Allein zu den Feiertagen, wie jedes Jahr

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  • Hallo Leute,

    bitte seid nett zu mir, ich bin ganz neu hier und kenne mich noch nicht so aus. Die Feiertage stehen bevor und ich werde wie immer bisher ganz allein sein. Heuer trifft es ja wohl leider viel mehr Menschen als sonst, aber für mich ist es nichts Neues. Aber trotzdem traurig. Ich habe keine eigene Familie, mein Vater ist tot und zu Mutter und Schwester gibt es keinen Kontakt. Ich bin auch sonst meistens allein. Homeoffice. Nicht wegen Corona, sondern immer - ich bin selbstständig. Ich rede mit keinem mehr darüber, denn was ich aus den Reaktionen der Umwelt in der Vergangenheit erfahren konnte, hat mich gelehrt, dass da Preisgeben von solchen Emotionen der Umwelt auf die Nerven geht und einen selbst lächerlich macht. Bedauernswert. Nicht erfolgreich. Man wird belächelt. Beruflich geht es mir eigentlich gut, zum Glück, in materieller Hinsicht kann ich nicht klagen. Aber in sozialer Hinsicht merkt man gerade zu den Feiertagen, dass man einfach bei jedem an 120ster Stelle steht, wenn man keine Familie und keinen Partner/keine Partnerin hat. Man kriegt das an Zeit und Zuwendung, was übrig bleibt, und das ist ganz normal so. Ich werfe ja niemandem etwas vor. Alle leben ihr Leben. Drum bin ich mit diesen Gedanken ja hier, weil ich damit sonst nirgends hin kann.

    Manchmal fragt mich jemand, wie es mir denn damit geht, dann sage ich: Womit? Ach so, ach was, es ist wie es ist, und dadurch, wie ich mich dabei fühle, wird es auch nicht anders. Und dann höre ich mir die Probleme desjenigen an und versuche gute Ratschläge zu geben und einfühlsam zu sein. Zum Beispiel jetzt, das ewige Gejammer darüber, dass man bei Corona das und das und das nicht kann, keinen sehen kann, nicht Schifahren kann, nicht auf Urlaub fahren kann, Blabla. Und ich drücke dem- oder derjenigen die Hand und sage, wird schon wieder werden. Dabei möchte ich ihn oder sie anschreien: Bist du bescheuert? Weißt du eigentlich, was du da redest? Ich lebe immer so, nicht nur jetzt, und du wagst es, damit bei mir anzukommen? Wie mies kann man eigentlich sein? Aber sagen tu ich: Ich verstehe was du meinst, wirklich, und es tut mir von Herzen leid, dass es dir so schlecht damit gehst.

    Denn ich habe auch schon ganz oft gehört, ich hätte ja gar kein Problem mit der jetzigen Situation, denn an meinem Leben hätte sich eh nichts geändert !!!!!!


    Naja. Ich hab gerade sehr lang geschrieben, glaube ich. Tut mir leid. Ihr habt sicher alle was Besseres zu tun, als das hier zu lesen. Trotzdem danke.

    Liebe Grüße von Florix

  • wie ist es mit Freunden?

    Willst du keine Partnerin/ keinen Partner? Keine Familie, Kinder?

    Hast du keine Hobbies, wo man Leute kennen lernen könnte?

    Vielleicht Sport?

    Ja,,jetzt geht es nicht wirklich, aber sonst, wie sah es aus? Nimmst du Einladungen an ?

    Ich weiß, dass es nicht einfach ist echte Freunde zu finden, umso mehr muss man sich Mühe geben. Wenn du nicht für dieses einsame Leben geschaffen bist, dann muss du es ändern. Dazu muss man aktiv was machen...

    Es gibt viele Menschen mit genau demselben Problem...

  • Hallo Florix,


    warum sollen wir denn nicht nett zu dir sein? Gleichfalls brauchst du auch keine Angst haben, ich verstehe dein Problem sehr sehr gut. Ich bin nämlich auch so jemand, der von diesem Problem sehr betroffen ist. Zwar bin ich nicht gänzlich alleine. aber meine Familie besteht auch nur noch aus meiner Mutter und meinem Bruder. Meine Feiertage zu Weihnachten, Ostern, aber auch Silvester sind immer problematisch. Ich habe keine Partnerin, keine Kinder und ich tue mich auch schwer darin jemanden zu finden. Es gibt leider niemanden, der sich auf mich einlässt. Ich weiß nicht ob ich das je ändern kann, denn ich habe auch nicht mehr die sozialen Möglichkeiten und alles wird noch schlimmer durch Corona.


    Hinzu kommt noch, dass ich wegen meiner Arbeit im Sicherheitsdienst ohnehin keinen Unterschied mehr zwischen Feiertagen, Wochenenden oder normalen Arbeitstagen feststellen kann. Ebenso ist meine Arbeitszeit mit 12 Stunden am Stück so ziemlich das Härteste was man bekommen kann. Aber ich beschwere mich nicht, es ist eben so. Eigentlich bin ich also immer am Ball. Ich habe aus Kollegialität mittlerweile auch angefangen speziell die Dienste für Kollegen zu übernehmen, die Familie an diesen Tagen sehen möchten. Ich halte es für sehr wichtig, dass Kinder zum Beispiel an Weihnachten mindestens Vater und Mutter um sich haben. Früher ging es mir auch so, dass ich mich schwer tat mit dem Alleinsein, mittlerweile ist es eben so.


    Das Problem ist meines Erachtens auch nicht die Feiertage. Das Problem ergibt sich durch die Gesellschaft selbst. Wir leben in einer Zeit in der es nur Konsum und Profit gibt, in der jeder wachsen muss und weiter kommen soll. Man lebt nicht, man ist auf dem Sprung. Dabei wird einem eingeredet, dass man eben aufsteigt, aber ich befinde das für Unsinn. Man flieht irgendwie und vergisst das wirklich Wichtige. Das ist nicht nur so zu den Feiertagen, sondern generell. Leider weiß ich dafür keine Lösung, ich habe nur Verständnis, aber ändern kann ich es auch nicht.