliche Ängste und ist gar nicht mehr offen für Neues. Sie isoliert sich mit diesem Gedanken und das ist nicht gut.


    Wenn deine Mutter stirbt Rocky, dann darfst du nicht in diesen Zyklus verfallen. Noch lebt deine Mutter. Zeit ist kostbar, genieße jede Minute, jede Sekunde mit ihr, aber wisse auch was passieren wird. Wenn ihre Zeit dann gekommen ist, dann trauere, trauere tief, weine. Es ist gut, die Eltern zu verlieren ist eine einmalige Sache und schwer, aber es muss auch gut sein. Verschließ dich nicht, such Freunde, Familie und andere Aktivitäten und sei erwachsen, denn du musst den Weg allein weiter gehen und genau das ist es was deine Mutter sich für dich wünscht.

  • Hallo rocky!

    Oftmals sind die sichtweisen anderer user sehr hilfreich.

    Also verbringe die zeit mit deiner mama so lange es möglich ist.

    Natürlich bleibt m.angebot aufrecht.

    Lg elli

  • samueloo...du kannst froh und dankbar sein,dass du deine eltern noch hast.

    Verbring so viel zeit als möglich mit ihnenund geniess es.

    Denn es kommt der tag an dem sie nicht mehr da sein werden.

    Aus eigener erfahrung kann ich dir sagen dass der verlust eines elternteils sehr schmerzhaft ist

    Lg elli