Bin ich mit 39 Jahren am Ende?

Egal ob Du Liebeskummer, Beziehungsprobleme, Sorgen oder Probleme mit Freunden oder dem Beruf hast, hier bist Du genau richtig. Die Registrierung und Nutzung ist selbstverständlich kostenlos. Doch eines solltest Du vorher noch wissen, wir geben hier nur Tipps aus eigenen Erfahrungen und sind keine Fachleute!
  • Hallo!


    Wie der Titel schon sagt bin ich bereits 39 Jahre alt. Und da ist so Einiges schief gelaufen in meinem Leben. Ich weiß nicht, ob es mir noch etwas bringt hier zu schreiben. Aber ich will es mal versuchen:


    Zu Beginn meines Lebens dachte ich noch es wäre mit meiner Familie alles in Ordnung. Ich hatte zunächst eine sehr enge Beziehung zu meiner Mutter. Obwohl auch hier schon Probleme auftraten. Meine Eltern stritten sich häufig und mein Vater griff schon zu Beginn meines Lebens gerne zum Alkohol. Meine Mutter war - allein gelassen vom Vater, der gerne auf Dienstreise oder bei seiner Geliebten war - mit uns Kindern überfordert. So erinnere ich mich noch an folgende Begebenheit: Ich war etwa fünf Jahre alt, mein Vater war wieder mal nicht zu Hause und die Putzfrau kam nicht. Meine Mutter schrie uns Kinder daraufhin an: "Ich mach das Alles nicht mehr mit! Ich verlasse euch!" Mein jüngerer Bruder fing zu heulen an, während ich zwar Angst hatte, dass sie das wirklich tut, aber mich auch zu Unrecht angeschrien fühlte und zurückgab: "Dann mach das doch!" Solche Ausfälle hatte meine Mutter immer wieder, andererseits konnte sie aber auch ganz lieb sein. So hatten wir schon damals öfters Streit. Als sich meine Eltern - ich war elf Jahre alt - schließlich scheiden ließen und wir, meine Mutter und meine Brüder, etwa 400 Kilometer weit weg gezogen waren, herrschte mich meine Mutter immer öfter an. Ich wusste mir dann nicht mehr anders zu helfen als sie körperlich anzugehen. Daraufhin wurde ich zum Jugendpsychiater geschickt, der etwas an mir ändern wollte, aber nicht sah (oder sehen wollte), dass meine Mutter überfordert war und deshalb öfters auf mich einschrie. Ich hatte so Niemanden zum sprechen und schämte mich. Schließlich eskalierte die Gewalt zwischen mir und meiner Mutter so, dass vor dem Familiengericht verhandelt wurde, ob ich in ein Heim käme, wo ich aber nicht hinwollte. Ich zog dann zu meinem Vater, mit dem ich nie klar gekommen war und der mich nie verstand. Wir lebten aneinander vorbei.


    Ich machte Abitur und fing an Bioinformatik zu studieren, weil ich eine Herausforderung suchte, kam aber mit der Informatik nicht klar und wechselte den Studiengang. Diese Krise berichtete ich meinem Vater, der sich fortan in mein Studium einmischte. Er machte mir auch Vorwürfe, dass ich auf zu ehrgeizige Ziele von Seiten meiner Mutter getrimmt worden war. Daraufhin bekam ich immer mehr Selbstwertprobleme und hatte große Schwierigkeiten im Studium. Wenn ich nun Ziele hatte zog er das immer runter. Er stellte sich als der Vernünftige dar und ich hatte die Rolle desjenigen, der zu große Ambitionen hatte. Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren und ließ das Studieren irgendwann sein. Dabei wollte ich mit meinem Studium eigentlich aus dem ganzen Schlamassel raus, eigenständig werden und die Dämonen meiner Vergangenheit besiegen. Denn ich wurde in der Schule gemobbt. Ich habe das Ganze nur überlebt, weil ich gute Noten schrieb. Das zog mich immer wieder hoch und ich hatte durch die guten Noten das Ziel einmal erfolgreich zu sein.


    Ich fing an zu Schreien, wenn ich alleine in der Wohnung war, weil ich das Ganze, auch die Erinnerungen an den Streit mit meiner Mutter, nicht mehr aushielt und musste deswegen mehrmals umziehen, wurde auch von Nachbarn bedroht, weswegen ich mir schließlich einen Elektroschocker besorgte. Als mich dann zwei Nachbarn wiederholt mit einem Gürtel angriffen kam dieser auch zum Einsatz. Ich kam daraufhin mehrere Monate lang, teils unfreiwillig, in die Psychiatrie. Schließlich ging es mir so schlecht, dass ich nicht mehr hinaus wollte, aber trotzdem entlassen wurde. Kurz danach griff ich dann plötzlich meinen Hausarzt an und nahm ihn in den Schwitzkasten. Er bekam keine Luft mehr. Ich weiß bis heute nicht, warum ich das tat. Ich war praktisch nur Zuschauer konnte mich nicht steuern. Eine Psychose, die mir angedichtet wurde, schließe ich aus. Es gab kein Stimmenhören, Wahnvorstellungen oder Halluzinationen. Das ist jetzt zwölf Jahre her und ich kam daraufhin in die forensische Psychiatrie.


    Seit nun acht Jahren bin ich unter Führungsaufsicht, die schon mehrfach verlängert wurde, wieder draußen. Mir macht die Führungsaufsicht zu schaffen. Wenn ich zur psychiatrisch-forensischen Ambulanz gehe habe ich immer wieder Angst, dass jemand mitbekommt, dass ich dorthin gehe und was zwischen mir und dem Arzt passiert ist. Wenn jemand fragen würde wüsste ich nicht was ich sagen sollte. Schließlich kann ich es ja selbst nicht erklären.


    Nach der Zeit in der forensischen Psychiatrie musste ich eine kaufmännische Umschulung machen, die aber nie in meinem Sinne war. Ich schloss sie zwar ab, habe aber nie in dem Beruf gearbeitet. Ich war dann in mehreren Reha-Werkstätten und bin heute in einer Tagesstätte für psychisch Kranke, was mir aber auch nichts bringt. Ich würde zwar gerne noch mal eine Ausbildung oder ein Studium machen, bin aber psychisch so fertig, dass ich mich nicht mehr traue. Ich liege Zuhause nur nach schlapp auf der Couch herum, habe kaum noch Antrieb. Zu Psychologen und Psychiatern habe ich auch kein Vertrauen mehr. Dieses verlor ich schon teilweise durch die Erfahrungen beim Jugendpsychiater. Aber auch während meines Studiums ging ich häufig zu Psychotherapeuten und Psychiatern, die meine Situation aber nur noch schlimmer machten, indem sie mich nicht verstanden und mir Vorwürfe machten.


    Auch habe ich seit der Grundschule keine Freunde mehr. Die Situation mit meiner Mutter hatte mich so fertig gemacht, dass ich außerhalb der Familie keine Bekanntschaften mehr schließen konnte. So hatte ich bis heute auch nie eine Partnerschaft mit einer Frau und bin noch ungeküsst. Ich fühle mich heute ziemlich alleine, weiß aber auch nicht mehr wie ich das ändern kann.


    So weit zunächst... Danke für's Lesen!


    LG

  • Hallo jece,


    herzlich Willkommen hier in unser aller Forum.


    Deine Geschichte liest sich so, als wenn Du mit all deinen gemachten Erfahrungen resigniert hast.

    Du, hast sehr viele Erfahrungen machen dürfen bzw. sollen.

    Jetzt, liegt es allein an dir die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

    Sicher es ist nicht immer einfach.

    Nur, betrachte all deine erlebten Themen,, egal wie sich diese aus der Erinnerung heraus anfühlen.

    Versuche, dieser Betrachtung verschiedene Sichtseiten bzw. Sichtweisen hinzu zu fügen.

    Betrachte erst eine Situation, suche zu einer Betrachtung eine zweite Seite.

    Es gibt nur wenige Themen die nicht mindestens zwei unterschiedliche Seiten besitzen.

    Der Mensch, die Menschheit scheint sich schneller an die weniger schönen Momente erinnern zu wollen.

    Wobei die positiven Momenten, die positive Einstellungen das Leben und seine gestellten Aufgaben interessant werden lässt.


    Dir wurden schon einige "Hilfestellungen" angeordnet.

    Frage dich doch einmal, was Du eigentlich möchtest.

    Welche Wünsche Du hast, welche Sehnsüchte Du empfindest.


    Beispiel: Du hast eine Ausbildung genossen!

    Dein Wunsch ist es, noch eine weitere Ausbildung zu Geniesen!

    Du fühlst dich schwach.

    Das ist dein gutes Recht, nach der Arbeit auszuruhen.


    Jetzt eine Frage an dich:

    Welche wichtige Gründe gibt es für dich, deinen Wunsch einer weiteren Ausbildung anzustreben, nicht an zu gehen?


    So, wie Du bereit bist, für ein Thema eine Lösung zu finden, die dich positiv stimmt, wird sich auch für dich dein Umfeld positiv verändern.



    Die Vergangenheit ist nicht mehr, die Zukunft ist noch nicht gekommen.

    Du, Wir alle leben im hier und jetzt.


    Also, versuche die Vergangenheit loszulassen und lebe mit all deinen Gedanken, mit all deinen Gefühlen im hier und jetzt.



    Gerne stehe ich dir für weiteren Gedankenaustausch zu Verfügung.




    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)