Schwere Kränkung, wie komm ich da wieder raus?

Egal ob Du Liebeskummer, Beziehungsprobleme, Sorgen oder Probleme mit Freunden oder dem Beruf hast, hier bist Du genau richtig. Die Registrierung und Nutzung ist selbstverständlich kostenlos. Doch eines solltest Du vorher noch wissen, wir geben hier nur Tipps aus eigenen Erfahrungen und sind keine Fachleute!
  • Hallo zusammen,


    Da ich irgendwie anstehe und nicht mehr weiterkomme in meiner Kränkung hab ich beschlossen, hier mal nach Rat zu fragen. Vielleicht gibt es ja auch Rat ohne Schlag für mich, auch wenn mein Problem auf manche vielleicht sehr abstrus wirkt. Für mich ist es sehr belastend. Bitte seid einigermaßen nett zu mir wenn ihr euch die Mühe machen solltet mir was zu schreiben, auf Haudrauf zu reagieren fehlt mir derzeit schlicht die Kraft.


    Ich bin mir meinem Freund seit bald 8 Jahren zusammen. Wir haben ein Haus gebaut und ein gemeinsames, gesundes, goldiges Baby. Soweit, so schön.

    Nun war es aber so, dass ich ihn schon seit Jahren gerne geheiratet hätte. Ich hab mit ihm drüber geredet, gewitzelt, gestichelt, gestritten, geheult... ich hab mich sehr gekränkt, dass alles für ihn ok war, Haus, Schulden, Bla und Blubb aber den Wunsch wollte er mir nicht erfüllen, seine Gründe kann ich bis heute nicht nachvollziehen. Kam mir vor wie auf dem ewigen Prüfstand. Aber ich liebe ihn, also blieb ich, all der Kränkung die ich bei diesem Thema empfand zum Trotz.


    Sein Antrag kam plötzlich dann als wir schon 6 Jahre zusammen waren. Also zu einem Zeitpunkt, wo ich mir den Gedanken an Hochzeit eigentlich schon erfolgreich abgewöhnt hatte. Denn was soll man denn machen wenn einer will und der andere nicht? Und dann kommt er auf einmal doch an damit! Ich war sehr überrascht, hab zwar angenommen aber so richtig gefreut hab ich mich nicht, das hatte er mir ja ausgetrieben gehabt über Jahre.

    Und dann kam 1 Monat später die Schwangerschaft dazu und da es nicht ganz komplikationslos lief, wir schon sehr lange auf die Schwangerschaft gewartet hatten und ich dem ungeborenen Baby den Stress zur Sicherheit nicht zumuten wollte, wurde die Hochzeit auf unbestimmte Zeit verschoben. Soweit auch noch nicht weiter sooo tragisch. Aber jetzt kommt das, was so an mir nagt.


    Mein kleiner Bruder hat sich nach 4 Jahren von seiner Freundin getrennt, ist 1 Monat später mit seiner Neuen zusammen gekommen und hat sie jetzt nach 1,5 Jahren geheiratet. Einfach so, ohne jahrelanges rumgeeier und "ich prüfe dich doppelt und dreifach ob du mir wirklich, wirklich passt" Getue. Und dann schießt mich seine Angetraute auch noch mit dem Brautstrauß ab! Die ganzen Kommentare der lieben Verwandtschaft natürlich noch dazu, es war ein echter Horrortag für mich. Warum war das für ihn so leicht, so selbstverständlich und für meinen Freund so als würde ich die verdammte Hölle von ihm erwarten?


    Und jetzt bin ich irgendwie so dermaßen gekränkt, dass ich mit meinem Freund keine schöne Hochzeitsfeier ohne Kind haben konnte, dass er mich so lange hat anstehen lassen bis mir die Freude dran verloren ging und ich jetzt noch dazu nach der Riesenbarbiehochzeit (der hat echt jeden Schmarrn zelebriert den man sich vorstellen kann) meines Bruders mit der kleinen feinen Trauung, die ich mir gewünscht hätte, ziemlich alt aussehen würde. Ich bin so unfassbar sauer auf meinen Freund und komme da nicht drüber weg obwohl man die Vergangenheit nicht ändern kann. Ich frage mich dauernd, was falsch an mir ist, dass er sich da über meine Wünsche jahrelang hinwegsetzt und ich jetzt dagestanden habe und auf der Hochzeit meines kleinen Bruders der einfach so, ohne großes Gschistigschasti seine Liebe geheiratet hat, ein freundliches Gesicht machen musste obwohl es mich vor Neid innerlich zerrissen hat.


    Jetzt kann man natürlich ankommen und sagen, dass es doch ohne auch geht, dass Kind und Haus viel wichtiger sind und blabla. Hab ich alles schon von meiner Mutter gehört, vielen Dank auch.


    Aber es wäre MIR wichtig gewesen, ICH hab mir das jahrelang gewünscht und bin damit ungehört gegen Wände gerannt. Und die Hochzeit die ich gerne gehabt hätte geht jetzt mit Kind nicht mehr.

    Ich hänge jetzt in der Vergangenheit fest und leide und natürlich kriegt das mein Baby auch mit. Mein Freund hat kein Einsehen, er ist nach wie vor der Meinung er habe alles richtig gemacht, 6 Jahre seien ja nötig um sich sicher zu sein (ach, aber fürs Haus hats bloß 4 Jahre gebraucht?????) und ich soll mich nicht so anstellen heiraten wir halt nächstes Jahr, es müsse ja für beide passen. Aber so passt es jetzt für mich nicht!!! Was soll ich denn bloß tun? Warum ist das bei uns so schwer?


    Wie komm ich da emotional wieder raus aus dem Loch? Fühle mich ungehört und nicht ernst genommen und bin sehr sehr traurig...


    Danke fürs Lesen und vielleicht für einen Rat!

    Gruß, Ichbinich

  • Hallo,


    mein Rat an dich ist äußerst simpel und vielleicht hilft er dir auch die Sache mal von einem anderen Blickwinkel zu sehen. Ich würde dir raten demütiger zu werden und zu erkennen was wirklich wichtig ist.


    Eine Hochzeit ist in erster Linie eine rein formelle Sache, die meines Erachtens in einen extrem materiellen und sehr künstlich prestigeträchtigen Kontext gezogen wird und auf der sich eine sinnlose Industrie aufbaut. Wenn du darüber genauer nachdenkst, dann kannst du dieses vor allem geldintensive Zelebrieren als eine höchst willkürliche Angelegenheit betrachten. Warum ist denn so eine Hochzeit so wichtig? Wenn du diesen Gedanken mal einwirken lässt und dir die Frage stellst, dann wirst du feststellen, dass dein Problem ziemlich künstlich und vor allem unnötig ist. Ich würde dir sogar unterstellen, dass du nicht nur gekränkt bist, sondern sogar Neid entwickelt hast.


    Die Sache ist nämlich die, eine Hochzeit sorgt nicht dafür das man sich liebt! Eine Hochzeit sorgt auch nicht für eine bessere Beziehung! Eine Hochzeit ist kein Endstadium in einer Partnerschaft. Eine Hochzeit hat höchstens steuerrechtliche Relevanz! Folglich, eine Hochzeit wird nicht zwingend benötigt. Stell dir vor wir wären ein paar tausend Jahre eher und würden in Höhlen leben? Gab es da Hochzeiten? Nein! Gab es Familienglück? Aber sicher doch! Selbst die schönste und teuerste Hochzeit kann dir dies nicht garantieren!


    Weiterhin hast du mit deinem Mann ein gemeinsames Kind. Wenn du schon irgendwelche Beweise willst, dann nimm doch bitte diesen. Einen größeren Liebesbeweis als mit einem anderen Menschen ein Kind groß zu ziehen gibt es meines Empfindens nämlich nicht. Dagegen ist eine Hochzeit nichts! Weiterhin hat er mit dir ein gemeinsames Haus gebaut. Das ist ebenfalls ein Beweis. Ich persönlich käme nie auf die Idee ein eigenes Haus zu bauen, weil es ein zu verpflichtendes Luxusgut darstellt. Dann lieber auf Miete irgendwo leben. Aber nein, dein Partner teilt auch das mit dir.


    Was ich dir damit sagen will, schau was an Ist-Werten schon da ist und mach es nicht an den Dingen fest die nicht sind.

  • Hallo Derran,


    Diese Dinge sind mir natürlich bewusst und an nüchternen Tagen sehe ich es auch so. Aber ich schaff es nicht, das gefühlsmäßig in Einklang zu bringen, da liegt ja auch mein Problem...

    Vermutlich wäre es nicht so tragisch für mich gewesen wenn mein Bruder nicht das Musterbeispiel einer Hochzeit abgehalten hätte. Also ja, Neid ist da sicher auch im Spiel. Denn wenn es ja so bedeutungslos ist, warum konnte mein Freund mir diesen Wunsch dann nicht einfach erfüllen? Daran spießt es sich und ich nehme an deshalb ist es für mich zu so einer riesen Sache erwachsen die es sonst wohl nicht gewesen wäre.

    Ich versuche es anders zu sehen aber es gelingt mir nicht so recht.


    Danke dir sehr für deine Antwort und deinen Input!

  • Hallo Ichbinich! :-)


    Ich hoffe, ich darf als eine reine Userin hier auch etwas dazu sagen.

    Ich glaube, Männer sehen das häufig mal praktisch und nüchtern, ich als Frau kann dich aber sehr gut verstehen.

    Viele von uns haben nun einmal so Mädchenträume... einmal im Leben Prinzessin sein.


    Vielleicht hilft dir a) das Wissen, dass nicht alle so groß und schön heiraten. Die Eltern meines Mannes haben klein im Keller geheiratet und durften sich in der DDR nicht einmal den Ort der Flitterwochen aussuchen. Meine Mutter hatte nicht einmal ein Hochzeitskleid, weil mein Vater so geizig war (als Arzt hätte er das schon gekonnt, denke ich mal). Und nein, das finde ich nicht in Ordnung. Wenn ein Mann eine Frau liebt, sollte er ihr wenigstens das tolle Kleid gönnen.


    Wer sagt denn eigentlich, dass ihr das jetzt nicht nachholen könnt?

    Eine Hochzeit muss nicht mit 200 Gästen sein, das fand ich bei einer Freundin viel zu anonym. Ich selbst hatte eine Traumhochzeit mit circa 20 Gästen und ich würde es immer wieder genauso so machen. Ist auch bezahlbar dann. Alle haben hinterher so geschwärmt. Wir hatten mit gutem Geschmack eine Traumhochzeit und noch nicht einmal dafür Schulden gemacht, während die Freundin mit den 200 Gästen immer noch abzahlt.


    Und mal als Tipp: ein Hochzeitskleid muss nicht 2000 Euro kosten, man bezahlt damit nur den Namen von irgendeinem Fuzzi. Es gibt echt günstige Kleider und wunderschön, kein Mensch wird das bemerken.

    Du darfst natürlich keinem den Preis verraten, geht ja auch keinen was an (kannst aus Spaß dann sagen, du willst ja nicht protzen, auch, wenn ich das nicht gemacht habe XD).


    Liebe Grüße

  • Ach ja, ein Zusatz noch: Mit keinem etwas verraten meine ich, dass ich das Kleid selbst gekauft habe und es auch nicht meinem Mann, meiner Mutter oder einer guten Freundin „unter 4 Augen“ erzählt habe.

    Das ist der einzige Weg, wie man ein Geheimnis mit ins Grab nimmt, das gerne auch als Lektion für das Leben. ;-)

    Wenn du willst, dass etwas verteilt wird, ist der Satz „Aber erzähl es keinem weiter.“ der beste Weg für 20 Ecken, um die eine Info weiter geht. Meine Mutter z.B. ist lieb und nett, aber gehört zu den größten Klatschbasen. Als Spionin würde sie beide Seiten verraten.

  • Hallo SabineGarten,


    Ja natürlich kann man das jetzt alles nachholen und eine Barbiehochzeit wollte ich eh nie, auch vorher schon nicht. Wenn wir 30 Leute zusammenkriegen wäre das eh viel.

    Meine Kränkung rührt wirklich davon her, dass er jahrelang wusste dass ich mir das wünsche und dann so lange rumgetan hat bis er mir die Freude dran ausgetrieben hatte. Und dann kommt er erst damit an zu einem Zeitpunkt der ungünstiger nicht sein konnte sodass nix draus wurde. Und dann noch dazu mein Bruder der kein so ein Fass aufgemacht sondern es einfach getan hat.


    Jetzt haben wir Verpflichtungen, können nicht einfach sorglos bis in der Früh feiern und tanzen und am nächsten Tag ins Auto springen und irgendwohin in die Flitterwochen abhauen. Jetzt muss alles geplant sein für unseren Kleinen, der braucht seine Struktur aus Essen und Spielen und Schlafen.


    Tja. Und ich muss darauf jetzt nicht nur logisch sondern auch gefühlsmäßig klar kommen und das gelingt mir derzeit absolut nicht... bin einfach nur traurig.


    Danke für deine Worte!

  • Hallo und ein herzliches Willkommen,


    hier in unserem Forum.

    Ich habe deine Geschichte und die hinterlegten Meinungen im Hintergrund verfolgt.

    Nun, möchte ich einige Sätze dazu posten.

    Sollte ich etwas falsch wiedergeben, bitte ich dies zu berichtigen.


    Du, schreibst, Du liebst ihn, und bist aus diesem Grunde Verpflichtungen jeglicher Art eingegangen.

    Meine Frage an dich lautet:

    Wie sehen seine Gefühle zu dir, zu deiner Person aus?

    Habt ihr euren gemeinsamen Weg, eure Vorstellungen von einem gemeinsamen

    Lebens verglichen und im voraus besprochen?

    Wenn die Antwort ein Ja sein sollte, verstehe ich dein Verhaltensmuster nicht wirklich.

    Menschen sind und entwickeln sich unterschiedlich und das bei gleichen Erlebnissen,

    Ist der gemeinsame Stellenwert noch der gleiche?


    Eine Hochzeit ist ein Symbol für Liebe, Glück, Gemeinsamkeit und vieles mehr.

    Noch eine Frage:

    Wenn er dir die Erfüllung dieses Wunsches doch so lange verweigerte, deine Gefühlslage

    nicht mehr in der Lage war, sich zu freuen, wieso hast diesen Antrag doch angenommen?


    Deine Schwägerin, hat dich also mit dem Brautstrauß "abgeschossen".

    Sehe das alles doch einmal positiv.

    Gratulation!

    zum fangen dieses Straußes,
    Gratulation!

    über das Erlebnis sich zu freuen!

    Gratulation!

    vielleicht hat gerade dies deinem "Freund" die Augen geöffnet!


    Gekränkt sein, das Du keine Hochzeit ohne Kind ohne Verpflichtung erleben konntest?

    Oder, ist es mehr das Du meinst, dein Bruder hätte dich, deinen Freund vorgeführt?

    Denkst Du nicht das die vielen schönen Momenten die Du mit der Zeugung des Kindes beginnend,

    über die Geburt bis hin zu den täglichen Erlebnissen dich entschädigen?

    Klar, verstehe ich das eine Hochzeit was schönes, was einmaliges sein sollte.

    Nur, das alles ist eine Zeitspanne lang und Zeit ist nur ein von Menschen gemachtes "Problem".


    Noch ein Gedanken:

    Könnte es einfach nur sein, das Du ganz tief in deinem inneren spürst, das irgend etwas in eurer Beziehung nicht wirklich rund läuft?

    Dann solltest Du dein Versprechen zurück nehmen und diese Hochzeit einfach nur absagen!

    Jetzt sollte das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen, alles andere wäre nicht real.


    Ich möchte dir einen Vorschlag posten.

    Nehme dir jeden Tag Zeit.

    Zeit, deine Gedanken in ein Tagebuch zu notieren.

    Zeit, diesen Gedanken durch nachlesen eine andere eine zweite Sichtweise zu geben.

    Zeit, in diesen Themen etwas positives zu finden.

    Denn alles auf dieser Welt, besitzt mindestens zwei Seiten.

    Suche und finde diese, dann kannst Du und nur Du in jeder Beziehung gewinnen.


    Ich hoffe ich konnte dir etwas behilflich sein.


    Gerne stehe ich dir für weitere Post zu Verfügung.




    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

  • Hallo nochmal! ;-)


    Vielleicht hilft es dir zu akzeptieren, dass dein Mann kein „Romantiker“ ist, das hat er aber mit einigen Männern gemeinsam.

    Er scheint der nüchterne und sachliche Typ zu sein und brauchte für solche Entscheidungen mehr Zeit - aber er hat sich eindeutig für dich entschieden und will sein Leben mit dir verbringen.


    Vielleicht verläuft aber deine Ehe dafür viel besser, als bei anderen.

    Es soll nicht gemein klingen und man sollte das niemals jemanden ins Gesicht sagen, aber bei Neid hilft sicher, sich klar zu machen, dass es einem gut geht und anderen so oft schlechter.


    - Wieviele Männer behandeln ihre Frauen schlecht


    - oder gehen fremd


    - oft siehst du auch nicht hinter die Kulissen, was andere für Sorgen haben


    - geschichtlich gesehen ist es damals so gewesen, da wurden Mädchen von ihren Eltern zwangsverheiratet und es war egal, wie eklig der Mann war, es ging nur um Besitz und Stand zu gleichen Stand. Da ist es ein Privileg, dass du dir deinen Mann aussuchen durftest. ;-)


    Du solltest dir aber überlegen, ob du wirklich keinen Spaß an einer Hochzeit mehr hast. Vielleicht habt ihr Großeltern, die gerne mal babysitten.


    Liebe Grüße

  • Hallo Patrick,


    Natürlich haben wir uns vorher unser Leben vorgestellt und ich habe meinen Wunsch deutlich gemacht. Aber wie es so oft ist, wenn einer will und einer nicht sitzt das Nein immer am längeren Hebel. Also was blieb mir übrig als mich irgendwo zu arrangieren, denn auch wenn ich bei jeder Hochzeit im Umkreis sehr traurig war, sonst ging ja alles gut bei uns.


    Dass er dann um 180 Grad dreht als er es mir abgewöhnt hat und es ihm plötzlich doch passte führte ja seine jahrelange Haltung ad absurdum. Ist doch irgendwie klar, dass ich das nicht verstehen kann warum er sich rausnimmt über diesen Bereich unseres Lebens einfach mal alleine zu bestimmen.


    Ich habe angenommen weil ich perplex war, keine Zeit zum nachdenken hatte und auch nicht abschätzen konnte was es für die Beziehung bedeuten würde wenn ich jetzt ablehnen würde.


    Und so ein buntes Gemüse hab ich schon mal gefangen. Ich wollte diejenige sein die das Ding schmeißt und nicht nochmal sowas abkriegen! Und das wusste er jahrelang aber es war ihm egal und dann, als alles auf zwei Namen mühsam gemacht war, auf Förderungen verzichtet werden musste, die kinderplanung im laufen war, dann kommt er doch an? Nach 6 Jahren? Wo er wusste dass wir jetzt eigentlich weder Geld noch Zeit noch sonst was übrig haben dafür?


    Es fällt mir schwer da was zum wirklichen Freuen zu finden. Luxusproblem beim schnellen hinschauen, ja. Aber was sagt es über seine Wertschätzung mir gegenüber aus das er so handelt? Das ich da jetzt anstehe weil ich keine Erklärung habe und von ihm nur zu hören bekam dass er sich halt sicher sein musste bringt meine Glaubenssätze über Jahre hinweg durcheinander. War er sich beim Hausbau also nicht sicher vor 4 Jahren? War er sich beim absetzen der Pille vor 2 Jahren auch nicht sicher? Was war das dann bisher?


    Ich hoffe du kannst mir folgen...


    Danke für deinen Beitrag!!


    P. S. : ja klar fühlte ich mich auf der Hochzeit vorgeführt auch wenn das von meinem Bruder natürlich 0 beabsichtigt war, der hat ja schließlich nicht geheiratet im mir eins reinzuwürgen.

  • Hallo Sabine,


    Also Romantiker ist er wohl, er legte immer viel Wert auf Überraschungen etc, die Ausrede steht ihm nicht zur Verfügung.


    Und klar geht es immer irgendwo schlechter. Aber hätte ich ihn nicht für einen guten Mann und Vater gehalten hätten wir jetzt kein Kind miteinander.


    Und wie ich Patrick schon schrieb, was war dann in den Jahren davor und bei so wichtigen Entscheidungen wie Kind und Eigentum? War er sich da nicht sicher? Warum waren ihm meine Wünsche egal jahrelang? Warum nimmt er sich raus einfach alleine zu entscheiden wenn es doch angeblich für beide passen soll?


    Dass ich da dann in ein Loch falle wenn bei meinem Bruder alles so einfach war und bei uns wo doch angeblich alles so super ist jahrelang Ablehnung drum war ist doch irgendwo verständlich, oder?


    Und klar kann man mit Aufwand jetzt alles mögliche machen. Aber das war nicht das was ich wollte. Ich wollte ihn jahrelang sososo gerne heiraten! Und er wollte partout nicht.

    Und jetzt wo alles kompliziert ist kommt er an. Ich verstehe es nicht...


    Danke dir für deine Zeilen!

  • Ich komme irgendwie nicht weiter und kreise ständig um das warum. So ein Schei*!


    Warum ist er nicht bei seiner Meinung geblieben als ich mich schließlich damit abgefunden hatte, dass er mich halt nicht heiraten will?


    Was soll das?


    :'-(

  • Dein Bruder und du, ihr entstammt derselben Familie und Erziehung, so dass euer Herz leicht genug war, jemanden zu vertrauen und ihm die ganze Liebe zu schenken. Vielleicht liegt es einfach an der Erziehung deines Mannes, dass er sich 1000-prozentig sicher sein muss. Es liegt nicht an dir, vielleicht hilft das ja. Und er hat sich am Ende schließlich richtig entschieden. ;)


    Liebe Grüße

  • Hallo,

    Vieles was du so erzählst kommt mir aus eigener Erfahrung doch sehr bekannt vor. Natürlich kenne ich weder Dich noch deinen Freund.

    Es ist also gut möglich, dass ich mit meiner Meinung völlig falsch liege. Trotzdem kannst Du mal darüber nachdenken.


    Bei allem was Du so schreibst, ist auch deutlich herauszulesen, dass bei euch sehr vieles auch sehr gut funktioniert.

    Nur diese Hochzeit kommt nicht so richtig in Gang.


    Für Dich scheinbar etwas sehr Wichtiges und die "Krönung" der Beziehung.


    Ich sehe das etwas anders. Ich denke, dass die eigentlicher "richtige" Ehe lange vor der Hochzeit verspricht.

    In den Jahren vor der Heirat, geht man durch Höhen und Tiefen, in diesen Jahren lernt man den Partner kennen und entscheidet sich dafür,

    dass man mit diesem Partner sein Leben verbringen möchte.

    Und erst dann, wenn dies absolut klar ist, dann geht man noch auf's Standesamt.

    Ich selbst war in einer Situation wie du sie beschreibst.

    Innerlich hatte ich zu meiner Freundin bekannt. Sie war die Frau mit der ich mein Leben verbringen wollte.

    Ich hatte quasi ein Eheversprechen "in mir selbst" schon abgegeben.

    Dass dieses auf dem Standesamt wiederholt wird, war für mich eher eine Nebensächlichkeit.


    Leider war meine "Außenwirkung" eine völlig andere.

    All das, was Du geschrieben hattest, könnte von Ihr sein.


    Auch das mit dem "warten" passt ins Bild.

    So ein Versprechen gibt man nicht leichtfertig. Wenn man es wirklich ernst meint, dann stellt man das vorher unter Beweis.


    Und dann kommt noch die Sache mit dem Antrag und der Hochzeit.

    Das war bei mir so.

    Irgendwo wusste ich ja, dass Sie heiraten wollte. Innerlich war ich ja längst verheiratet, so dass ich auch kein Problem damit hatte, Sie zu heiraten.

    Mit Antrag und Hochzeit wollte ich Ihr nun alle Wünsche erfüllen.

    Ich wusste beispielsweise, dass Sie vom Antrag überrascht werden wollte. - Gar nicht so leicht, wenn Sie so oft darüber redet.

    Ich habe das "Heiratsgespräch" oft abgewürgt, um eine Chance für eine Überraschung zu bekommen.


    Was ist, wenn dein Freund ganz ähnlich "tickt".

    Er hat Dir ja einen überraschenden Antrag gemacht, als das Thema eine Zeitlang nicht angesprochen wurde.

    Auch alles was Du von deiner Beziehung schreibst, deutet doch stark darauf hin, dass er ein Leben mit Dir plant.

    Wie will man Haus, Kinder, etc. auch anders deuten??



    Bei mir ist eine tolle Beziehung in die Brüche gegangen, was ich seit JAHREN, jeden Tag bereue!!

    Das schlimmste an der Trennung war wohl, dass wir uns beide im Grunde das selbe gewünscht haben.

    (den Rest unseres Lebens gemeinsam zu verbringen")

    Aber irgendwie haben wir aneinander vorbei kommuniziert!

    Seht doch mal zu, dass euch nicht das gleiche passiert.



    lg.

  • Hallo McSam,


    Jop, das klingt unserer Geschichte sehr ähnlich. Und das was du schreibst macht mich wütend.

    Ich nehme mal an du warst dir zu sicher was sie anbelangt. Genau wie mein Freund. Davon auszugehen, dass man den anderen so sicher "hat", dass man den eigenen Zeitplan ohne Rücksicht auf die Wünsche des anderen durchsetzen kann, so klingt es für mich.

    Bei dir war es so, dass es für sie wohl zu spät war als du endlich damit ankamst.


    Genau so geht es mir. Und ganz ehrlich, hätten wir kein Kind, ich wüsste nicht, was ich dann getan hätte. Das erschreckt mich und macht mich noch trauriger.


    Ich habe mich entschlossen mit ihm ein Kind zu haben. Dazu stehe ich auch weiterhin. Und ja, ich liebe ihn noch, aber nicht mehr so wie früher. Da ist etwas bei mir kaputt gegangen. Und ich hasse es, dass es so ist, ich will das wieder haben...


    Und ich frage mich, warum das notwendig war! Er kannte verdammt noch mal meine Wünsche, warum hat er jahrelang drauf gepfiffen? Was hätte ich denn sonst machen sollen als drüber reden? Mund gehalten habe ich schließlich lange genug.


    Es war so unnötig!


    Es tut mir leid, dass es dir so ergangen ist. Aber deinen letzten Satz, den hättest du meinem Freund raten sollen, nicht mir.


    Denn was soll ich denn machen? Brav sein und mich fügen? Das werde ich um unseres Kindes willen. Aber ich bin nicht mehr dieselbe Person irgendwie. Und es könnte gut sein, dass er irgendwann dann mich verlassen wird weil ich mich ja so verändert habe...

  • Hi Ichbinich.


    Weisst du, es gibt viele Ratschläge, die man jetzt geben könnte. Weil Du ein Problem beschreibst, dass sich nach einer Oberflächlichkeit anhört. Du wolltest eine Hochzeit und er nicht. Für viele ist das nur ein organisatorisches Detail und bestimmt bekommst du auch deswegen manch oberflächliche Antwort (ich meine nicht von den Leuten hier, sondern in deinem Umfeld, wie du es ja beschrieben hast).


    Aber in Wahrheit steckt doch mehr dahinter als das Hochzeitsritual durchzuziehen.


    Ich glaube, dass Menschen aus vielerlei Gründen Beziehungen eingehen.

    Zum einen natürlich, um Halt und ein zuhause zu haben. Aber zum anderen auch, um Lebensziele zu verwirklichen. Diese Lebensziele setzen wir uns im Verlauf der Jahre. Wir stellen uns so das Glück vor. Wenn alle erfüllt sind, dann geht es uns gut.


    Doch spielen bei der Entwicklung dieser Ziele nicht nur Triebe und Instinkte eine Rolle, sondern auch die Erwartungen, die unser Umfeld an uns selbst stellt. Vor allem die Familie mit Stolz zu erfüllen, die Eltern, manchmal auch andere Verwandte, ist dabei oftmal ausschlagebend. Ein Partner soll sich ins Familienleben einfügen können und dazu passen.


    Du würdest doch ohne Gäste niemals ein Hochzeitsritual abhalten wollen. Es geht darum, anderen etwas zu zeigen.


    Es haben sich in unserer Gesellschaft ja auch ungeschriebene Regeln entwickelt. Manche denken, dass ein Mann einer Frau einen Antrag stellen muss. Umgekehrt passt das irgendwie nicht.

    Und wenn der nicht kommt, dann läuft was schief. Die Frau fühlt sich abgewertet und nicht geliebt.


    Habt ihr denn mal richtig offen und ehrlich über die Gründe gesprochen? Oder hast du jahrelang gehofft, dass er von alleine damit kommt?


    So wie es für mich aussieht, kann es eigentlich nur an mangelndem Vertrauen zwischen Euch beiden liegen.

    Vllt hast du ihn am Anfang mit einer Erwartungshaltung unter Druck gesetzt, so dass er ausgewichen ist.

    Vllt war er sich aus anderen Gründen nicht sicher. Vllt hat er Bindungsängste. Vllt hast Du innere Probleme mit der Erwartungshaltung Deiner Eltern.


    Ich denke Du solltest eher über solche Fragen nachdenken, als über die Hochzeit selbst.


    Vertrauensverluste machen Beziehungen nämlich kaputt. Du fühlst Dich abgewertet, auch weil er nicht mkt dir drüber redet und Dir keinen Grund für den Sinneswandel liefert. Das muss sich aber ändern. Ihr müsst offen reden darüber.


    Geht das?

  • Hallo Anna,


    Es ist halt schon so dass das Thema schon so oft jetzt zwischen uns besprochen wurde... Und jedesmal war ich hintennach wütender als zuvor. Denn jedes Mal drüber reden verändert sich doch die empfundene Wahrheit weil jedes mal erzählen Aspekte, die vielleicht unwesentlich waren plötzlich mit Wichtigkeit belegt werden können. So hat er zuletzt behauptet er hätte nicht mitbekommen gehabt, dass mir das so wichtig ist. Da hätte ich schon wieder explodieren können. Denn was hätte ich denn noch machen sollen um ihm das begreiflich zu machen? Ich hab ihm oft genug deutlich gemacht, was ich mir wünsche. Ich erwartete keinesfalls, dass er Gedanken lesen soll. Wir hatten das Thema sicher 5 oder 6 Mal ausführlichst in 2 Jahren. Und bin erst mit "es hat keine Priorität" bis hin zu "ich müsse Geduld haben" vertröstet worden.


    Und dann stand ich vor der Entscheidung halt unverheiratet ein Kind zu bekommen oder weiter zu warten. Da gab ich das Warten auf und hab mich von dem Wunsch verabschiedet.


    Und ein halbes Jahr später kommt er damit daher, und kurz darauf war ich schwanger somit bin ich jetzt seit 1,5 Jahren verlobt und wir haben weder Geld noch Zeit dafür.


    Und dann kommt mein Bruder an, der das einfach so macht ohne dieses scheiß Herumgetue, als ob man seine Seele verkaufen würde. Der legt ne Hochzeit hin und ich steh daneben und verstehe nicht, warum ich das nicht haben durfte obwohl ich es mir so gewünscht habe und er das so lange wusste...


    Was soll ich denn da noch machen? Die Vergangenheit ist nicht mehr zu ändern und es ist nicht mehr wirklich möglich drüber zu reden ohne tiefe Gräben zu reißen weil alles immer mehr verschwimmt. Ich habe Angst das zu tun und fühle mich mies weil ich nicht weiter komme.


    Danke für deine Gedanken...

  • Dazu kommt noch der Aspekt, dass er behauptet hat er hätte sich ganz sicher sein müssen. Aber was war davor? Für einen gemeinsamen Kredit und Eigentum war er sich sicher? Für ein Kind war er sich sicher? Aber für eine Heirat war er sich nicht sicher genug? Wie passt denn das zusammen?

    Gar nicht! Oder ich bin zu doof es zu verstehen...