Homosexuelle Gedanken

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  • Hallo zusammen,


    mich beschäftigt in den letzten Tagen die Frage ob ich vielleicht homosexuell sein könnte. Ich bin sicherlich nicht der erste, der dieses Thema hier im Forum anspricht, also bitte seht es mir nach wenn ich es abermals ausrolle, weil jede Situation ja individuell ist. Dazu muss ich leider etwas ausholen:


    Ich bin 32 Jahre, hatte noch nie eine Freundin und auch noch nie Geschlechtsverkehr oder ähnliche intime Nähe mit einer Frau.

    Ich war in der Schulzeit ein paar Mal in Klassenkameradinnen verknallt, bekam jedoch immer einen Korb. Ich schob das immer auf die Tatsache, dass ich unter starker Akne und Narbenbildungen litt und teilweise auch immer noch leide.

    Im Studium interessierte ich mich fast nur für Mädchen, bei denen ich eigentlich keine Chance hatte, entweder weil sie schon vergeben waren, oder einfach kein Interesse an mir hatten. Mädchen auf der Straße oder im Club/Bar anzusprechen habe ich mich nie getraut. Mangels Erfolgserlebnissen hatte/habe ich stets Angst vor erneuter Abweisung (oder bilde mir ein dass das der Grund ist), auch wenn es durchaus Mädchen gab die an mir interessiert waren. Doch auch da traute ich mich nie ran, weil ich dachte es könnte sie Abstoßen wenn sie beim ersten Mal meine Narben auf der Schulter sehen. Ich möchte ein Mädchen immer erstmal näher kennenlernen, bevor ich mich auf die sexuelle Ebene vorwage. Das hat natürlich dazu geführt, dass ich ständig in der Friendzone gelandet bin/lande, weil ich meine Intentionen nicht klar kommuniziere. Es ist ein kleiner Teufelskreis.


    Vor einigen Jahren, ich war etwa 28, tauchte plötzlich wie aus dem Nichts der Gedanke auf "Ich bin schwul". Er war einfach da. Als hätte jemand einen Deckel aufgemacht, den Gedanken reingesetzt und den Deckel wieder geschlossen. Der Gedanke begleitete mich eine ganze Weile, sexuelle Erregung empfand ich aber immer nur beim Gedanken an Frauen. Irgendwann hörte das dann wieder auf, vielleicht weil ich dieses Thema erfolgreich ins Unterbewusstsein verbannt hatte. Es gab ja äußerlich auch nie Anlass dazu das es stimmen könnte. Wenn ich einen attraktiven Mann sehe, nehme ich das natürlich wohlwollend zur Kenntnis, ohne aber diesbezüglich sexuelle Erregung zu empfinden. Auch nach sonstiger intimer Nähe zu einem Mann stand mir nie der Sinn. Wurde/werde ich im Club mal von einem Mädchen angetanzt, muss ich stattdessen immer aufpassen, dass sich nicht umgehend "das Zelt aufspannt". Es passiert auch regelmäßig , dass ich mich mit (attraktiven) Mädchen treffe, zu denen ich ein freundschaftliches Verhältnis habe und mich im Anschluss daran beim Gedanken an sie erstmal durch Masturbation "erleichtern" muss.


    Kurzer Exkurs: Gab es in meinem Leben schonmal "homosexuelle Momente"? Ich kann mich erinnern, dass mich als Kind mal ein Nachbarsjunge küssen wollte, ich jedoch weggelaufen bin, bevor es dazu kommen konnte. Ein anderes Mal, ich war etwa 11/12, versuchten ein Freund und ich unsere Penisse mit einem Bindfaden zu verbinden. Das klappte natürlich nicht und hat mich auch nicht weiter beschäftigt.

    Zu Beginn meines Studiums lernte ich einen Mitbewohner kennen, bei dem ich bei der ersten Begegnung leichte Aufregung im Bauch verspürte, die sich aber auch schnell wieder verflüchtigte. Wir verstanden uns auf Anhieb und ich glaube ich hatte dieses Empfinden einfach nur, weil ich das Gefühl hatte zum ersten Mal in meinem Leben einen "Bruder im Geiste" gefunden zu haben.


    Seit einigen Tagen ist der Gedanke dass ich schwul sein könnte wieder da. Er tauchte plötzlich auf, als ich mich in einer Phase recht tiefer Meditation befand und ihn dadurch vermutlich aus dem Unterbewusstsein wieder ausgekramt habe. Seitdem terrorisiert mich das Thema den ganzen Tag und macht mich langsam wahnsinnig.

    Man muss dazu vielleicht wissen, dass ich mich seit einigen Monaten in einer recht schwierigen Phase befinde, da ich nach dem Abschluss meiner Ausbildung nicht wirklich weiß wie es nun weitergehen soll. Ich bin also emotional ganz allgemein etwas empfindlicher unterwegs. Außerdem neige ich zu leichten Formen von Zwangshandlungen. Zum Beispiel muss ich beim Verlassen des Hauses und vorm Schlafen gehen immer mehrmals prüfen ob der Ofen aus ist, der Kühlschrank geschlossen ist, oder die Wasserhähne aus sind.

    Sexuelle Erregung empfinde ich nach wie vor lediglich beim Gedanken an Frauen. Ich versuche mir angesichts dieser Gedanken jetzt zwar auch vorzustellen wie es mit einem Mann wäre, empfinde dabei jedoch keine Lust oder Ähnliches, obschon ich auch nicht sagen kann, dass ich es völlig abstoßend finde oder so. Es fühlt sich einfach befremdlich an.


    Ich habe mich vor einigen Tagen bei Tinder angemeldet und hoffe auf diesem Weg ein Mädchen kennenzulernen. Auch das bereitet mir jedoch Unbehagen. Irgendwie denke ich jetzt, dass ich es vielleicht doch gar nicht will (also mit Frauen). Ich weiß aber nicht, ob das nur daran liegt, dass ich nun aktiv einen Schritt unternehme, mich meiner Angst vor intimer Nähe zu stellen und diese Angst jetzt alles daran setzt mir das madig zu reden.


    Ich weiß momentan wirklich nicht mehr wohin mit mir. Hat jemand hier vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht, oder einen Ratschlag wie ich diese Situation einschätzen sollte?


    Vielen Dank im voraus!

  • Hallo Mr. Slowhand,


    herzlich Willkommen hier in diesem Forum.


    Sexualität ist nicht immer eine einfache Angelegenheit.

    Gedanken und Gefühlen können schon konträre Situationen hervorrufen.

    Dies zieht sich aber auch durch viele anderen Bereichen des Lebens.


    Eine Frage zu deinen Zeilen: Ziehen sich deine Ängste, deine Sorgen durch jeden Bereich ,durch jedes Thema deines Lebens?


    Wenn deine Antwort ein Ja sein sollte, solltest Du dich einmal daran erinnern,

    wie Du diese Aufgabenstellung lösen konntest.


    Mit der Anmeldung bei Tinder hast Du ja den ersten Schritt gemacht.

    Nehme den Druck aus der ganzen Thematik.

    Warte, vielleicht erhaltest Du Signale.

    Vielleicht, gibt es Meldungen, vielleicht benötigt es auch noch Zeit.

    Wenn es dann soweit kommen sollte, gehe ohne Erwartungen, ohne "Planspielereien" zu so einem Treffen.

    Lasse alles auf dich zukommen, nur so hast Du die Chance einem Treffen offen, ehrlich und einfach identisch zu wirken.

    Das ist gleichzeitig auch das wichtigste im Leben.


    Also, ich wünsche dir sehr viel Spaß bei einem Treffen.


    Gerne stehe ich dir für weiteren Gedankenaustausch zu Verfügung.



    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

  • Vielen Dank für die Antwort. Nein, ich kann mich nicht erinnern solche Ängste auch in anderen Lebensbereichen zu haben. Wenn ich vor etwas Angst hatte (Fliegen zum Beispiel), habe ich es halt mal gemacht und gemerkt dass es gar nicht so wild ist.


    Nur in diesem Thema habe ich die Erfahrung aus welchen Gründen auch immer bislang gemieden und Gründe vorgeschoben weshalb es jetzt nicht richtig wäre etc. Meine eigene Theorie ist, dass ich einfach so lange vor der Erfahrung sexueller bzw. intimer Nähe zu Frauen davongelaufen bin, dass ich jetzt an einem Punkt bin, wo die Frage ob ich vielleicht schwul sein könnte eine fast logische Konsequenz darstellt. Ebenso wie der Gedanke, dass ich, jetzt wo ich Tinder nutze, vielleicht gar kein Mädchen kennenlernen will. Ich weiß einfach nicht ob das alles nur Angsterscheinungen sind, die halt immer abgefahrener werden je länger man einer bestimmten Sache aus dem Weg geht, oder da doch mehr dahinter steckt.


    Ich bin eigentlich ein Mensch der viel und gut mit sich alleine sein kann und ich habe schon das Gefühl, in sehr gutem Kontakt zu mir selbst zu sein. Von daher fände ich es schon etwas merkwürdig, dass ich mir so viele Jahre lang eingeredet haben soll, hetero zu sein. Das wäre dann schon sehr "professionell und gründlich" gewesen.

    Wie schon gesagt, der Gedanke es mit Männern zu tun ist für mich nicht ekelerregend oder abstoßend, einfach nur etwas befremdlich. Ich bin bislang auch nie von schwulen Männern angemacht worden. Die sollen doch angeblich ein "Radar" für "Gleichgesinnte" haben. Mein "Kumpel" in der Hose schlägt nach wie vor lediglich beim Gedanken an Frauen Alarm.


    Da ich angesichts dieser aufgestauten Situation auch nicht mehr bis in alle Ewigkeit warten möchte, um sexuelle Erfahrungen mit einer Frau zu sammeln, habe ich nun beschlossen mich an eine Prostituierte zu wenden, da mir das momentan fast der beste Weg zu sein scheint, diese Angst oder was auch immer es sein mag, zu durchbrechen. Auch wenn ich mir natürlich völlig darüber im Klaren bin, dass so ein Erlebnis keineswegs mit der Erfahrung einer "echten" Freundin vergleichbar ist.

  • Hallo MrSlowhand,


    erkläre doch einmal wie Du auf die Idee kommst, vor noch nicht erlebten bzw. gemachten "Erfahrungen" davon laufen zu können?

    Ist dir schon einmal der positive Gedanken gekommen, das dir die richtige Partnerin, die passende Person,

    die zweite Hälfte für deiner Person noch nicht über den Weg gelaufen ist?

    Erfahrungen in der Sexualität zu machen, sollte auf Vertrauen, Gefühle, Liebe usw. aufgebaut werden.


    Eine sogenannte "logische" Konsequenz ist abhängig seitens jeder Person, seiner Gefühlswelt, seinen Gedanken,

    seinen eigentlichen ICH.


    In jedem Mensch, jeder Person existieren Sehnsüchte, Wünsche und auch Vorstellungen.

    Diese umzusetzen, bzw. in die Realität zu versetzen existieren mehrere Wege.

    Eines ist aber auch sicher, "Druck" auf sich selbst aus zu üben, ist die schlechteste aller Möglichkeiten.


    Versuche jeglicher Art, sich selbst Chancen zu nehmen scheint für die Mehrheit der Menschheit ein größeres "Vergnügen" zu sein,

    als in den gegebenen Chancen, eine positive Entscheidung sehen zu wollen.


    Es unterliegt selbstverständlich jeder Person selbst, Entscheidungen, egal wie diese aussehen mögen, herbei zu führen.


    Nur jede Thema, jede Geschichte besitzt mindestens zwei Seiten.


    Betrachtest Du deine Themen von den mindestens zwei Seiten?


    Über eine weitere Post würde ich mich freuen.



    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

  • Beitrag von Christoph2 ()

    Dieser Beitrag wurde von tajt gelöscht ().
  • Hallo,


    Zunächst einmal spielt es doch keine Rolle ob du Homo oder hetero bist.


    Aber um deine Frage kurz zu beantworten. Nein, du bist nicht schwul!!

    Natürlich weiß ich das nicht 100%ig, aber aus dem was Du erzählst, gehe ich mal davon aus.

    (Im Übrigen ist man auch noch lange nicht "schwul", wenn man mal Gedanken in diese Richtung hat.)


    Aber es ist doch ganz einfach!!

    Probiere dich aus!! (immer mit Schutz)

    Wenn Du neugierig bist, dann lass Dich einfach darauf ein. Da ist doch nichts dabei.