Gesellschaftsinkompatibel

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  • Nun, ich weiß nicht wie ich das beginnen soll. Eigentlich ist es eine seltsame Sache. Hier im Forum gebe ich gern jedem einen Rat, der sich in einer schwierigen Situation befindet. Ich helfe gern und ich denke wenn man mich von außen sieht, dann nimmt jeder an, dass ich einen Plan habe. Aber irgendwie stimmt das nicht. Ich fühle mich kontinuierlich schlechter und unwillkommener in der Gesellschaft. Ehrlich gesagt strengen mich menschliche Kontakte nur noch an. Eine Beziehung führen habe ich nach einigen Fehlschlägen auch aufgegeben, weil der Einsatz und die Anstrengung viel zu hoch sind und zu nichts führen.


    Aber an was liegt das? Ich denke ich bin für unsere kranke Gesellschaft zu intelligent oder anders gesagt, die Werte sind nicht mehr die Gleichen wie früher. Alles was für mich zählt, zählt für die anderen nichts. Respekt, Freundlichkeit, Rücksicht und Miteinander gelten nicht mehr so wirklich. Ich habe das Gefühl, dass nur noch jeder versucht sein Ego durchzudrücken und überhaupt nicht um sich blickt. Mich nervt die Dummheit und die Missgunst, sowie der Egoismus des anderen und ich hasse es, wenn dies mich beeinträchtigt und ich davon abhängig bin. Ja, andere beeinträchtigen mich und ich bin sehr abhängig. Geld, Staat, Gesetze, die Gunst des Arbeitgebers, alle interagieren. Ich kann mich davor nicht schützen, ich bin sehr oft davor, dass ich mich sehr zusammenreißen muss, um meinen ganzen angestauten Unmut nicht irgendwo entlade. Ich bin ein sehr umgänglicher Mensch, jemand der grundsätzlich jedem aufgeschlossen ist und vorurteilsfrei mit jedem in Kontakt tritt und auch tolerant ist. Aber meine Toleranz wird jedes Mal auf harte Proben gestellt. Die aktuelle Situation in unserem Land macht es nicht besser.


    Ich kann dieses Geschwurbel um Corona nicht mehr hören. Ich habe eine medizinische Ausbildung, weiß also was Sache ist. Überall sind Menschen, die verrückt werden, auf der Arbeit, im Freundeskreis, in der Familie. Ich kenne im Verhältnis fast keinen der mit dem Thema vernünftig umgehen kann. Alle schwurbeln sie rum und entwickeln irgendwelche Meinungen ohne sie zu fundieren. Wo ist das Wissen? Als krasses Gegenbeispiel kann mir keiner von diesen Hornochsen den Unterschied zwischen Bakterien und Viren erklären oder auch nur ansatzweise wieder geben wie eine Viruserkrankung funktioniert. Aber alle haben sie Ahnung, wenn es um dieses Thema geht und nerven dich mit ihrem gequirlten Unwissen. Und wenn du es ihnen erklären willst, dann hören sie nicht zu und machen dicht. Mit dem Thema Impfen will ich gar nicht anfangen. Das ist genauso ein Desaster.


    Gleiches Problem bei Politik und Wirtschaft, nehmen wir als Beispiel die Ausländerproblematik. Ich kann der AfD absolut nichts abgewinnen, weil es eine Vereinigung höchst unmoralischer und destruktiver Persönlichkeiten darstellt, deren Manifest in einem Wort beschrieben ist. Menschenverachtend! Ich kann nicht nachvollziehen, wieso plötzlich alle in meinem Umfeld diese Partei toll finden, auch wenn ich verstehe, dass im Grunde die Parteien der Mitte auch keine Lösung anbieten können. Demokratie ist ein höchst vertracktes Ding, welches viele Lügen enthält und was nicht so glänzt, wie es dargestellt wird. Dennoch, es ist eben so und besser als anderes. Schaut man sich das Parteiprogramm der AfD an, dann erkennt man, dass es sich um Neoliberale (ähnlich der FDP) mit rechten und rechtsradikalen Tendenzen handelt. Keiner von diesen Leuten, die jetzt ein Loblied auf die singen, hätten einen Vorteil, wenn die Dinge in deren Programm umgesetzt werden. Eher das Gegenteil wäre der Fall, der Weg in den Turbokapitalismus, auf dem die ganzen Dropse auf der Strecke bleiben. Es gibt nur eine einzige Schnittmenge und das ist Ausländer raus. Aber hört jemand? Nein, auch wenn du es ihnen erklärst. Stattdessen versuchen sie dich zu ihrem Irrglauben zu bekehren und akzeptieren auch nicht wenn du anderer Meinung bist, auch wenn du sie argumentativ in zwei Zügen Schachmatt gestellt hast.


    Weiter geht es mit der Rücksicht auf andere. Das klingt jetzt vielleicht kleinlich, aber ist es denn so ein Problem Umsicht zu haben? Das geht mit meinem wunderbaren Unternachbar los. Der weiß ganz genau, dass ich im Sicherheitsdienst arbeite und das auch nachts, im 12-Stunden-Takt. Das ist in der Branche normal. Trotzdem interessiert es ihn nicht mal ein wenig leiser zu machen. Nein, es ist ihm egal, ich muss zu ihm gehen und ihn darauf hinweisen. Dann ist er uneinsichtig. Genauso Autofahren, ich bekomme eine Krise wie manche unterwegs sind. Gleiches gilt für meine Arbeitskollegen. Eigentlich geht es nur darum den anderen ständig reinzulegen und sich Vorteile zu picken. Ein Miteinander ist das nicht. Vorgesetzte beschließen Dinge ohne mit dir als Mitarbeiter darüber zu sprechen. Friss und stirb, Abmachungen im Arbeitsvertrag sind dehnbar, Wort wird gebrochen, es wird hingehalten und beschissen. Man kann ja kündigen, wenn es einem nicht passt. Als wenn das noch nicht genug wäre, kommt noch der Ärger auf Arbeit dazu. Ich habe permanent mit Menschen zu tun, die mit dir eine Konfrontation eingehen wollen und das auf lächerlichste Art und Weise. Sinn und Nutzen bleiben da auf der Strecke, ich habe oft das Gefühl, dass dies nur gemacht wird weil man es kann. Die letzten Wochen waren dahingehend sehr anstrengend.


    Also verschaffe ich mir Ablenkung. Ich weiß das dies auch nicht gut ist. Aber Lesen, Lernen, aber auch Medien, sowie Spiele lenken mich ab. Leider werden diese Möglichkeiten auch immer problematischer für mich. Communities werden irgendwie immer toxischer. Auch das Spielen, beispielsweise online macht auch keinen Spaß mehr. Die Leute sind einfach zu dumm und zu aggressiv. Multiplayer spiele ich gar nicht mehr. Ich habe mich auch von diversen Foren zurückgezogen, weil die Art und Weise der Kommunikation dort nicht stimmig ist. Dieser virtuelle Ort hier ist eine Ausnahme. Jedenfalls macht mich das zu einem Sonderling. Mittlerweile habe ich das Interesse an Interaktion mit anderen Menschen komplett verloren. Ich weiß es klingt arrogant, aber ich habe oftmals das Problem, dass mir der Gegenüber nicht ebenbürtig ist. Die Wellenlänge stimmt nicht.


    Tja und nun kommt noch die persönliche Komponente. Ich bin einsam, habe im Grunde niemanden mehr der nah an meiner Seite steht. Ich habe durch einen großen Fehlschlag jegliches Vertrauen in eine Beziehung, eine Partnerschaft verloren. Ehrlich gesagt glaube ich nicht einmal, dass ich für eine Frau überhaupt kompatibel bin. Ich bin nicht vermögend, ich bin nicht körperlich in dem Maße attraktiv, Erfolg im Beruf Fehlanzeige. Ich habe nur einen scharfen Verstand mit einem IQ von 127 und ich hasse meine Stimme. Weiterhin lege ich Wert auf Kultur, was auch schon ein Ansatz ist den viele nicht teilen können. Loyalität, Vertrauen, Zuverlässigkeit, die kleinen wichtigen Dinge sind es, die ich möchte, aber selbst daran scheitert es. Wenn Leute mit mir zu tun haben, dann ist das oft so, dass ich auf Grund ihrer Haltung, ihrer Taten, ihrer Gestik, der ganzen Erscheinung in sie hereinblicken kann. Ich bin sehr gut im Beobachten. Aber selbst mein Wissen darüber hilft mir nicht. Vielleicht könnte ich ein weibliches Wesen dahingehend manipulieren, in dem ich mich verstelle und anpasse. Aber was bringt mir das, wenn ich nicht ich selbst sein kann und jemanden um mich schare auf den ich mich nicht verlassen kann, weil die Intention nicht reiner Natur gewesen ist? Es ist nicht zielführend.


    Sicher versteht ihr das. Die gesamte Situation macht mich sehr traurig und wandelt mich in einen zynischen Einzelgänger, ein einsamer Wolf. Ich bin allein und auf mich gestellt und ich will entfliehen. Ich sehe den Sinn nicht und ich habe keine Nerven mehr auf unsere dumme, deutsche Gesellschaft. Am Liebsten würde ich fort gehen, an einen Ort wo ich mich entschleunigen kann, wo das Leben etwas zählt, wo man abgeschieden seine Existenz erleben kann, ein Ort an dem der ganze Wahnsinn nicht vorhanden ist. Ich weiß nicht ob es solch einen Platz wirklich gibt. Ich weiß nur, dass es so nicht passt.

  • Am Liebsten würde ich fort gehen, an einen Ort wo ich mich entschleunigen kann, wo das Leben etwas zählt, wo man abgeschieden seine Existenz erleben kann, ein Ort an dem der ganze Wahnsinn nicht vorhanden ist. Ich weiß nicht ob es solch einen Platz wirklich gibt. Ich weiß nur, dass es so nicht passt.

    Ich habe an diesem WE wenig Zeit, ich werde dir später antworten. Ich wollte dir jetzt aber schon schreiben, dass es Orte wie diese sicherlich gibt. Schon als ich oben gelesen habe, dachte ich mir,,dass du so etwas brauchst, einen Bauernhof in Brandenburg, eine Farm in Paraguay, oder als Parkranger in der Wildnis, keine Ahnung, stell diese Frage bei Quora, da bekommst du konkrete Antworten. Zum Rest später. Natürlich ist das Leben in der Gesellschaft anstrengend, aber wir profitieren auch davon. Auch eine Arbeit im Angestelltenverhältnis ist damit verbunden, dass man sich einschränken und anpassen muss, hier hilft Selbständigkeit. Ich fürchte, du hast unrealistische Erwartungen an deine Mitmenschen, du musst sie leider nehmen wie sie sind. Die Gesellschaft ändert sich und du auch, beides kannst du nicht verhindern und es macht keinen Sinn es zu beklagen, wir müssen uns anpassen.

    Mein 28Jahre Alter Cousin ist allgemeiner Arzt und hat gerade nicht nur mit vielen Corona-Opfern zu tun (stellt Totenscheine aus), sondern auch selbst betroffen. Er hatte Corona im November und hat jetzt immer noch Atemprobleme, am Telefon hört er sich so an, als wäre er gerade den Marathon gelaufen...eigentlich war er ein gesunder, großer, starker Mann, jetzt wird er müde vom Reden ..ich würde die Krankheit daher nicht verharmlosen

  • Es gibt genug intelligente Menschen. Nicht in deinem Umfeld? Dann musst du gezielt suchen, über Hobbies, Freizeitaktivitäten.

    Wenn es um soziale Kontakte, Freundschaften geht, ist es sehr wichtig, dass man intellektuell auf einem ähnlichen Niveau ist, auch wenn das nicht alles ist.

    In einer Beziehung sind Gefühle wichtiger.

    Ich bin verheiratet, keine Liebesbeziehung, geplant war eine Freundschaft unter einem Dach, mein Mann ist hochintelligent, ich habe ihn bewundert und dachte, wir könnten eine harmonische WG führen, mit vielen Gesprächen, gemeinsamen Themen. Aber nein: man sollte nicht mit Freunden zusammen wohnen, das macht leider jede Freundschaft kaputt, jetzt leben wir wie zwei Fremde unter einem Dach und gehen uns aus dem Weg...

    Für eine Beziehung brauchst du jemanden, den du lieben kannst. Dafür brauchst du weder reich noch schön zu sein. Aber ja, Liebe ist nicht einfach zu finden... Ich habe nicht gesucht, mich trotzdem verliebt, unglücklich. Deshalb bin ich der Meinung, dass man keine großen Erwartungen haben kann, es ist wie ein Lottogewinn und nicht jedem gegönnt.

    Ich würde dir empfehlen, möglichst viele Menschen kennenzulernen, unter 8 Milliarden sollte es viele geben, mit denen du was anfangen kannst. Falls du es nicht willst oder doch nicht fündig wirst, kannst du dich immer noch zurückziehen. Aber warum ohne Versuch aufgeben. Ansonsten Erwartungen zurückschrauben, Die Welt ist, wie sie ist, die Menschen auch, es gibt weder Garantien noch kann man sich auf irgendwelche Versprechungen verlassen oder berufen. Niemand ist auf Die Welt gekommen, um unsere Erwartungen zu erfüllen und umgekehrt. Es ist schwer, das zu verinnerlichen, ich weiß es selber gerade aus Erfahrung, werde mit einer bitteren Enttäuschung nicht klar. Aber ich wurde nicht von jemandem enttäuscht, ich habe mir selbst etwas vorgemacht, geträumt und habe mich selbst enttäuscht.. Um glücklich zu sein darf man nichts erwarten. Das gelingt keinem so ohne weiteres, man sollte daran arbeiten. Niemand schuldet uns was. Alles Gute und Schöne, was uns trotzdem passiert, ist ein Geschenk.