Vater lernt jemand neues kennen

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  • Es ist jetzt schon beinahe 10 Jahre her, dass meine Mutter gestorben ist. Es war sehr plötzlich und für mich als Kind, das ich war, eigentlich nie wirklich nachvollziehbar. Wir hatten ein sehr enges Verhältnis, dennoch gab es auf jeden Fall auch einige schwierige Momente zwischen uns. Fast ausschließlich kann ich mich heute leider nur noch an diese erinnern und nicht an all das Gute, was auch da gewesen sein muss. So ist es auch wenn ich an das Verhältnis zwischen meinen Eltern denke. Ich weiß, sie haben sich geliebt, aber ich kann mich nur an das Gestreite oder das Schweigen erinnern. Ich weiß nicht ob sie wirklich die Richtigen füreinander waren, oder ob die Ehe noch lange gehalten hätte, wäre meine Mutter nicht verstorben. Mein Vater hat nach ihrem Tod nie viel darüber oder generell über sie geredet. Wir reden eigentlich alle nie über sie, als wäre es nie passiert. Dennoch muss ich sagen, war mein Vater stehts an meiner Seite und hat versucht mich zu unterstüzten, so gut wie er konnte. Er ist für mich nicht nur mein "Papa", sondern auch mein bester Freund. Und selbstverständlich wünscht man seinen Freunden das Beste und das sie glücklich sind. Und im Fall von meinem Vater sieht glücklich sein, nunmal im Moment , nach fast 10 Jahren so aus, zum ersten mal eine neue Frau kennengelernt zu haben. Und ich bin wirklich froh darüber, dass er nach so langer Zeit alleine und der davor sehr anstrengenden und schwierig Zeit in dieser Ehe, endlich jemand gefunden hat, mit dem er sich wieder wohlfühlt und sich öffnen kann. Er hat es verdient glücklich zu sein. Dennoch kann ich mich nicht davon abbringen, in meinem Innersten eine Zerrissenheit und Trauer zu spüren, wenn ich daran denke, dass er mit ihr gerne Zeit verbringt. Es fühlt sich nicht richtig an, aber ich weiß nicht wieso. Ich wünschte ich wäre einfach über glücklich darüber, aber so ist es nicht. Und deshalb fühle ich mich schuldig. Ich habe das Gefühl, dass ich nicht das Recht habe mit ihm darüber zu reden, weil ich befürchte, er würde sich meinetwegen der Frau gegenüber zurückziehen. Aber damit würde ich ja mein "Glücklichsein" über seins stellen, was nicht fair wäre. Ich habe zudem generell das Gefühl mit niemanden meiner Freunde darüber reden zu können, da ich noch nicht bereit bin, etwas davon laut auszusprechen. Das würde, glaube ich, alles zu wahr machen. Wenn mein Vater über die Frau mit mir redet, sehe ich seine Freude und gebe ihm immer meine Unterstützung, doch sobald ich allein bin und darüber nachdenke, bricht es manchmal plötzlich einfach in mir zusammen. Ich komm aus meiner Traurigkeit auch relativ schnell wieder heraus, aber ich weiß sie sollte ja eigentlich gar nicht nicht erst auftreten. Ich sollte doch glücklich sein, dass mein Papa glücklich ist, oder nicht?


    Vielleicht weiß ja jemand einen Rat, hat eine Meinung oder kann selbst aus Erfahrung sprechen, wie man damit umgehen kann...?


    Danke schon mal im voraus.

  • Das ist für dich eine große Umstellung, du hattest deinen Vater lange nur für dich und sie es quasi eine Art Konkurrenz.

    Sprich mit ihm über deine Ängste.

    Ich bin mir sicher, dass du dich langsam an den Gedanken gewöhnen wirst. Du brauchst ein bisschen Zeit..

    Wenn er sich deinetwegen von ihr trennen würde, wärst du garantiert nicht glücklich , es würde dich belasten.

  • früher oder später wirst du ausziehen und dein Vater würde alleine bleiben. Du wirst dann viel weniger Kontakt haben, wirst ein selbstständiges, eigenständiges Leben führen und froh sein, dass jemand auf ihn aufpasst und dass er nicht alleine ist. Ich rufe jetzt meine Mutter fast jeden Tag an, als ich aber angefangen habe zu studieren, habe ich sie nur 1 Mal im Monat angerufen. Sie hatte damals aber noch meinen Bruder zu Hause, so dass sie nicht alleine war.

  • Ich denke auch, dass dies nun eine große Umstellung ist und sich das bestimmt mit der Zeit legen wird. Wenn die Beziehung zu deinem Vater gut ist, und wie du das beschreibst ist sie das, würde ich auch mit ihm darüber sprechen. Du kannst ihm ja alles genauso erklären, wie du es hier geschrieben hast. Dass es dich einerseits glücklich macht, ihn so glücklich zu sehen und auf der anderen Seite macht dich die Tatsache der neuen Frau/Freundin einfach traurig. Von ihm zu verlangen sich zu trennen, fände ich gar nicht gut - aber ich denke, dass ist so und so nicht deine Absicht, eher im Gegenteil - genau, das würde ich aber auch kommunizieren. Dass du auf keinen Fall möchtest, dass er sich nun deshalb schlecht fühlen soll. Vielleicht bringt es auch was, wenn alle Platz in der Familie finden. Dein Vater und seine neue Partnerin, aber auch die, wenn auch verstorbene, Mama. Möglicherweise ist es auch dann leichter, wenn ihr über eure Mutter sprecht - wenn sie nicht in Vergessenheit gerät. Vielleicht hilft es dir auch, wenn du selbst die Partnerin mal näher kennenlernst, vielleicht versteht ihr euch ja auch wirklich gut.


    Ich habe außerdem selber immer wieder genau diesen Gedanken, nur ist bei mir der Vater verstorben und die Mutter nun glücklich mit dem neuen Partner. Und ich hatte meine Mutter auch nicht für einen so langen Zeitraum für mich alleine.

  • Hallo Littleditsy,

    herzlich Willkommen hier in diesem Forum.


    Deine Situation , einer vermeintlichen inneren Zerrissenheit scheint zum einen mit vielen unausgesprochenen Themen in Verbindung zu stehen und zum zweiten gibt es ein Sprichwort dies lautet frei übersetzt >> es existiert für jedes Thema seine Zeit <<.

    Du bist, trotz diesem Vertrauen, zwischen dir und deinem Vater, in erster Linie seine Tochter, nicht seine "Freundin, eine Bekannte, seine Beraterin".

    Mit dieser Erkenntnis solltest Du evtl. Themen ansprechen, aber sicherlich nicht diskutieren.

    Viele Themen lösen sich von allein, wenn man ihnen die nötige "Zeit" gibt.

    Gemachte Erfahrungen verändern die Meinungen, das Verhalten, die Sichtweise, usw, usw, …… , jedes Menschen.

    Bei dem einen benötigt es etwas mehr Zeit, wie bei einem anderen.

    Grenze ab! Was betrifft dich persönlich?

    Dann kannst Du agieren.

    Bist Du nicht unmittelbar davon betroffen, reagiere erst wenn Du kontaktiert wirst.

    Versuche ein Ansprechpartner dann zu sein, wenn es seitens deines Vaters, deiner "Freunde" notwendig sein sollte.

    Gebe Themen eine Möglichkeit sich dir unbelastet zu zeigen.

    Be - und Verurteile keine Situation.

    Versuche diese eine gewisse Neutralität zu geben.


    So, ich hoffe ich konnte dir etwas behilflich sein.

    Gerne stehe ich dir für weitere Zeilen zu Verfügung.



    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)