Nicht glücklich, keine Freundinnen u.kein Spass an der Arbeit

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  • Hallo ,

    ich weiss gar nicht, ob ich die richtige Überschrift für meine Probleme gewählt habe. Und eigentlich ist es ja auch nicht nur das EINE Problem.

    Zu mir: Ich bin 59 Jahre und verheiratet. Meine Kinder sind schon aus dem Haus und wir haben ein gutes Verhältnis.

    Ich bin gelernte Reiseverkehrskauffrau und meine Arbeit hat mir immer sehr viel Spass gemacht. Seit der Geburt meiner Kinder habe ich meinen Beruf aber nicht mehr ausgeübt. Allerdings war ich zeitweise immer nochmal in der Touristik tätig. Seit 6 Jahre arbeite ich aber Teilzeit im Büro und Kasse eines Möbelhauses. Die Arbeit dort hat mir von Anfang an nicht soviel Spass gemacht. Ich dachte immer, das kommt noch. Aber es kommt nicht. Liegt auch viel daran, dass ich weiss, dass mich die anderen Kollegen nicht so richtig ernst nehmen. Aber auch, wenn es das nicht wäre, es ist irgendwie nicht meins. Seit einigen Monaten machen mir meine Rückenprobleme starke Schmerzen. Ich bin immer froh, wenn ich mich nicht bewegen muss. Vor 7 Jahren hatte ich eine Operation an der HWS, aber die Schmerzen sind dadurch nicht besser geworden. Letzte Woche Besuch beim Orthopäden CT HWS und BWS, Besprechung ergab nichts genaues, Verschleiss.Dann nochmal beim Neurochirugen gewesen zur Zweitmeinung, war auch keine Hilfe, ich soll Sport machen. Ja, toll... mit täglichen Schmerzen.Das verstärkt natürlich noch meine Motiviation auf der Arbeit , aber auch in der Freizeit. Morgen muss ich wieder arbeiten und schon hab ich wieder schlechte Laune.

    In meiner Freizeit kann ich auch nichts machen, was mir Spass macht. 1. wegen der dauernden Schmerzen, 2. Ich habe keine Hobbies und keine Freundinnen.

    Meine einzige Freundin ist vor 5 Jahren gestorben und ich vermisse sie immer noch sehr.

    Ich gehe morgens 1 Stunde mit meinen Hunden spazieren und mache den Haushalt mit Pausen wegen der Schmerzen. Dabei möchte ich die Hausarbeit sehr viel gründlicher und schneller erledigen und mit den Hunden sehr viel länger spazieren gehen.

    Mit meinem Mann kann ich auch nichts unternehmen, da wir keine gemeinsamen Hobbies ( ausser Urlaub) haben. Mein Mann ist Lungenkrank und kann auch nicht solange spazieren gehen, und mit mir schwimmen zu gehen ( das einzige an Sport, was ich gerne mache ) hat er keine Lust, genauso wenig wie Fahrrad fahren.

    Er ist selbstständig und in seiner Freizeit schaut er meistens fern und zappt im Sekundentakt.

    Eine Zeitlang liege ich dann auch auf der Couch und schau Sendungen mit, die mich nicht interessieren um dann irgendwann ins Bett zu gehen.

    Aber das kann ja nicht alles sein, mein Leben so noch die restlichen Jahren zu verbringen. Nur sehe ich keine Möglichkeiten an der beruflichen Situation aufgrund meines Alters zu verändern.

    Und Freundinnen findet man auch nicht so einfach. Mein Mann und ich haben zwar 3 bekannte Ehepaare mit denen wir ab und zu Essen gehen. Aber die beiden Frauen sind befreundet und wohnen nebeneinander, die fahren auch zusammen in den Urlaub. Die Männer gehen regelmäßig zum Stammtisch...... Ich bin dann meist zuhause.

    Irgendwas muss sich ändern, nur was und wie?

    Viele Grüße

    Moonshadow

  • Hallo,


    also zunächst einmal stelle ich fest, dass du in deinem Text unheimlich oft dieses "geht nicht" drin. Das ist nicht gut, wenn du hier her kommst und einen Rat möchtest. Rein von der Logik her wird jeder erteilte Rat nämlich darauf abzielen, dass du eine, wenn nicht gar mehrere Veränderungen einleiten solltest. Ich werde es zudem tunlichst vermeiden, dir zu sagen was du machen sollst, sondern dir besser ein paar Denkanstöße mitgeben.


    Kennst du den Ausspruch Memento mori? Das ist Latein, entstammt dem mittelalterlichen Mönchslatein und bedeutet. „Sei dir der Sterblichkeit bewusst“. Genau diesen Aspekt solltest du bei all den Dingen, die du tust einmal verinnerlichen. Du bist 59 Jahre alt, also realistisch gesehen am Anfang des letzten Drittel deines Lebens. Du bist unglücklich, deswegen bist du hier und dahingehend macht es auch keinen Sinn die Dinge so zu lassen wie sie sind.


    Reden wir als erstes über die Arbeit. Weißt du, ich bin jemand, der über Menschen die äußern "Spaß bei der Arbeit" zu haben, nur müde lächeln kann. Diese Aussage ist völlig undurchdacht. Arbeit ist in unserer Welt ein Zwang, der notwendig wird um seinen gesellschaftlichen Stand zu erhalten. Arbeit ist nah verbunden mit der Problematik um das Universaltauschmittel Geld. Wir suchen alle die Verwirklichung, sind aber abhängig davon, dass die Verwirklichung profitabel sein muss. Dabei vergessen wir, wer wir sind und verdrängen den Zwang. Wir sind alle süchtig nach Geld und das obwohl Geld in seiner realen Form eigentlich ein Paradoxem darstellt. Es ist nichts wert, es steht nur stellvertretend für kalten, materiellen Wert. Stell dir vor du bist mit all dem Geld auf der Erde auf dem Mond. Was bringt es dir dort? Nichts! Die ganzen BWL-Schnösel, die sich vor ihre Flipcharts stellen, werden die zwar predigen, dass ein Arbeitsvertrag im Groben Arbeitskraft gegen Geld bedeutet, für dich als Mensch bedeutet, dies aber etwas vollkommen anders. Eigentlich opferst du jeden Tag, den du mit Arbeit verbringst, Lebenszeit gegen Geld. Und genau hier sind wir beim ersten Knackpunkt. Stell dir mal die Frage wie viel Geld deine Lebenszeit wert ist? Du merkst wo ich hin will. In diesem mehr als ernsten Kontext noch von Spaß zu sprechen klingt ziemlich zynisch. Wenn man dann noch bedenkt, dass der Zwang konstruiert ist und sich wenige Reiche an der Lebenszeit massiv Vieler bereichern wird es noch ernster. Aber gut, genügend schwarz gemalt. Ich möchte nicht, dass du in Anarchie verfällst, sondern eher, dass du einmal darüber nachdenkst in wie weit es sinnvoll ist mit deinen 59 Jahren deine Zeit für etwas zu opfern, was dir nach deiner eigenen Aussage nicht gut tut. Natürlich werden wir beide hier nicht kapitalistische Ausbeuterprinzipien abstellen können, aber zumindest können wir eine sinnvolle Denkweise ermitteln damit umzugehen. Mein Ansatz hier für ist, dass man sich mit einer Arbeit arrangieren muss. Denn klar ist, dass man den Zwang nicht wirklich überwinden kann, so als Ottonormalo. Ich weiß, du sagtest, dass es nicht geht, aber es gibt vielschichtige Möglichkeiten, auch mit einem Alter von 59 Jahre. Such dir etwas womit du dich arrangieren kannst, aber mach bitte nichts was du nicht willst. Dafür lebst du schon zu lang.


    Zweitens, das Privatleben... Auch hier würde ich dir Memento mori ans Herz legen, auch wenn du in deinem Text ganz viele Gründe gefunden hast es nicht zu tun. Freizeitgestaltung ist eine wichtige Sache, denn das ist es doch wofür du arbeiten gehst. Wie kann man da keine Lösung finden? Du hast hier her gefunden, dass bedeutet du hast das Internet genutzt. Nun, das Internet bietet dir einen schier unerschöpflichen Informationspool, mit dessen Hilfe auch du etwas findest was du als Hobby betreiben kannst. Du musst nur danach suchen. Beschäftige dich mit den Dingen, die dich interessieren, stell dich neuen Herausforderungen, lern Menschen kennen. Du hast alles vor dir und es spielt überhaupt keine Rolle wie alt du dabei bist! Die gleiche Aussage ist auch auf deinen Mann anwendbar. Der könnte sich in der Gegebenheit auch einmal Gedanken machen. Aber da es hier um dich geht, klar solltest du versuchen deinen Partner mit zuziehen, aber wenn er nicht mag, dann tust du das alleine. Mehr als die Hand reichen kannst du ihm nicht. Des weiteren hast du ja noch deine Kinder. Sie können dir sicher auch Rat geben was du tun kannst. Dann wären noch die befreundeten Ehepaare. Fahr doch bei nächsten Urlaub mit. Wo ist das Problem? Wie gesagt, Memento mori, nutze deine Zeit, denn keiner ist unsterblich.

  • Hallo Moonshadow,


    deine Geschichte liest sich beginnend mit deiner Gesundheit nachdenklich.

    Betreffend deines "Alters" ( ein nur von Menschen gemachtes Problem ) auch positiv.

    Zahlen, Daten betreffend des Alters sind absolut unrelevant.


    Frage: Hängt deine Sportart schwimmen zu gehen mit einer eventuellen Reduzierung deiner Schmerzen zusammen?


    Hast Du schon einmal Massage mit einer Fango - Packung genießen dürfen?

    Wenn nicht, solltest Du einmal bei deinem Arzt verschreiben lassen.

    Ich denke die Wärme und die Massage hilft kurzfristig, deine Schmerzen in den Hintergrund zu stellen.

    Mittel und Langfristig werden zeitweise Kuren helfen.

    Diese zu beantragen geht meines Wissen nur über deinen Hausarzt.

    Solltest Du langfristig nicht mehr deine gewohnte Arbeit nachgehen können, wird sich deine Rentenkasse darum kümmern dürfen.


    So, nun möchte ich dir einige Zeilen posten die, so wie ich es sehe, teilweise im Wiederspruch zu der Aussage von Derran stehen.

    Gerade weil es eine Verpflichtung ist seinen "Lebensunterhalt" durch Arbeit zu verdienen,

    sollte der Faktor >> Spaß << eine größere Rolle spielen.

    Mit "59" Jahren gehörst Du mit allen deinen gemachten Erfahrungen noch lange nicht zum sogenannten "alten" Eisen.

    Firmen und ihre Inhaber nutzen diese Thematik gerne als Vorwand, Absagen zu erteilen.

    Die Realität lautet aber in diesen Fällen, sie haben keinen Nerv, keine Lust und / oder sich mit den gesammelten Erfahrungen

    eines reifen Bewerbers auseinander zu setzen.

    Anstatt die Vorteile eines reifen Bewerbers für sich und ihrer Firma zu nutzen.

    Es existieren immer noch Firmen in jeder Branche, die auf Erfahrung in jeder Beziehung setzten.

    Diese zu finden wäre eine Aufgabe, die sportlich zu nehmen ist.


    So nun würde ich dir gerne noch einige Wörter zu dem Thema "Freunde" posten.

    Wenn ich deinen Text richtig verstanden habe, unterscheidest Du zwischen Freund und Bekannte.

    Richtige, ehrliche Freunde zu finden, ist alles andere als einfach und diese gibt es nicht wirklich viele.

    Diese können auch nicht, lt. deiner Aussage, trotz gutem Verhältnis zu deinen Kinder, sein,


    Könnte es evtl. sein, das dein Leben eine neue Aufgabe sucht, nach dem deine / eure Kinder aus dem Hause sind?

    Das Du einen Sinn, ein Hobby, eine oder die andere Gemeinsamkeit zur Freizeitgestaltung mit deinem Partner suchst?

    Das dir immer klarer wird, das diese zumindest zur Zeit nicht gefunden werden kann?


    Ich persönlich würde mich über weiteren Gedankenaustausch freuen.



    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

  • Hallo Patrick,

    ja für mich ist es sehr wichtig, dass mir meine Arbeit Spass macht und ich weiss, was ich da tue. Das ist bei meiner jetzigen Tätigkeit leider nicht der Fall.

    Ich muss Derran in dem Punkt zustimmen, dass ich , was mir keinen Spass macht , nicht tun sollte. Aber ich möchte und kann auch nicht auf das Geld verzichten, auch wenn es nicht viel ist. Dazu kommt noch, dass ich auch nicht den ganzen Tag zuhause sitzen und putzen möchte.

    Du hast Recht, ich suche nach einem Hobby, Beschäftigung für MICH. Mit meinem Partner zusammen gibt eh nichts, da wir in dieser Beziehung keine gemeinschaftlichen Interessen haben, bzw. mein Mann sich zu nichts aufraffen kann.

    Ich bin auch kein sportlicher Mensch, aber schwimmen, tauchen usw. bin ich immer gerne gegangen. Daher wollte ich das Schwimmen wieder regelmäßig in Angriff nehmen. Leider zur Zeit auch nicht so möglich.

    Ich habe auch schon ein paar mal nach Stellenangeboten in der Touristik geschaut, jedoch ist bei den meisten Kenntnisse in den Reservierungssystemen Bedingung. Und da bin ich leider schon viel zu lange raus. Klar , kann man das wieder lernen, doch wie du schon geschrieben hast, einen Arbeitgeber zu finden, der jemanden im Alter noch eine Chance gibt, ist schwierig.

    Leider muss ich jetzt aufhören zu schreiben, da ich zur Arbeit muss :(.

    Bis später.

    Viele Grüße

    Moonshadow

  • Hallo Moonshadow,

    vielen Dank für deine Post und entschuldige meine verspätete Antwort.


    Du hast recht, es sollte immer eine gehörige Portion Spaß bei den Beschäftigungen eine Rolle spielen, auch diese eingeschlossen die einem gewissen "Zwang" unterliegen,

    Meine gemachten Erfahrungen, sagen mir das der Tagesablauf incl. vermeintlichem Stress leichter zu "leben" ist.

    Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, eventuell fehlende Kurse für deinen Lieblingsjob auf "teilweise" eigene Kosten zu machen?

    Hast Du schon einmal Firmen deines Wunschberufes persönlich aufgesucht?

    Hattest Du vielleicht schon Möglichkeiten persönliche Gespräche mit den Firmeninhaber führen können und ihnen diesen Vorschlag unterbreitet?

    Auch auf die Aussicht einen "Nebenjob" in dieser Branche ausführen zu können?

    Vielleicht könnte dies auch eine Chance sein, in einem späteren "Rentenalter" weiterhin einer interessanten

    Beschäftigung nachgehen zu wollen, zu können?

    Ich habe die Erfahrung machen dürfen, das "reifere" Menschen die eine Mischung von Coolniss, Cleverniss und Selbstbewusstsein ausstrahlen,

    auch und gerade im zweiten Frühling lebend, oft eine reelle Chance besitzen, ihren Wunsch leben zu dürfen.

    Könnte eventuell auch die Möglichkeit einer Unterstützung vom Arbeitsamt, IHK betreffend "Weiterbildung" bestehen?


    Ich hoffe ich konnte dir einige Anregungen unterbreiten.


    Würde mich über weitere Zeilen von dir freuen.



    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)