Unzufrieden im Job mit 60

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  • Guten Morgen,

    seit 7 Jahren arbeite ich Teilzeit im Büro und an der Kasse. Es ist nicht mein erlernter Beruf. Richtig Spass gemacht hat mir meine jetzige Tätigkeit von Anfang an nicht. Aber ich dachte mir, das kommt mit der Zeit, ausserdem war ich vor 7 Jahren auch schon nicht mehr die Jüngste. Ich merkte auch bald, dass meine Arbeitskollegen u. Kolleginnen mich nicht richtig ernst nehmen. Nicht falsch verstehen, dass ist kein Mobbing oder so. Mit der Zeit habe ich mich aber mit allem arrangiert. Mein "alter" Chef ( gleiches Alter ) war richtig toll. Er war sehr sozial und meistens auch gerecht eingestellt. Leider ist er nun schon vorzeitig in Rente gegangen. Mein neuer Chef ist vom Wesen her genau das Gegenteil.

    Allerdings gibt es Dinge, die mich immer wieder ärgern, weil ich den Vergleich mit meinem alten Chef ziehe. Diese Dinge werden aber immer mehr.

    Z.Bsp. Ich habe eine Kollegin (Büroleitung) die unseren Urlaub einträgt. Ihren trägt sie immer zuerst ein, da sie ein behindertes Kind hat. Somit sind die Schulferien immer besetzt, sowohl im Sommer, als auch Weihnachten. Mit meinen beiden anderen Kolleginnen wechselt die Arbeitszeit von Früh - auf Spätdienst. Sie macht NIE Spätdienst. Auch noch ok.

    Seit ein paar Jahren habe ich immer den Karsamstag als Urlaub eingetragen, da ich mit meiner Familie am Osterwochenende verreise. Dieses Jahr habe ich es auch extra früh eintragen wollen. Da sagte sie mir, dass sie da ja wie immer schon Urlaub hat, und sie den Tag unter Vorbehalt einträgt weil sie erst die beiden anderen Kolleginnen fragen will wegen Urlaub.

    Ich habe das meinem Mann (selbstständig) noch gar nicht gesagt!

    Weitere Beispiele, die mich immer unzufriedener machen: Unsere Öffnungszeiten haben sich schon oft geändert , von 20.00 Uhr auf 19.00 Uhr und wieder von 19.00 Uhr auf 20.00 Uhr . Soweit so gut. Zur Zeit hatten wir bis 19.00 Uhr auf, gestern meinte mein Chef ab heute ist wieder bis 20.00 Uhr auf! Ziemlich kurzfristig, oder?

    Dann soll unser Computerprogramm geändert werden. Dazu soll diese Woche die Schulung während der Arbeitszeit stattfinden. Donnerstag ist immer mein fester freier Tag an dem ich meine Termine (Arzt, Physio... usw.) lege. Vorgestern schrieb mich dann meine Kollegin an, ob ich Donnerstag für 4 Stunden zur Schulung kommen kann?

    Hinzu kommt, dass mir meine Gesundheit (Wirbelsäule ) ziemlich zu schaffen macht. Ich werde immer unzufriedener? Aber in meinem Alter habe ich kaum eine Alternative.

    Aber immer mal wieder überlege ich doch noch was Neues ( falls ich was finde) zu versuchen. Was meint ihr?

    Bei der Arbeit will ich versuchen Augen zu und durch , auch wenn ich merke, dass mich keiner so richtig ernst nimmt. Und was ich mit dem Urlaubstag an Karsamstag mache, wenn ich ihn nicht bekomme, weiss ich auch noch nicht:rolleyes:

    Viele Grüße

    mummi

  • hi, es ist schwer, dir einen Rat zu geben. Einerseits ist es natürlich nie zu spät, neu anzufangen und auch nie falsch, zu versuchen, seine Lage zu verbessern, wenn man unzufrieden ist. Andererseits ist es eher der Normalzustand, dass es im Berufsleben nie alles perfekt ist, wenn man mit Menschen arbeitet.

    Ich habe als Studentin im Buchhandel gearbeitet, habe Bestellungen rausgesucht, Bücher im System erfasst und gescannt, war oft alleine und ich fand es sehr schön. Jetzt arbeite ich mit vielen Menschen, es gibt dauernd Besprechungen und sonstigen Austausch, es gibt kleine Intrigen, manche tuscheln, es ist so anstrengend. Wenn man nicht gerade sein Hobby zum Beruf gemacht hat und zusätzlich noch sein eigener Chef ist, ist man selten völlig zufrieden. Es kann also sein, dass es woanders gar nicht einfacher wird für dich. Aber du kannst dich natürlich umschauen, man weiß nie, was passieren kann, manchmal hat man Glück.

    Möchtest du wieder im Einzelhandel arbeiten, oder lieber etwas anderes machen? Wohnst du in einer großen Stadt? Was sagt dein Mann dazu?


    Die Kollegen wirst du nicht ändern, da kannst du nichts erwarten, nimm sie so an wie sie sind, es lohnt sich auch nicht, mit ihnen zu kämpfen oder im Streit zu sein.

    Aber wie gesagt, ich kenne auch Menschen, die ihren Job mögen, trotzdem aber Probleme haben, was die Beziehung zu anderen Mitarbeitern und Vorgesetzten angeht.


    Menschen mit Behinderten Kindern haben es nicht einfach, sind oft verbittert oder übermüdet usw. Ich habe jahrelang in einem Forum für Familien von Behinderten Kindern gelesen und glaub mir, es sind zum Teil schreckliche Schicksale und ein völlig anderes Leben, eine andere Welt, daher hab Nachsicht.


    Vielleicht solltest du professionelle Jobberatung in Anspruch nehmen, es gibt unzählige Stellen, die sich mit Beratung und Vermittlung beschäftigen und es kostet nichts.

    Viel Glück und ich hoffe, du berichtest später von deiner Entscheidung

  • Hallo Mummie,


    deine Situation ist leider nicht so selten, wie Du eventuell glauben möchtest.

    Du, hast viele Möglichkeiten um deine Situation verbessern zu können.

    Zum einen könntest Du einen Termin bei der Arbeitsvermittlung machen.

    Schildere in Ruhe deine Ist - Situation.

    Frage nach Weiterbildungskurse !

    Frage nach einer eventuellen Umschulung !


    Zum zweiten gibt es einige interessante Stellenanzeigen.

    Lesen, sortieren, anrufen, Termine vereinbaren, eventuell auch die eine und andere Bewerbungsunterlagen versenden !

    Telefonische Nachfragen starten !


    Eine weitere Möglichkeit dir etwas Zeit zu verschaffen, wäre einen Spezialisten für deine Wirbelsäule aufsuchen.

    Behandlungsmöglichkeiten ausloten, vielleicht auch eine Kur beantragen und bei einer Genehmigung sofort einer Verlängerung antreten !


    Hier und jetzt geht es nur um dich, um deine Person !

    Alles andere wird hinten angestellt !!


    Kollegen die ein behindertes Kind als Vorwand nehmen, ihr Interesse durchsetzen zu wollen, sind einfach nur :thumbdown: !


    Schulungen, so weit diese Betriebsbedingt angeordnet werden, sollten durch geführt werden.

    Allerdings, sollte diese Zeit wiederum in Form von Freizeit vergütet werden !


    Ich hoffe ich konnte dir etwas behilflich sein.


    Freue mich auf weitere Zeilen.



    Liebe Grüße - Patrick

    Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.(Buddha)

    Einmal editiert, zuletzt von Patrick ()

  • Hallo,


    grundsätzlich ist es immer möglich in jeder Lebenslage und auch in jedem Alter noch einmal etwas zu verändern. Ich verstehe die Problematik in deinem Beruf, aber ich denke du weißt, dass sowas überall so ist, dort besser, woanders schlimmer. Das spielt auch keine Rolle, weil du für dich selber einschätzen musst wann es dir reicht. Weiterhin bist du mit deinen 60 Jahren ja auch schon fast an der Rente dran. Das ist kein Nachteil, sondern auch eine Position in der sich für dich mehr Optionen auftun. Im schlimmsten Falle gehst du eben auch vorzeitig in Rente, wenn du keine Lust mehr auf diese Arbeit hast und du keinen Sinn mehr siehst dabei zu bleiben.


    Je nachdem, mach das was du fühlst. Es ist kein Fehler, auch noch mit 60 etwas Neues zu probieren.