Arbeitslos nach Tod meines Vaters

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  • Hallo miteinander,


    Ich habe nur noch Angst und Sorgen und brauche euren Rat, euren Zuspruch und einfach eure ehrliche Meinung.
    In den letzten Monaten stürzte meine Welt komplett ein. Das ganze begann am 12. März 2013, zwei Tage nach meinem dreissigsten Geburtstag. Ich und meine Mutter mussten meinen Vater notfallmässig ins Spital bringen. Schon seit 15 Jahren leidete er an Herzkrankheiten und an C.O.P.D., einem chronischen Lungenzerfall, der auch durch Rauchen und Feinstaub ausgelöst wird. Mein Vater war ganz schlimmer Raucher und war bis zu seinem ca 23 Lebensjahr Alkoholiker. Seit damals war er aber trocken.
    Nun, mein Vater kam aus dem Spital nicht mehr heraus. Er wurde im April in ein Alters- und Pflegeheim verlegt, da er zum Pflegefall mutierte. Meine Mutter, welche schon seit Jahren an Angst- und Panikerkrankungen leidet, hatte daraufhin einen kompletten Nervenzusammenbruch und wurde für diverse Wochen in eine psychiatrische Klinik eingeliefert.
    Während dieser Zeit versuchte ich mein bestes um für mich und meine Eltern zu funktionieren, arbeitete 50 Stunden die Woche, nur um abgelenkt zu sein und auch um meinem neuen Chef zu zeigen, was ich kann. Ende Mai musste ich jedoch intern die Position wechseln und konnte quasi einen beruflichen Aufstieg erreichen, welche mich bis mitte Juni extrem motiviert hatte. Ich fühlte mich trotz allen Problemen mit meiner Familie wieder etwas besser.
    Dann passierte es... das wohl schlimmste Wochenende meines Lebens. Am Samstag, 15. Juni besuchten meine Mutter und ich meinen Vater im Altersheim. Schon auf den ersten Metern sahen wir, dass er alles andere als Gut aussah. Er schien aufgedunsen und extrem dick. Wir liessen ihn sofort ins Spital einliefern, die Pflegeschwestern im Heim haben nicht reagiert, so haben wir es halt gemacht. Und wir haben richtig gehandelt. Im Spital wurde festgestellt, dass er 10 Liter Wasser eingelagert hat, vorallem viel in den Lungen. Er wurde punktiert und kam abends dann zur Überwachung in die Notaufnahme. Er schien jedoch stabil zu sein. Ich war so Müde, dass ich sehr früh schlafen ging und dann aber um Mitternacht das Telefon nicht hörte. Es war das Spital. Als ich am nächsten Morgen zurückrief, teilte mir der Notfallarzt dann mit, dass mein Vater eine extreme Krise hatte und beinahe erstickt sei. Er lebe aber noch, aber es wäre gut, wenn meine Mutter und ich im Verlaufe des Tages mal vorbeikommen würden.
    Wir gingen später vorbei und dann führte der Arzt mit uns das, ich nenne es, finale Gespräch. Er eröffnete uns, dass das Herz meines Vaters keinen Blutdruck mehr herstellen kann, dass seine Niere ausgestiegen ist und er deshalb mehr und mehr Wasser einlagere und die Lunge sowieso nicht mehr richtig funktioniere. Wir müssen damit rechnen, dass er in den nächsten Stunden/Tagen versterben werden. Beim Schreiben dieser Worte fang ich schon wieder an zu weinen :( Ich bin froh, konnten wir ihn nochmals sehen. Er war bei vollem Bewusstsein, frage nach meinem Job (was er sonst nie gemacht hat) und ihm war ganz klar, was da passieren wird. Er ass noch ein Eis und irgendwann sagte er uns, dass er jetzt schlafen will, er sei ein wenig Müde. Wir verabschiedeten uns und haben gesagt, dass wir Morgen wieder vorbeikommen und er dann ein weiteres Eis bekommt. Aber das Geschah nicht mehr. Zirka zwei Stunden später ist der dann eingeschlafen....
    Einen Tag später bekam ich dann Bescheid, dass ich endlich, nach Jahrne des Bewerbens und Bemühens, von meinem Geschäft fest übernommen werde. Ich konnte es kaum glauben, mich aber auch kaum freuen. Ich informierte alle meine Mitarbeiter und Vorgesetzten über meinen Verlust. Es schien, als haben alle grosses Mitleid mit mir und man sagte mir "Komm wieder, wenn es dir besser geht, aber jetzt, geh heim." Ich war komplett neben den Schuhen und suchte auch wieder meinen Psychiater auf. Dieser schrieb mich zwei Wochen krank und verschrieb mir Erholungsferien. So ging ich mit meiner Freundin und ihrer Mutter nach Kreta um ein wenig auszuspannen.
    Als ich am 1. Juli wieder ins Büro kam, wurde ich empfangen wie ein Staatsfeind. Meine Chefin warf mir die Worte "Ich bin so was von enttäuscht von dir!" an den Kopf. Begründung, ich habe mich bei ihr nicht mehr telefonisch gemeldet, wann ich genau zurückkommen werde. Dies war jedoch nicht wahr, meldete ich mich per E-Mail, schickte dem Team auch mein Arbeitszeugnis und tauchte auch am Tag nach dem Tod meines Vaters im Büro auf um meinem Team persönlich mitzuteilen, was geschah.
    Der Juli war dann die pure Hölle. Mein Team und auch mein neuer Chef machten mir das Leben zur Hölle. Ich bekam keine Auskünfte, wurde ermahnt, nicht pro-aktiv zu sein und mir wurde vorgeworfen, nur apathisch in den Computer zu schauen. Dem war auch so, aber doch versuchte ich mein Bestes um meine Arbeit irgendwie zu erledigen. Irgendwann hatte ich richtiggehend Angst ins Büro zu gehen und mein Arzt verschrieb mir Temesta, ein starkes Beruhigungsmittel um mich herunterzufahren. Jedoch, am 30. Juli wurde mir in der Probezeit gekündigt, mit dem Vorwurf 1. apathisch gewesen zu sein, 2. nicht pro-aktiv gewesen zu sein, 3. nicht aufnahmefähig zu sein und 4. der falsche Typ für diesen Job zu sein.
    Und jetzt, einige Wochen später, bin ich arbeitslos gemeldet, habe Angst um meine Zukunft und weiss einfach nicht, was denken oder machen. Habe ich versagt? Habe ich alles falsch gemacht? Ich habe Angst, die Arbeitslosenkasse gibt mir die Schuld an meinem Jobverlust, dabei habe ich alles gemacht, um diesen Job gut zu machen. Ich hab nur noch Angst....


    Danke fürs Zuhören. Und noch viel mehr Danke fürs Antworten. :(