Müdigkeit, Abend = Trauer + Angst?

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  • Hallo an jeden, der das hier sieht!
    Ich bin neu hier, weiß also noch nicht ganz, ob ich das hier alles so richtig mache, aber ich versuchs mal.
    Ich hab gehofft, jemand erkennt vielleicht folgendes wieder und kann mir evtl. weiterhelfen:

    Ich habe in den letzten Wochen und auch schon mal in einem Zeitraum vor ein paar Monaten erkannt, dass sich mein Gefühlszustand fast jeden Tag nach einem gewissen Muster verändert, was mich ziemlich belastet.
    Dabei ist es fast egal, wie es mir den Tag über geht: Es kann sein, dass ich ziemlich glücklich bin und doch werde ich ab einem bestimmten Zeitpunkt abends, meist wenn ich müde werde, traurig und melancholisch.
    Es ist dann, als hätte sich ein Schalter in meinem Kopf umgelegt und meine Gedanken sagen mir, ich soll jetzt traurig sein. Dann strebe ich praktisch schon nach Traurigkeit und werde oft verzweifelt vor lauter negativer Gedanken, im Moment vor allem geprägt durch (Zukunfts-)Ängste und Minderwertigkeitskomplexe, es kann aber auch einfach nur grundlose Trauer sein. Meist gehe ich dann später als gewollt schlafen, brauche länger zum einschlafen und mir geht es einfach schlecht. Am nächsten Morgen ist dies dann meist aber vorbei, alles ist normal und es fängt erst wieder zu Abend von neuem an.

    Macht das Sinn? Sehe ich da ein Muster, das es gar nicht gibt? Und kennt das jemand, bzw. gibt es eine logische Erklärung dafür?

    Ich wäre wirklich für jede Antwort sehr, sehr dankbar!
    Ganz liebe Grüße,
    Amelia (bin übrigens 18, falls das irgendwie relevant sein könnte)

  • vielleicht bist du depressiv? Das kann man sehr gut behandeln..

    Ich habe auch Probleme mit dem Schlafen, habe aber einen Grund dafür.

    Ist es auch verbunden mit innerer Unruhe?

    Warum hast du Zukunftsängste? Gehst du noch zur Schule? Weiß deine Familie, dass es dir nicht gut geht? Hast du mit jemandem darüber gesprochen?.

  • Danke für deine Antwort!
    Zum Thema innere Unruhe: Kommt drauf an, keine ständige. Ich bin tatsächlich oft erstaunlich ruhig und irgendwie monoton. Es sei denn ich steigere mich halt in Angst rein...

    Ja, ich mach nächstes Frühjahr Abi...Hängt in Sachen Zukunftsängste mit Sicherheit damit zusammen: viel Veränderung, Erwachsenwerden & Co. Sagen wir mal so, drauf freuen tu ich mich im Moment nicht darauf.

    Ja, alles gut, ich habe Freunde, mit denen ich über sowas reden kann. Obwohl ich noch nicht alles, was ich oben erläutert habe, so im gesamten erzählt habe, sollte ich vielleicht mal tun. Bin nur immer nicht sicher, ob ich das ganze nicht vielleicht überinterpretiere und etwas übertreibe und es gar nicht so schlimm ist....schwer zu sagen.

  • hi, du bist noch in einem schwierigen Alter, wo man noch viele Selbstzweifel hat und die eigenen Gefühle nicht so richtig begreift. Du solltest viel über deine Ängste sprechen, andere werden dir zeigen, dass sie unbegründet sind. Es ist nichts schlimmes passiert und du hast keinen Anlass, nicht positiv in die Zukunft zu schauen. Das sieht nicht bei allen so positiv aus, glaub mir. Ich habe z.b falsche Entscheidungen getroffen und mein Leben quasi verspielt.

    Ich möchte deine Probleme aber nicht bagatellisieren, weil es ja eine sehr subjektive Sache ist und manche Leute leiden entsetzlich wegen Sachen, die andere als normal oder gar vorteilhaft ansehen.

    Sprich mal darüber mit einem Profi, am besten mit einem Psychologen, wenn es jetzt schwierig sein sollte, gibt es die Telefonseelsorge (anonym), du kannst auch psychosozialer Krisendienst googeln. Sie werden dich alle ernst nehmen..

    Dass du so empfindest, ist in deinem Alter quasi normal, aber dennoch belastend und es gibt Möglichkeiten, es zum Positiven zu ändern.

  • schwieriges Alter - na super :)
    aber nein, ich weiß schon was du meinst, danke!
    Ich schau mal, was so passiert...werde auf jeden Fall mal ordentlich mit jemandem drüber reden.
    Hab ziemlich stark in mir verankert, dass andere Leute ja schlimmere Probleme haben und ich definitiv nie professionelle Hilfe brauch.
    Deswegen mal schauen, ich denk mal drüber nach,
    vielen Dank für deine Denkanstöße!

  • hab keine Angst davor, du bist zu nichts verpflichtet, es kann ein einziger Termin sein oder ein anonymes Telefongespräch, du kannst alles sofort abbrechen.

    Ja ein schwieriges Alter, in dem man gerne vieles schwarz sieht, was eigentlich ganz rosig ist. Genieße lieber die Zeit, ich wäre gerne wieder so jung. Das ist das eigentliche Drama der jungen Menschen: dass sie nicht erkennen, was sie haben.

    Und es ist sehr wichtig nach Hilfe zu suchen, weil man manche Probleme (noch) nicht alleine lösen kann, die Sichtweise von anderen immer interessant ist, aber auch weil man für Änderungen Input von Außen braucht. Und schließlich auch, weil viele Menschen völlig selbstlos und sehr gerne helfen. Oft enttäuschen uns die, von denen wir Hilfe erwartet haben, es helfen aber dafür völlig fremde Menschen. Mir haben schon sehr viele in Internetforen geholfen, ohne diese Hilfe hätte ich meinen Kummer nicht überlebt. Ich muss immer weinen,,wenn ich daran denke und darüber schreibe. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich nicht alleine mit meinem Problem gelassen wurde.

    🍀🍀🍀

  • Hallo,


    ich kenne dieses Problem auch. Es ist zwar schon über 17 Jahre her, aber mir ging es ab einem bestimmten Lebensabschnitt auch so wie dir. Bei mir war das die Zeit als ich 16 war und ich mir von der Realschule aus einen Beruf suchen musste in dem ich eine Ausbildung absolvieren möchte, quasi die Frage beantworten, was man mal werden will. Ich denke so geht es dir auch mit dem Abi. Du hast im Kopf, dass eine große Veränderung bevorsteht und sich dein normales Leben extrem ändern wird. Nebenbei redet dir noch jeder, ausnahmslos jeder rein wie wichtig dein Weg ist und wie fundamental deine Entscheidungen sind.


    Ehrliche Antwort, mich hat dieser Irrsinn total überfordert. Ich wusste Abends als ich dann zur Ruhe kam und genauer darüber nachgedacht habe auch nichts mehr. Was aber passierte, dass war die Tatsache, dass ich mich genauso wie du gefühlt habe. Ich habe noch die Schwierigkeit gehabt massive familiäre Probleme zu haben. Ich will das jetzt nicht im Detail erläutern, aber für mich war der Sprung von Schule ins Berufsleben eine hohe Hürde.


    Ist es das bei dir?

  • Danke für deine Erläuterung,

    Das kann gut sein, es würde auf jeden Fall passen. Allerdings müsste es dann eben auch stark unterbewusst passieren, da ich auch traurig werde, wenn ich daran nicht denke..

    Aber ja das wäre grundsätzlich sehr plausibel

  • Hmm, weißt du denn nicht genau wo deine Trauer her kommt? Meines Erachtens beruht so ein schlechtes Gefühl darauf, dass man als Individuum einen Mangel an etwas befindet. Drehen wir das ganze doch mal um. Was müsste denn in so einem Zustand geschehen, dass bei dir dieses Gefühl verschwindet?

  • Kommt drauf an, wie die Frage genau gemeint war. In dem traurigen Moment selbst kann ich eigentlich nur ins Bett gehen und warten bis ich endlich einschlafe, sonst habe ich nichts, was mir irgendwie helfen kann.
    Generell gesehen ist es eine Mischung aus beidem: Zum einen weiß ich natürlich, dass ich ziemliche Angst vor der Zukunft habe und auch als Person regelmäßig von Selbstzweifeln geplagt werde, daraus folgt natürlich, dass es mir nicht so gut geht. Diese explizite Traurigkeit...wahrscheinlich liegt es genau daran, aber das kann ich eben nicht genau sagen. Denn ich bin dann eben einfach nur traurig. Und das eben ohne an die eben genannten Punkte zu denken. Das ist es, was es so schwer für mich macht.
    War das verständlich?

  • Ja, das war es. Ich bin kein Arzt und hier ist wohl der Punkt an dem ich meine Kompetenz überschreiten würde. So wie sich das für mich ließt hast du eine deutliche Tendenz zur Depression. Depressionen gehören zu den häufigen psychischen Erkrankungen. Kennzeichnend sind Traurigkeit und Antriebslosigkeit, die mindestens zwei Wochen anhalten und mehrere Monaten andauern können. Menschen mit einer Depression erleben eine Phase tiefer Traurigkeit, aus der sie oft keinen Ausweg sehen. Typisch für eine Depression sind dauernde Niedergeschlagenheit oder gedrückte Stimmung. Letztlich kann sich eine Depression aber ganz unterschiedlich äußern. Zu den körperlichen Symptomen können Schlafstörungen und Appetitlosigkeit gehören.

  • Danke für deine Einschätzung, klar von so weit weg ist es natürlich schwer das einzuschätzen, aber ich sollte mich dann wohl man ein bisschen in die Richtung damit beschäftigen und informieren, ob das sein kann. Auch wenn ich glücklichwerweise sagen kann, dass ich (bis auf schweres Einschlafen wenn es mir nicht gut geht, ich denke das ist aber normal) gut schlafe und auch keine Symptome bezüglich meines Essverhaltens habe. Mir geht es tatsächlich die letzten paar Tage auch schon besser, mal sehen wie lange das hält :)

    Danke, wirklich!

  • Nun, das ist schön zu hören. Schön, dass ich dir helfen konnte. Bleib dran und beobachte das mal für dich. Sich mit dem Thema zu befassen ist auch nicht verkehrt, allerdings bitte im vernünftigen Rahmen. Bitte nicht zum Hypochonder werden. Ansonsten, wenn es wieder schlimmer werden sollte und du damit nicht mehr alleine klar kommst, dann suche dir bitte vor Ort qualifizierte Hilfe in Form einer Behandlung.