Probleme mit der Wohnung- Störung durch Kirchenglocken

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  • Hi!


    Ich habe ein spezielles Problem bei dem sich die Geister scheiden könnten. Trotzdem muss ich darüber reden, weil es mich verzweifeln lässt.

    Vorab: Kommentare wie "selbst schuld" oder "hättest du vorher wissen müssen" sind hier unbrauchbar.


    Hier mein Problem: Ich bin im Sommer aus einer Großstadt in eine kleinere Stadt (bzw. dörflicher Stadtteil dieser) in die Nähe meiner Eltern gezogen, um dort mein Studium zu beginnen. Wir (mein Partner lebt mit mir in der Wohnung) hatten Probleme eine passende (bzw. Überhaupt eine) Wohnung zu finden. Umso mehr freuten wir uns über die schöne Wohnung in der wir nun leben. Um diese zu erhalten mussten wir die Einbauküche für 800€ dazu kaufen. Ca. 30m vom Komplex entfernt steht eine Kirche (evangelisch, läutet Viertelstündlich). Ich hatte die Vormieterin und den Vermieter gefragt ob das Läuten zu den Ruhezeiten nachts aufhört. Beide versicherten mir das es so sei. Nach der ersten Nacht war klar: es hört nicht auf. Viertelstündlich bimmelt es. Ich persönlich habe schreckliche Schlafstörungen und möchte nicht wissen, wie spät es wann in der Nacht ist! Ich kann nicht mehr schlafen und bin dementsprechend dauerhaft müde. Meine Freundin hat letztens bei uns übernachtet und meinte auch sie kriegt es an den Nerven bei dem gebimmel (und sie ist eigentlich nicht besonders anfällig für Lärm). Ich wohne deshalb weil ich es nicht mehr aushalten kann während der Semesterferien bei meinen Eltern. Diese können mein Problem nicht verstehen und schicken mich regelmäßig zurück in die Wohnung. Ich habe derart Angst vor dieser, wegen dem gebimmel und der Schlaflosigkeit. Ich würde gern Umziehen, allerdings bin ich nun ein Jahr daran gebunden und habe meine ganzen Ersparnisse für diese Wohnung ausgegeben. Sowohl Vermieter als auch Vormieterin haben mich Eiskalt belogen. Ich konnte nicht vorher wissen das es nachts läutet, normalerweise ist es Gang und gebe das in den Ruhezeiten auch Ruhe herrscht.

    Abschließend: nein, ich werde mich nicht daran gewöhnen. Seit ich klein bin reagiere ich auf das Erfahren der Uhrzeit nachts empfindlich und habe deshalb nie eine sichtbare Uhr im Zimmer.


    Hat jemand einen sinnvollen Rat oder eine Lösung? Ich bin wirklich verzweifelt :(

  • Hallo,


    also ich kenne dieses Problem selber. Ich habe auch mal in einer Gegend gelebt, wo das Glockenläuten nicht mit meinen Schlafgewohnheiten übereinkam. Damals habe ich noch in rollender Woche drei Schichten gearbeitet, da war es vollkommen egal wie spät und welcher Wochentag gerade ist. Mir passierte es da auch, dass ich zum Sonntag von der Nachtschicht kam und mir dann der sonntägliche Besuch der Gläubigen mit Kirchengebimmel den Schlaf raubte. Ich kenne das Problem also, besonders auch dann wenn man mit Religion nicht viel am Hut hat.


    So, jetzt allerdings mal Tacheles. Ich würde an deiner Stelle mal ein paar Erkundigungen einziehen, besonders vielleicht auch mal bei der Gemeinde und der Stadt, vielleicht auch beim Ordnungsamt fragen. Ich weiß es zwar nicht genau, aber in Deutschland gibt es für alle Dinge Verordnungen und Festlegungen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dies auch bei Kirchen und Kirchenglocken einen Rolle spielt. Da muss es zwangsläufig Richtlinien geben wie laut eine Glocke den überhaupt läuten darf. Dahingehend würde ich mich nämlich einmal kundig machen.


    Leider hast du aber das Problem, dass die Kirche eher da war als du. Lass dich nicht abwatschen. Ich würde es auf jeden Fall mal versuchen. Nebenbei weiß ich auch aus Allgemeinwissen, dass es dazu auch anderen Rechtsstreitigkeiten mit religöser Lärmbelästigung gab. Dein Problem ist also nicht neu. Es ging da zwar um den Muezzin ein Moschee und dessen Gebetsausrufe, allerdings denke ich nicht, dass dies vom Prinzip her eine Rolle spielt. Informiere dich...


    Ansonsten, wenn du bauliche Maßnahmen an der Wohnung vor nimmst. Wie sieht es denn mit Geräusch- und Lärmdämmung aus? Ist da irgendwas möglich oder einfach die Fenster geschlossen halten?

  • Hi und erstmal vielen lieben Dank für deine Antwort! Ich bin froh das jemand einen Rat und Erfahrung hat und sich meinem Thema annimmt :)


    Zu allererst (da es leider rausfällt): bauliche Maßnahmen kann ich nicht vornehmen, da mir Wohnung und Komplex leider nicht gehören. Mit zuem Fenster ist es leider noch mehr als deutlich zu hören.


    Ich hatte mich auch mal belesen wegen Ruhestörung, allerdings soll das ja nicht so einfach sein bezüglich Dezibellmessung etc. Manche Verwaltungen lehnen das Thema auch komplett ab. Generell würde ich mich gern beschweren, der Punkt ist ich trau mich nicht. Ich bin noch relativ jung und habe durch diese Wohnung zusätzlich Ärger mit der Telekom (Anschluss funktioniert nicht) und mit der Gez. Ich glaube ich habe nicht genug Nerven um noch ein weiteres Thema anzufangen. Zusätzlich habe ich Angst vor Gericht zu kommen, da ich als Student einen Anwalt nicht bezahlen kann. Momentan habe ich starke Suizidgedanken. Es tut mir leid für meine Eltern, dass sie eine Wohnung zahlen die ich nicht bewohnen kann. Ich fühle mich schuldig nicht die Nerven zu haben das klingeln auszuhalten. Allerdings gibt es wegen jedem Mist auch Lärmregelungen (habe vorher neben einem Bahndamm gewohnt, ab 23 Uhr war da ruhe), ich finde Kirchen sollten auch darunter fallen (bei meinen Eltern im Dorf wird stündlich geläutetet, nachts gar nicht).


    Darf ich fragen wie du das Problem gelöst hast? Oder hast du es dann einfach hingenommen?


    Ich werde mich morgen erstmal telefonisch bei der Stadtverwaltung erkundigen. Hoffe es kommt etwas positives dabei raus.


    Danke und liebe Grüße :)

  • Hallo Scotty,


    ein herzliches Willkommen hier im Forum.


    habe deine Zeilen im Hintergrund gelesen. Deine Aussage stimmt, es ist nicht leicht gegen das Läuten der Zeitansage vorzugehen.

    Berichtige mich gerne wenn ich etwas nicht so wiedergebe, wie es sein sollte.

    Diese Wohnung wurde von deiner Person gemietet.

    Auf Nachfrage betreffend das Läuten in der Ruhezeit wurde dir gegenüber geäußert, das dies alles in Ordnung wäre.

    Darauf hin, hast Du den Mietvertrag für die Dauer von einem Jahr unterschrieben.

    So, jetzt kommt deine Chance.

    Zuerst einmal ist das eine arglistige Täuschung!

    Genau dies würde ich einem Rechtsanwalt, für ein Schreiben mitteilen.

    Genau so würde ich ihm mitteilen, das dein Erspartes für die Renovierung herhalten musste.

    Der Mietvertrag über ein Jahr Laufzeit würde ich anfechten, und eine sofortige Mietminderung anstreben.

    Zur gleichen Zeit schaue dich nach einer Wohnung um, die für dich in Ordnung ist.

    Die Kosten für dieses Schreiben, erstattet dir nach Vorlegen deiner Einkünfte auch der Staat, der sich dann diese Forderung wiederholt.


    In vielen Fällen, reicht ein Schreiben um seinen Vermieter zur Einsicht zu bewegen.


    Klar, Du hast geschrieben das Du keine Nerven für diesen Schritt hast, nur es liegt an dir wie lange Du

    deine Gesundheit unnötiger Weise opfern möchtest.


    Schuldgefühle sind hier absolut fehl am Platz.


    Welches Ergebnis konntest Du aus dem Telefonat mit der Stadtverwaltung ziehen ?


    Gerne stehe ich dir für weiteren Gedankenaustausch zu Verfügung.



    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

  • Zuerst einmal ist das eine arglistige Täuschung!

    Genau dies würde ich einem Rechtsanwalt, für ein Schreiben mitteilen.

    Da muss ich dich leider enttäuschen. Arglistige Täuschung ist ein unbestimmter Rechtsbegriff des deutschen Zivil- und Verwaltungsrechts. Im Zivilrecht stellt sie dabei nach § 123 BGB einen Anfechtungsgrund dar. Eine arglistige Täuschung liegt regelmäßig dann vor, wenn eine Täuschung über Tatsachen vorsätzlich erfolgt, der Täuschende also weiß und will, dass sein Verhalten zu einem Irrtum des Getäuschten führen werde.

    Die erforderliche Täuschungshandlung meint ein Verhalten, das darauf abzielt, in einem anderen eine unrichtige Vorstellung hervorzurufen, zu bestärken oder zu unterhalten. Sie kann durch positives Tun, aber auch durch Unterlassen ausgeübt werden, wichtig ist jedoch eine konkludente Handlung darzustellen und das erachte ich in diesem Fall als problematisch.


    Das Problem ist nämlich, dass diese Kirche immer dort steht und der Vormieter keine Möglichkeit hat oder gar nur in Anspruch genommen hat, dort das Glockenläuten zu unterdrücken, sodass Scotty sich für diese Wohnung entschieden hat. So wird auch das Gericht argumentieren, sollte denn der steinige Weg eines Privatrechtstreites gewählt werden. Die Argumentation ist dann einfach. Die Kirche ist da gewesen, wenn eine Kirche da ist muss man mit Kirchenglocken und dessen Läuten rechnen. Es liegt also keine arglistige Täuschung vor, weil der offensichtliche Mangel nicht verschwiegen wurde, sondern zu jeder Zeit offensichtlich war.

  • Hallo Derran,


    vielen Dank für diesen Hinweis.

    Da hat mir wohl ein Rechtsanwalt eine etwas andere Auskunft gegeben.



    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)