Ein erster Schritt in Richtung Trennung?

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  • Hallo ihr Lieben,


    eine Weile ist es her, dass ich hier geschrieben habe...

    Es ist Weihnachten, für mich mit das schlimmste Weihnachten, das ich bisher erlebt habe. Vor wenigen Tagen wurde mein Mann sehr laut mir gegenüber, ich hatte unsere 2-jährige Tochter auf dem Arm und fing an zu weinen, weil mich seine Worte sehr verletzten. Es ging um meine Mutter, er hasst sie.

    Es gibt Punkte, da ärgere ich mich auch über sie, aber sie ist meine Mutter und es gibt überhaupt keinen Grund, sie derart zu hassen. Es zerreißt mich, ich habe Angst, dass ich ihn verliere. Er hat damit gedroht, uns zu verlassen, wir seien ja ohne ihn besser dran. Er sieht überhaupt nicht ein, was er mir/uns als Familie damit antut, er meint, ich sei Schuld, weil ich nicht zu ihm stehe und jetzt bin ich auch noch diejenige, die darum betteln soll, dass er bleibt?!


    Wie kann das sein? Er war schon länger ab und zu mal sauer wegen meiner Mutter, aber er ist nie (ok doch, vor zweieinhalb Jahren) so ausgerastet, wie vor wenigen Tagen. Und unsere Tochter hat es mit ansehen müssen. Es tut mir so schrecklich leid für sie.


    Wir haben heute also Weihnachten ohne ihn gefeiert, da meine Familie, einschließlich meiner Mutter da war.

    Er war irgendwo draußen und seit er wieder hier ist, ignoriert er mich wieder. Gestern und heute hatte er sich wieder etwas beruhigt. Ich bin so traurig und verstehe einfach nicht, wie man von 0 auf 100 quasi an Trennung denkt/denken muss. Es war doch alles ok?! Er ist ein toller Vater, aber seit ein paar Tagen mache ich mir wirklich Sorgen (Therapie würde er nie nochmal machen wollen, weil er meint, es bringt eh nichts und er muss einfach die Personen, die ihm nicht guttun, aus seinem Leben verbannen), auch wegen der Kinder. Ich will sie um alles in der Welt schützen. Wenn er sich nicht beruhigt, werde ich wohl mit den Kindern erst mal wo anders übernachten... Und dabei hab ich mich vor kurzem noch so gefreut, dass wir alle zusammen zwei Wochen frei haben. Und nun will ich einfach nur, dass es vorbei ist.


    Hinzu kommt, dass ich gerade mit einem Studium angefangen habe, für Prüfungen lernen muss und erneut schwanger bin, im 4. Monat.


    Liebe Grüße und frohe Weihnachten an alle!

    Jules

  • Hallo NoraMama,


    auch dir / euch wünsche ich ein schönes, ruhiges und besinnliches Weihnachten.


    Auch wenn der Anlas deiner Zeilen nicht gerade schön ist, tut es doch gut über das wesentliche, wichtige und eines der schönsten Erlebnissen zu lesen!


    >>Gratulation zur Schwangerschaft<< !!!


    Berichtige mich gerne, wenn ich deine Zeilen falsch interpretiere.

    Deinen Zeilen ist zu entnehmen, das es um ein Problem mit deiner Mutter geht.

    Würdest Du mir schreiben welches Thema, ihn frustriert?

    Und, wieso lässt er diese Stimmung an deiner Person aus?

    Wieso spricht oder denkt er an eine Trennung, wenn er doch seine Kraft aus eurem Zusammenleben zieht?

    Ist er noch mit seinen Themen bei einem Facharzt, der ihn auch zuhause betreuen kann?


    Du, siehst es gibt Fragen über Fragen.


    Ich würde mich über weitere Zeilen freuen.


    Also, versuche dir gerade diese Weihnachten nicht vermiesen zu lassen.



    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

  • Lieber Patrick,


    danke dir für deine Nachricht.

    Ja, mein Text wirft viele Fragen auf... Es ist so schrecklich kompliziert, mein Mann holt Themen aus der Vergangenheit hoch, die schon 5 Jahre her sind, im Bezug auf meine Mutter.

    Anlass für den Riesen Streit zwischen meinem Mann und mir, war jetzt der BAföG Bescheid, den ich bekommen habe, wonach wir wegen meiner Mutter nur ein Drittel bekommen, weil sie gut verdient hat.

    Naja, mein Mann ist stinksauer, weil er meint, sie zieht sich wie immer aus der Verantwortung, gibt mir kein Geld, lässt alles meine Oma machen usw.

    Immer geht es um das blöde Geld. Irgendwo verstehe ich ihn, andererseits geht es in erster Linie meine Mutter und mich etwas an, außerdem sind wir als Familie selbst auch verantwortlich, mit unserem Geld klar zu kommen, mit bald 3 Kindern. Das haben wir uns so ausgesucht.

    Jedenfalls hat er sich dermaßen reingesteigert und mich angeschrien, mir die Vorwürfe an meine Mutter an den Kopf geworfen und mich dann total ignoriert bzw. fertig gemacht, indem er sagt, wir klären später alles mit der Trennung usw.

    Und das Traurige daran, er sieht überhaupt nicht ein, wie schlimm er mich damit getroffen hat. Heute war ein ganz "normaler" Tag dank des Weihnachtsessens bei meinem Stiefvater gestern. Er und seine Schwester haben sich toll um uns gekümmert und mein Mann hat die ganze Zeit nur von sich gesprochen, ununterbrochen geredet und mich weiter ignoriert. Erst zum Schluss hat er mich dann langsam wieder wahrgenommen und seitdem ist er eben wieder "normal" zu mir. Mal sehen wie lange...


    Wir hatten exakt das gleiche Thema vor zweieinhalb Jahren, es war wirklich identisch zu jetzt... die gleichen Drohungen seinerseits. Ich hab mich ja angeblich für meine Mutter entschieden und gegen ihn, also brauche ich ihn nicht, meint er. Er ist ja ach so enttäuscht von mir, weil ich ihn im Stich lasse und nicht meine Mutter auslade zu Weihnachten, damit er nicht bis abends mit seinem Auto rum fahren muss, weil er keinen Freund gefunden hat, bei dem er Heiligabend verbringen kann...

    Und was ist mit mir? Ich hab mich 3 Tage lang allein um die Kinder und alles gekümmert, während er auf seinem Tripp war, krank im Bett lag, ich ihn aber nicht ansprechen durfte usw. Er sieht es überhaupt nicht ein, wie egoistisch das war. Das tut mir sehr weh. Aber wehe ich spreche ihn nochmal auf das Thema an.

    In Therapie ist er schon seit 6 Jahren nicht mehr gewesen. Er hält es ja für unnötig.


    Nochmals vielen Dank für die Mühe, die du dir hier immer machst und sogar an Weihnachten. ;-)

  • Hallo NoraMama,


    vielen Dank für deine offenen Zeilen.


    Eure Situation sollte als Familie, nach all euren gemachten Erfahrungen geklärt sein.

    Das deine Mutter finanziell unabhängig ist, sollte keine Begründung, keine Vorhaltung wert sein.

    Deine Mutter ist wie Du, dein Mann, deine Oma und viele Menschen in fast jeder zu treffenden Entscheidung, in jeglicher Beziehung

    eine unabhängige Person.

    Genau so, wie sich deine Mann gegen weitere Therapien entschieden hat, und wie sich damit dein Mann auch automatisch

    für die Ist-Situation eurer Familie verantwortlich zeigt!

    Trennung, und das seitens deines Mannes?

    Ja, da hast Du real ganz gute Karten!

    Sucht zusammen ein Gespräch bei einem Rechtsanwalt, bei einer Instution wie Caritas,( da kostet ein Gespräch nichts).

    Diese haben das >Vergnügen< ihm dann zu erklären welcher interessanter Herausforderung er sich gegenüber sieht.

    So ein Schritt könnte in zweierlei Hinsichten eurer Familie nützlich werden.

    1. er besinnt sich wieder auf seine freiwillig übernommenen Aufgaben als Ehemann und Vater.

    2. das Thema fast "freiwillige" Therapie und wenn diese, auch nur am Tage erfolgen wird, könnte wieder zu eurem Vorteil werden.


    So, noch eine Zeile zu dem Thema Bafög:

    Du, hast nur die Möglichkeit, jährlich mit den neuesten Einkommenszahlen deiner Mutter, neuere Unterstützung

    in Form von Bafög zu erlangen.


    Das liebe Geld macht uns je nach Lebensauffassung, und Abhängigkeit dem Leben gegenüber erpressbar.

    Deine Aussage, jede Familie sollte selbst für den Unterhalt seiner Familie verantwortlich zeichnen ist passend und absolut richtig.

    Natürlich gibt es auch Ausnahmen, bei ungewollten Verlusten von Besitz und Habe.

    Nur, in eurer Situation, sollte wirklich Not am Mann, sein, in eurer Familie sein, hast Du / Ihr immer mindestens eine Anlaufstelle.


    Rechne ihm doch einmal über den Daumen gepeilt vor, welche Summe dieser Tripp gekostet hat.

    Nehme ein Stück Papier und zeichne ihm sichtbar auf, was er jetzt schon zum wiederholten male, an Vertrauen, dir und den

    Kindern gegenüber verspielt hat.

    Zeichne ihm auf, das alles was Du machst und Ihr zusammen machen solltet, eine Investition in eure, in die Zukunft eurer

    gemeinsamen Kindern ist und sein sollte!

    Zeichne ihm auf, das er eines, wenn nicht das Vorbild für eure Kinder sein sollte und auch ist!

    Fordere ihn auf, eine, bzw. seine Antwort schriftlich zu hinterlegen.

    Dann nimmst Du diese Aussage, kopierst diese ein vielfaches und hängst diese sichtbar,

    mit Ausnahme des Original in jeden Raum, an jeden Spiegel, an jede Zimmertüre.

    Bei solchen Diskussionen, würde ich ihn dann ganz bewusst und gezielt mit seinen Aussagen konfrontieren.


    Dieses Gespräch wird sicherlich nicht spaßig werden, aber es scheint eine Möglichkeit zu sein, die Ernsthaftigkeit

    der bestehende Situation zu unterstreichen!


    Noch ein Wort zu deiner Person:

    >> Auf dieser Welt gibt es nichts, das sich nicht verändert, nichts bleibt ewig so, wie es einst war. << (Dschuang Tse)


    Freue mich auf weiteren Gedankenaustausch.



    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)