Tod meiner Oma verarbeiten

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  • Hallo,

    in meiner ganzen Trauer wende ich mich nun an dieses Forum. Folgendes:
    Meine Oma ist vor fast 10 ´Jahren an Brustkrebs 2 Wochen vor ihrem 75 Geburtstag verstorben. Nun nach der ganzen Zeit geht es mir damit imme rnoch nicht besser. ich habe gelernt ein wenig besser damit in der Öffentlichkeit umzugehen, aber ich kann es einfach nciht richtig verarbeiten. Ich kann nicht loslassen, aus Angst, sie dann nie mehr bei mir haben zu können.
    Im Prinzip bin ich die ersten Jahre bei meiner Oma aufgewachsen. Meine Mutter musste viel arbeiten, da kein Kontakt zu meinem Vater mehr besteht, ist sie alleinerziehend. Somit habe ich sie meist nur abends für eine halbe bis eine Stunde gesehen. Somit lief der ganze Tag bei meiner Oma ab. doch dann wurde sie zum zweiten Mal krank. Sie hat mehr als 4 Jahre gegen den Krebs angekämpft, vergebens. Ich war da, als sie um 5 Uhr morgend im Krankenhaus verstorben ist. Damals war ich 8 Jahre alt. Sie war, ist und wird immer der wichtigste Mensch in meinem Leben sein.
    Dennoch fühlt es sich nach fast 10 Jahren immer noch so an, als wäre es gestern passiert. Ich breche abends, wenn es ruhig machmal einfach in Tränen zusammen. Ich kann mich dann nciht mehr halten, muss meiner Trauer und den Tränen freien Lauf lassen. Das belastet mich sehr. Ich weiß einfach nciht wie ich damit umgehen soll. Ich bin seit diesem Ereigniss nie mehr richtig glücklich gewesen. Es ist, als wäre eine Hälfte meines Herzen mit ihr gegangen. Manchmal wünschte ich, mit ihr gegangen zu sein, um sie bei mir zu haben, sie zu umarmen, zu riechen und ihre Stimme zu hören.
    Meine Familie nimmt mich irgendwie nicht ernst bzw. will nicht über Gefühle sprechen. Ich habe ein recht schlechtes Verhältnis zu meiner Mutter. Mit meinem Bruder kann man auch nicht reden. Er war die ganzen Jahre noch nciht einmal am Grab meiner Oma. Ich nehme es ihm aber nicht überl, ich weiß, dass auch er damit noch überfordert ist, er spricht mit seiner Freundin darüber. Meine Mutter sagt mir immer nur, stell dich nicht so an, es war auch meine Mutter und ich heul hier nicht so rum. Ich war schon immer sehr sensibel, aber in letzter Zeit habe ich das Gefühl, in eine Art Depression zu verfallen. Ich habe keine Lust mehr irgendetwas zu machen, würde mich am liebsten einfach nur noch ins Bett legen und kann auch nicht mehr richtig schlafen nachts. Ich weiß einfach nicht, wie ich mein Leben ohne meine Oma leben soll/kann.....
    So..... ich musste das jetzt einfach mal loswerden.

  • Hallo Balu,


    ich finde es traurig, dass Dich in Deiner Familie niemand deswegen ernst zu nehmen scheint.
    Tod ist etwas natürliches sicherlich, aber die Gegangenen an denen unser Herz hing, nehmen doch etwas von uns mit.
    Wenn dir Trauerphase so unnatürlich lang wie in Deinem Fall ist, so solltest Du schon mal darüber nachdenken, professionelle Hilfe aufzusuchen.
    Vielleicht findest Du auch einen Selbsthilfekreis von Hinterbliebenen.


    Ich schätze, in Deinem Fall war es so, dass Du Dich bei Deiner Oma akzeptiert gefühlt hast, was beim Rest Deiner Familie nur bedingt der Fall zu sein scheint.


    Lieben Gruß PapaLoooo

  • Hallo,


    dankeschön für deine Antwort. Ich denke, du hast recht, ich habe mich bei ihr geborgen und akzeptiert gefühlt wie bei sonst niemandem. Ich muss mir das mit der professionellen Hilfe mal durch den Kopf gehen lassen, habe aber auch schon selbst mal daran gedacht.


    Balu

  • Hallo
    Das mit deiner oma tut mir sehr leid. Und das deine familie nich mit dir ueber deine gefuehle reden will find ich garnicht ok. Denn egal ob man kind oder erwachsen ist, sind ueber gefuehle zu reden wenn ein mensch gegangen ist. Ich war von klein auf ab 3 lebensjahr in ferien und wochends immer bei aelteren ehepaar damals an die 70 jahre. Waren wie mein oma un opa. Mein opa starb dann genau heilligabend 2000 und oma 2003. Ich hab ueber jahre hin weg es auch nich verkraftet. Mir gings es wie dir. Bis ich mir dann sagte nun sind sie im paradies haben keine sorgen keine schmerzen mehr. Un schuetzen mich nun als engel. Versuch mal so zu denken vlt gehts dann leichter. Oder versuch mal dich bevor du schlafen gehst dich vor dein bett zu knieen wenn du foto hast es vor dich zu stellen und ihr gute nacht zu sagen. Also das sagen was du immer sost sagtest. Un dann schlafen legen. Das half mir sehr sehr viel.



    Wuensche dir wiel kraft.
    Lg melly