Beiträge von Derran

    Nun, ich merke an ihr beiden versteht es nicht, wohl oder übel aus Gründen der Unwissenheit, die man hier unmöglich in einem Forum alle beheben könnte. Dennoch, vielleicht solltet ihr beiden wirklich versuchen euch mehr mit dem Thema auseinander zusetzen. Je mehr man das nämlich tut und je mehr man die Zusammenhänge versteht, umso weniger ergibt das alles einen Sinn.


    Da ist das Beispiel des Islamismus ein gutes Paradebeispiel. Der Islamismus und daher auch der islamistische Terrorismus hat seine Wurzel in den endlosen Interventionen der westlichen Welt. Man könnte sogar soweit gehen und sagen, dass geschichtlich die Kolonialzeit den Grundstein dafür legte. Es geht dabei wie schon erkannt nur um Macht und Profite. Das ist leider der rote Faden der sich durchzieht. Wie gesagt bildet euch damit, denn ich denke man sollte dieses Wissen zuerst haben bevor man sich darüber ein Urteil bildet.


    Wenn ihr beiden das nämlich tun würdet, dann würdet ihr sehen, dass ich grundsätzlich nichts dagegen habe, wenn ein junger Mensch beschließt Gutes zu tun. Ich finde es hoch lobenswert, wenn jemand diesen Entschluss für die Allgemeinheit findet. Lobenswert finde ich es allerdings nicht wenn er nicht darüber nachdenkt wie er das tut. Denn damit stellt sich die Sinnhaftigkeit seines Handelns in Frage und man löst das Problem nicht, man wird Teil dieses Problems. Und ja Warrior, ich bin intolerant! Intolerant gegen dieses globale, menschenverachtende System was von Politik und Wirtschaft getragen wird. Ich bin intolerant gegen Gewalt, gegen all die sinnlosen Ungerechtigkeiten, gegen all das unnötige Leid.


    Soldaten sind nicht nur Idioten, Soldaten müssen auch Idioten sein, denn ihnen wird ein wichtiger Bestandteil ihres Wesens von vorneherein genommen. Soldaten sind Menschen. Menschen sind vernunftbegabte Wesen, die in ihrer Art und Weise einen freien Willen besitzen und den Drang hegen ihre Umwelt zu erkunden und auch zu hinterfragen. Dieser Aspekt wird einem Soldaten aber abgesprochen. Ein Soldat denkt nicht mehr selbstständig und er hinterfragt nicht. Er folgt Befehlen und verliert damit einen Teil der ihn als Mensch ausmacht. Ein Mensch hat aber die unabdingbare Pflicht zu denken und zu hinterfragen! Genau deswegen ist so ein "Dienstmodus" in einem Soldatenkopf auch notwendig, genauso wie die fadenscheinigen Rechtfertigungen, die eines Soldatens Psyche benötigt, um diesen krassen Widerspruch in sich selbst ertragen zu können.


    Es ist sinnlos was dein Partner als Soldat tut. Er wird niemals so verhindern können das neue Krisen geschaffen werden, er wird die Krise so auch nicht lindern, weil es die militärische Macht nicht vermag. Militärische Präsenz sorgt nur für Gewalt oder unterdrückt. Der Aspekt der öffentlichen Sicherheit und Ordnung lässt sich viel mehr durch innere Mechanismen herstellen. Krisengebiete sind deswegen auch nur Absatzmärkte für die Rüstungsindustrie und Spielplätze für deren Produkte. Der Auftrag der Bundeswehr ist in diesem Kontext als fraglich einzustufen, weil schon das Wort "Verteidigungsarmee" eindrucksvoll zeigt wie offensichtlich sie nur ein Codewort für einen verlorenen Weltkrieg ist. Die Gefahr des Krieges, aber auch Krieg alleine schafft Nachfrage auf allen Seiten. Da gibt es keinen Unterschied zwischen Angriff und Verteidigung. Es ist vollkommen egal welche Interessen die jeweilige Partei verfolgt. Grundsätzlich gilt nur, wer die nötigen Mittel besitzt, der bekommt alles was er haben möchte. Und es gilt "Waffen erhalten den Frieden", genauso wie sie Initiative bieten. Das allein ist der Grund der Rüstung rechtfertigt. Deswegen trägt ein Bundeswehrsoldat ein G36. Das G36 ist ein Produkt. Ebenso erhält deswegen der IS auch Geländewagen von Nissan auf dem sie ihre Luftabwehr aufbocken können. Gleiches gilt für Panzer, deutscher Technologie, Leopard 2 Panzer gehen an Saudi-Arabien, weil diese zahlen können. Es ist ein immerfort währender Kreislauf in dem es nur darum geht, dass sich die Dinge wiederholen. Wenn man das erkannt hat und dabei spreche ich nicht einmal nur von der Ausgangssituation des Bundeswehrsoldaten, sondern von allen möglichen Ausgangssituationen jedes Menschen, der es vorzieht in den Krieg zu ziehen, dann kann man nur zu dem Schluss kommen, dass es das Beste ist sich der Sache zu entsagen.


    So und damit bin ich raus aus diesem Thema. Ich hoffe für dich Warrior, dass dein Partner die Wichtigkeit der Dinge erkennt und das nicht erst wenn es zu spät ist. Eure Beziehung hat nichts gewonnen, wenn er im schlimmsten Falle in einem Sarg zurück nach Deutschland kommt. Aber auch die geringeren Übel wie Verletzung, Trauma oder eine Psychose auf Grund von einschneidenden Erlebnissen, sind nicht weniger schlimm. Das sind alles unnötige Dinge, die jedem erspart bleiben sollten.

    Gehen wir aber weiter ins Detail.


    Die BRD förderte bis in die 70er die Waffenverbreitung von Kleinwaffen im Kalten Krieg und das trotz Exportbeschränkungen. Desweiteren wurden für das G3 bis 1988 Ausfuhrgenehmigungen für 88 Staaten und Herstelllizenzen zum Nachbau an 16 Staaten vergeben. Für andere seiner Waffen und Weiterentwicklungen des G3 vergab H&K selbst private Herstellungslizenzen. Die Waffen MP5, HK21, HK23E, HK33, G36, G41, HK53, P7 und HK GMW werden in Großbritannien, der Türkei, Saudi-Arabien, Pakistan, Griechenland, Mexiko, Portugal, Thailand, Spanien und Italien hergestellt.


    In Oberndorf hergestellte HK-Waffen tauchten öfter in Staaten auf, für die vor 1990 ein westdeutsches oder später ein gesamtdeutsches Waffenexportverbot bestand. Von H&K legal exportierte Waffen wurden in Empfängerstaaten zum Teil für unter Menschenrechtsgesichtspunkten umstrittene Zwecke benutzt, etwa ab 1984 für Hinrichtungen in einem Hochsicherheitsgefängnis in Thailand oder 1992 zur Ermordung aufständischer Häftlinge in Brasilien. Von 1960 bis 1980 hatte H&K große Mengen des G3 an Sudan und Tschad geliefert. Zudem hatte die bundesdeutsche Firma Fritz Werner Geisenheim (heute Teil von Ferrostaal) in Khartum eine Munitionsfabrik gebaut, die bis mindestens 2007 von Pakistans POF, einem HK-Lizenzwerk, beliefert wurde. In den 1980er Jahren erhielt Sudan HK-Lizenzwaffen aus Großbritannien und Saudi-Arabien sowie 1992 aus dem Iran. Diese setzten sudanesische Milizen gegen südsudanesische Rebellen ein, worauf deren Gefechte 2003 zum Darfur-Konflikt eskalierten. 2004 rüstete Mohamed Ahmed Harun, Minister des Sudan, die Dschandschawid erneut mit G3-Gewehren aus dem Iran auf. Daraufhin erließ der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen ihn. 1992 während eines UN-Waffenembargos wurden vom Beschussamt Ulm markierte G3-Gewehre nach Jugoslawien geliefert und von serbischen Scharfschützen gegen bosnische Muslime verwendet. In 1992 entdeckte Notizen eines Offiziers des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) machten bekannt, dass die DDR jahrelang verdeckte Kontakte mit HK-Vertretern gepflegt und HK-Waffen gekauft hatte. Demnach bot das MfS H&K 1989 an, HK-Lieferungen im Wert von über 16 Millionen Mark mit Platzpatronen zu begleichen. Unter anderem besorgte das MfS auch das von der Bundeswehr abgelehnte G11 und ließ es DDR-Rüstungsfirmen vorführen. Der Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski soll 1983 legal an Österreich gelieferte HK-Waffen in die DDR importiert haben. 1988 soll er 50 MP5-Koffer für Spezialeinheiten des MfS erworben haben. Die DDR führte Waffen, Zielprojektoren, Granaten und Spezialmunition von H&K über Drittstaaten ein. H&K zufolge wurden nur 39 Werkzeugmaschinen an die DDR geliefert. 1991 wurde wegen dieser DDR-Kontakte ein Ermittlungsverfahren gegen H&K eingeleitet, die Firmenzentrale wurde erst im August 1992 durchsucht. Ein Untersuchungsausschuss des Bundestages zu DDR-Regierungskriminalität fand nach deutschen und britischen Medienberichten von 1993 und 1994 heraus, dass die damalige Staatsfirma Royal Ordnance (RO), der damalige Eigentümer von H&K, in den 1980er Jahren Lieferungen von HK-Waffen nach Sierra Leone und Kolumbien vorgetäuscht hatte. Dazu habe RO die HK-Waffen umgebaut, neu verpackt und mit gefälschten Papieren ausgestattet. Tatsächlich seien sie mit DDR-Schiffen nach Rostock an das MfS, ferner an die Contras in Nicaragua und Staaten im Mittleren Osten geliefert worden. Damit habe RO bundesdeutsche Exportverbote für diese Staaten umgangen. Ab März 2004 verkaufte H&K legal einige G36 an Mexikos Verteidigungsministerium. Ab September 2005 stuften die bundesdeutschen Behörden die Menschenrechtslage in den mexikanischen Bundesstaaten Chiapas, Chihuahua, Guerrero und Jalisco wegen Korruption und Folter als bedenklich ein und verweigerten die Genehmigung weiterer Waffenexporte dorthin. H&K verfügte über gute Verbindungen zu den deutschen Behörden und war informiert, welche mexikanischen Bundesstaaten als belieferungsfähig galten und welche nicht. H&K stellte daraufhin einen neuen Antrag, in dem nur noch als sicher eingestufte Bundesstaaten als Empfänger deklariert waren. Die Behörden genehmigten die Waffenexporte in andere Bundesstaaten Mexikos, obwohl sie selber anzweifelten, dass mit der Differenzierung eines Staates in belieferbare und nicht belieferbare Regionen eine Kontrolle möglich sei. Auch gab es völkerrechtliche Bedenken über die innerstaatliche Verwendungsbeschränkung. Damit erhielt H&K weitere deutsche Exportgenehmigungen für Mexiko, ohne dass der Bundessicherheitsrat darüber beriet. Am 19. April 2010 stellte der Friedensaktivist Jürgen Grässlin unter anderem wegen mutmaßlicher illegaler Exporte nach Mexiko, die ihm auch ein früherer H&K-Mitarbeiter bestätigt habe, eine Strafanzeige gegen H&K. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart nahm daraufhin Ermittlungen auf. Im Dezember 2010 berichtete Report Mainz, H&K habe seit 2005 G36-Gewehre an die Polizei jener vier mit Exportverboten belegten Unruheprovinzen Mexikos geliefert. Ein dortiger Polizeivertreter gab an, H&K habe dafür die zentrale Waffeneinkaufsbehörde DCAM bestochen. Auch ein Ex-Mitarbeiter der Firma erklärte schriftlich, H&K habe illegal Gewehre und Ersatzteile nach Mexiko geliefert, die staatliche Genehmigung dafür mit einer Falschaussage erreicht, den verantwortlichen Beamten der DCAM mit 25 US-Dollar für jedes verkaufte G36 und 20 US-Dollar für jede HK-Kurzwaffe bestochen und die Polizei einer Unruheprovinz an den HK-Waffen geschult. Die Staatsanwältin Claudia Krauth vermutete, H&K habe eine Spende von 2010 an die FDP Tuttlingen „im Zusammenhang mit Genehmigungen von Waffen nach Mexiko gezielt platziert“. Am 21. Dezember 2010 durchsuchten 20 Polizeibeamte deswegen die Geschäftsräume von H&K. Im Bürgerkrieg in Libyen (2011) erbeuteten Aufständische in Mohammed al-Gaddafis Residenz in Tripolis dutzende G36-Sturmgewehre aus deutscher Herstellung von 2003, aber mit unkenntlichen Waffennummern. Die Firma kündigte an, ein eigenes Expertenteam nach Libyen zu senden, um die Herkunft der Waffen zu ermitteln. H&K zufolge wurden die in Tripolis erbeuteten G36-Gewehre 2003 mit behördlicher Genehmigung an das ägyptische Verteidigungsministerium geliefert. Man wisse nicht, wie sie von dort nach Libyen gelangt seien. Im September 2011 stellte Jürgen Grässlin Strafanzeige gegen H&K wegen des Verdachts illegaler Waffenlieferungen an Libyen, H&K selbst stellte Strafanzeige gegen Unbekannt, da man keine Waffen an Libyen geliefert habe. Ab Oktober 2011 ermittelte die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen H&K wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz bei den nach Libyen gelangten HK-Waffen. Zum 1. Juli 2014 wurde das Verfahren eingestellt. Laut Staatsanwältin Claudia Krauth ließ sich kein hinreichender Tatverdacht nachweisen, da der Weg der Waffen nach Libyen nicht mehr geklärt werden könne. Von 2006 bis 2008 arbeitete HK eng mit der US-Sicherheitsfirma Blackwater Worldwide zusammen. Seit 2007 wurden Morde von Blackwatersöldnern an Zivilisten im Irak bekannt. Im August 2008 wurde bekannt, dass Truppen Georgiens G3-Gewehre im Kaukasuskrieg einsetzten, obwohl die Bundesregierung einen Exportantrag von H&K für eine Lieferung von 230 Stück G3 nach Georgien im Januar 2006 abgelehnt hatte. Die Aufklärung des illegalen Exports und gegebenenfalls Einstellung weiterer Rüstungslieferungen an Lizenzempfänger von H&K wurden im Bundestag verlangt. Importeure deutscher HK-Waffen und Hersteller lizenzierter Nachbauten haben ihre Produkte entgegen deutschen Auflagen öfter auch in Krisengebiete verkauft. So erklärte der Direktor von MKE/Türkei im Mai 1995, man verkaufe das G3 und MP5 in einige Staaten des Mittleren Ostens. Im Juli erklärte das Bundeswirtschaftsministerium dazu, man habe MKE keine Exportrechte erteilt und von deren Exporten keine Kenntnis. Die Türkei lieferte 1998 500 MP5 an Indonesien, als dieses einem britischen Waffenembargo unterlag. Der Iran und Pakistan hatten sich vertraglich verpflichtet, HK-Waffen nur für eigene nationale Kräfte herzustellen, verkauften sie dann aber in weitere Krisenstaaten. Zudem produzieren Iran und Myanmar das G3 vertragswidrig auch nach Erlöschen der Lizenz und lassen auch ungenehmigte Nachbauten der MP5 anfertigen.


    Wenn du dich jetzt bis hier hin durchgekämpft hast, dann muss ich dich enttäuschen. Dieser Auszug (den ich auf Grund der Einfachheit halber von Wikipedia für dich kopiert habe und der dort mit gängigen Quellenangaben fundiert ist) zeigt nur eine kleine Facette. Wir sind da noch nicht einmal bei weiteren Rüstungsexporten, wie beispielsweise Panzern oder Fluggeräten aus deutscher Produktion, bzw. Coproduktion oder staatlichen Großprojekten. Allerdings reicht meines Erachtens schon allein die Betrachtung von Heckler & Koch aus, um zu begreifen, dass man als Bundeswehrsoldat damit nicht gegen das Problem des Krieges arbeitet, sondern man zu einem Teil eines weit größeren und undurchschaubaren Systems wird. Ich möchte allerdings hier gerne wieder zu der Ausgangsproblematik von Warrior zurückkehren, allerdings genau diese Quintessenz der Erkenntnis heraus kristallisieren. In diesem perversen System in dem es nur um Geld geht, Leid und Tod essentieller Bestandteil ist, funktioniert die einfache Grundhaltung eines Menschen nicht mehr. Ab diesem Punkt sollte jedes vernunftbegabte Wesen kritisch hinterfragen, was es hier eigentlich tut, für wen er das tut und warum. Ich an der Stelle von Warriors Partner würde nicht den Stiefel in diesen Sumpf setzen, mich benutzen, mich missbrauchen, mich täuschen lassen oder gar dafür mein Leben riskieren.


    Die Lösung ist viel simpler, man legt es ab und geht nach Hause, um dort das wirklich Wichtige zu finden und sich darum zu kümmern! Partner, Familie, Freunde, das Leben.

    Nein, ich urteile auf Grund von bestehenden Fakten. Übrigens, bevor wir diese Diskussion weiter führen, ich mache einen Unterschied zwischen Polizisten und Soldaten. Den solltest du bitte auch ziehen, weil diese beiden Berufe etwas vollkommen unterschiedliches sind und auch die Aufgaben sich dem entsprechend unterscheiden.


    Aber mal zurück zum Soldaten. Machen wir mal eine kleine Exkursion. bei der ich dir zeigen werde, dass man doch gut daran tut die Sache nicht so sonderlich einfach zu sehen, wie du das meinst und mir damit Unwissen und Behauptung vorzuwerfen. Es ist eher umgedreht. Ich will nicht einmal sagen, dass es Unwissen ist, sondern würde viel mehr dazu tendieren, dass die gegebenen Fakten nicht richtig zusammengebaut werden.


    Stellen wir uns mal vor du bist ein Soldat der in den Auslandseinsatz geschickt wird. Dein Hauptarbeitswerkzeug ist das Sturmgewehr G36 aus dem Hause der Firma Heckler & Koch. Es handelt sich hierbei um einen Vollautomaten als Gaslader mit dem du 5,56 × 45 mm NATO-Munition verschießen kannst. Dabei kannst du 750 Schuss pro Minute abgeben. Das G36 ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff und mit Einlagen aus rostfreiem Stahl gefertigt. Heckler & Koch ist, mit seinen Töchtern und durch seine Holding ein börsennotiertes, deutsches Rüstungsunternehmen, welches 2016 202 Mio Euro Umsatz erwirtschaftet hat. Damit gehört diese Firma zu den fünf größten Herstellern für Gewehre und Pistolen weltweit. HK beliefert 88 Staaten direkt mit Waffen. Das bis 2003 produzierte G3 ist neben der Kalaschnikow mit Stückzahlen von 70 bis 100 Millionen der größte Kassenschlager dieser Firma. Heckler & Koch ist Mitglied der National Rifle Association (NRA), die dir ja auf Grund von der Problamtik des Schusswaffenmissbrauchs in den USA ein Begriff sein sollte.


    Es handelt sich also um ein kapitalistisches Unternehmen, welches Krieg und militärische Konflikte als Motor ihres Geschäftes benötigt. Waffen und Munition werde hier also als Produkte gesehen. Bitte verinnerliche dies bevor du weiter ließt und denk bitte auch an die Problematik des Gewinnstrebens.

    Nun Patrick,


    ich sehe du hast auch dieses naive Denken über die Bedeutung eines Soldaten. Ein Soldat ist nicht der schimmernde Held, er ist nicht, derjenige, der für seine Ideale und in Uniform mit einem offiziellen Auftrag sein Leben riskiert! Verabschiede dich von diesem Schwachsinn! Es gibt auf dem politischen Parkett kein Schwarz und Weiß. Diese Einteilung in Gut und in Böse funktioniert so einfach nicht. Staaten handeln nicht gut oder böse. Staaten agieren oder reagieren und das entweder, weil sie dazu gezwungen werden oder aber Ziele hegen, die ihnen bei Erreichen Nutzen einbringen. So funktioniert Globalpolitik!


    Grundsätzlich sollte man es also so sehen, dass eine Staatsmacht stets politische Ziele, der jeweils Herrschenden vertritt. Wenn man also unter einem Banner einer Staatsmacht eine militärische Laufbahn einschlägt, dann sollte man sich absolut bewusst werden, dass man das kleinste Zahnrad in einem extrem großen Gebilde wird und einem die Aufgabe unterliegt die politischen Ziele einer Staatsmacht umzusetzen und durchzusetzen. Gleichzeitig verliert dabei das höchste Gut, nämlich das Leben an Bedeutung.


    Das ist ein simples Bild über die Rolle eines Soldaten.

    Weißt du Warrior, wenn ich deine Zeilen so lese, dann vermisse ich darin irgendwo explizit die größte und wichtigste Angst von allen, die man als Partner in so einer hausgemachten Fatalsituation zwangsweise entwickeln muss. Ich an deiner Stelle hätte keine Angst, dass er fort ist oder sich verändert. Ich an deiner Stelle hätte höllische und unendliche Sorge, dass er nie mehr lebend wieder kommt. Diese Essenz würde mir keine ruhige Minute lassen. Das klingt jetzt vielleicht hart, aber welche Funktion erfüllt er denn als Soldat? Im Grunde ist er eine Person die staatliche Befehle in militärischer, exekutiver Form ausführt und durchsetzt. Dabei wirft er sein Leben und alle anderen Bindungen, die er besitzt mit in die Waagschale. Der Tod gehört mit zu diesem Geschäft, auch wenn das Risiko in der Bundeswehr im Auslandseinsatz deutlich geringer liegt. Dennoch ist es da und der Tod von Soldaten ist einberechnet. Sein Tod ist also unter Umstand kalkuliert und in gewisser Weise in einer Wahrscheinlichkeit messbar.


    Meines Erachtens gibt es keinen sinnigen Grund als Mensch, der aus einem freien Land wie dem unseren stammt, seiner Familie, seinem Partner, seinen Freunden und allen anderen nahe stehenden Personen diese schwere Last aufzuerlegen. Die Wertigkeit der Dinge steht da in keinem annehmbaren Verhältnis. Kein Geld, keine Ehrung und keine Erfahrung daraus sind es wert dies aufs Spiel zu setzen und auch das verblendete Ego es tun zu müssen und der Drang nach vermeidlicher Selbstbestimmung oder dem Irrglauben etwas Gutes zu tun, versagen genau da. Wir Menschen sind alle empfindsame Wesen, theoretisch, wenn keiner eine Waffe in die Hand nimmt, keiner zum Soldaten wird, dann gäbe es keinen Krieg und damit kein Leid. Mit der Waffe in der Hand lindert man nichts, ebenso wenig wie es erstrebenswert ist in einen "Dienstmodus" umzuschalten. Das aber ist deinem Freund offensichtlich nicht wirklich bewusst und genau deswegen (entschuldige bitte die Formulierung) ist er ein Idiot.

    Hallo hmm, schwere Sache... und es fehlen ein paar wichtige Informationen.

    Meines Erachtens solltest du dringend aufpassen, dass du das Finanzielle, aber auch das Ego nicht über die Familie setzt. Grundsätzlich ist es so, dass deine Mutter dein Blut ist. Diese Bindung ist höher und stärker als beispielsweise die zu einer Partnerin, ebenso muss ich auch nicht sagen, dass man nicht nur an sich denken sollte. Von daher rate ich da ab sich im Schlechten zu trennen.


    Zu deinem Problem, hast du schon einmal darüber nachgedacht es anders herum anzugehen? Warum machst du es nicht so, dass du deine Mutter zur Miete im Haus belässt und zusammen mit deiner Freundin eine gemeinsame Existenz in einem anderen Domizil aufbaut. Ihr müsst ja nix kaufen, zur Miete oder es reicht vielleicht sogar eine Eigentumswohnung. Fakt ist nämlich, dass du für eine eigene Familie die räumliche Trennung von deiner Mutter brauchst. Das muss sie einsehen und akzeptieren. Da du nichts über den Gemütszustand deiner Mutter oder ihrem Charakter gesagt hast, kann ich hier nicht ansetzen. Das solltest du vielleicht näher erläutern.


    Nebenbei sei noch bemerkt, dass es auf Grund der Logik des Alters so werden wird, dass deine Mutter vor dir diese Welt verlässt. Da du kein Alter angegeben hast, gebe ich das ebenso zu Bedenken. Wenn nichts außergewöhnliches passiert, dann wirst du am Ende das Haus ohne deine Mutter haben. Das ist eine sichere Konsequenz.

    Hallo Clara,


    ich habe etwas länger über deinen Text nachgedacht und mir fällt auf, dass du wohl wegen deines noch jungen Alters, in dem Thema der Partnerwahl sehr unerfahren scheinst, bzw. die Wichtigkeit der Dinge in deinem Bewusstsein nicht so recht ordnen kannst. Ebenso bist du wohl jemand, der bei ziemlich allem unsicher ist und nicht in der Lage für dich eigene vertretbare Entscheidungen zu fällen. Ich schätze dich auf Grund deines Textes so ein, dass du jemand bist, der bei einer Entscheidungsfindung, zwischen Ja und Nein oft das Zögern wählt und die letztendliche Entscheidung dann einem anderen überlässt. Du solltest tiefer in dich gehen, nachhaltiger überlegen und dringend lernen mit deinem Leben eigenverantwortlich umzugehen!


    Aber mal zur Kernsache, du hast schon richtig erkannt, dass du wenn du ihn abservierst enormen Schaden anrichtest. Du wirst das Leben eines Menschen grundlegend sehr negativ beeinflussen und das obwohl er dir positiv gesonnen ist und sein Leben im Guten mit dir teilen will. Er hat nicht einmal etwas falsch gemacht, sondern handelt im besten Wissen und Gewissen. Jemand der hartnäckig ist, der zeigt auch an, dass er einen tieferen Sinn sieht. Ich denke auch, dass du ihm sehr sehr viel bedeutest und er auch dazu bereit wäre das Äußerste für dich zu tun. So etwas ist selten, sehr selten sogar und nicht einmal Blut der Familienbande garantiert solches loyales und wirklich wünschenswertes Verhalten. Ich kann davon ein Lied singen. Mittlerweile bin ich mit meinen 31 Jahren und der Erkenntnis über Verrat von allen Seite her überzeugt, dass es nichts Wichtigeres als dies gibt. Loyalität zeugt von charakterlicher Stärke und Loyalität ist wichtig um eine klare Ist-Situation zu schaffen.

    Ich will dir aber nicht sagen was du tun sollst, weil du dich selbst in eine Situation gebracht hast, die in jede Richtung in einem Fiasko endet. Ehrlich gesagt habe ich für dich auch keine annehmbare Lösung parat, weil ich auch nachvollziehen kann wie es ist sich zu etwas zu zwingen was man nicht möchte. Da kannst du aber auch nichts mehr ändern, weil dein Handeln dazu geführt hat, dass er ermutigt, sowie falsch bestätigt wurde und vollen Einsatz fährt. Aber ich kann deinen Partner auch gut verstehen, weil ich ihm wohl ähnlich bin. Dennoch solltest du vielleicht einmal über die Wertigkeit der Dinge nachdenken. Vielleicht helfen dir gewisse Erkenntnisse weiter. Jemanden zu haben, der uneingeschränkt zu einem steht ist meines Erachtens die wertvollste Sache, die man haben kann. So jemanden an seiner Seite zu wissen ist wertvoll. Folglich bietet er dir das Höchste an was er besitzt. Es ist fraglich ob du so etwas in einer anderen Freundschaft oder gar Beziehung wieder findest. Denn es ist nicht üblich das Höchste anzubieten was man besitzt, auch wenn die Idealisierung der Liebe diesen Quatsch als allgemein gültig deklariert. Viele Beziehungen funktionieren eher äußerst egoistisch, haben noch weniger mit Loyalität und Ehrlichkeit zu tun und ignorieren das Wir, getreu dem Motto ich will etwas, was du hast. Wenn das beidseitig geschieht, spricht man fälschlicherweise von Liebe, dabei wäre es mehr ein Handel, der sich auf Grund seines Umstandes zwangsläufig zeitlich begrenzt, obgleich man nicht über Beendigungsklauseln verhandelt. Bist du dazu auch noch schön, dann wird die Sache noch viel viel schwieriger, weil die meisten Kerle dich nur auf dein Äußeres reduzieren werden und du es schwer hast sie zu durchschauen. Ich will kein Wahrsager sein, aber ich erachte es als wahrscheinlich, dass du diesen Aspekt irgendwann sehr deutlich merkst. Wenn du die Lebensjahrmarke der 35 erreichen wirst, dann wirst du dich mit dem Problem konfrontiert sehen, dass deine Jugend und deine Schönheit vergeht. Ab diesem Punkt merkt man dann sehr deutlich in welcher Loyalität jemand zu dir positioniert ist und du wirst anders zu deinem jetzigen Gefühl stehen.

    Die alte Handyfrage wieder, nun ich muss aus meiner subjektiven Sicht sagen, dass ich Leute, die exorbitante Summen für ein Smartphone ausgeben, für ziemlich dämlich halte. Von daher kann ich es sehr gut verstehen, wenn man sich Alternativen sucht. Ich habe da im Grunde genommen gut Erfahrungen gemacht, wenn man sich denn vorher überlegt was man denn genau möchte. Grundlegend sind mir bei einem Smartphone die Funktionen wichtig. Das was ich brauche ist Anrufen, SMS und ich nutze es gleichzeitig auch zum Musikhören und auch zum Fotos schießen. Desweiteren wäre vielleicht noch Internetfähigkeit interessant und WhatsApp als kostenloser Nachrichtendienst zubeachten. Grundlegend hört es damit schon auf für mich. Diese ganze neumodische Spielerei wie Irisscanner, Fingerabdruck, Cloud und Display um die Ecke sind für mich als sinnlos zu erachten.


    Von daher bin ich jemand der da sehr kostengünstig einstiegen kann. Ich selbst besitze auch ein Huawei, nämlich das Acend Y300 und das was Mempecovest1948 sagt kann ich bestätigen. Das Gerät hält wie Ochse, trotz das es mir schon öfter runtergefallen ist. Die Funktionen sind für mich auch mehr als ausreichend. Ich habe über 1500 Musiktitel drauf, gute Fotos im Urlaub geschossen (Einziger Nachteil, bei Nacht eher nicht), Nutze das Internet, es ist bedienerfreundlich. Da ist man bei Huawei für aktueller Geräte bestimmt für 150€ dabei und hat etwas Vernünftiges.


    Ansonsten kann ich aber auch das Bestellen über das Internet empfehlen, gerade bei den asiatischen Großhandelsplattformen. Dort bekommt man solche Nonameprodukte nämlich, nicht nur Handys. Zwar hat man recht lange Bestellzeiten, auf Grund der Lieferung und auch der Service im Schadensfall ist dürftig, allerdings schlägt diese Nachteile der extrem niedrige Preis. Zudem sollte man auch mal beachten, dass viele unserer Elektronikartikel, die wir im Handel kaufen, ebenso aus Asien kommen, vielleicht sogar im gleichen Werk hergestellt werden. Von daher stelle ich es sehr in Frage ob die Qualität pauschal zwischen Marken- und Nonameprodukt so extrem abweicht.

    Hallo,


    also wenn du Fotos anbieten und verkaufen willst, dann ist deine Preisvorstellung und auch die Tatsache, dass du ein Smartphone suchst, sehr sehr widersprüchlich. Wenn du wirklich gute Bilder mit dem Anspruch des gewerbsmäßigen Zwecks knipsen willst, dann solltest du das schon professioneller und mit passendem Equipment angehen.

    Hallo Josie,


    wieder einmal ein sehr langer und ausführlicher Beitrag von dir. Danke dafür.


    Nun, ich muss zugeben vieles was du sagst stimmt mit dem überein wie ich das sehe. Mir ist sehr bewusst, dass ich mit dem umsichtigen Handeln ein Mensch bin, der dazu tendieren könnte seine Spontanität zu verlieren. Definitiv hast du recht, dass ich durchaus Verlustangst hege, allerdings ist Angst vielleicht das falsche Wort. Es handelt ich wohl eher um Respekt ergebend aus Lebenssituation. Ich finde, dass dies nur Konsequenz darstellt. Die eigenen Verhaltensweise so anzupassen, dass man damit ein respektables Ergebnis erzielen kann, ist meines Erachtens nicht falsch oder gar nachteilig. Allerdings muss man sich auch immer der Kehrseite der Medaille annehmen. Ich habe es schon gesagt, das tue ich. Deswegen würde ich mich auch nicht als spontanen Menschen definieren, aber es ist nicht so, dass ich diese nicht besitze. Es ist nur nicht so ausgeprägt. Mir fiel persönlich auch auf, dass sich meine Spontanität in der Partnerschaft, bzw. auch der Gruppe von Personen, die ich mag und als meine Freunde sehe, erhöht.


    Nochmal zu deiner Großmutter, also ich halte leider nach wie vor nichts von deiner Ausführung in diesem speziellen Fall. Versteh mich nicht falsch, ich verstehe Murphys Law und stimme in gewissen Umständen auch zu. Die Macht des Glaubens und der Suggestion ist wissenschaftlich bewiesen. Darauf basieren medizinische Behandlungsmethoden, bspw. mit Placebo. Ebenso beweisen auch fernöstliche Bogenschützen (ich waren wieder mal die Shaolin) wie weit man mit dem Glauben niemals sein Ziel zu verfehlen kommen kann. Allerdings halte ich die Idee vom "kosmischen Plan" für unsinnig. So auch bei deiner Oma. Natürlich kann sie sich einreden, dass sie überfallen wird, aber die letztendliche Entscheidung liegt doch beim Räuber selbst. Deine Oma hat in dem Falle nur eine passive Rolle inne, während der Einbrecher aktiv wird und ihm sogar die Initiative zusteht. Und genau dort ist das Problem. Auch wenn deine Oma heult und betet, die Entscheidung den Bruch zu begehen, die liegt beim Einbrecher. Dieser wird seine Entscheidung aber nicht wegen irgendeinem kosmischen Planes fällen, sondern Einbrecher hegen andere Methoden ihre Auswahl zu treffen. Oft werden die Objekte ausgekundschaftet. Wer wohnt dort? Lebt die Person alleine? Böser Hund als Wache? Mann, Frau, Alter, Geschlecht? Ist dort was zu holen? Wie sieht das Haus von außen aus? Kann man da leicht einsteigen? Sicherheitsvorkehrungen vorhanden? Das sind alles so Fragen, die sich der Bösewicht da stellt. Von daher nehme ich stark an, dass es nicht an der Angst deiner Oma lag, sondern an positiver Beantwortung dieser Fragen durch den Täter. Nun und da kann ich dir auch gleich noch eine Überleitung geben. Du fragtest was ich nun beruflich mache und ob ich weiß was ich machen will. Momentan lasse ich mich zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit umschulen. Das ist ein weites Feld im Bereich des Sicherheitswesens. Unter anderem gehört da auch das Erstellen von Sicherheitskonzepten mit dazu. Deswegen kann ich dir da im Falle deiner Oma auch so eine fundierte Antwort geben. Ich habe auch schon durch mein Praktikum eine Option wo ich den genau hin möchte. Meine Wahl geht da zu einem Cashcenter einer Sicherheitsfirma die Geld- und Werttransporte durchführt. Entweder im Innendienst oder ich fahre bei den Geldtransporttouren mit. Es ist auch im Gespräch ob ich nicht auch in der Notrufleitstelle arbeiten kann, aber das sieht mir von den Gegebenheiten zu stressig aus. Das wird sich aber wie gesagt zeigen. Erstmal muss ich noch ein Jahr lernen und meine Abschlüsse holen, dass ich dafür qualifiziert bin.


    Beim Thema Lieblingstier scheiden sich bei mir mittlerweile die Geister. Als Kind fand ich Füchse sehr interessant, was aber auch eher daher rührt, dass ich mit 7 Jahren Sonic the Hedgehog (die Konkurrenz zu Super Mario) ganz toll fand und ich mit meinem Bruder zusammen auf der Spielekonsole die Computerspiele dazu sehr gesuchtet habe. Es war damals noch das Sega Megadrive in simpler 2D-Darstellung und da ich immer der Spieler 2 war und es damals keine Auswahl gab, hat eben mein Bruder den blauen Flitzeigel gespielt und ich eben den Helfer Tails, einen Fuchs. Irgendwann fand ich die Figur dann auch cooler. Ich meine schnell rennen ist ja nicht alles. Aber einen Fuchs spielen der zwei Schwänze hat und damit wie ein Helikopter fliegen kann. Das hat schon was!

    Als ich älter wurde mochte ich den Bären, weil er als Tier gut zu mir passt. Doch den Bären kann ich jetzt nicht mehr mögen, da er mir von Franziska vergiftet wurde. Es war ursprünglich ihre Idee dieses Tier auf mich zu übertragen, woraus auch ein Spitzname für unsere Beziehung resultierte. Es war einfach passend. Grundsätzlich faszinieren mich einige Tiere, aber ich würde mich nicht festlegen. Bspw. finde ich Flughunde niedlich, aber auch den Corgy. Allerdings hege ich auch eine gewisse Faszination für den Wolf. Mittlerweile fällt es mir schwer mich auf ein Lieblingstier festzulegen.


    Nun, nochmal zur Vergebung. Ich sehe das Ganze wie gesagt sehr schematisch. Grundsätzlich denke ich erst einmal darüber nach, ob es einen Rechtfertigungsgrund gibt. Dann gehe ich weiter und überlege welche Punkte eventuell die Schuld mindern könnten, nun und dann sehe ich als Letztes das Motiv und die Art der Handlung. Bei Franziska ist es so, dass sie für diesen schwerwiegenden Verrat an mir keine Rechtfertigung besitzt. Dabei meine ich nicht, dass es ihr verboten ist mich nicht mehr zu lieben, aber dann sollte sie doch bitte dahingehend offen spielen. Es war in unserer Beziehung nie so, dass ich blind war, ich habe sie gefragt, mit ihr interagiert, wir haben oft gesprochen. Ich habe sie nie unterdrückt, sondern sie geachtet und respektiert, und ich habe sie verteidigt, ihr vertraut. Wir waren auch immer bestrebt unsere Beziehung gleich berechtigt anzugehen. Wir haben über alles gesprochen, gemeinsam Lösungen gefunden, so wie es sein sollte. Wir waren von der Grundstruktur her sehr harmonisch, haben wirklich kaum gestritten. Ich kann mich in den 11 Jahren nur an drei Situationen erinnern an denen wir extremen Streit hatten. Eine davon war der letzte Tag, nach dem ich diese grandiose Info in seinem vollen, schrecklichen Umfang aus ihr herauskitzeln musste. Von daher weiß ich nicht wo dort der Fehler lag. Ich bin der Meinung, dass die Grundstruktur die wir hegten etwas sehr Anstrebsames für eine Beziehung bietet. So war es ja auch gedacht und ich würde dies an sich auch nie ändern. Von daher weiß ich nicht was los ist und was 5 Wochen an dieser Sache ändern. Ich habe ihr keinen Grund gegeben, aber scheinbar nahm sie meine Schwächen anders wahr. Mittlerweile denke ich, dass sie mich umwandeln wollte. Ich habe mich für sie sehr verbogen. Folglich fällt mir keine Rechtfertigung ein und auch so kann ich nicht sehen, dass es irgendetwas gibt was ihre Entscheidung in der Schuld mindert. Eher das Gegenteil ist der Fall! Wenn man nämlich ihre Motivation betrachtet, dann ist diese erst einmal grundlegend oberflächlich und extrem egoistisch. Und das ist auch 50% was für mich die Vergebung unmöglich macht. Die anderen 50% ergeben sich aus ihrer Feigheit es vor mir versteckt zu haben und es vor mir zu verbergen. Kurzum ist dies absolut vorsätzliches, extrem kaltblütiges und sehr sehr methodisches Handeln gewesen, welches sie im vollen Umfang durchzog und billigend in Kauf nahm. Deswegen Vergessen, statt Vergeben.


    Kommen wir abschließend mal zu Rüdiger Dahlke, nun ich habe es im vorhergehenden Beitrag von mir nicht erwähnt, aber hier schlägt für mich schon wieder die bittere, feine und süße Ironie zu. Solche Momente an denen mein Leben eine ungewollt Parallele zieht habe ich oft. Nun die Parallele hier ist, dass der neue Freund meiner Lebensgefährtin, mit der ich über 11 Jahre zusammen war, auch den Nachnamen Dahlke trägt. Natürlich ist dies Zufall, allerdings sollte man in seine Wahrscheinlichkeit einberechnen, dass Dahlke ein nicht unbedingt so oft vorkommender Familienname ist wie beispielsweise Müller. Allerdings halte ich auch die Interpretation von Krankheiten auf Charakterzüge für nicht so ideal. Wenn man den Gedanken oft genug im Hirn hin und her wendet, dann kann man schnell einen Zusammenhang zusammenbauen, der vermeidlich plausibel erscheint. Ich bin da allerdings eher jemand der sich an die Wissenschaft hält und gerade bei Medizin bin ich da mit diesen nicht belegbaren Interpretationen vorsichtig.

    Hallo Yannik,


    ich habe die Beiträge hier erst einmal ein bisschen wirken lassen und wollte die Interaktion erst einmal etwas entwickeln lassen. Grundsätzlich kann ich dein Problem mit deiner Penislänge durchaus verstehen, allerdings bin ich sehr überrascht, dass du damit gleich in die Extreme des Suizides tendierst und dich als genetisch minderwertig ansiehst. Ich frage ich mich auch ernsthaft warum du deine Existenz nur auf deine Penislänge reduzierst?


    Nun und genau da sollten wir ansetzen und dich vielleicht einmal dazu bewegen die Dinge von einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Ich bin mir sehr sehr sicher, dass du weit mehr bist als ein simples, primäres, männliches Geschlechtsorgan. Was ist mit deinem Charakter, deinen Fähigkeiten, deinen Persönlichkeitszügen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese nichts wert sind. Ebenso frage ich mich wer denn festlegt, dass ein kleiner Penis genetisch minderwertig ist? Dafür gibt es keinen Beleg! Zudem bist du mit 14cm nur leicht unter Durchschnitt. Eine Beziehung besteht übrigens auch nicht nur aus schnödem Sex. Es geht nicht darum der standhafte Fuckboy aus einem Pornofilm zu sein. Dieser stupiden Rolle ist übrigens zwischenmenschlich weit mehr zu bedauern. Nein, eine Beziehung basiert auf einer Emotionsebene, die weit mehr ist als bloße Körperlichkeit. Vielleicht solltest du dir dahingehend die Frage stellen, ob die Wichtigkeit deiner Penisgröße wirklich für alles ausschlaggebend ist? Ich würde diese Frage glatt mit einem fetten Nein beantworten. Und wenn du schon dabei bist, dann überleg dir gleich noch was du für Stärken hast.

    Ehrlich gesagt bin ich aber auch etwas traurig, dass du mich als egoistisch und unbarmherzig einschätzt, weil ich die Vergebungsfrage anders beantworte. Ich denke von mir, dass dies nicht stimmt. Wenn ich etwas über mich sagen müsste, dann das ich mich aufopfere. Ich bin ein sehr hilfsbereiter Mensch, aber ich bin nicht naiv, zumindest nicht in einer starken Ausprägung. Dennoch weiß ich um die Problematik des ewigen Gebens und das ich mir damit auch viele Schwierigkeiten auflade. Ich bin auch bescheiden. Mir sind Geld und materielle Güter auch ziemlich egal. Bei der Wahl einer Partnerin liegt mein Fokus auch mehr auf den inneren Werten, denn auf das Aussehen. Sei es drum, ich kann es dir nur schreiben und nicht belegen. Eigentlich gibt es nicht viel was ich fordere oder sind so Dinge wie Loyalität, Vernunft, Humanität als egoistisch oder unbarmherzig zu betrachten? Ich denke doch nicht... Viel mehr sollte es das wünschenswerte Mindestmaß darstellen.


    Du Josie hast gefragt welche Krankheit ich mit mir herumtrage. Nun, ich leide unter Psoriarsis in seiner Manifestation an Händen und Füßen. Dabei handelt es sich um eine Verhornnungsstörung, Die Haut wird dicker und verliert die Fähigkeit der Elastizität. Das sorgt dafür, dass diese einreist und sich Risse und Rhagaden bilden, die durchaus blutige Verletzungen werden können. In den Händen liegt vermehrt der Tastsinn, du kannst dir also vorstellen was für Schmerzen man da erleidet. So simple Dinge wie die Schuhe zubinden, den Aufwasch erledigen, eine Faust bilden oder gar Laufen werden so zu einer extremen Herausforderung. Behandelt wird das ganze durch kortisionhaltige Salbe in harten Fällen auch mit Medikamenten zur Einnahme. Diese Pillen sind dann allerdings so heftig, dass der Hautarzt einen an den Tag legt für die Dauer der Einnahme und sogar bis zwei Jahre nachträglich auf die Nachwuchsplanung zu verzichten, weil eben das Erbgut in den Spermienzellen in Mitleidenschaft gezogen wird. Eine Heilung ist übrigens auch nicht möglich. Man kann das Ganze nur in Schach halten. Die Ursache noch nicht hundertprozentig geklärt ist. Allerdings ist wohl klar, dass diese Krankheit psychosomatischen Ursprungs herrührt. Man sollte also Stress vermeiden und Wert auf die Hautpflege legen. Von daher ist dieses Krankheitsbild ziemlich typisch für mich. Ich habe es aber seit einiger Zeit ganz gut im Griff. Ausgelöst wurde die Krankheit bei mir als ich 2014 in der Industrie arbeitete. Ich war eine Zeit lang Maschinenbediener in einer großen Firma für CNC-Fräsenarbeiten. Wenn du dir darunter nichts vorstellen kannst, dann stell dir Motorenblöcke vor, die aus vollem Guss bearbeitet, geschliffen, verbohrt und mit Gewinden und Kanten versehen werden. Dazu wird auf den unterschiedlichen Stationen des Fließbandes das Teil, also der Grundkörper in verschiedene Apparate eingespannt und dann unter Zuhilfenahme von "grauem Wasser" also Kühlschmierstoffen von den verschiedenen Werkzeugen bearbeitet. Jetzt kannst du dir natürlich vorstellen, dass dieses Zeug nicht wirklich gesund ist und man auch so in tagtäglichem Kontakt damit kommt, weil es unvermeidbar ist. Man matscht den ganzen Tag damit herum und hat grundsätzlich die ganze Zeit nasse Hände. Aufgetreten ist aber in der Konstellation dies erst als die Firma auf Grund von, naja... sagen wir mal kapitalistischen Grundbestrebungen (mehr Stückzahlen, wenig Lohn, maximale Ausbeute) das normale 3-Schichtsystem auf ein 4-Schichtsystem in rollender Woche umgestellt hat, sprich ich also nur noch ein freies Wochenende pro Monat zugestanden bekam und sonst in anstrengender 7 Tage-Rotation zwischen Früh, Mittags- und Nachtschicht mal ein Tag und ein paar Stunden frei hatte. Jetzt kannst du dir natürlich vorstellen, dass diese Arbeitsweise den Körper extrem fordert. Einen gesunden Schlafrhythmus kann man völlig vergessen. Zu allem Überfluss wurden auch noch die geforderten Stückzahlen erhöht und die Umlaufzeiten des Bearbeitungsvorgangs optimiert. So erhöhte sich auch die Anzahl der Maschinen, die ich bedienen sollte erhöhte von 3 auf 4. Nebenher wurden dann noch die Vorgänge von den BWL-Schnöseln aus der Chefetage mit Stoppuhren zeitlich aufgenommen. Du merkst also totale Knochenmühle und menschlich unterste Kanone. Ich mag gar nicht erzählen, dass ich für diesen Rotz mit nur knapp 1.400 Euro nach Abzügen raus gegangen bin. Aber ich habe es gemacht, nicht für mich, sondern wegen dem Uns.


    Zu der Tierfrage, die habe ich mir selbst gestellt. Ich bin bei Tieren auch etwas geteilter Meinung. Grundsätzlich mag ich Tiere, aber ich möchte keinem Tier meine Art zumuten. Das klingt jetzt befremdlich, aber einen Hund kann ich mir bei einer 40 Stundenwoche, die bald noch viel länger wird nicht vorstellen. Das geht schon mal nicht, weil ich das Tier nicht artgerecht halten kann. Zudem lebe ich momentan in Abhängigkeit in der Wohngemeinschaft mit meinem Bruder. Daher kommen für mich auch andere Tiere nicht wirklich in Frage. Ob ich mir später mal, wenn ich wieder fest im Leben stehe ein Tier zulege, dass kann ich dir gar nicht so recht beantworten. Allerdings weiß ich auch, dass so ein Tier ein Mittel ist den sozialen Kontakt rudimentär herabzustufen. Du bist als Mensch dem Tier immer überlegen, es ist von dir abhängig, versteht nicht die Bedeutung und kann nicht anders. Du bist daher der Mittelpunkt seiner Existenz. Das klingt jetzt ebenso seltsam, aber ich möchte mich irgendwie nicht noch weiter introvertieren. Deswegen tendiere ich wohl auch gegen eine Katze, obwohl ich diese Tiere als sehr hübsch erachte.


    Noch was über deine Oma. Diese Geschichte befinde ich als ein ziemlich unpassendes Beispiel. Ich denke sie war wohl ein umsichtiger Mensch, der leider in seiner Auffassung recht behielt. Ich halte es nämlich für vermessen ihre Angst des Überfallenwerdens innerhalb 20 Jahren mit der Tatsache, dass es fünffach passiert, in Verbindung zu bringen. Beide Faktoren laufen zwar in einer bitterbösen Ironie zusammen, haben aber grundsätzlich keinen unmittelbaren Zusammenhang. Der Zusammenhang ergibt sich erst, wenn die Wahrscheinlichkeit des Überfallenwerdens durch äußere Gegebenheiten erhöht werden. Lebt sie in einer unsicheren Gegend, ist die Gegend oft ein Ziel von Einbrüchen, passt deine Oma als Opfer in das Profil der Täter? All solche Dinge eben, bei denen man sich dann doch eher die Frage stellen sollte, warum man die Angst nicht ernst genommen hat und keine präventiven Maßnahmen ergriffen hat. Das traurige Ergebnis zeigt ja leider, dass die Angst nicht unbegründet gewesen ist.


    So jetzt nochmal zu Patrick. Mir ist sehr bewusst, dass ich eine fehlgeschlagene Beziehung verarbeiten muss. Mir ist klar, dass ich in der neuen Beziehung auf das Problem stoßen kann an die alte Misere erinnert zu werden. Dahingehend habe ich mir schon meine Gedanken gemacht. Ich sehe es aber so, dass ich da wohl auf das Verständnis meiner neuen Partnerin bauen muss. So gesehen wäre sie dann ein Teil der Rehabilitation, weil mir sehr bewusst ist, dass mich dieses Erlebnis radikal verändern wird. Ich werde viele Dinge, die ich an Franziska anlege auch an die Neue anlegen und dementsprechend die Erfahrungen die ich erlernte neu anwenden. Mir ist klar, dass dies schon ungerecht werden kann, allerdings baue ich darauf, dass sie meine Situation versteht, genauso wie ich ihre Situation akzeptieren und respektieren werde, wie auch immer diese dann im Detail aussieht. Du siehst also, ich bin in diesem Denkprozess schon zu einem Ergebnis gekommen.


    Zum Thema, Geld, Erfolg, Aussehen. Weißt du Patrick ich gehe mit dir absolut konform, dass diese Dinge über den Charakter nicht viel aussagen. Mir wäre es sehr lieb wenn der Charakter vollends im Mittelpunkt stehen würde, weil dies das Gebiet ist auf dem ich am Meisten punkten kann und welches meines Erachtens auch das Wichtigste ist. Leider aber trifft das in der Praxis nicht so zu, was wiederum bedeutet, dass man sich mit der echten Gegebenheit auseinander setzen muss. Ich kann jetzt auf Grund des Umfangs dieses Themas nicht weit ausholen, aber es gibt jede Menge wissenschaftliche Belege dafür, dass sich die Gewichtung von Äußerlichkeit und inneren Werten leider nur in einem Verhältnis von etwa 70 zu 30 einpendeln. Ich habe mir über diese Dinge auch etliches an Wissen angeeignet. Interessanterweise habe ich auch noch wen im Freundeskreis der als Paartherapeut und Hypnotiseur arbeitet und der ein absoluter Könner auf dem Gebiet ist. Diesem habe ich übrigens auch meine Situation geschildert, weil er es zum Ersten ohnehin mitbekommen hat und zum Zweiten ich dahingehend selbst interessante Erkenntnisse über mich und meine Beziehung erfahren konnte. Mich hat diese Erfahrung schon so weit gebracht, dass die Zusammenhänge einleuchtend sind, allerdings ist da am Ende schon noch der Zweifel, der sich aus dem brutalen Fehlen von Empathie ergibt.


    Ich habe mich über die Thematik der Meditation und auch der Spiritualität durchaus auseinander gesetzt. Dabei bilden die Shaolin aber auch nur eine Facette des Ganzen. Vorwiegend zielt mein Interesse da ziemlich weit und breit in die Thematik. Besonders China, aber auch Japan interessieren mich. Übrigens bezieht sich das nicht nur auf die Spiritualität, sondern auch auf Geschichte und Philosophie. Ich besitze dazu ziemlich viel Lektüre. Unter anderem viel über die japanische Feudalzeit, Musashi Miyamotos Buch der fünf Ringe kann ich fast auswendig wiedergeben, ebenso interessiert mich das Thema der Samurai, aber auch die Zeit der streitenden Reiche in China. Allerdings fächert sich mein Interesse auch weiter. Ich bin jemand der extrem viel Wissen aufnimmt und sich auf breiter Bahn mit Geschichte und Philosophie beschäftigt, aber auch an Medizin, Psychologie, Mythologie, Kunst, Musik und Literatur interessiert ist. Ich trenne das nicht und sehe das als ein großes Ganzes.


    Nun denn, danke für eure Mühen...

    Hmm,


    nun habe ich ziemlich viel zu erklären und das ausgiebig. Ich fange einmal nach Gutdünken an, es wird also ein wenig durcheinander. Zunächst aber möchte ich deutlich machen, dass ich weiß das ich ein Mensch voller Zwiespalt bin. Es ist leicht dies zu entlarven und die Ansicht von dir Josie ist ziemlich treffend, wenn auch vielleicht unvollständig. Allerdings möchte ich darauf hindeuten, dass wir uns hier bereits in einem Wechselspiel befinden und es wohl nicht darum geht wer recht oder Unrecht hat. Die verschiedenen Ansichten sind für sich und gehören stehen gelassen. Grundsätzlich danke ich für jede Hilfe und mir tut es gut mich hier zu artikulieren. Allerdings bin ich kein Grund, dass andere Dinge vernachlässigt werden sollen. Wer etwas vor hat was ihm wichtiger ist, der soll das doch bitte auch tun. Ich bin niemandem böse und ich habe Geduld. Alles andere macht in der Anonymität des Internets auch keinen Sinn. Warum auch? Wer bin ich zu entscheiden, wie jemand seine Freizeit gestaltet? Das ist nicht meine Intension.


    Patrick sagte, Wahres Glück ist und war noch nie planbar. Nun, da habe ich eine andere Sicht der Dinge, die allerdings das Wort Glück als unzureichend in seiner Definition enttarnt. Ich denke nämlich eher, dass Glück das Ergebnis von Planung ist. Zugegeben, dieses Zitat stammt von General Patton und der ist nicht gerade für seine philosophischen Ergüsse bekannt, aber dennoch passt diese Ansicht gut zu mir. Ich bin jemand der sein ganzes Leben lang Schach spielt, der Taktiker wenn man es so will. Ich denke grundsätzlich in all meinen Handlungen mehrere Züge voraus und bin sehr umsichtig, nehme auch andere Betrachtungsweisen zu Hilfe. Jetzt kann man natürlich sagen, mach es nicht so kompliziert, weil viele Varianten sicher nie eintreten und du auch nicht an alles denken kannst, aber es ist eben eine Herangehensweise, die ich als meine Charakterzüge definiere und die natürlich Schwächen birgt, aber auch Stärken. Ich habe erkannt, das man mit so einer Methodik sehr bodenständige und vernünftige Entscheidungen treffen kann. Die Wahl des rechten Mittels in der jeweiligen Situation ist denke ich die höchste Kunst des Lebens. Angemessenheit zu finden, ich denke darauf kommt es sehr an. Nun und das bringt mich auch gleich zum Optimist. Der Begriff des Optimisten ist auch so ein Wort welches sehr ungenau definiert ist. Meines bescheidenen Erachtens verbergen sich hinter diesem Begriff nicht nur positiv eingestellte Menschen, sondern auch Traumtänzer, Naivlinge und Idioten. Es geht darum seine Lage nüchtern betrachten zu können. Das klingt jetzt vielleicht für den Moment ziemlich hart, aber ich möchte es gerne erklären. Es gibt jede Menge Leute die ihre Entscheidungen nach Gutdünken treffen und dabei der Wahrscheinlichkeit fast ihren Lauf lassen. Oft sind das solche Personen, die eine sehr schwierige Schwäche an den Tag legen, die sie ihr ganzes Leben nicht mehr abstellen können. Diese Schwäche ist die Oberflächlichkeit. Egoismus ist ein Teil von Oberflächlichkeit. Dies aber erst einmal um das Problem zu verknüpfen. Dich sehe ich nicht als solchen Menschen Josie, aber ich denke das macht die meisten der, nennen wir es mal Scheinoptimisten aus. Viele Dinge die passieren sind äußerst vorhersehbar. Natürlich ist Optimismus auch eine Sache der persönlichen Hintergründe. Grundsätzlich kann man schon feststellen, dass die wenigsten Menschen ideale Voraussetzungen besitzen. Aber es ist auch eine Einstellungssache mit wie viel oder wenig man zufrieden ist und was man vom Leben wünscht. Es gibt aber auch Dinge, die passieren müssen. Viele Schicksalsschläge sind keine Sachen die unklar sind, sondern nur hart greifen, weil man nie darüber nachgedacht hat oder den Sachverhalt verdrängte. So ist zum Beispiel völlig klar, das man als Tochter oder Sohn länger lebt als seine Eltern oder die Großeltern. Das bedeutet, dass es höchst wahrscheinlich ist, dass man seine Familie zu Grabe trägt. Ebenso ist Krebs eine Zivilisationskrankheit, die sich aus dem hohen Medizinstatus unseres Fortschrittes ergibt. Es ist also wahrscheinlich, das man daran erkranken kann, wenn man sich die prozentualen Wahrscheinlichkeiten ansieht. weiterhin sind Lebensstile vorhersehbar. Jemand der starker Raucher ist, der wird Lungenkrebs bekommen. Jemand der adipös ist wird an Typ II Diabetes leiden. Das sind Sachverhalte die keines Falles eine Überraschung darstellen. Es gibt für fast alles eine einplanbare Wahrscheinlichkeit. Ich habe mich mit diesen Dingen auseinander gesetzt und da liegt auch die Ursache dafür, dass ich so realistisch geworden bin. Aber es gibt noch einen anderen Grund der simpler ist. Eine herbe Enttäuschung ist schmerzlicher als eine wohlige Überraschung. So gesehen kann man als bodenständiger Realist schwerer enttäuscht werden und hat für seine Seele mehr Ansatzpunkte Glück zu empfinden. Soviel der Theorie nach...


    Du hast recht Josie, ich bin jemand der sein ganzes Leben hart für alles kämpfen musste und muss. Meine Voraussetzungen erachte ich nicht als ideal und auch nicht als gut. Ich hege Ängste, Zweifel und habe Fehler. So gesehen habe ich viele Narben, vielleicht bin ich eine einzige Narbe. Fehler sind meiner Ansicht nach Dinge und Sachverhalte eines Menschen betreffend die mit der gesellschaftlichen Anforderung nicht kongruent laufen und damit auf Ablehnung und Intoleranz stoßen. Dies mal als Antwort auf die Frage von Partrick was ich als Fehler definiere. Ein Kardinalsbeispiel dafür ist da meine harte Art mit anderen ins Gericht zu gehen, wie du Josie es so treffend formulierte. Nun, warum tue ich das? Wisst ihr, der Mensch ist die höchstentwickelte Lebensform auf unserem Planeten. Er hatte Milliarden Jahre Zeit sich diesen Status zu erarbeiten. Ich sehe es als eine Pflicht an, dass ein Mensch diesem Status gerecht wird. Das was uns vom Tier unterscheidet ist die Vernunft, die Fähigkeit der Empathie. Vielleicht kommt es auch hart rüber, aber ich bin auch keines Weges jemand, der Gründe für mögliche Handlungen verurteilt. Es gibt immer besondere Umstände. Entscheidungen werden aus Angst getroffen, Entscheidungen sind nicht überdacht genug, man tut Dinge weil man Schwächen hat, doch es gibt auch Dinge die so schwerwiegend sind, dass man dort den Begriff Vergebung sehr sparsam benutzen sollte. Das gilt auch besonders deswegen, weil man leider nie ganz weiß ob die Einsicht oder die Reue ernst gemeint ist. Und nun bin ich wieder bei der Problematik des Ist und des War. Wenn man eine Entscheidung trifft, dann sind diese beiden Punkte die sichersten Eckpunkte, welche das Ergebnis bestimmen. Sie geben Rückschlüsse auf den Charakter eines Menschen und geben den nötigen Stoff einen Menschen einschätzen zu können. Je mehr man solche Eckpunkte besitzt umso präziser wird die Einschätzung. Das ist so gesehen mein Handwerkszeug, aber auch das mögliche Handwerkszeug der anderen auf der Schmiede des Lebens. Wenn mir jetzt Franziska unter die Augen treten würde und um Vergebung bittet, dann weiß ich, dass sie mich seit über 11 Jahren kennt. Sie kennt alle Entscheidungen die ich in dieser Zeit getroffen habe. Sie weiß wer ich bin, sie weiß wie schwer mich das treffen kann, sie weiß das es mich zerstört, sie weiß alles. Nun und dann muss man auch sehen, dass die Wichtigkeit der Entscheidungen auch zu sehen ist. Diese Entscheidung so unsere Beziehung zu beenden ist für mich eine ultimative Entscheidung. Seht es bildlich als der Militär, der in seinem Bunker hockt und überlegt ob er den Knopf für die Atomraketen zünden soll oder nicht. Ich denke, man kann gewisse Dinge vergeben. Das obliegt einer schlüssigen Argumentation, einem ehrlichen Willen und wie gesagt dem Umfang und der Schwere. Es gibt aber auch Dinge, die man nicht vergeben kann. Für mich zählt diese Handlung von ihr leider nicht dazu. Entscheidungen sind aber auch Tests. Warum soll ich wen ernst nehmen, der an mir die Atombombe meines Lebens zündet? Warum soll ich ihm vergeben, obgleich er damit beweist, dass er mich verachtet und mir im Umkehrschluss sicher auch keine Vergebung zu Teil werden ließe? Das sind für mich Sachverhalte die sich mir aus dieser simplen Frage ergeben und damit auch klar machen, dass ich ein ziemlicher Prinzipienmensch bin. Es klingt abgedroschen, aber es geht ums Prinzip. Das hat auch nichts mit Egoismus zu tun, weil ich diese Handlung auch als Außenstehende verurteilen würde und auch da meine, dass dort Vergebung unangebracht wäre.

    Nun, da stellst du die richtige Frage, auf die andere Leute dir keine Antwort geben können.

    Es liegt in dir und geht darum das umzusetzen was man sein möchte, die eigenen Vorlieben und Interessen. Daran solltest du ansetzen und damit beginnen.

    Hallo Dragonlady,


    ich kann dein Gefühl sehr gut verstehen, weil ich persönlich das Gleiche fühle. Es ist sehr offensichtlich was du suchst. Um das einmal schematisch darzustellen, sollte man vielleicht einmal das Model der Maslowschen Bedürfnishierarchie in Betracht ziehen, sie stellt meines Erachtens recht gut dar was wohl in dir vor geht. Grundsätzlich lässt sich dieses Modell so betrachten, dass es 8 Stufen gibt, die auf einander aufbauen.


    Du bist in deinem Werdegang schon mindestens auf Stufe 5 oder sogar weiter fortgeschritten. Es geht dabei um den Wunsch bzw. die Tendenz, das eigene Potential auszuschöpfen, also das zu werden, was einem anlagebedingt überhaupt möglich ist. In welcher Form sich dieses Bedürfnis letztlich ausdrückt, ist somit im höchsten Maße vom Individuum selbst abhängig.


    Ich möchte dir keinen Rat geben, aber ich denke du befindest dich nicht auf einem Irrweg, sondern suchst nach Höherem. Vielleicht wäre es nicht verkehrt wenn du diesen Weg weiter beschreitest. Verwirkliche dich selbst oder wie der gelehrte Samurai sagen würde, kultiviere deinen Geist.

    Danke Josie, für deine netten Worte,


    nun du hast recht. Wir überlasten den Rahmen eines Forums sehr. Dennoch denke ich das es schon in Ordnung geht. Ich genieße es mit einem Menschen, einem wahren Individuum zu kommunizieren, was sich wirklich gezielt, tief und exakt ausdrücken kann. Das dies nun nur in Textform geht ist ein Wermutstropfen, dennoch für mich nicht schlimm. Es ist auch so ergiebiger als die hauptsächlichen Durchschnittskonversationen, die ich tagtäglich erlebe. Von daher ist es ebenso selten.


    Nun ja, ob es ein Segen war, wird oder ist kann ich nicht sagen. Ich spüre aber auch sehr genau, dass du ein optimistischer Mensch bist. Da erhebt sich ein Unterschied zu mir. Ich will nicht sagen, dass ich ein Schlechtredner bin oder gar ein absoluter Pessimist, aber ich neige dazu mein Augenmerk auf das War und auf das Ist zurichten. Das macht mich zu einem Realisten, der vielleicht noch einen Hang besitzt nicht zu überschwänglich zu werden. Ich denke dieser Charakterzug an mir kommt daher, dass ich darum weiß wie zerbrechlich und fragil Glück doch ist. Ich kann gut die Dinge die geschehen werden voraussagen, dennoch kann ich mich auch fatal irren, was ja nun der Umstand meiner Registration in diesem Forum belegt. Mit diesem Wissen ging ich übrigens auch schon vor über 11 Jahren in meine Beziehung. Es war nie so, dass ich blind war, sondern ich wusste und hegte Vorsicht und Aufmerksamkeit. Vielleicht liegt da auch die Ursache warum es überhaupt solang hielt. Aber erstmal wieder zurück zu dir. Dein Text quillt über vor Hoffnung. Nun, da haben wir wohl einen weiteren Unterschied. Weißt du, ich bin auch etwas in der griechischen Mythologie bewandert. Die Geschehnisse und Texte darin enthalten viel Wahrheit und Wissen. Da ist das Schlüsselwort Hoffnung auch ein Kernthema. Sicher sagt dir die Büchse der Pandora etwas. Pandora, die auf Anweisung von Zeus von Hephaistos geschaffen wurde, war ein Teil der Strafe für die Menschheit, die sich aus dem Diebstahl des Feuers durch Prometheus ergab. Sie bekam den Auftrag die Büchse zu den Menschen zu bringen, sie ihnen zu schenken und sie zu warnen, dass sie auf gar keinen Fall geöffnet werden darf. Prometheus Bruder, Epimetheus heiratete schließlich Pandora und darauf hin öffnete sie die Büchse. Es entwichen all die Übel die darin gefangen waren und von nun an eroberte das Schlechte die Welt. Das letzte Übel was entweichen konnte war die Hoffnung. Nun kann man Hoffnung ja grundsätzlich als etwas Positives sehen. Ich und auch Gelehrte wie zum Beispiel Friedrich Nietzsche bin der Auffassung, dass die Hoffnung in Wahrheit das größte aller Übel gewesen ist, welches in der Büchse der Pandora eingesperrt war. Sein Gedanke in Textform lautet: "Zeus wollte nämlich, dass der Mensch, auch noch so sehr durch die anderen Übel gequält, doch das Leben nicht wegwerfe, sondern fortfahre, sich immer von Neuem quälen zu lassen. Dazu gibt er dem Menschen die Hoffnung: sie ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert."


    Kommen wir zum Hass zurück. Du hast ein schönes Wort gesagt... Vergebung. Dort ist wieder ein Unterschied. Ich habe über Vergebung nachgedacht und dabei stolpert man unweigerlich über den Begriff der Schuld. Schuld ist schwer zu definieren. Für mich ist es in erster Linie die persönliche Vorwerfbarkeit vorsätzlichen oder fahrlässigen Verhaltens. Ich will da gar nicht soweit ausholen. Ich denke ich bin jemand der nicht vergeben kann. Im Umkehrschluss möchte ich aber selbst ebenso keine Vergebung erhalten. Meiner Meinung nach muss jede Entscheidung die ein Mensch fällt nach bestem Wissen und Gewissen gefällt werden und es muss dabei an alle gedacht werden, nicht nur an sich selbst. Es muss eine umsichtige, moralisch einwandfreie Entscheidung werden. Das ist der harte Maßstab den an mich, aber auch an andere ansetze. Franziska, aber auch der andere Typ haben in ihrem Handeln nie darüber nachgedacht. Es ging beiden in der ganzen Sache nur um ihre eigene egoistische Ansicht. Was mit mir wird, wie ich mich fühle oder was daraus resultieren könnte, darüber haben sie nie einen Gedanken verschwendet oder es auch nur ansatzweise in Betracht gezogen. Es ist ihnen völlig gleichgültig gewesen. Dieses blinde, ichbezogene Handeln kann ich nicht tolerieren. Es ist für mich sogar ein Ausschlusskriterium mit so einer Person überhaupt in irgendeiner Weise etwas zu tun zu haben. Natürlich habe ich einen solchen Zug von ihr nicht kommen sehen, dennoch ist es auch klar. Auf der einen Seite trauere ich meinem alten Leben zurück, aber ich bin auch stur und sehe wie gesagt das Ist. Selbst wenn sie vor mir betteln würde ihr zu verzeihen und sogar wieder mit mir zusammen kommen wöllte. Ich oder besser mein Verstand, würde es nicht machen. Mein Herz wäre im Zweifel, aber ich denke es würde nach Schmerz unterliegen. Für mich ist in diesem Fall Vergebung auch unangebracht. Vergebung würde mich zum doppelten Idioten erheben, eine Bestrafung wäre für sie eher treffender. Ich weiß, dass klingt jetzt hart, aber ich kann dadurch das Motiv der Rache verstehen. Dennoch ich weiß das Rache kein geeignetes Mittel ist. Selbst wenn es mir Genugtuung geben würde, wäre es doch in erster Linie moralisch genauso fraglich. Außerdem was will ich tun? Es gibt Regeln, Normen und Gesetze. Diese werde ich sicher nicht wegen so einem Unfug verletzen. Ich würde alles nur schlimmer machen. Vielleicht also wäre das Vergessen oder Verdrängen wohl der bessere Ausweg. Mir ist es auch egal, ich will nicht richten, ich bin nicht der Richter und ich verlange auch von keinem, nicht mal einer höheren Macht, dass ein Recht angelegt wird.


    Mit Spiritualität meinte ich übrigens auch nicht, dass ich zu Gott bete. Ich bin in der Bibel zwar bewandert, bin aber wie gesagt Agnostiker, weil ich als Mensch die Existenz oder Nichtexistenz eines Gottes nicht belegen kann. Die Frage „Gibt es einen Gott?“ beantworten Agnostiker dementsprechend nicht mit „Ja“ oder „Nein“, sondern mit „Ich weiß es nicht“, „Es ist nicht geklärt“ oder „Es ist nicht beantwortbar“. Dennoch lehne ich Religionen im gewissen Sinne auch ab. Für mich sind die großen Religionen des Christentum, Judentum und des Islam Kernprobleme für sehr viel Leid auf unserer Welt. Sie sind anmaßend und für mich nicht erstrebenswert. Faszination hege ich da eher für den Buddhismus, der in sich keinen Gott benötigt und den Abwandlungsformen des Shintoismus und Taoismus und auch Hinduismus. Allerdings tendiere ich dabei auch eher zu den belegbaren Dingen, wie Meditation und der Achtsamkeitslehre, die als Ansatz den Geist eines Menschen viel weiter bringen als ein Leben in einer stupiden, kapitalistischen Industrienation, so wie wir beide das kennen.

    Hallo Josie811


    Danke erstmal für deine Antwort...

    Nun ja, ob das so eine gute Idee war, jedenfalls konnte ich gestern oder besser heute früh meine verbleibenden 4 Stunden besser schlafen, die ich von der Nacht noch übrig hatte, nachdem ich diese Textwand geschrieben habe.


    Grundsätzlich weiß mein Inneres was es zu tun hat, doch es ist schwer für mich. Natürlich ergeben sich aus Veränderungen neue Perspektiven und auch Chancen. Diese Erkenntnis hege ich selbst für mich schon einige Zeit. Doch wenn dauernd der Ansatz zur Verwirklichung zerstört wird und man neu beginnen muss, dann fragt man sich nachdem Sinn. Das ist jetzt eine allgemeine Aussage von mir auf das ganze Leben bezogen, nur meine Beziehungsaus als Schlüsselmoment. Dies ist das was mir momentan in meinem Kopf umherschwirrt. Ich frage mich ob ich überhaupt wieder neu anfangen soll, weil ich fürchte das es wieder zerstört zu bekommen. Eher denke ich an andere Konsequenzen. Ich frage mich ob meine grundgute Einstellung überhaupt so sinnvoll zum überleben ist? In Filmen ist es einfach, das Gute gewinnt, alle handeln im vernünftigsten und edelsten Interesse,der strahlende Held bekommt das würdevolle Mädchen. Doch in der Realität da hat es das Gute schwer, weil das Böse stets den einfachsten Weg darstellt und das Böse nur sich sieht, während das Gute ein Wir bedeutet. Das ist jetzt sehr philosophisch, aber ich bin ein Mensch der das Wir zwingend benötigt. Ich kann nicht alleine sein und ich kann mich alleine auch nicht an einem Erfolg, an Schönheit oder Reichtum erfreuen. Ich bin ein Mensch der unter Zwang steht dies zu teilen, damit es mich selbst glücklich macht. Deswegen brauche ich eine Partnerin an meiner Seite, die zu meiner engsten Verbündeten werden muss und dahingehend ergibt sich für mich auch die Sinnhaftigkeit. Ich weiß das diese Haltung nicht gut ist, weil man mit sich selbst zufrieden sein muss und das Teilen als Zusatz ansehen muss, damit es funktioniert. Dazu bin ich aber unfähig. Ich tue die Dinge nie für mich, sondern für andere oder allenfalls für ein Wir oder Uns. Daraus resultiert eine grandiose Einladung mich ausnutzen zu können, weil ich abhängig bin.


    Ich frage mich ob ich einfach zu nett bin. Und da sind wir auch gleich bei der Problematik des Hasses. Ich gebe dir uneingeschränkt recht, wenn du sagst, dass Hass einen selbst zerstört und daher sinnlos ist. Das Problem ist nur, dass dies leicht gesagt ist. Hass stellt ein schweres und intensives Gefühl dar, welches aus absoluter Machtlosigkeit und Enttäuschung resultiert. Für mich stellt es sich schon als unmöglich dar, nach all dem was passierte nicht zu hassen. Ich habe allen Grund dazu und bin auch der Meinung, dass ich so ziemlich den schlimmsten Weg erlebt habe eine Trennung zu kassieren. Es ist aber nicht nur das. Der Hass sammelt sich aus allen möglichen Kanälen. Meine schönen Erinnerungen aus 11 Jahren sind alle vergiftet und ich sah mich gezwungen diese ausradieren zu müssen, weil ich sonst nicht aushielt. Ich habe alle Bilder die ich finden konnte gelöscht oder weggeworfen, die mich daran erinnern. Ebenso bin ich wütend darüber mit welcher Selbstverständlichkeit meine Position nieder gemacht wurde. Ich bin entsetzt wie wenig Wert dies doch offenbar für sie hatte und wie wenig Wert ich als Mensch dadurch besitze. Weiterhin kommt der Hass auch von diesem Kerl. Ich übertreibe nicht wenn ich sage, dass solche Leute die Ursache sind, die unsere Welt zu Grunde richtet. Seine Handlungsweisen und sein Standpunkt sind soziopathisch und entwerten meines Erachtens den Status des Homo Sapiens als vernunftbegabtes Wesen. Da liegt wohl auch der Grund begraben warum in der Bibel steht, dass man nicht die Frau eines anderen begehren soll. Man kann dies nicht mit einem Begriff wie Liebe rechtfertigen. Es gibt dafür auch keine Rechtfertigung und mit Liebe hat das Ganze ohnehin herzlich wenig zu tun. Du merkst schon, der Hass ist bereits da und da liegt für mich auch die Schwierigkeit. Bildlich gesprochen beginnt diese unangenehme Situation mich vom weißen Ritter in einen roten Ritter zu verwandeln. Das ist ein Prozess den ich nicht will, ihn aber aufgezwungen bekomme. Meine größte Angst ist es, den beiden zu begegnen. Ich weiß nicht was passiert, wenn mein Herz sich gegen meinen Verstand erhebt.


    Und wenn wir von Zwang reden, dieser führt mich noch weiter. Für mich ist es auch schwer überhaupt zur Normalität überzugehen. Das Leben geht einfach weiter und die anderen Leute um dich herum erwarten im Grunde inständig das dein Schmerz nach lässt. Das trifft aber bei mir nicht zu. Ich persönlich sehe noch keinen Unterschied und ich bin mir auch nicht sicher ob es sich so überhaupt ändert. Ich komme mir aber auch dumm vor meinen Kummer wieder zu käuen. Ich kann nicht darauf bauen, dass die Leute in meinem Umfeld dies ständig hören wollen. Folglich muss ich schlucken. Vielleicht wäre eine weitere grundlegende Lebensveränderung die Lösung, aber meine Lust an meinem Leben steht mir dabei im Wege. Bitte nicht falsch verstehen, ich hege keinerlei Suizidgedanken. Der Tod ist ohnehin zeitlos, also kann ich mir auch diese Zeit nehmen und sie vollends nutzen. Ehrlich gesagt ist mir eher danach, dass ich meine Ruhe haben möchte und ich mich mit meiner Seele auseinander setzen will. Ich habe kein Interesse mehr am Alltag und wenn ich genau darüber nachdenke dann sehe ich auch keinen Sinn in Arbeit oder der schnöden Realität, die doch so viele Möglichkeiten besitzt, aber in ihrer Begrenzung eine einzige Enttäuschung birgt. Doch ich muss mich damit auseinander setzen, grundlegend deswegen, weil ich einen Lebenstandard halten muss. Irgendwie strebe ich Spiritualität an, bin aber selber von meiner Weltanschauung Agnostiker. Ich habe selbst auch ein gewisses phantasievolles Talent, welches in mir wie Chaos existiert und was bei mir nicht unbedingt eine geeignete Artikulation finden. Du merkst, mein Interesse geht in die Richtung der Kunst. Literatur, Musik, Malerei... solche Dinge, doch ist der Geist in meinem Kopf eher kreierender Natur, was dazu führt, dass ich vom eigentlichen Weg der Künste ziemlich ausbreche. Zudem muss ich auch gestehen, dass ich keinerlei Vorbildung über solche Dinge besitze. Es ist einfach in meinem Kopf.

    Der 3. April 2018 rückte näher, der Tag an dem ich sie abholte. Ich werde dieses Datum nie vergessen, weil es der schlimmste Tag meines Lebens werden sollte. Ich freute mich, doch irgendwie war unsere Begrüßung seltsam. Sie verweigerte mir den Kuss, meinte sie wäre nicht in der Stimmung. Ich dachte zunächst, dass sie vielleicht traurig wäre diesen Ort, den sie als schön befand und an dem sie so viel Spaß hatte, verlassen zu müssen. Also beschloss ich, dass ich es nicht so ernst zunehmen habe und sie vielleicht Zeit benötigte. Wir fuhren Heim, 300 lange Kilometer. Doch Daheim angekommen wurde es nicht besser. Sie schien nicht bei der Sache und spielte etwas vor. Dann als sie in den Waschkeller ging und sie ihre Sachen unbeobachtet ließ, konnte ich nicht anders und suchte. Ich fand Ausdrucke über Wohnungsangebote. Zuerst dachte ich sie seien für ihre Mutter, da sie auch mit dem Gedanken spielte den Wohnort zu wechseln. Allerdings passte zu der Theorie die Quadratmetergröße nicht. Die Wohnungen waren viel zu groß für jemanden mit Minimalrenteneinkommen. Ebenso hatten wir ja unsere Wohnung und wir bezogen zu den Zeitpunkt beide Arbeitslosengeld. Als sie wieder oben in unserer Wohnung war stellte ich sie zur Rede und dann gestand sie mir, dass sie in ihrer Kur einen anderen kennenlernte und sich unsterblich verliebte. Ich hielt es zunächst für einen schlechten Scherz, der 1. April war erst 2 Tage her, doch es war Ernst, es war Realität. Als sie mehr darüber erzählte fühlte ich mich wie auf RTL bei Verdachtsfälle. Ich habe diese Sendung immer als unrealistischen Quatsch abgelehnt, ich irrte. Es war so. Sie ist 32, lernte dort einen 42-jährigen Kerl kennen, der aus erster Ehe zwei Kinder mitbrachte. Er war reich, besaß angeblich mehrere Cafés und richtete Wohnungen ein. Er war angeblich auch wegen Burnout zur Kur und sie kamen sich in den 5 Wochen wohl sehr nahe. Sie zeigte mir SMS von ihm, in dem die letzte, schnulzige Scheiße drin stand, so richtig plump. Aber sie glaubte es. Mich traf der Schlag, ich wusste nicht was ich tun sollte. Mir stieß die Person zu der ich die engste Bindung in meinem Leben aufgebaut hatte ein Messer ins Herz. Ich bin niemand der weint, aber an diesem Tag konnte ich nicht anders und hatte den extremsten Heulkrampf den ich jemals hatte. Mich hat kein anderes Ereignis in meinen 31 Lebensjahren so sehr mitgenommen wie dies.


    Ich lief fort. Mir fiel niemand ein zu dem ich gehen konnte. Ich konnte nicht denken, alles war in Scherben, ich begriff nicht, nahm es nicht wahr. Dann fiel mir doch jemand ein, mein Bruder. Ich ging zu ihm, erklärte ihm was passiert war und dann bewahrheitete sich die Weisheit, das Blut dicker als Wasser ist. Er zögerte nicht, ich musste nicht um Hilfe bitten oder fragen. Er sagte von sich aus, dass ich zu ihm ziehen kann. An dem Tag musste er noch auf Nachtschicht, ich weiß es noch. Wir fuhren mit dem Auto zu einem Möbelgeschäft. Ich war finanziell ja abgebrannt. Er bezahlte, meinte auch ich muss nichts wiedergutmachen, ich kann bei ihm kostenfrei leben. Dann ging ich zurück zu ihr, es war mittlerweile 20 Uhr, ich war seit über 18 Stunden auf. Dann klärte ich die Bedingungen. Sie erließ mir meine Schulden bei ihr, erließ mir meine Schulden, ich nahm das Auto, den Fernseher und die Spielekonsole, sowie meine Klamotten und meine Ordner Unterlagen und packte am gleichen Tag noch alles zusammen. Am nächsten Tag führte ich einen Blitzkrieg von Umzug durch und mein Leben hatte sich binnen eines Tages komplett verändert. War ich vorher noch voller Vorfreude, blieb ich doch jetzt voller Trauer.


    Mittlerweile ist einige Zeit vergangen, aber ich kann diesen Tag nicht vergessen. Der Kerl ist mittlerweile in meine Stadt gezogen und lebt jetzt mit ihr in unserer gemeinsamen Wohnung. Es fühlt sich nicht an als ob es 4 Monate her ist. Ich mache meine Umschulung weiter, finanziell lebe ich auf die Kosten meines Bruders und das fühlt sich schlecht an. Aber er will es so. Er lässt daran keinen Zweifel, auch wenn es nicht in seinem Interesse sein kann. Ebenso habe ich viel nachgedacht. Es fällt mir schwer mich abzulenken, weil meine Gedanken schmerzhafte Kreise ziehen. Ich frage mich immer wo mein Fehler lag. Mir will es nicht in den Sinn, wie es sein kann, dass 5 Wochen über 11 Jahre ausmerzen können. Ich kann menschlich nicht verstehen wie sie alles vergessen kann was ich für sie getan habe. Stets habe ich in ihrem Interesse gehandelt, nur ihr Bestes gewollt und es half ihr auch. Aber die Dinge sind anders. Ich bin kein Alpha, kann nicht durch Schönheit und Äußerlichkeit punkten, habe kein Geld und meine Gesundheit ist auch nicht gut. Das sind oberflächliche Dinge, die wissenschaftlich begründet viel Ansatz geben das Geschehene zu erklären. Ich kann es dennoch nicht verstehen, ich war der Gute und ich habe verloren, während ein moralisch fraglicher Jäger erfolgreich war. Ich könnte nie mit einer Frau etwas anfangen, die vergeben wäre. Ich würde sagen, dass sie ihre Dinge vorher regeln soll. Ich bin auch enttäuscht, es ist ein Unterschied ob man verlassen oder ersetzt wird. Wenn jemand einem gesteht, dass er nicht mehr liebt, dann ist dies aufrichtiger als das. Sie hat nie das getan zudem ich riet, ich war der Einzige bei dem sie den Mut hatte Nein zu sagen. Ich bin mir auch sicher, dass wenn ich sie nicht zur Rede gestellt hätte, sie irgend wann klangheimlich verschwunden wäre. Ich weiß es nicht, aber es ist irrelevant, weil es nicht so passierte. Mich schmerzt der Gedanke dennoch. Wie kann es sein, dass sie so blind ist? Wie kann es sein das sie so leichtfertig alles zerstört? Ich habe immer mein Bestes gegeben, war ehrlich, auch wenn ich weiß das ich voller Fehler bin. Ich habe meine Fehler eingestanden, die Wichtigkeit der kleinen Dinge erkannt und ihre Fehler toleriert und als Dank habe ich nun alles verloren. Letztendlich befinde ich mich auch in einem Zwiespalt. Ein Teil in mir möchte sie zurück und mich macht es krank, dass dieser verdammte Penner sich so unrechtmäßig meinem Leben ermächtigt hat, von meinem Teller ißt, auf meinem Klo sitzt, das Sofa nutzt und Sex mit meiner Frau hat. Doch der andere Teil ist dagegen und empfindet nur noch Hass und Leere, denn selbst wenn sie zurückkommt, wer sagt mir das sie es nicht wieder tut? Daher begründet sich, dass es nur eine Strafe für Verrat geben kann. Aber selbst das ist nur Fiktion, weil sie nicht wieder kommt. Ich habe seit 4 Monaten nichts von ihr gehört. Sie hat mich bei WhatsApp blockiert. Es ist so als ob sie tot wäre.


    Ich hingegen sitze irgendwie in einem schwarzen Loch fest. Alle sagen mir, dass es vorbei geht, aber das stimmt nicht. In mir fühle ich wie es mich abnutzt. Ich kann nicht mehr gut schlafen. Meine Gedanken sind dumm und meine Träume käuen diese Dummheit in abstrakter Form wieder. Ich denke mir, ich muss nach vorne sehen, aber das fällt schwer wenn man abhängig, mittellos und trotz aller Bemühungen hängen bleibt. Ich habe mir auch überlegt nach vorne zu fliehen, die Sau rauszulassen, eine neue Partnerin zu finden, das Leben zu genießen. Doch dies funktioniert auch nicht. Ich gehe weg, war in Diskos, obwohl ich die Musik, die dort gespielt wird hasse, habe mich auf Datingseiten angemeldet. Mehr als ein sinnloser Vollrausch kommt dabei leider nicht raus. Alkohol wirkt auch nicht recht, er drückt nur meine Stimmung weiter. Ich habe mein Interesse an der Realität verloren, mein Antrieb irgendetwas zu wollen oder zu erreichen ist gänzlich weg. Ich leide unter eine persönlichen Sinnfindungsfrage, die ich nicht mehr zufriedenstellend beantworten kann. Dann ist da noch mein Malus, ich habe nur Hirn und bin der "Good Guy"... Dinge die neben Geld und Aussehen nicht geschätzt werden. Und noch etwas Neues ist da, unendliche Demut vor den scheinbar selbstverständlichsten Dingen im Leben.


    Danke für das Lesen. Es tat mir etwas gut das hier zu schreiben...